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Erst wissen, wer man ist – dann Partner suchen

Einstmals reichte es, die Schönheit zu überprüfen - heute wird mehr verlangt
Die Partnersuche scheitert im Allgemeinen nicht an den Anderen und nicht am Zeitgeist, sondern an der Person, die sucht. Eine Autorin versucht in der "Frankfurter Rundschau", sechs Gründe festzumachen, die ich hier stark gekürzt wiedergebe.

1. Es liegt an ihr – aber eigentlich nicht.
Im Folgenden verrät uns die Autorin, dass es kaum an ihr liegen kann, und sie führt Argumente dafür an. Keines reflektiert die partnerrelevanten Eigenschaften.
2. Sie ist zu normal.
Sie behauptet, keinen Partner zu finden, weil sie „Mittelmaß“ ist.
3. Sie ist zu gebildet.
Sie sagt, das bekommt sie nicht wieder „weg“. Angeblich schrieb ihr einmal ein Nicht-Akademiker (!) sie sie „überqualifiziert“.
4. Sie ist angeblich „liebesmüde“.
Sie ist es nicht – es steht im Gegensatz zu der Erläuterung, die sie dazu abgibt. (Haken und Macken bei Männern finden, Sex macht ihr Freude).
5. Es liegt an den Männern.
Der ausführlichste Teil – beim Lesen bekommt man den Eindruck, dass sie sich wirklich nur darüber Gedanken gemacht hat.
6. Es liegt ebenfalls an den Männern, diesmal an den Deutschen.
Deutsche sind eben so deutsch. Niemand hindert deutsche Frauen, anderwärts zu suchen.

Ich stelle Ihnen diese Schilderung – ausführlicher in der FR nachzulesen – deswegen in meinen Beitrag ein, weil sie symptomatisch ist.

Unter den sechs Gründen, die aufgeführt werden, ist nur einer, der die Sicht der eigenen Person betrifft, die Selbsteinschätzung. Doch statt sie nun nachzubessern, was sicherlich viel Selbstreflektion bedeutet, wird ein oberflächlicher Marktwert errechnet: Körper ist Klasse, Geist funktioniert gut, Kommunikationsfähigkeit ist ausgeprägt, Sexwunsch ist vorhanden.

Kein Selbstbild - kein Profil: schlecht für die Partnersuche

Wer es bis jetzt noch nicht bemerkt hat: All diese Eigenschaften ergeben kein Selbstbild, und erst recht kein Profil. Man möchte fragen: Na klar ist das eine von mehreren Tausend partnersuchenden Akademikerinnen über 40 – aber was zeichnet diese Frau eigentlich wirklich aus? Wer ist sie, und was will sie? Sicher, das sit nicht mein Problem. Aber es wird sofort zum Problem der Männer, die sie trifft, udnd amit wird es zu ihrem Problem.

Ich sehe meine Meinung bestätigt, die ich vielfach vertreten habe: Erst Hausaufgaben machen, dann Partnersuche starten. Das bedeutet: Sich selbst genauer kennenlernen, wissen, was man selbst ist und was dies für das andere Geschlecht bedeuten könnte. Dann die Eigenschaften aufpicken und die Persönlichkeit bildhaft darstellen. Notfalls das Hirn in die Mauser schicken, um dies alles zu erreichen.

Das Ende der Liebe - und was damit angerichtet werden kann

Eine Intellektuelle in heutiger Zeit hat natürlich „Das Ende der Liebe“ von Sven Hillenkamp gelesen. Der Beststeller-Autor glaubt, eine globale Erklärung für das Verschwinden „Der Liebe“ gefunden zu haben. Anders als ich, der „intellektuell sein“ für einen Zustand hält, sondern für eine Herausforderung, glaubt die Autorin dem Hillenkamp, indem sie schreibt:

Da steht alles drin. Dass mein Liebesunglück auch an der Unendlichkeit der möglichen Partner liegt. ( … ) Das Buch berührt und beruhigt mich, aber festigt auch ein trauriges Bewusstsein in mir, dass es aus dieser Situation keinen Ausweg gibt.


Es gibt keinen Ausweg, weil irgendjemand anno 2009 mal ein dreistes Buch über das „Ende der Liebe“ geschrieben hat? Selbst, wenn der „Zeitgeist“ zutreffen sollte, den dieser Herr Hillenkamp vertritt, könnte man dann nicht wenigstens versuchen, sich ihm entgegenzustemmen?

Ja, selbstverständlich. Ich rate meinen Lesern stets, bei Problemen niemals die Frage nach dem „Warum“ zu stellen, bevor nicht alle Fragen nach dem „Wie, Was und Wo“ vollständig beantwortet wurden. Denn wenn ich die Frage nachdem „Warum“ stelle, muss die traurige Zeit beliebiger Vermutungen vorbei sein – dann muss ich die Lösung angehen.

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