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Sind die Aufschrei-Frauen eigentlich ernst zu nehmen?

Zuerst lassen Sie ich einmal dies sagen: Wenn Sie glauben, TWITTER oder FACEBOOK hätte auch nur annäherungsweise etwas mit dem alltäglichen Leben auf dieser Erde zu tun, dann irren Sie. Wenn Sie meinen, diese Informations-Vexiermachinen füttern zu müssen, dann dürfen sie das gerne weiterhin tun, doch glauben sie später nichts das, was andere darüber sagen.

Aufschrei auf Twitter - bar jeder Realität

Die TWITTER-Debatte „Aufschrei“ hat es nicht nur ins ZDF geschafft, nein, nun ist auch die New York Times aufmerksam geworden. Nur: worauf eigentlich? Dass Deutsche vor aller Welt eine Scheindiskussion zelebrieren, die mit der Realität in unserem Land nichts zu tun hat?

Kaum. Uns ist nicht mehr klar, dass es sich bei der angeblichen „Diskussion“ um das Machtspiel einiger Wichtigtuer handelt – und selbst die New York Times spielt dabei mit. Das „leise Kopfschütteln“ über Good Old Germany“ ist dabei kaum zu überlesen.

Geschwätziges Volk auf Twitter - geht an eure Arbeit, und emanzipiert euch dort

Ich wundere mich immer wieder, was diese geschwätzigen Frauen und Männer auf „Twitter“ eigentlich erreichen wollen. Beruflich erfolgreiche Frauen, die nicht zur „Vorzeigeherde“ der unendlich öden Talkshows gehören, diskutieren kaum über Sexismus – warum sollten sie auch? Erfolg kann man erreichen, gelegentlich erkämpfen, vielleicht sogar gelegentlich erschlafen (ja natürlich, wer hätte das gedacht?) aber bestimmt nicht ertwittern. Ich werde den Verdacht nicht los, dass es geschwätzige Verlierer und Verliererinnen sind, die hier tagtäglich ihre Kommentare abgeben müssen. Wer auf der anderen Seite steht – hier draußen im Leben – hat wohl kaum Zeit, diese lachhafte Diskussion zu verfolgen.

Schon vergessen, was die CDU nachhaltig angerichtet hat?

Das Elend mit den Frauen wird offenkundig: Ja, wir sind in Deutschland etwas zurück mit dem wirtschaftlichen Erfolg der Frauen, und ja, daran könnte sich durchaus etwas ändern. Doch das Dilemma hat einen Namen: Es beginnt mit Konrad Adenauer, heißt CDU-Familienpolitik und durchzieht mehrere Koalitionen.

Wenn Frauen ihre Situation beklagen, so sind es immer jene Frauen, die bereits „oben“ sind, aber eben noch nicht an der Spitze. Die Frauen, die heute noch wissen, wo sie ihr Kind unterbringen sollen, wenn es tagsüber nicht „zu Oma“ geht, sind doch längst vergessen worden.

Statt das angebliche Elend zu diskutieren, verändert man/frau sich besser selbst

Bullenscheiße ist ein hartes Wort, aber es trifft den Charakter der Diskussion. Wer etwas auf sich hält, und sei es auch nur ein klitzekleines Bisschen, verändert zuerst sich selbst – und dann komm vielleicht die Welt dran. Wer es umgekehrt mach, hat entweder nicht alle Tassen im Schrank oder er/sie versucht, in die Königinnenklasse der Dauerrevoluzzerinnen einzusteigen – aber dort ist die Luft extrem dünn.

Es gilt für Frauen und Männer – aber Männern müssen wir es nicht so oft sagen:

Du kannst nicht ständig Verantwortung für dich selbst einfordern und sie immer dann ablegen, wenn es dir zu schwierig wird.


Doch gerade das wird versucht. Ich kenne keine erwachsene, selbstbewusste Frau, die „dauernd angemacht wird“, es sei denn, sie wäre Stripperin. Ich sag’s mal so: Wir alle (auch Frauen), die wir uns ins Licht der Öffentlichkeit stellen, sei es körperlich, emotional oder geistig, müssen uns gefallen lassen, von irgendwelchen hirnlosen Querköpfen blöd angemacht zu werden. Mal hängen wir unsere Ego zu stark raus, mal unseren Penis, mal sind wir zu emotional und mal zu wenig kompromissbereit. Mal ragen die Brüste zu prall aus dem Dekolleté, mal wird zu wenig erotische Intelligenz ins Spiel gebracht.

Sagen Sie mal, ist Ihnen eigentlich klar, dass jeden Tag und jede Stunde irgendwelche Leute einen Scheiß über Sie quatschen, wenn Sie auch nur ein winzig kleines Stückchen Öffentlichkeit darstellen? Und ist Ihnen geläufig, dass darunter immer ein bisschen Menschenverachtung aufquillt?

Wenn ihnen all dies klar ist – ja, warum regen Sie sich dann eigentlich darüber auf, dass Ihnen ein alter Herr auf die Titten glotzt?

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Kommentare

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Cassy am :

Danke! Danke! Und nochmals: Danke!

Langsam komme ich mir vor wie ein Exot, wenn ich sage, dass man selbst seine Grenzen definieren und - falls nötig - höflich, aber bestimmt verteidigen muss. Und das nicht bei "den Männern", sondern bei einem Bruchteil Dummköpfen. Vor allem nervt es mich, wenn Seximus, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und sogar sexuelle Übergriffe ständig in einen Topf geworfen werden.

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