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Valentinstag: wenn es denn Liebe ist …

Valentinstag historisch


Der erste Verkünder der kommenden Sinnlichkeit des Frühlings ist der Valentinstag. Es ist sozusagen der Beginn des sinnlichen Hoffens auf die Liebe, die Lust und die Leidenschaft. Vom ersten Erblühen der Liebe in der Teenagerzeit bis zu „50 Plus“: Alle werben mit diesem Tag, sogar die Leute vom neuen "Männerhändler" ShopAMan.

Der Valentinstag erinnert uns daran, dass es nicht ausreicht, hartgesotten zu sein, Karrieren anzustreben, sich auf das „Machbare“ zu konzentrieren. Mit der Liebe streben wir etwas an, das uns verwirrt – sozusagen die letzte Bastion, die wir nicht unserem freien Willen unterordnen können und wollen. Nachdem in unsrem Leben alle so schrecklich geordnet ist und so ermüdend sittsam zugeht, ist die Liebe eine der letzten Bastionen, unsere animalischen Triebe auszuleben.

Die Vernunft gebietet uns, die Liebe mit äußert kühlem Kopf zu sehen: Doch da feixt sich Mutter Natur eins. Sie mischt schnell einen kleinen Cocktail körpereigener Drogen, pumpt davon ins Hirn, was sie kann – und schon liegen wie mit jemandem im Bett, im Sand oder im Gras. Wir schreien unsere Seele aus dem Leib, weinen, leiden, darben, jauchzen, frohlocken und machen dabei den Eindruck, „irgendwie meschugge“ zu sein. Man sagt auch „verliebt“ dazu.

Was es mit „Saynt Valentyn” und der Liebe auf sich hatte? Die meisten Pfarrer schämen sich, es zu sagen: Der Tag ist durch und durch heidnisch geprägt. In der Dichtung ist der angebliche Heilige eine Art Mischung aus Sonnengott und Liebesgott, und seine Botschaft wird nicht von den Vögeln verkündet. Es ist die alte Botschaft von der Überwindung des Winters durch den Sonnengott, nur neu erzählt. Hier das Original:

Now welcom somer, with thy sonne softe, [1]
That hast this wintres weders over-shake,
And driven awey the longe nightes blake!

Saynt Valentyn, that art ful hy on-lofte;
Thus singen smale foules for thy sake --
Now welcom somer, with thy sonne softe,
That hast this wintres weders over-shake.


Hier eine nicht ganz wörtliche Nachdichtung:

Willkommen Sommer, lass dich loben,
Die Winterstürme wirst du wehren,
Die dunklen Nächte bald vertreiben.
St. Valentin, du thronst dort oben,
Die Vögel singen zu deinen Ehren,
Willkommen Sommer, lass dich loben,
Die Winterstürme wirst du bekehren.


Die Botschaft des Sonnengottes, durch die Vögel verkündet. Da ist sinnlich, romantisch und für alle Liebenden leicht verständlich. Manchmal denke ich: Ach, wenn wir doch einen Liebesgott hätten, der uns die Naturgewalt der Liebe heiligt ... oder eine Göttin.

Anmerkung [1]: Sonne softe – “liebliche Sonne”

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