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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Presseklamauk über angeblichen bayrischen „Sexskandal“

wo haben sie wohl gehockt?


Das neue Jahr beginnt, wie das alte endet: mit einem Presseklamauk um einen angeblichen Sexskandal. Man nehme: Ein Pärchen, das sich morgens durchaus verborgen in einer Kirche dem lästerlichen Vergnügen des Beischlafs hingibt, einige Gottesdienstbesucher, die den Rosenkranz beteten und sich dabei mit Recht gestört fühlten und einen Pfarrer, der die Sache nicht mit dem Mäntelchen der Liebe bedecken wollte, sondern sie an die große Glocke hängte.

Die Konsequenz: Der Herr Pfarrer erstattet Anzeige, der Mann, ein bayrischer Polizist, wird vom Polizeidienst suspendiert, die Freundin wird „ermittelt“ und verhört. Die „üblichen Verdächtigen“ der Presse haben sich inzwischen ihren Empörungs-Heiligenschein aufgesetzt und hat etwas, das sich genüsslich an bayrischen Stammtischen lesen lässt: „Pfui Deibi, Schweinereien in der Kirche“.

Immerhin berichtete die Süddeutsche Zeitung, das Pärchen sei „sichtlich geschockt“ gewesen – möglicherweise hatte es einfach nicht damit gerechnet, dass sich in katholischen Kirchen am frühen Morgen Menschen aufhalten.

Seither ist ein Polizist, der als Täter erkannt wurde, in heller Not: Vom Dienst vorübergehen suspendiert, erwartet ihn möglicherweise ein Strafverfahren mit ungewissem Ausgang, das durchaus weitere Folgen nach sich ziehen könnte – und auch seine Freundin, nach der inzwischen pflichtschuldigst polizeilich gefahndet wurde, könnte bei ungünstigem Ausgang des Verfahrens in den Knast wandern – wegen „Störung der Religionsausübung“.

Nicht in Not und offenbar frei von Selbstzweifeln hingegen ist der Pfarrer der Gemeinde, ein gewisser Nikolaus Maier. Er hatte die Anzeige erstattet und predigte am selben Abend laut Medienberichten sogar noch selbstherrlich „Es ist bedauerlich, dass jemand so jeden Haltes beraubt ist, dass er so etwas tun kann". Die Frage wird zu stellen sein, ob der Herr Pfarrer seinem Religionsstifter, dessen Ebenbild er ja wohl häufiger begegnet, nun noch in die Augen sehen kann. Jener nämlich hätte in einem solchen Fall möglicherweise gesagt: „Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“. Aber das ist offenbar im Christentum heute nicht mehr so wichtig.

Foto: © 2009 by Rensi via wikipedia

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