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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Anal ganz egal – oder heiß begehrt?

Sanft und mit Augenkontakt geht es besser


Neulich, im Bayrischen Fernsehen, relativ unvermittelt: „Reden wir über Analverkehr?“ Einer der Woidboyz fragte Lilo Wanders danach. Und die erklärte ganz kühl (und kompetent), warum manche Männer Analverkehr mögen und dass es dabei keinesfalls ausschließlich um schwule Männer ginge.

Fragen wir uns doch mal: Was ist dran am Mann, und wann mag er seine Rosette öffnen, um anale Lüste zu genießen? Was ist das Tolle daran, und warum mögen es manche Männer mehr als andere?

Anal mental: Neugierde und Abscheu

Männer haben, kultur- und zeitabhängig – eine wesentliche größere Freude daran, Frauen „anal“ zu beglücken als dieselbe Prozedur an Männern zu vollziehen. Man kann dies als mentales, soziales oder gesellschaftliches Problem ansehen, denn anatomisch ist es beim aktiven Analverkehr ziemlich gleich, ob der Mann eine Frau oder einen Mann beglückt. Analverkehr zwischen Mann (aktiv) und Frau (passiv) wird von den meisten Paaren zunächst nur als Experiment betrieben – und zumeist sind die Frauen meisten davon wenig begeistert, weil sie selten (wenn überhaupt) positiv-sinnliche Empfindungen dabei haben. Die Frau dient dabei - mental und physisch – als „Lustmodell“ oder „Vorverstärker“ männlicher Erregung, während sie den Analverkehr mehr oder weniger „ihm zur Freude“ zulässt.

Anal passiv für Hetero-Männer – alles läuft über die Frau

Recht ähnlich verhält es sich mit dem passiven Analverkehr: Heteromänner wünschen sich bei ersten Versuchen so gut wie immer die Verführung durch eine Frau, seltener durch ein Paar. Auch dabei dient die Frau als „Lustverstärker“, die zunächst für sexuelle Erregung sorgt, um sodann als „Mittel zum Zweck“ zu dienen und den Mann durch vorsichtige Stimulation durch Vibratoren und Dildos sowie reichlich Gleitcreme auf den Analverkehr vorzubereiten. Handelt es sich um eine Solo-Frau, so wird die Penetration zumeist mit einem Strap-On-Dildo vollzogen.

Körperliche Empfindungen zu Anfang

Sowohl Männer wie auch Frauen erinnern sich zumeist an anale Sensationen wie das Einführen von Zäpfchen oder eines Fieberthermometers in den Anus. In der Regel wird das Gefühl als „eigenartig“ beschreiben und liegt zwischen Abscheu und Wonne. Dabei entstehen beim Einführen etwas andere Gefühle als beim Herausziehen. Wer schon einmal das Glück oder das Pech hatte, einen Finger oder Dildo im Anus zu spüren, kann die Anfangsempfindungen zumeist nachvollziehen. Männern über 40 sollte diese Erfahrung inzwischen geläufig sein: Arztfinger oder Ultraschallsonde Sonde bohren sich bei der Prostatauntersuchung einige Zentimeter tief in den Enddarm. Beim Mann wird hier eine besonders empfindliche Stelle der männlichen Anatomie erreicht: die Prostata, die sich hinter der Darmwand befindet und dort sehr sensibel auf Berührungen reagiert. Diese Empfindungen chargieren von „stechend schmerzhaft“ über „unangenehm reizend“ bis „flächig irritierend“, wie beim starken Harndrang. Doch diese Reizungen können ebenfalls sinnlich sein, vor allem, wenn sie zu Anfang nur mit leichtem Druck ausgeübt werden und der betreffende Mann sich in einer erotischen attraktiveren Situation befindet als bei einem Arzt.

Mentale Empfindungen beim Analverkehr und Macht

Es gibt Männer, die sich anal nicht verwöhnen lassen wollen, sondern die Penetration als „endgültige Unterwerfung“ ansehen. Ihre Absicht ist, sich durch die empfundene „Erniedrigung“ in die sexuelle Abhängigkeit fügen. Wir befinde uns dabei im Grenzbereich zwischen reiner Wollust (Prostatastimulation), dem Rollenspiel (Rollentausch, anal „genommen“ werden) und der tatsächlichen Abhängigkeit, weil diese Praktiken nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen. Dies gilt auch dann, wenn (wie in den meisten Fällen) die Penetration durch eine Frau mithilfe eines Geräts (Strap-On-Dildo) vollzogen wird.

Sinnlichkeit und Gewöhnung beim Mann

In der Regel hat nur der „begünstigte Mann“ einen Vorteil von der analen Penetration. Die wahren Freuden wird er allerdings kaum sofort genießen können, denn zumeist sind Männer von mehreren Faktoren verwirrt:

1. Das erste Mal ist überwältigend, wird oft als schmerzhaft empfunden und ist daher zumeist wenig lustvoll, gleichwohl aber sehr erregend.
2. Als anregend, zugleich aber befremdlich gilt zunächst das reine Einführen und Herausziehen des Objekts, mit dem die Penetration vollzogen wird. Dabei unterscheidet sich das Hineingleiten gefühlsmäßig vom Hinausgleiten. Als lustvoller wird zumeist das Hinausziehen empfunden.
3. Dringt das Objekt bis zur Prostata vor, wird dies beim ersten Mal so gut wie nie als angenehm empfunden. Der männliche Körper muss sich erst an diesen heftigen, unmittelbaren Reiz gewöhnen.
4. Der Penis wird bei der Prozedur nicht zwangsläufig „steif“. Der Grad der sexuellen Erregung kann also nicht, wie sonst üblich, am Penis abgelesen werden.
5. Ob im Rollenspiel, oder als lustvolle Stimulation – manche Männer wollen das Gefühl immer wieder erleben, andere nie wieder. Ein bisschen „Suchtgefahr“ ist dabei, zumal bei unterwürfigen Männern.

Möglichkeiten und Grenzen für die Frau

1. Das erste Mal kostet oft Überwindung, weil der Analbereich als „schmutzig“ gilt oder der Analverkehr als „schwul“. Dennoch lohnt sich der Versuch, wenn der Mann Lust dazu hat. (Siehe Punkt 5)
2. Ob Finger, Dildo oder Plug: Vorsicht ist die Mutter der Rosette. Beginnen Sie mit Dildos von ungefähr einem Zentimeter Durchmesser, nicht mehr, und nehmen Sie viel Gleitcreme.
3. Soll die Prostata stimuliert werden, muss einseitig Druck auf die Darminnenwand ausgeübt werden. Der Finger muss also in „kille“-Stellung gebracht werden – beim Dildo empfehlen sich anatomisch sinnvolle P-Punkt-Modelle.
4. Frauen empfinden rein körperlich (biologisch oder mechanisch) so gut wie keine Lustgefühle bei der Prozedur – im Gegenteil. Insbesondere sogenannten Strap-on-Dildos billiger Bauart können stark drücken und dadurch Schmerzen verursachen. Die Behauptung, spezielle Konstruktionen würden dennoch Lustgefühle erzeugen, gilt überwiegend als Werbeargument der Hersteller.
5. Frauen können aber eine mentale Genugtuung daraus gewinnen, den Mann „nun in jeder Hinsicht“ zu beherrschen. Dadurch können Frauen ihre Männer eng an sich binden.

Hinweise für Paare

Experimente sind immer zweischneidig: Gelingen sie, ist ein weiteres tolles Erlebnis der Lust gewonnen, misslingen sie, kann tagelanger Frust (eventuell gar Verweigerung) die Folgen sein. Deshalb: Trippelschritte statt Riesenschritte beim Analverkehr – bei Frau und Mann. Beginnen sie immer sanft und benutzen Sie immer Hilfsmittel, vor allem genug Gleitmittel. Hilfe im Internet finden Sie zuverlässig bei Netdoktor. Beziehen Sie Ihre Informationen nicht aus pornografischen Filmen - aus reißerischen Gründen sind die Frauen darin immer nackt oder in federleichte Dessous gekleidet. Das ist nicht nötig, um die erwünschten Effekte zu erreichen.

Hier noch ein paar Tipps, die Ihnen den Einstieg erleichtern:

Sorgen Sie dafür, dass sie ungehindert kommunizieren können und seien Sie jederzeit darauf gefasst sein, die Sache abzubrechen. Quälender Schmerz ist nichts das Ziel, sondern extreme Lust.

Führen Sie zu Anfang alle Didos mit der Hand, nicht mit der Hüfte – Sie benötigen Sensibilität für das Einführen.

Falls Sie Hüftstöße (Strap-on-Didlo, Harness) erproben wollen – tun Sie dies nur mit gepolsterten, gut passenden Exemplaren, die natürlich etwas teurer sind. Falls Sie etwas anderes lesen (es gibt dazu anderslautende Tipps im Internet) bedenken Sie, dass sie bei der Penetration eines Mannes möglicherweise viel Kraft aus der Hüfte anwenden müssen. Dies gilt zumal dann, wenn Sie oder der Mann unerfahren sind. Teilweise werden abenteuerliche Tipps aus kommerziellem Interesse gegeben, deshalb hier der Rat: Ein dünner, glatter, vielleicht leicht gebogener und oben etwas verdickter Dildo (Eichelform), handgeführt, reicht für den Einstieg in die Welt analer Lüste. Wie sagte dich einst ein Heimwerker-Berater: Die Anschaffung teurer Hobbygeräte hat oft nichts mit der sinnvollen Verwendung derselben zu tun.

Hinweis: Der Artikel ist eine Zusammenfassung verschiedener öffentlich zugänglicher Informationsquellen - dennoch sollten Sie sehr vorsichtig bei eigenen Versuchen sein und gegebenenfalls einen Arzt befragen.

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