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Die Moral und der Wanderprediger

Wenn es eine religiöse Wahrheit gibt, dann muss sie der geschichtlichen Wahrheit entsprechen. Fragen wir uns, wer dieser Jesus war, dann bekommen wie viel Antworten: die aus den Evangelien und diejenige, die die Botschafter seines Tuns überliefert haben. Und wir bekommen die Interpretationen, die uns Päpste, Bischöfe, Pfarrer und nicht zuletzt schreibende Theologen gaben.

Die Motive des Wanderpredigers?

Doch kaum jemand sieht den Wanderprediger, der mit großem Gefolge durch das besetzte Palästina zog, um dem Zeitgenossen ihre ursprüngliche Religion zu zeigen, so, wie er sie verstand. Die römische Herrschaft hatte das Leben verändert, und man kann sagen, dass es dadurch eine gewisse moralische Entwertung gab.

Dem Wanderprediger missfiel dies, und er nutzte starke Worte, die ihn zum Rebellen machten. Die etablierten Theologen seiner Zeit versuchten, seine Lehrgespräche bewusst falsch zu interpretieren. Und - so weit wir es aus einer Schilderung wissen, versprach er den Geächteten das Himmelreich, nicht den frommen Heuchlern (1).

Die Zöllner und Huren mögen wohl eher ins Himmelreich kommen denn ihr. Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm.


Konservativen Theologen der damaligen Zeit gefielen solche Sätze nicht. Ausgerechnet die Zöllner und Huren, die geächteten, die Buhler mit der Besatzungsmacht, sollten diejenigen sein, denen das Himmelreich versprochen wurde?

Ich las gerade einen Artikel, in dem ein Theologe behauptete:

Während die Aufklärung einen moralischen Jesus ohne Gottheit propagierte, verkünden postmoderne „Theologen“ einen Jesus ohne Moral, beziehungsweise eine Moral ohne Jesus.


Welch große Worte! Die Moral stammt nicht von Jesus - nicht einmal er wäre (nach den Quellen) so vermessen gewesen, sie für sich zu beanspruchen.

Was also treibt heutige konservative Theologen an, den „Neuerern“ nunmehr einen „Jesus ohne Moral“ oder eine „Moral ohne Jesus“ vorzuwerfen?

Biblische Begründungen für Liebe und Sexualität?

Es gibt keine Moral ohne die Rückendeckung der Menschen, die jeden Tag entscheiden müssen, was gut und was böse ist. Und was die Liebe, die Sexualität und die Partnerschaft angeht, muss man nicht „nach biblischen Begründungen“ suchen, weil nichts davon biblisch begründet ist.

Warum dieser Artikel?

Ich schreibe dies, weil ich der Überzeugung bin, dass es bei Moraldiskussionen innerhalb des Katholizismus nicht allein um das "Religiöse" geht, sondern auch um die historische Wahrheit.

(1) Matthäus-Evengelium.
(2) Zitat aus: Tagespost vom 30.12.2020.

Zufall bei der Partnersuche?

Du findest ihn/sie nicht per Zufall, sondern ...
Ich höre oft, dass die Suche nach dem Partner dann Erfolg hat, sobald wir nicht mehr suchen. Diesen etwas verwirrenden Satz haben viele von uns schon von scheinbare „lebensklugen“ alten Tanten gehört.

Doch was ist eigentlich ein „Zufall“?

Ich zitiere an dieser Stelle mein historisches Lieblingslexikon:

Im gewöhnlichen Leben alles, was uns nicht als … beabsichtigt erscheint, oder für dessen Eintreten wir einen Grund nicht nachweisen können….

Dieser Satz klingt etwas angejahrt, gilt aber auch heute noch. Wir erkennen, dass etwas grundlos eintritt, und wir könnten uns nun fragen, wovon es abhängig ist, ob wir „grundlos“ Erfolg bei der Partnersuche haben.

Ich zitiere nochmals das verwendete alte Lexikon:

Wenn wir uns auf den Zufall als etwas Gestaltendes … berufen, so gestehen wir damit eigentlich nur unsre Unwissenheit in Betreff des Zusammenhanges des Geschehens und der Gründe desselben ein.

Reden wir Klartext

Kommen wir mal zu des Pudels Kern: Sobald wir der Welt offen gegenübertreten, öffnen wir uns auch für Zufälle – das heißt, nicht alles läuft „wie geplant“. Wir erfahren, dass unser Hotel überbucht ist, dass der Flieger nicht pünktlich geht, oder auch nur, dass die Witterung eine Weiterfahrt verhindert. Merkt ihr etwas? Das alle geschieht mit uns nur, wenn wir irgendwie „unterwegs“ sind – körperlich, geistig oder emotional. Klingt negativ? Ist es aber nicht, denn die „Zufälle“ kommen nicht als „positiv“ oder „negativ“ zu uns, sondern als Ereignisse. Und die positiven „Zufälle“ finden auf keinen Fall den Weg zu uns, wenn wir uns verschließen. Nur, wenn wir Mut und Zuversicht haben und aus unseren Schneckenhäusern herauskriechen, können wir „positive Zufälle“ erleben.

Und eigentlich sind dies gar keine „positiven Zufälle“, sondern einfach Ereignisse, die wir als positiv wahrnehmen.

Ich hoffe, euch nützt diese Sichtweise bei der Partnersuche.

Zitate: (Meyers, Vierte Auflage, 1885-1892)

Findelsatire über „Sexting“

Damals noch im TV, heute auf dem Handy-Bildschirm
Der folgende Text wurde einer Original-Quelle entnommen dann aber so weit verfremdet, dass der Ursprung nicht mehr erkennbar ist. Wer sich wundert: Es handelt sich um einen Text für frustrierte männliche Dummbacken, die auf ein angebliches „Sexting-Portal“ gelockt werden sollen.

Hallo, findet ihr nicht auch, dass 2020 eine harte Zeit für euch war? Und ihr habt keine Freundin gehabt, wegen dieser Pandemie?

Hey, im Jahr 2021 werdet ihr etwas erleben, was noch nie da war: Der brandneue Lebensstil für 2021 heißt: Sexting.

Du wartest noch? Du weißt nicht, wie man mit jemandem „Sexting“ macht? Dann verspielst du deine Zukunft! Also probiere es jetzt aus! Wenn du es tust, wirst du jetzt schon eine gute Zeit haben, und wenn es 2021 drauf ankommt, stehst du ganz vorne bei den Kennern!

Die Zukunft gehört dir, wenn du jetzt eine Frau für Sexting auswählst. Sie sind schon alle ganz begierig darauf, denn der einzige Grund, warum sie auf unsere Webseite kommen, ist der, dass sie absolut geil sind. Sie wollen nichts als „sexting“ und sie wollen es jederzeit.


Heißes Liebesgeflüster gegen Bares - damals im TV

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie viele junge Männer darauf hereinfallen. Aber es muss sich irgendwie immer noch lohnen, solche Portale zu betreiben. Und der Grund, warum die Damen auf die Webseite kommen, ist - wie überall - dass sie damit Geld verdienen wollen.

Bilder: "Sexting" im TV Anno 2001, im Original mit eingeblendeten Telefonnummern.

Was unterscheidet eigentlich Frauen wirklich von Männern?

Dieser Artikel ist nicht streng wissenschaftlich fundiert. Die Zitate der Wissenschaftler stammen aus dem Jahr 2003, was euch - je nach Gendurstdatum - nah oder weit entfernt vorkommen mag. Heute würde man bereits manches anders sehen ...
Wie Mann und Frau sich unterscheiden - und wie eher nicht

Das meiste, was wir für „typisch männlich“ oder auch „typisch weibliche“ Eigenschaften halten, sind Zuweisungen. Traditionell weisen dabei Gruppen eines Geschlechts dem anderen Geschlecht bestimmte Eigenschaften zu. Frauen sa-gen „Männer sind so“ und Männern wird gesagt „Wer so ist, der ist ein (richtiger) Mann.“ Umgekehrt verhält sich das genauso.

Wissenschaftler nehmen überwiegend vier Aspekte der Sexualität auf, um sie zu untersuchen. Die Frage lautet: Werden die darin enthaltenen Vorurteile bestätigt oder nicht?

1. Männer zeigen ein viel ausgeprägteres sexuelles Verlangen als Frauen.
2. Männer bevorzugen erregende, oberflächliche Beziehungen - Frauen hinge-gen wünschen sich tiefgehende, romantische Beziehungen.
3. Männer sind wesentlich aggressiver als Frauen, wenn es um die Durchsetzung ihrer sexuellen Ziele geht.
4. Die Sexualität der Frauen ist formbarer und flexibler als die der Männer.

Obgleich viele von euch, gleich ob Frau oder Mann, dem zustimmen würden, ist es doch eher eine Sammlung von Urteilen und Vorurteilen aus dem „Mainstream“. Gleichwohl gibt es durchaus Argumente aus Natur- und Geisteswissenschaften, die dies belegen sollen.

Das ausgeprägte Verlangen des Mannes

Das „ausgeprägte“ sexuelle Verlangen des Manns ist naturgegeben - es ist aber ein Element, mit der die meisten Männer umgehen können. Das heißt, Männer sind nicht immer und überall ausschließlich auf sexuelle vergnügen aus. Fragen wir uns, wie ausgeprägt das sexuelle verlangen von Frauen ist, so finden wir zwei Antworten. Die eine ist, dass moderne Frauen ihre „Liebesbereitschaft“ (Geilheit) innerhalb kürzester Zeit erzeugen können, die andere wäre, dass sie abhängig vom Zyklus ist. Die dritte Variante „Frauen haben im Grund keinerlei sexuelles Verlangen“ wurde noch im 19. Jahrhundert behauptet – heute sagt das niemand mehr. Wie auch immer: Ist das Verlangen da, bestehen viele Frauen darauf, dass es auch gestillt wird. Zum Vergleich: Hätte eine Frau vor 100 Jahren gesagt, sie sein „notgeil“, so hätte man sie geächtet oder sie möglicherweise psychiatrisch behandelt.

Suchen Männer „oberflächliche“ Beziehungen?

Als bloße Behauptung mag gelten, dass Männer oberflächliche Beziehungen suchen. Außerordentlich viele Männer beklagen sich heute bereits, dass „moderne“ Frauen keine dauerhaften Beziehungen eingehen wollen oder Kriterien dafür anlegen, die nur schwer erfüllbar sind. Auch wenn einzelne Wissenschaftler darüber anderer Meinung sind, zum Beispiel hier (Zitat):

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sexualität von Frauen in engem Zusammenhang mit einer engen Beziehung steht. Für Frauen ist das wichtigste Ziel des Sex Intimität, der beste Kontext für lustvollen Sex ist eine engagierte Beziehung. Dies gilt nicht für Männer.
Obgleich auch diese Behauptung aus der Forschung plausibel erscheint, würden sie heutige Männer nicht mehr vollumfänglich bestätigen, und wir hörten auch schon von mancher Frau, dass sie die notwendige „Intimität“ fallweise erzeugen kann. Zudem erschient mir eine weitere Behauptung als „aus der Luft gegriffen“ (erneutes Zitat):

Es (ist) eher wahrscheinlich, dass die sexuellen Fantasien von Frauen als die von Männern einen vertrauten Partner einbeziehen und Zuneigung und Engagement einschließen. Im Gegensatz dazu sind Männerfantasien eher an Frem-den, anonymen Partnern oder Mehrfachpartnern beteiligt ...“

Um es klar zu sagen: Es besteht zweifellos ein Unterschied zwischen Frauenfantasien und Männerfantasien, aber gleichwohl treffen sie sich in vielen Aspekten, wenn man Abenteuer oder ungewöhnliche Praktiken betrachtet. "Was unterscheidet eigentlich Frauen wirklich von Männern?" vollständig lesen

Kein Partner / keine Partnerin?

Wen nimmt sie, wer bekommt sie?
Kein Partner / keine Partnerin? Kein Aktionismus, sondern Nachdenken hilft ...

Wenn du deinen Misserfolg bei der Partnersuche auf die „Umstände“ schiebst, dann kommst du nicht weiter.

Nun sagen viele (meist recht unkluge) Berater(innen), du solltest sie auch nicht als dein eigenes Versagen ansehen.

Fragt sich doch, als was du es dann ansehen solltest, nicht wahr?

Wie du JETZT vorgehen kannst

Zunächst: höre auf keinen Menschen. Jeder wird einen Rat für dich haben, aber keiner hilft dir wirklich weiter.

Dann: Mach die Umstände nicht verantwortlich. Umstände ändern sich nicht. Du musst mit ihnen leben.

Schließlich: Geh nach einiger Zeit wieder an die Sache heran. Partnersuche ist eine Beschäftigung, die sehr viele Facetten hat.

Problem: Solange du alles so wiederholst, wie du es schon einmal gemacht (und verpatzt) hast, ist der Misserfolg wahrscheinlich.
Wen nimmt er, wer bekommt ihn?

Die Lösungen deines Problems

Lösung: Es gibt nur drei Lösungen, und sie sind einfach

Erstens: Du hast es zwar getan, aber du warst nicht konsequent (oder entscheidungssicher) genug.

Das heißt: Tu das, was du schon einmal getan hast, nur wesentlich konsequenter.

Zweitens: Geh einen ganz anderen Weg. Sprich andere Leute an, oder gehe auf andere Medien zu. Oder nutze die Medien auf völlig neuer Art.

Drittens: Erweitere deinen Horizont in alle Richtungen. Überlege, ob du an deinem Ort bleiben musst oder ob du dein bisheriges Leben radikal verändern kannst. Wenn ja, dann tu es.

Du bist verantwortlich dafür – aber nicht „schuld daran“. Du hast also weder die Schuld noch musst du dich schämen.

Fang in den nächsten Tagen an, dir deinen Plan für 2021 zu erstellen.