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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Die Woche: Probleme und Lösungen nebst Gefühlen und Fluchten bei der Liebe

Vielleicht ist euch etwas aufgefallen: Ich kritisiere nicht nur den Blödsinn, der im Internet über die Partnersuche verbreitet wird, sondern ich halte dagegen. Ich arbeite nun inzwischen seit mehreren Jahrzehnten mit der Theorie (und Praxis) der Problemlösungen. Wenn ich sie auf einen Satz reduzieren soll, denn sieht er so aus: Wer Probleme hat, hat sich zuvor die falschen Fragen gestellt. Und wer sich ständig die gleichen, sinnlosen Fragen stellt, neigt dazu, seine Probleme zu „füttern“ oder gar zu verschärfen, statt sie zu lösen.

Das ist ein alter Hut, nicht wahr? Aber wie sollte es eigentlich sonst sein?

Kennst du eigentlich deine Gefühle? Und wie viel davon kannst du schenken?

Ein Thema, das mich sehr bewegt, sind bekanntlich die Gefühle. Wer etwas über meine Arbeit wissen will: Gründlich, logisch und mit der Akribie eines Programmentwicklers. Mit einfachen Sätzen. Aber fundiertem Hintergrund. Diesmal bin ich eher in den Bereich des Naheliegenden vorgestoßen. Wenn Gefühle angeblich so eine bedeutende Rolle im Alltag spielen, warum halten Frauen und Männer dann ihre Gefühle zurück, sobald sei ein „Date“ haben? Die Frage mag man noch mit „Zurückhaltung“ beantworten. Doch wer tiefer gräbt, findet oft, dass diese Singles nicht einmal wissen, welche Gefühle sie schenken wollen und können.

Kleine Fluchten durch "Kinks" und andere lustvolle Abweichungen

Den Liebhabern der besonderen Lüste ist einen Artikel gewidmet, der sich mit Scham und Lust beschäftigt. Die Grundaussage: Die Flucht vor dem Alltag ist ein Stück Freiheit. Das mag verkrampft klingen, aber die süßen oder schmerzhaften „kleinen Fluchten“ sind immer noch besser, als sich dauerhaft unfrei zu fühlen.

Kann eine Laienspielerin eine Domina darstellen?

Vermutliche hat den Damen Dominä nicht gefallen, was bei uns über den Unterschied zwischen einer „ganz gewöhnlichen Ehefrau“, die als Laienspielerin agiert und einer rollenbewussten Domina stand. Denn die professionellen Damen bauen ja eine Hülle aus plakativen Pseudo-Emotionen auf, den Kunden anlocken soll. In Wahrheit spielen sie bestimmte Rollen, die sie wenigstens vorübergehend perfekt beherrschen. Klar hören sie das nicht gerne – ist schlecht fürs Geschäft.

Der Illusion und die Realität, "übers Knie" gelegt zu werden

Bleiben wir noch einen Moment bei den Illusionen – das wäre die strenge, aber bildschöne junge Frau mit kurzem Rock und entsprechend freigelegten Oberschenkeln. Auf Fotos wartet sie darauf, die Männer „übers Knie zu legen“ – das wirkt, wie es scheint, sehr überzeugend. Die Realitäten sind – nun ja, sehr unterschiedlich.

Persönliche Worte - impfen lassen und andere überzeugen, sich impfen zu lassen

Die Zeiten, liebe Freundinnen und Freunde, werden jeden Tag härter - leider auch für Geimpfte. Dennoch ist die Impfung der beste Schutz vor Infektionen. Es tut mir ja leid für alle, die nicht zeitgerecht gehandelt und sich auf eine schöne Beziehung eingelassen haben, die wenigstens den „Winter überdauert – möglichst natürlich mehr. Und an dieser Stelle muss ich mal heftig werden: Statt euch dauernd Argumente einfallen zu lassen, warum ihr „keinen Partner“ findet – wie wäre es, sich einmal zu überlegen, wie einsam ihr – nicht nur in Krisen – sein werdet, wenn ihr keinen Partner habt.

Und: Wer noch nicht geimpft ist, solle sich beeilen. Die Saison (März bis Mai) für „Sinnliches Begehren“ ist nicht mehr allzu fern. Also: nehmt jede Gelegenheit wahr, und überzeugt eure Freundinnen und Freunde, die immer noch einschlägigen Gegner auf „Twitter“ folgen. Und ja, ich meine das ernst.

Und trotz alledem: Das Wochenende kann toll werden. Unternimm etwas mit deiner Liebsten oder deinem Liebsten, wenn du magst - und bleibt dabei schön gesund.

Wie möchtest du dich gerne fühlen?

Ohne Gefühle zum Date - keine Gefühle beim Date?
Liebe ist kein Wunschkonzert – und doch haben wir zahllose Wünsche an unsere kommenden oder bestehenden Partner(innen).

Ich habe inzwischen recht viele Fragen gehört, die bei sogenannten „Dates“ angeblich eine Rolle spielen – zum Beispiel, ob jemand in Stadt oder Land wohnen möchte. Oder ob jemand beispielsweise konservative oder liberale Einstellungen zu Geschlechterrollen hat. Und dann und wann frage ich mich: haben sich diese Leute jemals Gedanken darüber gemacht, welche Gefühle sie selber haben? Und wissen sie, wovon sie so reichlich haben, dass sie anderen ständig schöne Gefühle schenken können? Oder wissen sie wenigstes, welche Gefühle ihnen der andere / die andere schenken sollte?

Jeder kommt mit Gepäck zum "Date"


Machen wir uns nichts vor: Jeder der auf ein Date geht, kommt mit Gepäck. Ein Teil davon besteht in der Erfüllung seiner Gefühle – doch davon ist kaum die Rede. Da wird zum Beispiel der „starke Arm“ eines „richtigen Mannes“ gesucht. Und nun wäre wirklich die Frage, was sich eine Frau vorstellt, die einen „richtigen Kerl“ sucht. Will sie sich unterwerfen? Will sie sich führen lassen? Will sie bestimmte sexuelle Wünsche erfüllt bekommen?

Was willst du eigentlich mit jemandem fühlen?

Es betrifft dich wie jede andere Frau und jeden anderen Mann. Was will sie mit ihm fühlen? Sind es einige unerfüllte Sehnsüchte, die sich nach ein paar Verabredungen erfüllt haben? Oder ist es das Gefühl dauerhafter Vertrautheit? Ist es der Körper mit seiner Sanftheit und seiner Stärke? Die Psyche, die aufgewertet werden soll? Oder nur der Status? Was verspricht sich jemand davon, alte Gefühle zu teilen und neue Gefühle hinzuzugewinnen?

Die List der Emotionen

Neulich fand ich, wenngleich in einem anderen Zusammenhang, einen Vorschlag: Die Emotionen aufzuschreiben, die man bevorzugt, und sie ein wenig zu sortieren: Welche benötige ich dringend? Welche kann ich mir selber verschaffen und für welche Gefühle brauche ich einen Partner /eine Partnerin? Du wirst mit dieser Liste mit Sicherheit feststellen, woran es dir mangelt.

Zu Dates gehören Gespräche über das Fühlen

Viele Menschen beklagen sich, dass sie keine „auslösenden Gefühle“ bekamen, als sie jemanden zum ersten Mal getroffen haben. Doch wie war eigentlich das „Gefühlsprofil“ dieser Frauen und Männer? Hatten sie überhaupt eines? Und wenn nicht, worauf hätten sie sich verlassen, um zusammenzukommen? Auf die Natur, die beide schon irgendwie zusammenbringen würde? Auf das Geschwätz über Familienmenschen, Familiensinn und Familienplanung? Auf Themen, die nicht einmal im Ansatz mit Gefühlen zu tun haben?

Ich bin mir nicht sicher, ob ein junger Mensch weiß, welche Gefühle er gerne schenken würde und welche er sich von anderen wünscht. Aber ein „gestandener“ Mann oder eine Frau, die „mitten im Leben steht“, sollte es wissen. Und – es ist keinesfalls ein Tabubruch, sie zu erwähnen.

Oder was meint ihr?

Bild: Aus einer Anzeige - farbige Werbung für ein Gesundheitsprodukt - ca. 1920

Die restlos enttäuschte Frau und die Beziehung

Wie du aussiehst, wer du bist ... und was du willst ...
Was denkt eine Frau, die „nicht gewollt wird“?

Die Antwort ist einfach: Sie denkt darüber nach, warum sie abgelehnt wird. Das ist zunächst positiv, doch wohin führen diese Gedanken?

Nachdem die Frage nach dem Körpergewicht abgehakt ist („es ist nicht immer eine Frage der Diät“), folgt schnell die gefundene pauschale Begründung: Ich habe das „Es“ einfach nicht.

Fragt mich bitte gar nicht erst, was das „Es“ ist. Ich vermute, es ist nicht mehr als ein Trugbild, das aus Frauenzeitschriften stammt.

Ich habe aus dem verlinkten Artikel einige Fragen entnommen, die ich hier so beantworten will:

„Wie kannst du verhindern, dass dir so etwas passiert?“

Wenn du keine Frau bist, kann es ebenso für dich zutreffen. Also ist es auch für Männer lohnend, hier weiterzulesen.

1. Wie kann ich dafür sorgen, dass man mich mag?

Die erste Frage, die sich viele Personen mit Schwierigkeiten stellen, scheint zunächst „plausibel“ zu sein. „Wie kann ich bewirken, dass mich jemand mag?“

Diese Frage ist heikel, weil die voraussichtlich niemand eine zutreffende Antwort geben wird. Jeder, der gefragt wird, geht von sich selbst aus. Falls du dich fragst, stelle ich dir eine Gegenfrage:

Welche liebenswerten Eigenschaften besitzt du im Moment? In der Ökonomie sagt man auch: „Nenne doch mal deine Alleinstellungsmerkmale.“ Das sind die Eigenschaften, die nur DU in dieser Kombination anbieten kannst.

2. Der Körper als Köder – nur gut für einen ONS

Die nächste Frage betrifft deutlich häufiger Frauen als Männer: „Was muss ich mit meinem Körper tun, damit ich attraktiv werde?“ Bei Männern wird sie sich schnell erschöpfen: Abnehmen nur bei extrem Übergewicht, Sport treiben nur bei deutlich unsportlicher Erscheinung, etwas vorteilhafter kleiden. Bei Frauen kommen etliche Versuche dazu, mit den Eigenschaften des Körpers zu experimentieren, sich verschiedene Rollen zu zulegen und Haut und Haar zu verändern. Im Endeffekt kommt wenig dabei heraus. Frauen reden selten darüber – aber das „enorme Aufmachen“ und das Spiel mit verschiedenen Rollen führt eher dazu, einen ONS zu haben als eine Beziehung. Das liegt eindeutig an der Oberflächlichkeit – Männer, sie auf Sex aus sind, haben Traumbilder. Und wenn du denen entsprichst, dann werden sie versuchen, dich zu vögeln. Wenn ein Mann „nicht gewollt“ wird, wird er sich dennoch kaum Gedanken darüber machen, wie er „sich verändern“ kann.

Frage dich, warum du dir Frage stellst: „Was muss ich mit meinem Körper tun, damit ich attraktiv werde?“ Denn die Wahrscheinlichkeit, dass etwas mit deinem Körper „nicht stimmt“, ist bei „ganz normalen“ Menschen gering. Das heißt: Dein Körper stimmt, etwas anderes stimmt eher nicht. Deine Aufgabe: Finde heraus, was bei dir „stimmt“. Wenn du das herausgefunden hast, kannst du dich in extremen Fällen fragen: „Was ist mit mir nicht in Ordnung“?

3. Enttäuschung und falscher Schluss: Es liegt an den anderen

Eine weitere Frage beruht bereits auf Enttäuschungen:

"Warum kann ich keine normale Beziehung eingehen?" Oder „Warum will mit mir niemand eine normale Beziehung eingehen?“ Und wie bei so vielen allen Enttäuschungen, glauben die Menschen, es läge nicht an ihnen, sondern an den anderen. Das liest sich dann als Zitat so:

Männer scheinen im Allgemeinen nicht zu einer Beziehung beitragen zu wollen und scheinen damit einverstanden zu sein, Frauen zu verletzen, wenn es ihnen nützt.

In diesem Fall wäre es wirklich gut, nun die Ursachen zu finden, die nicht bei den „anderen“ liegen, sondern bei dir. Denn so viel ist sicher: Nur, wenn du die Verantwortung für dein Tun und Unterlassen übernimmst, kannst du etwas verändern.

4. Wut und Verzweiflung

In der nächsten Stufe wirst du sauer auf die anderen. Du entwickelst eine Wut auf Frauen oder Männer: Warum ignorieren sie mich, warum nutzen sie mich aus? Aber in Wahrheit fragst du gar nicht: Warum tun sie es? In Wahrheit fragst du dich: „Warum passiert alle dies dauernd MIR?“ Sobald du die Frage so stellst, gibt es vielleicht langfristig eine Lösung. Und bevor du je nach dem „Warum“ fragst, wäre es schön, wenn du sagen könntest, wann, wo und in welchen Situationen hast du deine Eindrücke gewonnen?

Ab diesem Zeitpunkt wäre es auch gut, an Hilfe von außen zu denken.

5. Selbstaufgabe

Die schreckliche nächste Konsequenz wäre die Selbstaufgabe. Dazu wieder rein Zitat:

Irgendwann geben die meisten auf und versuchen gar nicht mehr, eine Beziehung aufzubauen.

Wer diese Menschen schon einmal erlebt hat, weiß, dass sie Gruppen bilden, um sich gegenseitig Gründe dafür zu geben, keine Beziehungen mehr zu wollen. Das tun Männer ebenso wie Frauen. Manche rettet das vor der endgültigen Selbstaufgabe, andere werden dadurch ideologisiert und hassen das jeweils andere Geschlecht. Dann ist es auch oft zu spät, die Kernfrage zu stellen:

„Was willst du aus einer Beziehung gewinnen, und was würdest du dafür aufgeben?“

Was das alles (für dich?) bedeutet

Aus der Schilderung ist zu erkennen, wie eine „negative kybernetische Spirale“ entsteht. Die Situation wird von Maßnahme zu Maßnahme hoffnungsloser, weil die jeweilige Rückkoppelung in einen „Teufelskreis“ führt, dessen Ende oft zu einer inneren wie auch äußeren Verzweiflung führt. Es wäre zu einfach zu sagen, man müsse nun „nur“ dafür sorgen, dass dieses System eine „positive Rückkoppelung“ bekommt.

Ein Wechsel der Fragestellung hilft bereits

Das „Positive“ entsteht nicht, wenn „mehr vom Gleichen“ versucht wird, während schon klar ist, dass dieses „Mehr“ zu noch größerem Frust führt. In diesem Fall muss „etwas anderes“ versucht werden - zum Beispiel eine völlig andere Fragestellung.

Dabei wird viel Licht auf das Ziel fallen: „Eine Beziehung“ ist etwas, das gestaltet werden will – der Begriff muss also mit Inhalten gefüllt werden. Schon die Frage: „Wer will ich in einer Beziehung sein und was will ich darin bewirken?“, kann völlig überraschende Antworten ergeben.

Eine Lösung ist dies nicht, aber ein Ansatz zum Nachdenken in jedem Fall.

In diesem Artikel werden Zitate von Ossiana Tepfenhart verwendet und widerlegt, die sich bei "Medium" nachlesen lassen. Grafik: Archiv von liebesverlag.de

Und dann wirst du übers Knie gelegt …

Die 1960er - als der Po sichtbar wurde ...
Was manchem wie eine Drohung vorkommt, weil er oder sie dies als quälende Erfahrung der Jugend schmerzhaft durchlitten hat, lockt andere Erwachsen an wie der Honig den Bären.

„Du wirst jetzt übers Knie gelegt …“ - was bedeutete es für die Menschen, die davon erregt werden?

Die visuelle Erregung von "OTK"

Überall ähnliche Darstellungen, mal mit, mal ohne Haarbürste

Zunächst einmal: Klar ist, dass viele erwachsene Männer und Frauen davon träumen. Ob es in den USA und dem Vereinigten Königreich mehr sind als in Deutschland, ist schwer abzuschätzen. Das Einzige, woran wir es messen könnten, wäre die Flut „einschlägiger“ Bildern. Sie zeigen Frauen, die ganz offensichtlich bereit sind, Männer übers Knie zu legen. Dazu haben sie einen betont kurzen Rock angelegt, sich dann gesetzt, den Rock noch etwas weiter hochgeschoben, um die Oberschenkel bis an die Grenzen der „Züchtigkeit“ zu präsentieren und – gewinnend zu lächeln. Die Sessel, Stühle, Sofas und Bettkanten sind nicht immer ideal für eine tatsächliche schmerzlich-lustvolle Lektion, aber es kommt auf die Optik an – die Präsentation der Oberschenkel spielt offenbar die entscheidende Rolle. Dann und wann gibt ihnen der Fotograf die Anweisung, die Schlaghand zu erheben, was aber nicht unbedingt nötig ist. Der Gourmet sieht auf die Beine und erträumt sich dort seinen Platz. In manchen Fällen werden den Fotomodellen noch passende wie auch unpassende Gegenstände in die Hand oder ins Bett gegeben. Lustvolle Herren in englischsprachigen Ländern scheinen die Haarbürste (Holz, Verwendung der Rückseite) auf dem nackten Po zu bevorzugen, während kontinentale Kunden offenbar lieber längere Zeit mit der Hand geschlagen werden wollen.

Illusionen aus Bildern – wie aber sind die Realitäten?

Die hübsche Illusion wird gelegentlich getrübt: Die Belastbarkeit zarter Oberschenkel steht oft in einem gewissen Widerspruch zum Gewicht der (meist männlichen) Partner. Wie auch immer – der oder die zu schlagende Person blickt nach unten, seine oder ihre Genitalien drücken sich auf die Oberschenkel oder das Kleid, und der Po ragt heraus. Es ist nicht die beste Position für denjenigen, der die lustvolle Strafe ausführen soll, weil die Kraft weitgehend aus dem Unterarm gewonnen werden muss. Da es sich weitgehend um Handschläge handelt, beginnt die Hand der/des Schlagenden zumeist nach wenigen Schlägen heftig zu schmerzen. Das ist der Grund, warum der „heftige Teil“ mit einem Instrument ausgetragen wird. Zum Beispiel mit der Haarbürste, aber durchaus auch mit den bekannten kurzen Schlegeln aus dem Erotik-Shop. Im Notfall eignen sich auch die Pantoffeln oder die beliebten Pfannenwender.

Der eigenartige, intime Umgang

Diese Art des Umgangs miteinander wird als ausgesprochen „intim“ empfunden. Woran das liegen mag, darüber sind sich die Autoren allerdings nicht einig. Für viele mag überraschen sein, dass es häufig Männer sind, die sich gerade nach dieser, etwas infantil wirkenden Lust sehnen. Auf Deutsch sagt man ja nicht nur „übers Knie legen“, sondern auch noch „einen Popovoll“ bekommen. Eine Therapeutin glaubt zu wissen, dass es keiner Jugenderinnerung bedarf, um den Wunsch nach einer sanften, erotischen Züchtigung zu verspüren. Sie meint, die Natur unsere Gefühle riefe nach deinem Ausgleich, denn wenn sie …

Quer auf dem Schoß der schlagenden Person liegen, dann geben sie für kurze Zeit die Kontrolle ab, machen einen kleinen Urlaub vom Alltagsstress und der Verantwortung (…) und tief in ihren geheimen erotischen Vorstellungen, sehnen sich viele Leistungsträger danach, sich hinzugeben, für ihre Mängel geschlagen zu werden – ganz zu schweigen von ihren Sünden.

Im Mittelpunkt lustvoller Aufmerksamkeit stehen ...

Eine Vermutung kommt hinzu: Wer sinnlich, liebevoll und erotisierend geschlagen wird, genießt das seltene Vergnügen, über länger Zeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Natürlich könnte es auch die Lust sein, der anderen Person hilflos ausgeliefert zu sein. Und sicher wäre es auch möglich, dass es die Durchblutung der Genitalien ist, die bei jedem Schlag aufs Neue angeregt wird. Schließlich hätte ich noch den „Rausch der Gefühle anzubieten, der sowohl vom Schmerz als auch von der Lust erzeugt und verstärkt wird.

Ich bin gespannt, was ihr dazu sagen habt, wenn ihr etwas sagen möchtet … und wenn nicht, dann wünsche ich wenigstens viel Vergnügen beim Lesen.

Titelbild: Eine typische Darstellung der 1960er Jahre. Mitte: Einige Beispiele von Frauen, die sich in OTK-Posen fotografieren ließen, im Original farbig. Zitat: Susan Block, Ph.D., a.k.a. “Dr. Suzy" in Counterpuch org, Die Psychologie des Spankings. Die Original-Quellen der Bilder sind unbekannt.

Was unterscheidet eine Domina von dir?

Die Faszination der Domina - in dieser historischen Zeichnung besser zu erkennen als in jedem Foto
Um es gleich vorwegzusagen: Dieser Artikel wendet sich an liebende Paare, sie ist also keine „Anleitung zur Ausübung“, sondern ein Vorschlag, wie das Liebesleben durch Dominanz bereichert werden kann. Die „harten Methoden“ werden dabei zunächst ausgeblendet, weil sie Risiken beinhalten, die du möglicherweise nicht abschätzen kannst. Nimm dir also keine Pornografie als Vorbild, sondern vertraue auf deine eigenen Möglichkeiten und Grenzen.

Hast du schon einmal darüber fantasiert, als Domina vor deinem (oder deiner) Geliebten zu stehen? Oder vermutest du, dass er/sie dich gerne in einer solchen Rolle sehen würde? Dann ist es Zeit, die Frage zu beantworten, was eine Domina im Moment von dir unterscheidet.

Beherrscht du die Kunst, nicht „du selbst“ zu sein?

Selbst auf die Gefahr hin, alles ein bisschen zu verallgemeiner, kann ich dies sagen: Eine Domina ist eine Frau, die für eine andere Person eine dominante Rolle spielt. Sie geht in dieser Rolle für die gebuchte Zeit vollends auf und vergisst dabei, wer sie ist, wie sie ist und wie sie sich ansonsten verhält. Ein Teil davon ist Veranlagung, doch den größten Teil hat sie erlernt. Sie weiß, welche Gefühle von ihr erwartet werden, wie sie diese einsetzt und was sie mit ihrem Handeln bewirkt.

Und du? Kannst du Gefühle auf die Bühne des Lebens bringen, die dir nicht in die Wiege gelegt wurden? Bist du in der Lage, deine Persönlichkeit sozusagen „auszuwechseln“ und später wieder zu deiner natürlichen Persönlichkeit zurückzukehren? Und hast du Mut und Kraft, dabei Dinge zu tun, die du weder deiner Mutter noch deiner Tochter erzählen kannst?

Wenn du dazu „ja“ sagts, bist du natürlich keine Domina. Aber du kannst versuchen, eine Domina zu spielen - und vielleicht findest du so viel Freude daran, dass es zu deinem Lusterleben dazugehört.

Deine Grenzen, die Grenzen der anderen

Lass uns ein paar Worte darüber verlieren, was du vorab klären kannst:

Es gibt zwei Grenzen, wenn du eine Domina spielen willst:

1. Deine Grenzen.
2. Die Grenzen deines Partners / deiner Partnerin.

Schauspielerei ist ein harter Job

Finde zuerst heraus, was für dich geht und was nicht. Dominieren kann ganz schön „an die Nieren gehen“, denn du hast wahrscheinlich Gefühle wie jede andere Frau auch. Das heißt, du kennst dich meistens besser aus mit der Fürsorge, dem Kümmern, dem Heilen, dem Trösten und dergleichen als damit, was eine Domina tut. Aber ich vermute, du hast auch eine andere Seite, sonst würdest du dies wahrscheinlich nicht lesen. Wenn du beide Seiten kennst, und sie auch miteinander vereinbaren kannst, bist du die ideale Besetzung.

Überlege vor allem, wie du damit umgehst, Befehle zu erteilen und durchzusetzen, jemanden abzuwerten und zu schlagen. Der zweite Schritt wäre dann, welche Mittel du dazu einsetzen würdest.

Was dein Partner / deine Partnerin möchte, ist das Konzept für das strenge Theaterspiels, das du aufführst. Überlege, für welche Wünsche du offen bist und welchen du dich verschließen wirst. Du hast einige Variationsmöglichkeiten, die vom Verlauf des Spiels abhängen. Das heißt, außer „Schauspielerin zu sein“ solltest auch die Kunst der Improvisation beherrschen. Im Bereich der Dominanz werden Improvisationen meist nötig, wenn sich die Wünsche während des Spiels verändern.

Die Rolle überzeugend spielen und wieder zurückfinden

Die beste Domina ist jene, die ihre Rolle am überzeugendsten spielt. Das gilt für den Profi-Bereich, aber besonders für dich, wenn du die Rolle ausschließlich für deinen Liebsten oder deine Liebste spielst. Zur Rolle gehören meist ein Minimum an Verkleidung und ein Wechsel im Tonfall. Der Rest ist optional und kann in einer aufwendigeren Vermummung (Uniform, Leder- oder Latexkleidung) einem besonderen Bühnenbild oder besonderen Gegenständen bestehen, die zur Rolle passen. Nachdem du deine Rolle beendet hast, ist es angebracht, dir einige Minuten zu gönnen, um wieder „du selbst“ zu werden.

So weit alles in Ordnung?

Nun, falls du etwas verabreichen willst, was als „körperliche Züchtigung“ gilt, ist besondere Vorsicht angebracht. Das gilt auch für alle anderen körperliche Maßnahmen ungewöhnlicher Art“. Dafür ist nahezu unerlässlich, etwas über die Anatomie des Menschen zu wissen. Das gilt nicht nur für Spiele mit dem Schmerz, sondern auch für alle Beigaben zu analen Spielen, Fesselungen und ähnlichen „heftigeren“ Spielarten.

Eine Faustregel sagt: Die Kleidung (Verkleidung) spielt eine bedeutende Rolle für den ersten Eindruck, sodann die Stimme und dein „Auftreten“. Letztlich ist aber die Frage, wie glaubwürdig du in der Rolle wirkst, die du spielst.

Einen Versuch ist es Wert - vor allem, wenn dein Partner oder deine Partnerin schon lange darauf wartet.

Bild: Nach einer Zeichnung aus "Dressage" von Bernard Montorgueil - etwas retuschiert.
Die Fakten haben wir aus mehreren Internet-Dokumentationen, Blogs und Büchern einschlägiger Autorinnen zusammengefasst, die wir hier nicht einzeln aufzählen können.