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 Liebeszeitung - Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Slow Dating - im Schneckentempo zur Zweisamkeit?

Durch die Medien rauscht gerade eine Welle der „wertkonservativen Besinnung“. Vom wem auch immer sie ausgelöst wurde, ist nicht bekannt, jedoch gelten die Betreiber der Dating-App „Once“ als Schöpfer des Begriffs.

Freundschaft zuerst

„Slow Dating“ ist demnach eine Art der Partnersuche, bei der sich die Beziehung zwischen zwei Menschen langsam entwickelt. Es geht also nicht darum, sich heftig zu verlieben, um dann später in einer Beziehung zu landen. Vielmehr gehen beide zuerst eine Art Freundschaft ein, die darauf hinausläuft, einander zu mögen und den Wert der Gemeinsamkeit zu erkennen.

Niemand weiß, wie schnell "langsam" ist

Das sind große Worte – doch bestehen gewisse Zweifel daran, was es bedeutet, die Beziehung „langsam zu entwickeln“. Konservative Kreise glauben, dass sich Paar erst im sozialen Miteinander wirklich kennenlernen können, also dadurch, die Kommunikation zu entwickeln und dadurch aufkommende Konflikte abzubauen. Dahinter steht allerdings oft die Behauptung, „zu früher Sex“ könne der Beziehung schaden, etwa so:

Sexuelle Zurückhaltung ermöglicht es Paaren, sich auf die emotionalen Aspekte ihrer Beziehung zu konzentrieren und diese zu bewerten.


Geht es um den ersten Sex oder um etwas anderes?

Angeblich sollen diese Thesen durch wissenschaftliche Untersuchungen gestützt werden. Beispielsweise sollen Paare, die bis zur Eheschließung mit dem Sex warten, um 12 Prozent bessere Kommunikationsstrukturen haben und um 20 Prozent zufriedener mit ihrer Ehe sein.

Allerdings ist sehr wahrscheinlich, dass Personen, die vor der Hochzeit auf Sex verzichtet haben, einen völlig anderen Lebensstil pflegten. Insofern könnten die Ergebnisse wegen der späten sexuellen Erfahrung, trotz dieser Erfahrung oder völlig unabhängig davon entstanden sein.

Klärungen - gibt es überhaupt "Slow Dating"?

Zurück zu den Paaren, die heute „Slow Dating“ betreiben. Die meisten von ihnen tun nur das, was alle Menschen tun, die Paare werden wollen: Sie prüfen, ob sie miteinander leben können. Je mehr Situationen sie dabei durchleben, umso genauer können sie feststellen, ob sie auf Dauer zusammenkommen wollen. „Sex“ ist dabei eine Komponente, „Liebe“ eine andere. Worum es letztendlich geht, ist immer nur: „Fühle ich mich wohl, wenn ich mit der anderen Person zusammen bin?“ Und letztlich auch, ob eine Art emotionaler Gewinn daraus entsteht.

Weitere Informationen: ifstdudies

Die schrecklichen Dating-Apps

Die Illusion der freien Auswahl ... auf dem Jahrmarkt
Viele von uns habe es geahnt, einige sogar vorausgesagt: Dating-Apps bieten überwiegend ein Spiel mit der eigenen Attraktivität. Es ist unbestritten, dass solche Spiele gelegentlich auch für die Partnersuche taugen. Aber eben nur gelegentlich.

Überlegen wir doch einfach mal: Wenn du eine Frau bist und über eine angesagte Einkaufsmeile gehst, denn genießt du anerkennende Blicke. Und natürlich kommt es vor, dass deine Blicke auch den Blick jener treffen, die sich ansehen. Vielleicht kommt es sogar zu einem kleinen Flirt …

Und nun frage ich euch: Wo ist dann da der Unterschied? Du spielst dein Spiel, die anderen spielen ihr Spiel – und dann und wann fällt dabei auch mal eine Begegnung ab. Mehr hast du auch nicht erwartet, oder etwa doch?

Das Spiel, das sich "Partersuche" nennt

Das Spiel bei den Dating-Apps heißt „Swipen“. Dies wieder beruht auf der Annahme, dass sich in der App einige Tausend Gelegenheiten verstecken, lauern, die nur darauf warten, dass du sie entdeckst. Und ja, auch dieses Spiel kann zufällig einen Menschen hervorspülen, der zu passen scheint.

Und was passiert wirklich?

Kaum jemand will noch „swipen“, weil es bei dieser Lotterie viel zu viel Nieten und ein paar Trostpreise gibt, aber sehr selten einen wirklichen Gewinn. Das ist ebenfalls ganz einfach: Auf Dauer siegt nicht die Spielwut, sondern die Erfolgsquote entscheidet. Und daher sagt die Journalistin und Buchautorin Nichi Hodgson kurz und bündig:

„Jetzt ist das Tinder-Modell bei vielen Jugendlichen tot – sie wollen nicht mehr swipen.“

Der Forscher Dr. Luke Brunning geht noch weiter. Nach seiner Meinung wirkt der Spielcharakter vieler Dating-Apps mittlerweile „abstoßend“ und er sagt dazu:

Intimität wird einem leicht gemacht, es macht auf kurze Sicht Spaß, aber je mehr man spielt, desto ekliger fühlt man sich dabei.

Oder ganz konkret: Wer letztlich entdeckt, dass die Dating-App eher einer Lostrommel gleicht als einer Möglichkeit, den passenden Partner oder die passende Partnerin zu finden, der gibt auf. Und das ist nun wirklich eine ganz natürliche Reaktion.

Es gibt andere Argumente gegen Dating-Apps, auch gegen solche, die sich nicht als Spielkonsolen darstellen. Beispielsweise sind die Interessen der Betreiber nicht identisch mit denen der Benutzer. Denn während der Benutzer auf schnelle und sichere Erfolge hofft, haben die Betreiber die Absicht, ihre Kunden möglichst lange mit „Abos“ festzuhalten.

Das Problem mit den Dating-Apps? Ganz einfach: Auf Dauer zählen nur Erfolge. Und wenn sie ausbleiben, suchen die Menschen ihr Glück woanders.

Verwendete Quelle: BBC
Eine andere Meinung: NPR

Auf meinem persönlichen Blog behandle ich das Thema strukturierter und aus einer anderen Sicht.

Sind nur „Überreste“ der Natur im Menschen?

Womit beginnen Naturforscher, wenn sie uns etwas über Gefühle sagen wollen?

Ich denke, der Naturforscher beginnt beim Thema Liebe mit der Evolution. Er kann beobachten, dass sie weiterhin in uns wirkt. Die ursprünglichen Triebe werden erkannt und festgehalten. Im nächsten Schritt findet er die Auslöser, die ebenfalls aus der Natur stammen. Dann geht er an das Schwierigste, nämlich das Ganze zusammenzusetzen. Dabei fällt ihm auf, dass die Instinkte zunächst zu biochemischen Reaktionen führen und diese wieder in Empfindungen verwandelt werden. Der Rest wäre dann „nur noch“, die Verarbeitung dieser Informationen zu erforschen – und wie sie schließlich erkennbar werden. Das ist der schwierigste Teil, weil wir sehr wenig darüber wissen.

Wie geht ein Psychologe oder ein Philosoph damit um?

Ich musste nicht lange suchen, um diese Formulierung zu finden:

Bei Tieren sind deren Liebesbeziehungen hauptsächlich ein Bestandteil des Instinktapparats, während beim Menschen nur noch Überreste seiner Instinktausstattung zu beobachten sind. Das Wesentliche der Existenz des Menschen ist ja, dass er sich über das Tierreich und seine instinktive Anpassung erhoben hat, dass er die Natur transzendiert (überwunden) hat.


Wir haben die Natur nicht verlassen - wir können es gar nicht

Das Beispiel steht hier dafür, warum wir Wissenschaftlern nicht trauen dürfen, die glauben, wir hätten die Natur hinter uns gelassen. Selbst wenn wir uns von unseren natürlichen Grundlagen weit entfernen, so wirkt die Natur in uns immer noch nach.

Oder glaubt irgendjemand, ein Mediziner würde behaupten, der Mensch habe in seinen Körperfunktionen die Natur überwunden?

Zitat: Erich Fromm - Die Kunst des Liebens. (Das Wort "transzendiert" wurde von mir mit "überwunden" übersetzt.)

Nachwort: Hier geht es keinesfalls um die Kritik an Fromm oder seinem Buch, sondern um eine generelle Klärung, dass wir die Natur nicht vernachlässigen dürfen, wenn wir über menschliche Gefühle sprechen

Ist Liebe nun ein Gefühl – oder was denn?

Über Gefühle lesen die Menschen immer gerne – sie schmunzeln, sind zu Tränen gerührt oder gar betroffen. Tatsachen zählen weniger, weil sie entweder staubtrocken sind oder wegen der schöneren Illusionen ignoriert werden.

Also werden Gefühle auf den Markt geworfen wie Fallobst. Billiges Futter für Leser, die das „Schöne“ lesen wollen, aber nicht selber erleben können.

Gefühle aufpolieren?

Auf diese Leserinnen und Leser warten schon die Putzkolonnen des Geistes. Sie wollen uns sagen „Du, wir polieren deine Persönlichkeit auf – und dann kannst du auch diese tollen Erfahrungen machen.“

Sie verschweigen, dass es problematisch ist, diese Veränderungen vorzunehmen. Aber wer nach einem Strohhalm sucht, um auch etwas vom süßen Saft der Liebe zu kosten, wird auch danach kaum mehr aufsaugen, als ein Strohhalm hergibt.

Die Liebe - eine Naturkraft ohne feste Regeln

Tatsächlich ist die Liebe eine starke Naturkraft, die weder den Regeln der Moralisten, noch jenen der Soziologen oder Psychologen folgt.

Warum das alles so ist, und ob die Liebe nun ein Gefühl ist oder ein etwas „Machbares“, behandelt ein neuer Artikel auf „Sehpferd“.

Erröten – spricht da der Körper oder nicht?

Erröten - ist es der Ausdruck eines Gefühls?
Dieses Lese-Bröckchen stammt aus einem anderen, noch unfertigen Artikel. Dabei geht es um die Beschreibung von Gefühlen in Wort und Schrift. Die Liebeszeitung veröffentlicht ihn vorab, um euch, den Expertinnen und Experten, eine Beurteilung zu ermöglichen.

Hilft die Sprache uns, Gefühle wirklich zu beschreiben?

Zumeist beschreiben wir Verhaltensweisen, die aus Gefühlen entstehen. Das ist einfacher, als in der Tiefe der Gefühle zu wühlen, um sie bildhaft zu schildern.

Sie errötete, als sie ihre Bluse aufknöpfte und der Ansatz ihrer vollen Brüste sichtbar wurde.

Das wäre die Interpretation einer Beobachtung. Das Gefühl bleibt dabei im Hintergrund. So ist es auch in diesem Text, indem das Wort erröten in einem anderen Zusammenhang gebraucht wird.

Sie verstand, zur rechten Zeit zu erröten und naiv zu wirken, wenn ihre ein Herr anbot, sie noch nach Hause zu begleiten. Auf diese Weise glaubten die Männer, sie täte dies zum ersten Mal.

Was wäre nun, wenn wir mehr von den Hintergründen erfahren würden, die zum Erröten führten?

Wenn wir dazu ein Lexikon befragen (oder gar die KI), dann bekommen wir den Ausdruck des Gefühls, also das Erröten, durch andere Empfindungen erläutert. Beispielsweise durch „Schamrot werden“, „peinlich berührt sein“, „sich genieren“ oder „sich schämen“.

Das Gefühl entsteht im Inneren

All diese Begriffe sagen nicht aus. Zwischen dem Ereignis, das zum Erröten führt und dem körperlichen Ausdruck liegen Gefühlswallungen, etwas Verwirrungen, Zwiespälte oder Hemmungen. Manche Menschen erinnern sich plötzlich an das, was Eltern oder Lehrer dazu meinten. Sie denken, dass ein kleines Mäuschen auf ihrer Schulter sitzt, das ihnen einflüstert, etwas lieber nicht zu tun. Letztendlich aber durchströmen viele Gedanken das Gehirn, die dafür oder dagegen sprechen, eine Grenze zu überschreiten. Zugleich fordert die Natur, die den gesamten Prozess in Gang gesetzt hat ihre Rechte. Und – alle dies lässt sich durchaus beschreiben.

Machen wir doch gleich einen Versuch:

Sie behauptete, die Blicke der Männer zu hassen, die sofort ihren Busen ins Visier nahmen. Und doch war sie stolz auf ihre schönen, ebenmäßigen Brüste, die nur darauf warteten, sich dem Blick und der Berührung eines Mannes auszusetzen. Immer, wenn sie in dieser Situation war, begann sie zu schwitzen und ihr Herz schien bis zum Hals zu schlagen. ‚Du schämst dich‘, sagte sie zu sich selbst, aber sie war sich nicht sicher, wofür sie sich schämen sollte. Denn eigentlich schämte sie sich nur, weil ihr das Blut in diesem unpassenden Moment in die Wagen schoss. Immerhin drängten ihre Brustwarzen nun gegen ihre leichte Bluse, sodass ihr Gegenüber ahnen konnte, dass sie in Wahrheit nicht schamvoll, sondern erregt war. Sie nestelte an den Knöpfen ihrer Bluse herum, gerade so weit, dass ihr Besucher den Ansatz ihre Brustwarzen erkennen konnte. Die Schamröte, die halb freigelegten Brüste – das passte zwar nicht zum geplanten Auftritt - aber es passte wunderbar zu dem Bild einer naiven Frau, die ihren Liebhaber verlocken will.

Und wie beurteilt ihr den Entwurf?

Eure Beurteilung bitte - hier oder per E-Mail .

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