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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Weihnachten – was ist denn das?

Die Weihnachten sind eigentlich die Weihnachtsnächte, die sich durch die Tage von 25. Dezember bis zum 6. Januar präsentieren. Man spricht allgemein von zwölf Weihnachtsnächten, die besonders in englischsprachigen Ländern zelebriert werden.

Ob leider oder lobenswerterweise – das Christentum hat das Weihnachtsfest mittlerweile fest in seinen Krallen. Dabei wird seitens der Kirchenvertreter und ihrer devoten Schreiber stets behauptet, das gesamte Fest habe weder römische noch germanische Vorgänger.

Der Wahrheitsgehalt solcher Behauptung ist dürftig, weil die Geburt Christi für die römische Kirche auffällig nahe auf das Fest des Sonnengottes am 25. Dezember verlegt wurde. Die Germanen feierten fast zur gleichen Zeit die Wintersonnenwende oder das Jufest – welch ein Zufall, nicht wahr? Dabei habe ich nichts dagegen, wenn Christen ihr Fest am 25. Dezember feiern. Sie soleln nur damit aufhören, das heidnische Weihnachten zu entwerten.

Dennoch schreibt Wikipedia seit Jahren unerschrocken stets dies:

Der Ursprung aus einem germanischen oder skandinavischen Julfest ist unhaltbar.


Frage: Was soll die Mönche, also die Schriftkundigen, gehindert haben, die Geschichtsschreibung im „christlichen“ Sinne zu verfälschen? Sie hatten die Macht der Sprache und die Möglichkeit der Dokumentation. Es wäre völlig absurd, wenn sie es nicht versucht hätten.

Ältere Lexika waren da nicht so frömmelnd. So heißt es in Mayers Lexikon von 1885:

Julfest (Joelfest), die vornehmste und beliebteste Festzeit der alten Nordgermanen, das dem Sonnengott Fro oder Freyr gewidmete Fest der Wintersonnenwende, gleichsam das Geburtsfest der Sonne, deren Sinnbild das Rad (altnord. hiol oder jol) war. Es begann in der Nacht der Wintersonnenwende und dauerte bis zum jetzigen Dreikönigsabend. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden … die Namen verschiedener zu dieser Zeit üblicher Gebräuche und Gerichte … an das alte heidnische Fest.


Wer glaubt, dies sei eine Ausnahme, wird durch den Brockhaus von 1894 eines Besseren belehrt:

Die symbolische Beziehung des 25. Dez. als des Tages der Wintersonnenwende auf das der Menschheit in Christus angebrochene geistige Licht lag sehr nahe, da fast alle alten Völker die Wintersonnenwende als den Beginn des erneuten Lebens der Natur zu feiern pflegten. Die Germanen feierten in dieser Zeit ihr Julfest … und glaubten in ihr ein persönliches Umziehen und Eingreifen der Geister und der großen Götter zu verspüren, die sich auch in allerlei Gestalten den Menschen zeigten. Viel von dem Glauben und Brauche des german. und wohl auch des röm. Heidentums ist in die christl. Weihnachtssitte übergegangen und hat sich erhalten.


Nun kann man ja zwischen 1885 und 2015 schlauer geworden sein – aber vor allem gibt es seither die Möglichkeit, die Massen per Wikipedia und deren Abschreiber nachhaltiger mit der eigenen kirchlichen Ideologie zu beeinflussen.

Die Besetzung von Weihnachten durch das ´Christentum - eine Schande

Ich denke, es ist eine Schande, das Weihnachtsfest, also das Fest der „geweihten Nächte“ soweit mit Christentum dichtzupflastern, dass dessen Ursprünge in der nordischen (und auch norddeutschen) Kultur völlig ausradiert werden. Dabei geht es mir überhaupt nicht um Religion und schon gar nicht um Germanentum, denn die römische Kultur (Sol) basiert im Wesentlichen auf den gleichen Grundlagen wie die Kultur der Wintersonnenwende. Es ist die Hoffnung auf die Sonne, die bitte wieder länger scheinen soll, und die Erwartung, dass das Licht die Welt wieder erstrahlen lässt. In einer solchen Welt hätte auch der christliche Religionsstifter seinen Platz, der das Licht des erneuerten Glaubens in die Welt brachte.

Aber so, wie uns die Kirchenvertreter die Sache präsentieren wollen, hat Weihnachten weder Sinn, noch Verstand, noch weckt es originäre nordische Emotionen wie die Freude am Licht und an der Hoffnung auf das Wiedererwachen der blühenden Natur.

Immerhin gibt es noch einige wenige Gegenstimmen, die sich gegen die totale Verchristlichung von Weihnachten wehren. Dies ist eine davon.

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die liebeszeitung am : Zwei liebe Wochen: Schlampen, Ruten, Weihnachten und Miss Y.

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Ho, Ho es wird Weihnachten. Na und? Ändert sich dadurch was? Bei mir nicht, bei euch nicht und beim Weihnachtsmann auch nicht. Die Frage, wie ihr die Schlampe in euch erwecken und wegzaubern könnt, je nachdem, wer kommt, bleibt jedenfalls. Heiß oder de

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