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Polyamorie – ein Wort verharmlost seine Inhalte

Liebe - einfach ausstreuen und wie Blütenblätter?
Seit letzter Woche haben auch die Ahnungslosen von etwas gehört, das man nicht einmal in jedem Lexikon findet: Polyamorie. Ein neues Kunstwort, das den Donjuanismus auf die Ebene des Zeitgeistes einerseits und der Romantik andererseits hebt und deshalb (jedenfalls in der Theorie) für beide Geschlechter gilt.

Was ist Polyamorie? Sie wissen sicher, was die Polygamie ist, die man einstmals „Vielweiberei“ nannte. Genau genommen (für die elendiglich Spitzfindigen) muss es heißen:

Es wird unterschieden zwischen Polygynie (Vielweiberei, bei der ein Mann mehrere Ehefrauen hat) und Polyandrie (Vielmännerei, bei der eine Frau mehrere Ehemänner hat.


Gut. Nehmen wir „poly“ separat, so steht das Wort für „viel“. Der Hintergrund: wer immer als Ernährer fungiert (meist ein Mann) kann sich so viele Ehepartner halten, wie es sich leisten kann. Die Nebenformen waren die „Ehe zur Linken“ und das Mätressenwesen, und Ähnliches finden wir bis heute – fast überall, ohne Etikett und stets ein wenig anrüchig.

Polyamorie – das schreckliche Wort für etwas Fragwürdiges

Nun kommt zum "Poly" noch die „Amorie“. Versuchen sie gar nicht erst, das Wort „Polyamorie“ zu googeln. Es ist ein willkürlich zusammengesetztes Fremdwort, das zunächst anglisiert wurde (Polyamory) um es dann wieder zu verdeutschen. (Man nennt solche willkürlich aus antiken Sprachen geschöpfte Fremdwörter auch hybride Neologismen.) Das Wort soll bedeuten, viele Menschen zu lieben, wobei Liebe ein ziemlich dehnbarer Begriff für jede jede Art von intimer Zuneigung sein kann. Die Diskussion darüber findet zumeist unter Pseudo-Eliten, aber auch unter sozial von der Mehrheit entkoppelten Menschen statt.

Typisch für die Polyamorie ist, keine sozial abgesicherten verbindlichen Beziehungen einzugehen, sondern Beziehungen unterschiedlicher Dauer und ebenso unterschiedlicher Natur. Der intellektuelle und historische „Überbau“ wird von den Anhängern der Polyamorie vor allem über das Lexikon „Wikipedia“, aber auch über eigene Webseiten verbreitet.

In dem Tatort-Krimi „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ wurde das Reich der Polyamorie nun für die Welt der Uninformierten geöffnet – allerdings nicht nach der „reinen Lehre“ der Adepten der Polyamorie. Denn der Antiheld, ein sozial enthemmter Architekt, zerstört fahrlässig Ehen und Beziehungen und lügt und betrügt dabei nach Kräften. Lediglich eine seiner Gespielinnen. eine Psychotherapeutin, behauptet, „poly“ zu sein – das heißt, sie steht dazu, mit mehreren Menschen zu vögeln. Ob es dabei um „Liebe“ ging, lassen wir mal offen.

Eines aber dürfte klar geworden sein: Polyamorie ist im Grunde keine Lebensform, sondern geteilter erotischer Egoismus auf Zeit. Auch wenn die Jüngerinnen und Jünger im Umfeld des Begriffs dies gerne anders sehen würden.

Zitat "polygamie"aus Wikipedia.

Interessanter Artikel (verlinkt auf mehrere weitere Seiten zum Thema) auf Sexy Science.

Bild: Teilansicht aus "la Vie Parisienne"

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