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Echte Männer und schüchterne Jungs

Da habe ich mich einmal wieder gewundert, wie das Online-Magazin „Beziehungsweise“ „echte Männer“ definiert. Dabei vergleicht die Redaktion des Magazins „Männer“ mit „Jungen“ – wobei nicht etwas „jüngere kontra ältere Männer“ gemein ist, sondern „Kerle kontra Bubis“.

Also lesen wir doch mal, was die richtigen Männer machen. Dies schon vorab: Sie passen bestens in Frauenklischees.

Also: Ein echter Mann legt sich fest. In einer Umschreibung heißt es: Er setzt Prioritäten. Er hält Verabredungen präzis ein und hat seien Zukunft bereits geplant, ja, er ist in seine Zukunft verliebt.

Soweit die ersten drei Punkte. Ich denke mal: Aspirant auf das mittlere Management mit Hoffnung auf den Aufstieg ins Top-Management.

Natürlich geht es noch weiter: Stellen Sie sich nun diesen Mann vor. Er übernimmt selbstverständlich Verantwortung für sich selbst, bekennst sich zu Konflikten, ruhen in sich selbst und ist – schlicht und ergreifend –ein Macher.

Und nun stellen Sie sich vor, Sie treffen diesen Mann.

Oh, ja – er weiß ja schon, was er will und wohin er will, nicht wahr? Und Sie dürfen ihn dabei begleiten. Zwar fällt im Text gelegentlich das Wort „gemeinsam“ – doch was ein echter „Macher“ unter „Gemeinsam“ versteht, dürfte halbwegs bekannt sein: Er akzeptiert alles, was seiner Karriere nützt und verwirft alles, was ihn daran hindert.

Und wenn Sie darin nicht die Rolle wiederfinden, die Sie sich gewünscht haben, werden Sie entweder Fremdgehen oder Seufzen oder sich scheiden lassen. C’est la vie.

Du, falls Sie dann gefrustet oder geschieden sind, werden Sie sagen: „Ach hätte ich doch lieber einen Bubi geheiratet.“

Nun zu den Jungs

Gut, gut, Sie wollen auch keinen Bubi treffen, nicht wahr?

Wenn ich mal die Kurzfassung davon zum Besten geben darf:

Das Jungchen also lässt sich treiben, „verschenkt sein Herz“ nicht, kann sich nicht entscheiden, hat keine Geduld und scheut jede Form von Mühe.

Klar, dass niemand dieses Treibgut unter den Männlein treffen will, oder? Es geht aber noch weiter. Dazu müssen Sie sich diesen Bubi nun vorstellen: Verkäufer in der Herrenkonfektion oder Schreiber von ungelesenen Novellen? Das überlasse ich mal Ihnen, denn nun folgt die endgültige Charakterisierung:

Die Bubis nämlich lieben Partnerschaften, die Mutter-Sohn-Beziehungen ähnelnn Sie laufen außerdem Konflikten davon, lassen sich von „klugen Frauen“ einschüchtern und versprechen dies und das, ohne es zu halten.

Und nun stellen Sie sich vor, Sie treffen diesen Bubi.

Na ja, vielleicht treffen Sie ihn erst gar nicht, wenn er so charakterisiert wurde, nicht wahr? Falls doch: Was wird Sie erwarten?

Sie dürfen ihn zu etwas machen, was er noch nicht ist. Er darf sie begleiten, wohin Sie auch gehen. Er wird an Ihnen wachsen und sich von Ihnen abhängig machen. Vielleicht ist er dankbar für das, was Sie für ihn tun – jedenfalls wird er sie bei Ihren Vorhaben unterstützen.

Wenn er aus dieser Rolle herausgewachsen ist, wird er sie entweder besonders intensiv lieben oder sie verlassen. C’est la vie.

Und falls er Sie verlässt, werden Sie sagen: „Hätte ich doch einen echten Mann geheiratet.“

Ich habe gerade überlegt, was wohl die Feministinnen (sicher nicht nur deren extremer Flügel) dazu gesagt hätte, wenn jemand geschrieben hätte: „Mädchen hingegen lassen sich treiben, wollen mal hier, mal dort naschen, ohne sich richtig festzulegen und ihr Herz zu verschenken.“

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