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Du bloggst? Gut – aber was machst du mit deinem Leben?

Bis vor einiger Zeit las ich noch gerne die Blogs jener Frauen, die ihr Sexleben öffentlich zelebrieren und dabei gelegentlich auch noch interessante Lebensweisheiten daraus ableiten. Jenen, die es wirklich schaffen, wünsche ich weiterhin viel Glück – und zwar von Herzen. Einer Tätigkeit zwischen Schwarzlicht und Rotlicht nachzugehen, dabei sein Selbstbewusstsein zu behalten und noch gut zu verdienen, ist nicht einfach.

Doch die anderen, die ständig schreiben, wonach ihre Seele dürstet und wie schwer es ist, sie mit Glück zu füllen, denen die Einkünfte niemals reichen, und die zwischen Euphorie und Verdruss schwanken, was ist mit ihnen?

Ich denke, viele sehen sich gerne im Rampenlicht und laben ihre Seele an den Speichelleckern, die ihnen „schön tun“ – was übrigens nicht nur für Erotik-Bloggerinnen gilt. Jedes „Like“ und jede andere positive Bewertung kann ein Lob sein – aber ebenso gut auch ein Fliegenschiss. Nein, ein Blog ist kein Lebensinhalt. Vor allem gilt dies für jene, die im Grunde endlich ihren Platz im Leben erobern müssten, aber genau diesen Platz nicht finden können.

Wenn die Gesundheit längst benagt ist, das soziale Leben wie eine Kartenhaus zusammenfällt und die Psyche fällig für die Mauser ist, dann gilt es, sich zu besinnen. Das eigene Leben ist zu wichtig, um es an obskure Existenzen zu verschwenden – gleich, ob sie Frauen oder Männer sind oder sich als Retter oder Samariter aufspielen.

Öffentlich seine Meinung zu vertreten, ist Herausforderung genug, zumal, wenn sie nicht dem Mainstream entspricht. Aber dafür muss man Zeit haben und unabhängig sein. Und wer anderwärts auch nur 10 Euro, Pfund oder Dollar pro Stunde verdienen kann, der sollte es tun.

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