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Wie real ist real in der Erotik?

Traumbild, Wunschbild, Realität?
Bei meinen Streifzügen durch die erotische Literatur (keine Videos) stelle ich immer wieder fest, dass die wirklich erotischen Geschichten ähnlich aufgebaut sind:

- Jemand führt ein „ganz gewöhnliches Sexleben“.
- Dieser jemand hat, wie fast alle Menschen, geheime sexuelle Wünsche, die weit über das hinausgehen, was er sich zu sagen trauen würde.
- Sodann tritt eine Situation ein, in der es möglich erscheint, sie zu erfüllen. (1)
- Der „Jemand“ (es kann auch ein Paar sein) lässt sich darauf ein und genießt die Erfahrung nach anfänglichem Zögern.
- Nun versucht einer der Handelnden, den „Jemand“ dazu zu bewegen, stärker in der Rolle oder der Aktivität aufzugehen oder darüber hinaus zu gehen.
- Abermals überwindet der „Jemand“ seine Bedenken und lässt sich völlig auf den Partner oder die Situation ein, die ihm völlig fremd ist (und über die er nie zuvor fantasierte)
- Üblicherweise ist unser „Jemand“ am Ende zufrieden.


Zuerst real, dann Traumerfüllung, schließlich Verführung zu "mehr"

Die Idee dabei ist, den Menschen mit den „geheimen“, aber ansonsten sehr populären Fantasien (Wünschen, Vorstellungen) einzufangen. Er lässt sich also auf eine andere Person ein, die etwas „Ungewöhnliches“ mit ihm plant, und der Leser nimmt daran teil, als würde er selbst dabei sein. Dieser Part der Geschichte ist fast jedem Menschen „irgendwie“ geläufig. (Bis … „nach anfänglichem Zögern“).

Der Teil „Nun versucht …“ ist nicht jedem bekannt. Die meisten Menschen können sich noch vorstellen, vom Exotischen zu naschen, nehmen aber diese Genüsse“ als Ausnahmen wahr.

Der Bereich ab „abermals überwindet …“ bekommt plötzlich den Charakter einer Unterwerfung. Ab hier wird die Story unglaubwürdiger und/oder befremdlicher, und mancher Leser wird sich „ausklinken“, während der lechzende Leser darauf hoffen wird, dass sich der Protagonist völlig auf die „nötigende Verführung“ eingeht.

Wie real ist real in der Erotik?

Wie „real“ ist also „real“ in der Erotik? Einen Traum als lesender Voyeur oder als gefühlsmäßig beteiligter Leser (ebenso natürlich als Leserin) zu erleben, ist kaum einem Erotik-Interessenten fremd. Diese Situation erscheint den Lesern offenbar immer noch „real“ zu sein, weil sie sich emotional darin „wiederfinden“.

Aber was ist, wenn sich jemand plötzlich in sexuelle Abhängigkeiten begibt? Wenn er oder sie die Situationen trotz des einsetzenden Ekels oder gar des Schmerzes herbeisehnt?

Sagt es uns – wir wollen definitiv wissen, wir ihr „Erotik“ lest.

(1) An dieser Stelle überschreiten wir die Schwelle zwischen "Realität und Fiktion". In der Realität gibt es die Möglichkeit des Rückzugs, in einer Erotik-Story ist dies der Übergang zum erwünschten "heftigeren" Teil.

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