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Der MDR und die Statistik der Lust

Ach nee ... der öffentlich-rechtliche Rundfunk interessiert sich wieder für das Thema Nummer eins. Oder ist es gar nicht mehr Das Thema Nummer Eins“?

Klar ist die Sexualität gemeint, was sonst? Eine Umfrage, ein Professor aus Merseburg, der sie interpretiert. Na schön. Indessen sind die Ergebnisse recht dürftig - schließlich ging es nur darum, festzustellen:

„Wie wichtig ist Ihnen sexuelle Lust und Sinnlichkeit“?

Erwartungsgemäß haben sich etwa 57 Prozent der Befragten dafür entschieden, dass beides „wichtig“ sei - doch bitte: Was sagt eine solche Befragung aus, ohne dass es irgendwelche Kriterien gibt? Gibt es überhaupt Maßstäbe für "Wichtigkeit"?

Essen und Sex

Fragen wird doch mal: „Welche Bedeutung hat für dich Essen und Trinken?“ Würden da auch 57 Prozent sage, das hätte eine große Bedeutung für sie? Und müssten wir annehmen, dass die andern dann verdursten und verhungern würden?

Nein, auf keinen Fall, wie eine Darstellung von Statista (für das Essen) aussagt.

Kritischer mit Umfragen umgehen

Und was lernen wir daraus?

Vor allem, kritischer gegenüber Umfragen zu sein. Und die Redaktion des MDR sollte sich vielleicht einmal fragen, welche Erkenntnisse wir wirklich daraus ziehen können, dass Männer derartige Fragen „bereitwilliger“ beantworten als Frauen.

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