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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die Woche – Apokalypse, Trends und Moralapostel

Viel entblättert haben wir im Oktober noch nicht – weder Gänseblümchen, noch Körper, noch Geist, noch Psyche. Die Frage ist ja: Was passiert, wenn du (oder DU?) dein Wohlanständigkeitskorsett ausziehst? Und die Antwort: Du fürchtest dich davor, wie jeder andere Mensch auch. Apropos: Das langsame Entblättern von angezogenen feinen Damen zu ganz gewöhnlichen Nacktfröschen mit „niedlichem“ Gesicht ist aus der Mode gekommen. Also verlangt bitte keine Halbakte von uns.

„Gemischte“ Paare aus dem Norden, Süden, Westen und Osten

Politisch stehen Ost-West-Paare an der Spitze der „echten“ deutschen Einheit. Ich denke, das musste mal gesagt werden, solange im sogenannten „Ostdeutschland“ immer mehr „Spaltpilze“ aus dem Boden wachsen. Also: Ein Tusch für Paare, die in Ost-West oder Nord-Süd-Beziehungen leben.

Behauptungen über Dating-Trends – frei erfunden

Meine Vermutung, dass „Slow Dating“ eine nachträglich „wissenschaftlich veredelte“ Behauptung von PR-Fritzen aus der Branche ist, bestätigt sich immer mehr. Das Paradoxe daran: Auch die gegenteilige Form, nämlich „übereilte Bindung“ wurde innerhalb der Dating-Branche erfunden – „Apokalypsing“. Ob beides wirklich „Trends“ sind? Das ist völlig unbewiesen. Aber gewisse Teile der Presse greifen jeden Blödsinn auf.

Die „neue Moral“ und der Weg in die Unfreiheit

Gut 60 Jahre nach der letzten „sexuellen Befreiung“ der Frauen melden sich junge Autorinnen, die jene Zeit werde kennen noch verstehen, um eine „Neue Moral“ in die Welt zu pusten. Leider ist es die alte Moral – die von ungefähr 100 Jahren aufgegeben wurde, um dem Gedanken der Freiheit und Selbstbestimmung Raum zu schaffen. Es ist, wie es ist: Freiheit ist bisweilen schwer zu ertragen, aber sie ist ein Menschenrecht. Der Weg zurück ist der Weg in die Zwänge. Und: Nein, von Frauen wird nicht verlangt, „verfügbar“ zu sein.

Aus diesem Grund brauchen wir auch keine „neue Sexualmoral“ – nicht, solange sie zu einer Reduzierung unserer Freiheitsrechte. Führen. Wenn ich „unsere“ sage, meine ich das Volk, das die Menschenrechte ohne „wenn“ und „aber“ genießen darf. Frauen übrigens ebenso wie Männer.

Polyamorie – und sinnvolle Themen für „frische“ Paare

Das einzige Thema aus der Grabbelkiste für Minderheiten in dieser Woche: Polyamorie. Wer darin eintauchen will, sollte wissen, worauf er/sie sich einlässt. Nur – bei gewöhnlichen Dates ist es wesentlich wichtiger, die Eigenständigkeit zu erörtern, die man auch in der Ehe für sich in Anspruch nehmen will.

Das gilt für alle Paare. Solche Fragen wären zum Beispiel: Wer folgt wem beim Ortswechsel? Was ist, wenn der Partner Freundeskreise hat, in denen er/sie mehr Freizeit verbringt als mit dem Ehepartner? Wie intim darf das Verhältnis auf geistiger, sozialer oder emotionaler Ebene zu einer Person des anderen Geschlechts sein? Klar – auch das sind nicht unbedingt Themen für das erste Date, aber es sind Fragen, die nicht auf Ideologien basieren. Und solche, die sich Paare früher oder später stellen müssen.

Marginalien und Ausblick

Nächste Woche werde ich – wenn ich kann – wieder darauf achten, dass mehr Gänseblümchen entblättert werden und ein paar emotionale Korsetts fallen. Diese Woche hatte ich einfach zu viel Trubel.

Ich hoffe, das wird in den nächsten Tagen besser. Ein bisschen Entspannung tut nicht nur mir gut, sondern vielen von uns, nicht wahr? Und in diesem Sinne dann: ein schickes Wochenende – ob mit Vanilleschoten oder Chilis.

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