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Wer liest (denn schon) erotische Literatur?

Erotik - manchmal als Eheliteratur getarnt
Eine der interessantesten Fragen zu Romanen, Novellen und Kurzgeschichten besteht darin, warum es sie überhaupt gibt. Wenn man einmal alle historischen, sozialen und kulturellen Aspekte weglässt, dann ist es die Neugierde auf das Leben anderer, aber auch auf das, was andere Menschen stellvertretend erlebt oder erdacht haben.

Die Schilderung der sexuellen Lust - Stiefkind der Literatur

Literatur kann dreierlei: reduzieren, schildern oder überhöhen. Die erotische Literatur wäre eine Meisterin darin, mehr noch als jede andere Literaturgattung – aber der Konjunktiv ist berechtigt, denn sie ist es nicht. Sie leidet vielmehr unter ihren vielen Dilettanten, die nicht in der Lage sind, alle Aspekte des erotischen Handelns und Fühlens zu schildern. Ja, sie zwingt sogar bekannte Schriftsteller zu einer Verflachung und Verfälschung des Ausdrucks, sobald von Sexualität die Rede ist.

Vorauseilende Furcht vor der Zensur

Zudem muss der Schriftsteller die Zensur fürchten, wenn er die Vorgänge realistisch aus der Sicht des Voyeurs oder gar des Betroffenen schildert. In der Erotik ist nichts so brutal und ehrlich wie die Wahrheit, und sie schreckt bisweilen ab. Tendenzen, wie etwa die Bigotterie, die Wohlanständigkeit, das Gutmenschentum oder der Feminismus, wirken mit, um Schriftsteller(innen) in die Ecke der „Schmutzfinken“ und „Menschenverächter“ zu stellen.

Erotik - schlecht weil sie erregend ist?

Erotische Literatur wir – daran kann kein Zweifel bestehen – einerseits zur Information, andererseits zur Erregung geschrieben. Wir vergessen oft, dass insbesondere junge Leute, neugierige Menschen mittleren Alters und solche, die ihre Lust bereichern wollen, tatsächlich an authentischen oder quasi-authentischen Informationen interessiert sind. Das heißt, sie wollen genau wissen, wie sich Menschen in ungewöhnlichen erotischen Situationen fühlen, vom ersten Eindringen eines Penis in die Vagina bis zur Fesselung an ein Andreaskreuz. Frauen wollen wissen, mit welchen Mitteln Verführerinnen arbeiten, Männer suchen nach Möglichkeiten, Frauen ins Bett zu bekommen und Grenzgänger(innen) suchen nach Informationen über die Lust am anderen Ufer.

Nahezu jeder Autor versteht sich darauf, Erotik zu reduzieren, und eine beträchtliche Anzahl von Schundschreiber (inne)n und Autoren (Autorinnen) mit Millionenauflagen tut nichts anderes als dies. Nur eine Minderheit schreibt realistisch, inklusive Verletzungen und Grenzüberschreitungen, und ebenfalls sehr wenige überhöhen die Lust, wie es einst Salomon tat.

Was wir nicht lesen - die realistische Schilderung der Lust

Überzeugende Sprache? Handwerkliches Können? Eine realistische, teils sinnliche, teils brutale Darstellung dessen, was in Körper, Geist und Psyche beim Sex abläuft? Nein, das lesen wir nur selten.

Dabei wäre es durchaus eine literarische Aufgabe. Wenn es wahr ist, dass Schriftsteller Welten vermitteln wollen, dann sollten sie das, was im Kosmos der Lust geschieht, so intensiv und realistisch schildern, wie es sich tatsächlich darstellt.

Gefühle beschreiben, um sie nachvollziehbar zu machen?

Wer erotische Literatur liest – gleich, ob aus dem 19. Jahrhundert oder dem 21. Jahrhundert - findet dergleichen nur selten. Nähe zu den geschilderten Personen ist dabei so wichtig wie der nötige Abstand zu ihnen. Ein junger Mann kann die Gefühle während seines ersten vollständigen Geschlechtsakt noch gar nicht schildern – er bracht Abstand und das Vermögen, sich später noch einmal gedanklich und emotional auf den Prozess einzulassen. Ebenso vermessen ist es, nur „Betroffene“ zu Wort kommen zu lassen, wenn es um homoerotische Begegnungen, Partnertausch oder SM-Aktivitäten geht. Immer und überall ist nötig, sich in die Person einzufühlen und somit eine Vorstellungskraft für fremde Gefühle zu entwickeln. Denn nur, wer selbst Gefühle „nachempfinden“ kann und über sprachliche Macht verfügt, kann sie auch vermitteln.

Nun gut – fast schon zu viel gesagt. Wer lüstet und dabei lernen will, sollte ja keine Pornografie sehen, sondern lesen. Fragt sich nur: was denn eigentlich?

Dieser Artikel erscheint auch in "Mehrhaut"

Warum die unperfekte Frau perfekt ist

Da geht sie die Straße lang, die unperfekte Frau. Sie hat keine Frauenzeitschrift abonniert. Das ist schon mal ganz wichtig. Denn dann ist sie nicht ständig unsicher über das, was sie tut. „Soll ich Dates eingehen oder lieber nicht?“ „Was darf ich das sagen, und was sag ich lieber nicht?“ „Muss ich vorher zum Friseur oder zu Kosmetikerin?“ Sie geht einfach die Straße entlang. Sie hat gehen gelernt, aufrecht und selbstbewusst.

Sie kennt das Wort „Selbstoptimierung“ nicht. War nie bei einer Stilberatung, nicht einmal auf einen Make-up-Kurs. Manchmal kauft sie Klamotten im Second Hand, manchmal im Warenhaus und dann und wann im ersten Haus am Platze. Aber sie geht weder in ein Fitness- noch in ein Beauty-Studio, macht kein Yoga und kein Tai-Chi. Sie isst, was sie mag, auch wenn es schrecklich ungesund ist, und sie trinkt, was ihr schmeckt.

Sie lacht darüber, was Frauen tun oder lassen sollten, was sie denken dürfen und was nicht. Sie meint aber von sich, sie sei feminin und sie wisse besser als andere, was ihr gut täte. Zum Beispiel, wann sie Lust auf Sex hat. Dafür hat sie Strategien. Sie holt sich, was ihr gut tut, wenn es gibt, was sie mag. Wenn nicht, sucht sie ein bisschen – sie weiß, wo sie hingehen muss. Und wenn es mal nicht klappt, hat sie ihre kleine Sammlung von Instrumenten – nicht ganz dasselbe, aber dafür ziemlich zuverlässig.

Sie besitzt schöne Augen, kann hübsch lächeln und hat eine unwiderstehliche Stimme. „Mein Kapital“, sagt sie, manchmal, „kleiner Einsatz – große Wirkung.“

Sie ist in jeder Hinsicht unperfekt. Und sie findet das perfekt. Vermutlich gehört sie zu den bedrohten Arten. Oder doch nicht?

Was interessierte den Uropa an der Frauenbrust?

Erst scheu, verdeckt, dann offen: für Liebhaber der Frauenbrust in alten Zeiten
Was interessierte eure Urgroßväter (oder Ur-Urgroßväter) an der Frauenbrust?

Vor allem, dass ein junger Mann, der nicht verheiratet war und niemals ein Bordell besuchte, gar keine Chance bekam, eine Frauenbrust zu sehen. Nicht nur die Brust war fest zugeknöpft, sogar die Kleider der vornehmen Damen waren knöchellang.

So wie hier:

Keine Chance, die Brüste auch nur zu erahnen: Vornehme deutsche Dame Anno 1908

Wie geht eigentlich anal ohne Angst?

Angst, Schmerz oder Lust? Anal erzeugt oft wechselnde Gefühle
Anal ohne Angst? Frauen wissen, was Männer relativ fremd ist: Selbst, wenn etwas Natürliches auf natürliche Weise in sie eindringt, erfordert diese Prozedur zunächst Überwindung. Der zweite Vorbehalt gegen anal wirkt schwerer: Das sei total unnatürlich – jedenfalls im Sinne der Fortpflanzung. Und letztendlich sie es schmutzig – denn der Anus gehört nicht zu den bevorzugten Zonen für klinisch reinen Sex. Eigentlich aber kommt die Angst aus der unterschwelligen Vermutung, etwas „Böses“ oder „Perverses“ zu tun.

Nur ein Thema für die Frau?

Recht amüsant ist stets, Foren- und Blogbeiträge über Analverkehr zu lesen, denn dabei geht es so gut wie immer um ein Liebespaar, das bisher PiV-Sex praktiziert hat und nun erwägt, auch einmal ihren Anus mit einzubeziehen. Der Vorschlag kommt so gut wie immer von ihm, und sie wird damit gezwungen, zu erwägen, ob sie seinem Drängen nachgeben soll oder nicht. Dann spielen negativ besetzte Themen wie Abscheu, Unsauberkeit, Schmerz und dergleichen die größte Rolle, gefolgt von praktischen Dingen, wie der der besten Lage, der Vorbereitung und dem Gebrauch von Gleitmitteln und Kondomen.

Anal - gibt es dabei sensationelle Lüste?

Selten – viel zu selten – wird die Frage „gleichen Rechts für beide“ erörtert. Denn wie der Engländer so sagt: Was gut für die Gans ist, ist auch gut für den Ganter.“ Zunächst nehmen wir an, dass es keinen anatomisch relevanten Unterschied zwischen Frau und Mann beim Analverkehr gäbe – aber ganz richtig ist dies nicht. Denn normalerweise haben Frauen nur eine geringe Chance, sensationelle Gefühle beim Analverkehr zu erfahren, Männer aber schon. Freilich ist dies individuell unterschiedlich, und doch: Männer empfinden Analverkehr deutlicher, wenngleich nicht immer lustvoller. Dafür sitzt die Angst tiefer: Männer, die anale Lüste genießen können und wollen, gelten als „latent homosexuell“ – was Unsinn ist. Denn Homosexualität ist eine fest verankerte Veranlagung, der man nicht entfleuchen kann, während passiver Analverkehr eine Form des Lustgewinns ist.

Die Probleme - psychisch, logistisch, physisch

Anal ohne Angst ist also in erster Linie ein psychisches Phänomen – für Frauen wie für Männer. Dann ist es ein logistisches Problem, was sich im Wesentlichen in den Vorbereitungen zeigt. Schließlich ist es eine physische Herausforderung, sowohl aktiv wie auch passiv.

Wenn bereits existierende Paare sich entscheiden, anale Versuche zu unternehmen, gilt das Gleiche wie bei anderen Sexpraktiken auch: Bereit sein, entspannt sein, sanft und zärtlich beginnen, dabei miteinander reden. Der große Unterschied: reichlich Gleitmittel ist Voraussetzung, schmale Dildos oder sanfte Finger helfen bei der Vorbereitung.

Möglich ist fast alles

Möglich ist (fast) alles: von Mann zu Frau, von Mann zu Mann, von Frau zu Frau oder von Frau zu Mann. Solo geht es selbstverständlich auch. Für Männer, die anale Lüste erleben wollen, ist es zumeist beruhigender, wenn eine Frau die Prozedur durchführt. Dazu stehen zahllose Hilfsmittel zur Verfügung, die heute überaus beliebt sind.

Ob es „gut für Sie“ ist? Wer weiß es schon vorher. Die meisten Menschen, die es probiert haben, waren mutig und neugierig zugleich. Manchen hat es dann gefallen, anderen nicht.

Hinweis: dieser Artikel wurde nach verlässlichen Informationen aus verschiedenen Quellen aufbereitet. Lesen Sie unter anderem bei Lilli weiter.

Wenn es ihm kommt – wie ist das eigentlich?

Das typische Ende des Ergusses
Männer .., ach ja, sie denken ja an nichts anderes als an ihren Penis. Gleich, ob sie liegen, sitzen oder stehen. Und dann? Manchmal werden sie geil, vor allem, wenn ein weiblicher Körper ihre animalischen Instinkte freisetzt. Und wenn sie irgendetwas bei irgendjemandem gefunden haben, wo sie ihren Penis reinstecken können, dann … ja, was dann?

Dann passiert etwas Geniales. Denn der Mann braucht (normalerweise) nur wenig zusätzliche Stimulanz – etwas Enge, ein bisschen Reibung … und dann?

Dann kommt der Moment, indem sich die Sache zwar noch rückabwickeln ließe, aber wer will das schon? Also legt das Gehirn den Schalter um: Die Blase sperren, um dem in der Prostata angesammelten Gemenge den Weg freizugeben – dann mit gewaltiger Wucht und hoher Geschwindigkeit alles ins Freie schießen. Das Ziel wird selten getroffen – allzu oft landet die Glibbermasse in Lümmeltütchen, Mündern, Händen, Därmen oder auf nackter Haut. Etwa zum gleichen Zeitpunkt überfällt den Mann ein schnelles, aber intensives Erschauern, Orgasmus genannt. Das war sein Ziel - kaum etwas anderes. Schnell wird der Ursprungszustand wieder hergestellt, aber bis er „wieder kann“ dauert es trotzdem eine Weile.

Na schön … also gilt es, den richtigen Umgang damit zu erlernen. Bei Männern – logisch, da ist noch Luft drin. Und bei Frauen? Die Natur nutzen, nicht ignorieren. Dem Mann zeigen, was alles möglich ist – das wird ihn (wahrscheinlich) erfreuen.