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Lieben Sie die Liebeszeitung?

Lesen bildet - ohne jeden Zweifel - nur was wollen SIE lesen?
Ich wüsste gerne, ob Sie die Liebeszeitung lieben, und vor allem, warum. Oder natürlich auch, warum nicht. Und ich würde mich freuen, wenn Sie es mir einfach schreiben würden. Sehen Sie: Es ist keinesfalls so, dass wir auf bestimmte Themen fixiert sind. Das Einzige, was hier unumstößlich ist, ist ein Satz:

Nur Sie allein haben das Recht zu bestimmen, was für Sie Liebe ist.


Dabei setze ich voraus, dass Sie sich dabei im Rahmen geltender Gesetze bewegen, aber das ist auch alles.

Sehen Sie – ich würde ja wirklich gerne mehr Artikel über die zärtliche Liebe veröffentlichen, oder über die Liebe in vergangenen Epochen (da kenne ich mich etwas besser aus als die meisten Menschen). Nur kann ich das alles nicht ohne Ihr Zutun schaffen.

Und was ich auch nicht möchte, flüstere ich Ihnen jetzt ins Ohr: Ich möchte wirklich nicht, dass sie Rattenfängern der Liebe in die Falle gehen. Und wenn wir uns soweit einig sein sollten: Geben Sie doch einfach Feedback … bitte.

Bild: Nach einer Buchillustration um 1920.

Sehnliche Liebe und Liebesschmerz zum Valentinstag

So schrieb Margery Brews an Jon Paston am Valentinstag 1477:


Und falls du gerne etwas über mein Wohlbefinden erfahren willst: Ich bin nicht bei bester Gesundheit, weder im Körper noch im Herzen, und ich werde es auch nicht sein, bevor du zurückkehrst.



Bücher für die Liebe

Bücher für die Liebe - zur Bestätigung des Bildungsbürgertums?

Die Promotion hat begonnen: Das „Buch für mehr Liebe“ ist heraus. Wer, wie ich, das Blog von PARSHIP jahrelang verfolgt hat, aus dem das Buch entstanden ist, bleibt skeptisch: Liebe ist wesentlich vielschichtiger als das, das was die Autoren, die PARSHIP sich ausgesucht hat, darunter verstehen. Zwar gibt der Online-Datin-Experte Eric Hegmann, den auch ich sehr schätze, den Herausgeber - aber die Erfahrung mit dem Blog lehrte mich, kritisch gegenüber den Aussagen der übrigen Autorinnen und Autoren zu sien.

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Verständlich ist es schon: Die bürgerliche Mittelschicht folgt dem Gedanken, dass eine gute Ehe vor allem harmonisch sein sollte. In der logischen Kette, die diesem Gedanken folgt, ist Paarberatung und Paartherapie (und gelegentlich Küchenpsychologie) das adäquate Mittel zur Vorsorge. Es bestätigt vermutlich all das, an das unser Bildungsbürgertum glaubt. Ich kenne den genauen Inhalt nicht, bin aber regelmäßiger Leser des entsprechenden Blogs, und glaube deswegen, das Buch nur bedingt empfehlen zu können.

Der Klappentext sieht es anders - (zitiert nach Amazon):

Ihnen antworten Coaches und Therapeuten, Autoren und Blogger berichten ergreifend und authentisch von ihren eigenen Erfahrungen. Sie erzählen von ihren Liebesgeschichten, von ihren Affären, von Beziehungen, die scheiterten und von Dates, aus denen mehr wurde.


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Wenn Sie wirklich etwas Modernes lesen wollen, dann empfehle ich das „Welt-Buch der Liebe“ – es ist nicht sehr aufregend, aber überaus kompetent - und es ist alles andere als einseitig, sondern überaus kontrovers. Dieses Buch gehört in jedes Bücherregal der Menschen, die sich über den neuesten Forschungsstand der Liebe informieren möchten. Dieses Buch besitze ich und empfehle es allen Menschen, die nun wirklich fast alles über die Liebe und die Suche nach Beziehungen wissen wollen.

Eine zeitgemäße Interpretation der Liebe finden Sie auch "Lexikon der Lust".

Sexuelle Orientierung: heteroromantisch, bisexuell?

Wenn eine Frau bisexuell veranlagt ist, aber eine überdeutliche Tendenz zu Liebesbeziehung mit Männern hat, dann ist sie? Eigentlich eine Frau, die Lust an der Lust hat, aber in der festen Beziehung zum Mann eher ihre Zukunft sieht. Oder etwa nicht?

Bisexuell, aber in der Liebe eher hetero? In den USA gibt es dafür bereits Begriffe – ohne sie könnet die Psycho- und Sexexperten-Branche ja nicht leben. Der eine ist „Heteroromantischer Bisexueller“, der andere „Bisexuell, aber heteroliebend“.


Doch was hat es damit wirklich auf sich? Die Antwort fällt überraschend aus. Jedenfalls für all jene, die sich in den letzten zehn Jahren nicht mit Sexualität beschäftigt haben. Denn mehr als bisher gilt heute folgende Formel für die Liebe:

Es wird immer normaler für die Menschen, dass sie ihre sexuelle Orientierung außerhalb der Zweiteilung in heterosexuell/homosexuell finden.


Man nennt das auch „fließende sexuelle Identitäten“. Der Begriff ärgert Psychotherapeuten einerseits und Szenen-Hardliner andererseits: Hatte man doch gerade so schön seine Kategorien einsortiert, da kommen doch tatsächlich Leute auf die Idee, dass sie nicht festgeschrieben sein könnten. Die Verwirrung ist verständlich – aber wer sagt eigentlich, dass die Lust auf einen anderen Menschen „festgeschrieben“ sein muss?

Im Allgemeinen finden Menschen mit „fließenden sexuellen Identitäten“ oder eben auch „heteroromantische, aber bisexuelle“ Menschen keine „soziale Heimat“ – weder bei den „gestandenen Heteros“ noch bei den sogenannten LGBT-Gemeinschaft. Das stört manche überhaupt nicht, andere jedoch sehr, nämlich diejenigen, die absolut „dazugehören“ wollen.

Das Problem mit der Akzeptanz ist einfach zu erklären. Bisexuelle Menschen sind in Beziehungen ohnehin schwierig, weil sie eben „uneindeutig“ sind. Besonders dann, wenn sie unter einem Drehtüreffekt leiden: Sind sie mit einem Mann zusammen, sehnen sie sich nach einer Frau, sind sie aber mit einer Frau zusammen, so gelüstet es sie nach einem Mann. Ist nun aber jemand heteroromantisch, aber bisexuell, so lebt er die heftigeren Teile seiner Sexualität, also die Affären, mit gleichgeschlechtlichen Partnern aus. Das entspricht nicht gerade dem Verständnis von "Treue", das die meisten dauerhaften Paare erwarten.

Wobei anzumerken ist, dass es durchaus auch die „umgekehrte Version“ gibt: Da lebte eine bisexuelle Frau in einer homoromantischen Beziehung mit einer Frau, besucht aber von Zeit zu Zeit auch einen männlichen Lover für penetrativen Sex - und das ist kein Männermärchen.

Bislang sind heteroflexible Menschen selten. Nur ein Bruchteil besteht darauf, sich „zu keiner der Kategorien“ im Umfeld der Hetero/Homosexualität zu bekennen. Möglicherweise sind sie die Vorreiter der Gesellschaft, die ja erst vor ein paar Jahrzenten den Spleen hatte, Menschen als Hetero- oder Homosexuelle abzustempeln. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die „Geschichte der Heterosexualität“ erst begann, als die Wissenschaft den Begriff der „Homosexualität“ in Beton fasste. Doch in der Zukunft wird erwartet, dass die Etiketten weniger Bedeutung bekommen – wozu freilich noch reichlich Mut gehört.


Liebe und Sex passen nicht wirklich zusammen

Liebe und Sex passen nicht wirklich zusammen - ist das zu kühn gedacht? Nein, sagt Autor und Herausgeber der Liebeszeitung, der Journalist Gebhard Roese. Er analysiert seit Jahren Meinungen und Tatsachen über die Liebe.

Ob Sie es wollen oder nicht: Sie sind auch Teil der Natur


Die katholische Heftchen-Literatur wusste es immer: Junge Leute brauchen keinen Sex, sondern sie müssen Liebe lernen. „Nicht Sex, sondern Liebe“. Nahezu jede Frau des 20. Jahrhunderts glaubte zu wissen: „Ja, erst die Liebe führt zur sexuellen Bereitschaft.“ Ihre Schwester im Geiste des 19. Jahrhunderts glaubte dies auch, erlebte es aber vom Gegenteil her: Man heiratete nicht aus Liebe, und weil man es nicht tat, war Sex eine Zumutung, der man sich nur widerwillig beugte,

Modelle von Liebe und Sex - mal Gegner, mal Schwestern

Lange Zeit vermied man das Wort „Sex“ ganz, setzte die Liebe an seine Stelle und sprach verschleiernd von „heißer“ oder „leidenschaftlicher“ Liebe. So erschuf sich die Menschheit mehrere, völlig unterschiedliche Modelle:

- Im ersten Modell ist Sex das Gegenteil von Liebe, wie es in der Alternativfrage: "Sex oder Liebe" deutlich wird.
- Im zweiten Modell ist Liebe Voraussetzung für Sex - das ist eine Formel aus dem 20. Jahrhundert.
- Im dritten Modell ist Liebe eine andere Ausdrucksform für Sex (und umgekehrt) - das liegt daran, dass man lange Zeit "das geschlechtliche" umschrieb.
- Neu ist: Liebe und Sex konkurrieren. Je mehr Liebe, umso weniger Sex. Wurde im 21. Jahrhundert festgestellt.
- Und ganz neu: Leidenschaftlicher Sex hat mit Liebe im Grunde gar nichts zu tun. Das ist der logische Schluss aus der Klärung der Begriffe "Liebe" und "Sex".


Analysiert man die Sache kritisch, so stößt man auf das Kernproblem. Wir finden alsbald ein bekanntes, völlig überlastetes Wort: Liebe. Auf der anderen Seite sehen wir ein modernes Wort, das relativ inhaltslos geblieben ist: Sex. Dabei wird Liebe immer mehr mit „gerne zusammen sein“ assoziiert, während Sex ziemlich einsam und nackt für „aktiven Geschlechtsverkehr“ steht.

Der Liebe fehlen die Worte - und dem Sex sowieso

Kurz: Uns fehlen die Worte, und deshalb können wir nicht differenzieren. Dabei gibt es ein deutsches Wort, das den eigentlichen Inhalt einer Beziehung beleuchtet, in der „Liebe“ und „Sex“ zusammenkommen: Es ist eine intime Beziehung. In intimen Beziehungen sind Körperkontakte möglich und zudem erwünscht. Die meisten langjährigen Ehen wird man so nennen können.

Einheitsbrei "Liebe" - jeder, nennt sie, wie er will

Erstaunlich ist ja, dass nicht nur „Liebe“ im Deutschen nahezu jede beliebige soziale und emotionale Bedeutung haben kann, sodass Verständigungsprobleme auftreten, wenn von „Liebe“ die Rede ist. Der Christ definiert sie anders als der Soziloge und der Psychologe anders als der Liebende. Und dennoch ist auch „Sex“ nicht wirklich eindeutig. „Wir hatten noch keinen Sex“ heißt für den Durchschnittsteenager nicht, dass ein Paar keinerlei sexuelle Aktivitäten (Petting. Mundverkehr, Handverkehr) miteinander vollzog, sondern lediglich, dass der Penis sich noch nicht in die Vagina versenkte.

Märchenland Deutschland - Prinzessinnen vögeln nicht

Seit wir Deutschen von Gartenlauben und Grimms Märchen infiziert wurden, setzen wir Liebe mit etwas „Hochwertigen“ gleich. Wir vergessen, dass alle Gefühle, die sich rund um die Partnersuche entzünden, eigentlich Lüste sind, und dass alle diese Lüste wollüstig genannt werden müssten, wenn es nicht so verpönt wäre. Denn natürlich folgen wir bei der Partnersuche einem Urtrieb: fix ran an die Bräute und Kerle, damit gevögelt wird. Und weil das Säugetier in uns nicht einsieht, warum es sich aus seiner Ruhe bringen lassen soll, hat Mutter Natur mit einem riesigen Volumen an körpereigenen Drogen dafür gesorgt, dass wir uns zum Affen machen. Am Ende liegen wir dann einander keuchend und schreiend in den Armen und sagen einander vielleicht noch, wie schrecklich lieb wir einander haben. Haben wir aber nicht. Der Drogencocktail wirkt nach, wir sind verliebt, und das klare Denken ist nun für eine gewisse Zeit blockiert.

Haben wir Glück, treffen uns alsbald die Segnungen von Körpernähe und Geborgenheit, und wir erleben die bekannten Glücksmomente frisch verliebter Paare. Na schön, das Wort ist gefallen: Es ist „Verliebtheit“ und ist der zweite Trick von Mutter Natur, der nicht ausreicht, wenn wir vögeln – sie will auch noch, dass wir zusammenbleiben.

Die Ersatzdroge für die Liebe: Verliebtheit

Verliebtheit ist im Grunde nicht schlecht: Sie ist der natürliche Ersatzstoff für die Liebe, die noch nicht weit genug gediehen ist. Die meisten Liebesforscher, die sich mit Paaren beschäftigen, sind sich einig: Liebe fällt nicht auf uns hernieder wie Sternenstaub, sie entsteht erst dadurch, dass wir miteinander leben. Ganz schlecht wäre nun, Verliebtheit mit Liebe zu verwechseln, und dennoch tun es die meisten Verliebten.

Wenn wir Lust, Intimität und aktiven Sex zusammennehmen, dann haben wir ungefähr das, was ein junges Paar antreibt – und das Schlüsselwort, die Intimität, steht dabei im Mittelpunkt.

Was ist nun mit Liebe und Sex? Benutzen wir die Begriffe doch bitte separat. Niemand mus sich schämen, wenn er Sex aus reiner Lust hat, und es ist auch in Ordnungen,wenn sich Liebende mit Sex das Leben verschönen. Die meisten Menschen, die jetzt gerade ohne Partner auf der Suche sind, wünschen sich Intimität – da können Sie ganz sicher sein. Vielleicht schreibe ich Ihnen darüber demnächst mehr.