Dating, Liebe, Internet und lauter Lügen?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 7. September 2010 • Kategorie: liebe an sich


die ideale frau - oder vielleicht doch eher nicht?


Deutsche neigen dazu, ihr Verhältnis zu Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit bisweilen zu übertreiben. Eigenartig dabei ist nur, dass sie selbst sich sehr viel zusammenflunkern, zum Beispiel darüber, wie attraktiv sie für andere sind. Männer zwischen 25 und 30 beispielsweise fühlen sich im besten Mannesalter, voll im Saft, um endlich in den Dschungel der Partnersuche vorzudringen. Doch statt des Halali und der damit verbundenen Freude über die reiche Beute muss er abends am Lagerfeuer gestehen: Das Wild läuft ihm davon. Tränen des Zorns steigen in ihm auf, und er sagt sogleich, woran es liegt: Dieser verdammt Dschungel! Da kann man doch gar nicht jagen! Welcher Idiot hat ihm nur geraten, in den Dschungel zu gehen? Na, und dann dauert es nicht mehr lang, bis er zu einem dieser Jedermann-Klatschportale geht, und schreibt: „Alles Abzocke im Internet – man findet da doch sowieso keine Partnerin.“

Frauen und das Dilemma der wirklichen Erfolgsquoten beim Dating

Frauen ab 40 verlangen in der Regel noch viel mehr. Sie gehen an den Internetmarkt in dem Bewusstsein, attraktiv und begehrenswert zu sein. Sie erwarten, dass sich die Gentlemen redlich um sie bemühen, und zwar mit dem einen einzigen Ziel, ihre dauerhaften und verlässlichen Lebenspartner zu werden. Bei der geringsten Übereinstimmung schlagen die Herzen höher: „Das ist er, das muss er doch sein“ – nun, und am Ende sagt der Herr: „Es war wirklich sehr nett mit Ihnen, aber ich habe festgestellt, dass Sie nicht derjenigen Partnerin entsprechen, die ich mir für den Rest meines Lebens vorstellen kann.“ Ja, Frauen dieser Erde: Das ist ein Korb – von einem Mann. Auch bei diesen Frauen führt der Weg vom Internet ins Kaffeekränzchen, den wir hier mal als Stammtischersatz sehen wollen, und von dort ins Internet oder gar in eines von diesen schrecklichen Büchern, in denen Frauen ihre Dating-Erebnisse schildern. Dann heißt es: „Bei Online-Partnervermittlern kann man gar keine Partner finden, die 35 Prozent Erfolgsquote sind ebenso eine Lüge wie das fünfzig-fünzig Verhältnis von Männern und Frauen.“

Dating-Fakten sind oft ernüchternd - und die Wahrheit ist schwer zu ertragen

Stellen wir dies einmal den Tatsachen gegenüber: Eine Quote von 35 Prozent heißt, dass in etwa jeder Dritte mit der Partnersuche bei einer Online-Partnervermittlung Erfolg hat. Es bedeutet nicht, dass jeder, der sich anmeldet, eine 35-Prozent-Chance hat. Das Spektrum reicht in der Tat von 100 Prozent bis 0 Prozent. Das Einzige, was man den Online-Partnervermittlern vorwerfen kann: Sie könnten anhand ihrer Partnertests ungefähr feststellen, wer so gut wie unvermittelbar ist und ihm dies vor der Bezahlung der immerhin recht namhafte Geldbeträge mitteilen. Zudem sind die Chancen von den Ansprüchen an innere (Charakter) äußere (Schönheit) und messbaren (Entfernung, Alter) Gegebenheiten abhängig. Besonders die Letzteren können die Ursache dafür sein, dass die Suche aussichtslos wird. Die männlichen Spitzenpersönlichkeiten mit gutem Einkommen und akzeptablem Aussehen, die innerhalb von 25 Kilometer Entfernung wohnen und der gewünschten Altersspanne von „plus fünf Jahren“ entsprechen, sind ein sehr seltener Glücksfall – vor allem, wenn man als 45-jährige Frau dann noch aussuchen will. Damit die Herren auch noch ihr Fett bekommen: Auch die 25- bis 29-jährige, kinderlose Ausnahmeschönheit ohne emotionale Mängel, die von einem Mann um 35 innerhalb von 50 Kilometern einer Gegend gesucht wird, in der es keine Großstadt gibt, ist rar. Selbst, falls sie vorhanden ist, kann sie selbst ganz andere Kriterien haben und beispielsweise auch unter Männern wählen, die bereit sind, erhebliche Entfernungen für ein Date zu riskieren – von anderen Altersgruppen einmal ganz abgesehen.

Auch das Fifty-fifty-Verhältnis zwischen Frau und Mann gilt nur im Schnitt, nicht etwa bei den ganz jungen oder relativ alten Partnersuchenden.

Frauen und das Dilemma der Bewerbermassen

Sind Frauen zwischen 25 und 30 nun zögerlich und verlogen, nur, weil sie wählerisch sind und sich erst einmal in das Medium „Internetdating“ und die Verabredungen per Blind Date hineinleben wollen? Oder sind sie arrogant und verlogen, weil sie einem Teil ihrer 300 E-Mail-Bewerber nicht einmal sagen, dass sie sich für ihn nicht interessieren? Ich meine: nein. Es ist ihr gutes Recht, zu suchen, bis das Zeichen für gefunden auf „grün und nichts als grün“ steht, und es ist ebenso ihr gutes Recht, die „Bewerber“, die gar nicht erst zum „Vorstellungsgespräch“ aka „Blind Date“ kommen sollen, zu ignorieren – zumal, wenn in diesen E-Mails nichts anders als blöde Standardsprüche oder aus Ratgeberbüchlein für „Onlineverführer“ abgeschriebene Vorlagen stehen.

Sind die Partnersuchenden nun verlogen oder nur höflich?

Kommen wir nun zu den begehrten Männern um 50. Sind Sie nun verlogen und entscheidungsschwach, wenn sie nicht sofort wissen, ob in sechs Monaten eine Verlobung möglich ist? Könnte es nicht sein, dass sie die vielen Angebote ebenfalls überwältigt haben und sie – je nach ihren zeitlichen Möglichkeiten – zunächst einmal fünf, zehn oder auch fünfzehn potenzielle Partnerinnen sehen wollen, bevor sie sich für eine entscheiden? Muss es wirklich so sein, dass Frauen beleidigt sind, wenn sie von einem Mann einen Korb bekommen, auch wenn dieser Korb vielleicht übertrieben höflich formuliert wurde? Wollen Frauen wirklich hören: „Deine Vergangenheit ist so undurchsichtig wie serbische Bohnensuppe, du hast dich aufgetakelt wie eine abgehalfterte Hure und lügst über deine Lebensführung, dass sich die Balken biegen?“

Ich denke, das wollen sie nicht. Im Grunde genommen kann manche Frau, aber sicher auch mancher Mann, froh darüber sein, keine ehrlichen und qualifizierten Absagen zu bekommen, sondern die Formulierung „ich fürchte, sie passen nicht in das Leben, das ich mir mit einer Partnerin / einem Partner in Zukunft vorstelle“.

Was meint ihr?

Zum Thema passt auch der Artikel vom gleichen Autor in der heutigen Ausgabe der Liebepur.

Bild © 2009 by Bob With
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 8 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Wie frau Mistkerle einfängt - und wieder loswird

Geschrieben von © induna •Montag, 6. September 2010 • Kategorie: liebe an sich


Sollte Frau (aber auch Mann) der Liebe verfallen oder lernen, die Liebe zu beherrschen? Unser Autor glaubt, dass Frauen sich selbst als Lockfallen für Mistkerle anbieten. Ja, er stellt sogar die Frage, warum Frauen eigentlich über diese "charmenten Mistkerle" schimpfen - sie haben ihnen doch immerhin außer dem Trennungsschmerz auch zahnlose problemlose Tage und Nächte verschafft.

charmante lover bringen freude ins leben


Männer mache sich wenig Gedanken darüber, ob sie einer Frau verfallen könnten oder ob sie sich soweit beherrschen können, dass Vernunftargumente noch zählen. Die meisten Männer glauben, geborene Anführer zu sein, und wenn es ihnen schon nicht gelingt, eine Gruppe oder Abteilung zu beherrschen, so doch wenigsten eine Frau. Dies ist schon manchem Mann zum Verhängnis geworden, denn Frauen beginnen ihre Herrschaft über Körper, Geist und Seele des Mannes schleichend. Freilich sollte ich erwähnen, dass auch manchem Mann schon das positive Gegenteil wiederfahren ist. Ich kannte einmal einen selbstherrlichen Macho, der durch den Einfluss einer wundervollen Frau tatsächlich wieder auf ein erträgliches Maß schrumpfte.

Frauen hingegen scheinen immer der Gefahr ausgesetzt zu sein, der Liebe zu verfallen, jedenfalls, wenn man aktuelle Schilderungen liest. Der charmante Mistkerl, der liebevolle Schuft, der wundervolle Liebhaber, der aber leider bereits Ehemann ist – das sind nur drei der recht „typischen“ Frauenhelden. Viele von ihnen führen Drehtürbeziehungen, mal mit dem gleichen Mann, mal mit immer neuen Figuren in ihrem Leben, die sich von den bisherigen nur durch das Aussehen unterscheiden, vom Charakter aber offenbar ähnlich sind.

Fragen wir uns doch mal, ob das sein muss?

Ihr werdet über meine Meinung überrascht sein: Ja, es muss nicjt nur sein, es ist sogar selbstverständlich. Der Wunsch, in Illusionen der Liebe zu leben, in denen es nichts gibt als den wundervollen Mann, der allzeit charmant ist, jederzeit pflegeleicht Launen hinnimmt, kaum eigene Wünsche hat und stets ein perfekter, leidenschaftlicher Liebhaber ist, führt zu jenen Beziehungen, über die Frauen hernach bitterlich weinen.

Glaubt nun bitte nicht, das ginge nicht auch umgekehrt: Männer, die in Illusionen leben, werden in ähnlicher Wiese ausgebeutet wie Frauen, nur dass dieser Ausbeutung zumeist andere Muster unterliegen – nun ja, und noch etwas ist anders: Diese Männer lamentieren nicht in Männerzeitschriften und sie schreiben keine Bücher.

Fragen wir uns nun, ob sich das auch ändern ließe.

Die Frage, die nun folgt, wird euch wieder überraschen: „Warum wollt ihr denn daran etwas ändern?“ Ist es nicht toll, wirklich wundervolle Liebhaber zu haben? Haben sie euch nicht unendliche viel Freude und Lust gebracht? Nun? Und das wollt ihr wirklich aufgeben gegen ein leben mit Alltagsproblemen, herumliegenden Socken, Bartstoppeln und vielleicht gar Seitensprüngen eures „festen“ Partners?

Seht mal, nur, wenn ihr diese Frage vorbehaltlos mit „ja, ich will es aufgeben“ beantwortet, dann habt ihr überhaupt eine Chance – und sonst gar nicht. Der Liebe zu verfallen, dies will ich ergänzen, kann eine Weile eine durchaus interessante Lebensform sein, die man nicht verachten sollte – nur muss man wissen, dass man dann im offenen Meer schwimmt und nicht am Strand entlang.

Nun gut, ihr wollt die Liebe wirklich beherrschen? Dann hilft es nichts – ihr müsst euer Gesicht der schnöden Realität zuwenden: Alter, Bildungsgrad, Schönheit, beziehungsrelevante Persönlichkeitseigenschaften, Beruf, emotionale, soziale, praktische und nicht zuletzt erotische Fähigkeiten (im Geben, nicht im Nehmen)? Wenn ihr das habt: Wie sieht die Bilanz aus?

Nun? Wenn ihr jetzt sagen könnt, dass ihr eine Persönlichkeit seid, die den Stürmen des Alltags gewachsen ist, dann geht doch einfach den Weg, euch einen Kandidaten zu suchen, der familiengeeignet ist, aber noch nicht verheiratet. Das ist viel einfacher als gedacht: Alle Traummänner streichen, alle Illusionen aufgeben, das Wunschdenken extrem einschränken und schlicht und einfach wieder „ganz normale Männer“ treffen. Wenn es euch langweilig wird: Der Weg zurück zu den „charmanten Mistkerlen“ ist in fast jedem Lebensalter möglich. Aber dann: Bitte nicht weinen und keine Bücher schreiben.

Habt ihr auch den ersten Teil gelesen? "Der Spagat zwischen Mistkerlen und braven Jungs"?

Bild © 2007 by Legendary Classic (Edward Lund)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 23 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , ,

Der Spagat zwischen Mistkerlen und braven Jungs

Geschrieben von © induna •Samstag, 4. September 2010 • Kategorie: liebe an sich


spagat - zu welcher sorte mann mag er gehören?


Man könnte natürlich fragen, warum es all die süßen Mistkerle gibt und warum sie Frauen um die Finger wickeln. Ebenso gut könnte man fragen, warum nicht alle Männer lernen, begehrte Mistkerle zu werden - die PUAs würden sich freuen, weil dann Geld in ihre Kassen kommt.

Die Frage ist ungefähr so intelligent, wie danach zu fragen, warum es überhaupt unterschiedliche Charaktere unter den Männer gibt, und wir lassen sie deshalb mal weg. Beschäftigen wir uns lieber damit, warum Frauen den Spagat zwischen Mistkerlen und braven Jungs suchen.

Die Forschung verliert sich im Evolutionsmüll

Die Forschung, um dies gleich vorweg zu sagen, bringt uns keinen Millimeter weiter. Die Evolutionsbiologen sagen uns, dass Frauen die besten Gene einsammeln wollen, um eine möglichst differenzierte, gesund durchmischte Bevölkerung hervorzubringen. Eine andere Behauptung aus derselben Ecke geht dahin, dass die Menschenfrauen eigentlich nur von den starken Alpha-Männchen begatten lassen wollen, damit die erfolgreichsten Gene vererbt werden. Ja, und warum schwanken sie dann zwischen Liebesnächten mit Macho-Mackern und Ehetagen mit guten und sozial engagierten braven Jungs, die zum Dauerpartner und Vater ihrer Kinder taugen?

Der Wettkampf zwischen Natur und Kultur

Möglicherweise, weil Natur und Kultur einen kleinen Wettkampf in ihnen ausüben, der übrigens auch bei Männern stattfinden könnte: Die Sexbombe fürs Bett, weil die Urnatur dem Jungen vorgaukelt, dass große und gesunde Brüste genügend Nahrung für mögliche Nachkommen produzieren? Oder die sanfte, sozial kompetente und liebevolle Urmutter für das gemeinsame Familienglück?

Forscherinnen wollen festgestellt haben, dass ledige Frauen lieber mit gebundenen Männern schlafen als mit ledigen, während gebundene Frauen mit ledigen und gebundenen Männern schlafen würden. Auch das bringt uns allerdings nicht weiter, sondern unterstützt nur die Idee, Frauen seine von Grund auf unmoralisch: Das Einbrechen in Beziehungen, das herumnaschen an Genen, die sich bereits bewährt haben riecht stark nach morallosen Sexhyänen – übrigens wurde der beschreibene Effekt an exakt 35 ledigen Studentinnen festgestellt, was viel Licht auf die Forschung an sich wirft.

Doch was ist nun mit dem inneren Wettkampf? Warum wetzen Kultur und Natur die Messer?

In der Jugend Erfahrungen erschlafen, im mittleren Erwachsenenalter benutzen

Eigentlich wäre es ganz einfach: Die junge Frau erschläft sich Erfahrungen mit ziemlich vielen interessanten Männern und hat damit zu einem späteren Zeitpunkt den Vorteil, einen Mann so stark sexuell (und selbstverständlich auch auf andere Weise) zu fesseln, dass er seine Freiheit aufgibt und „in Familie macht“. Das bedeutet also: die junge Frau soll sich „austoben“, die reifere Frau soll heiraten und Kinder haben.

Der Kult-Wahn aus den Medien

Doch nun kommen gewisse Außeneinflüsse, die wieder kulturabhängig sind: Die (falsch verstandene) Emanzipation sagt: „Du darfst alles, nimm nur Rücksicht auf dich, aber nicht auf andere, vor allem nicht auf die Männer.“ Der Jugendwahn sagt: „Du kannst Männer vernaschen bis du 40 bist – also kannst du immer und überall geile Erlebnisse haben“. Schließlich wäre da noch der Wahn, dass alles Leben nur Freizeitgenuss ist: „Das Leben ist kurz – also nimm alles mit, was du bekommen kannst, wenn es dir Spaß macht.“

Freilich unterliegen nicht alle Frauen diesem Kult-Stress. Die Sehnsucht nach einem ruhenden Pol im Leben weicht spätestens gegen 30 der Lust an ständig neuen Naschereien. Doch nun wird es erst richtig schwierig: Wer den Weg einschlägt, mit einem der berühmten „charmanten Mistkerle“ eine Dauerbeziehung zu führen, wird bald merken: “ich bin nicht die einzige Frau in seinem Leben.“

Beuteverhalten ändern - bevor es zu spät ist

Also wird es Zeit, das Beuteverhalten zu ändern – doch nun kommt es ben sehr darauf an, ob Frauen in dne Jahren zuvor ein Gespür dafür entwickeln konnten, wo denn eigentlich der Unterscheid zwischen „Mistkerl“ und „bravem Jungen“ liegt. Vor allem für äußerlich attraktive Frauen ist die Versuchung offenbar groß, den „Spatz in die Hand“ zu nehmen, also doch wieder einem Macho zu verfallen, als auf die „Taube auf dem Dach“ zu warten, dem Partner also, der sich für den weiteren Lebensweg eignet. Das ergibt hin und wieder eine Kette, in der sich Mistkerl an Mistkerl reiht – freilich alles Mistkerle, deren körperliche Nähe diese Frauen zuvor bis zur Neige ausgekostet hatten.

Ja, liebe Leserinnen: Wenn ihr es besser wisst, dann schreibt uns doch mal: Die Liebeszeitung hat ein weit offenes Ohr für euch – übrigens auch als Gelegenheitsautorinnen.

Titelbild © 2007 by Mike Beltzner
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 31 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , ,

Liebespfand und Liebesbeweis – noch aktuell?

Geschrieben von © induna •Freitag, 3. September 2010 • Kategorie: liebe an sich


liebespfand
das einzige offizielle liebespfand - der verlobungsring



Manche Wörter verschwinden einfach wieder aus der Sprache, andere werden gelegentlich wiederbelebt und verschwinden erneut. So ergeht es auch Begriffen aus dem Bereich der Liebe.

Die Liebe selbst ist ja ein Wort, das einem ziemlichen Wandel unterworfen ist: Mal steht es für die Treue und Freundschaft unter Männern und wird für die Lust an der Frau gar nicht verwendet, dann wieder bezeichnet es fast ausschließlich die Liebe zur Frau, und letztendlich ist das Wort „Liebe“ in vielen Varianten auch ein Synonym für „Sex“.

Der Liebesbeweis - vom Petting bis zur gewagten Mutprobe

Ein Wort, das solche Wandlungen durchmachte, ist der Liebesbeweis. Einst geschaffen, um den Beweis der Freundesliebe zu dokumentieren, ist es heute zu einem Wort der Teenager-Foren geworden. Eigentlich ist das ganz klar: Nur wer sehr jung oder betont naiv ist, glaubt, dass die Liebe Beweise braucht, und nur, wer durchtrieben ist, fordert solche „Beweise“.

Bis in die späten 1960er Jahre galt zum Beispiel unter Teenagern das berühmte „Petting“ als Liebesbeweis – erlaubte eine Frau gar den Geschlechtsverkehr, so galt dies schon als extrem Liebesbeweis. Je durchtriebener die Fordernden waren (und auch heute noch sind) umso gefährlicher oder teurer werden die „Liebesbeweise“. Für manche Frauen ist es eine innere Genugtuung, Männer mit der Forderung nach Liebesbeweisen in Form von Mutproben zu ködern, nur um herauszufinden, ob sie es wirklich tun würden. Das „Liebespfand“, also die versprochene erotische Vergünstigung, wird dabei dann am Ende oft nicht einmal eingelöst. Das Spiel funktioniert natürlich umso besser, je ungewöhnlicher die Liebes-Dienstleistung ist, die die Dame versprochen hat. Im Internet gibt es darüber hinaus zahllose Frauen, die unbestimmte erotische Dienstleistungen gegen „Liebesbeweise“ in Form von Geschenken anbieten. Auch dabei geht es darum, diese Leistungen niemals zu erbringen, die Geschenke aber anzunehmen. Das Verfahren wendet sich an typische männliche „Verlierer“, die in der einschlägigen Werbung auch deutlich angesprochen werden.

Wer seriöse und sichere Beziehungen zu Frauen sucht oder sich gar ein Date wünscht, ist hier natürlich völlig auf dem Holzwege, dennoch schaffen es diese Frauen immer wieder, mit der Salamitaktik Männer an sich zu ziehen und von ihren Versprechungen abhängig zu machen.

Das einzige echte Liebespfand: Der Verlobungsring

Die wirkliche Liebe zwischen Frau und Mann bedarf jedoch keines Beweises, und die Geschenke aus Liebe, die man einander gibt, sollten daher eher persönlich und einmalig sein statt teuer und überall gegen Geld verfügbar. In angelsächsischen Ländern gibt es einen wundervollen Brauch des Liebesbeweises, der zugleich Liebespfand ist: der Verlobungsring als Schmuckring.

Dieses Liebespfand wird in der Regel innerhalb einer einmaligen, persönlichen Zeremonie übergeben, die das ganze Spektrum der romantischen Liebe widerspiegelt: Man sucht einen besondern Ort aus, an dem die Übergabe stattfindet, und es ist üblich, dass der Mann dabei auf die Knie geht, um seiner Geliebten die Ehe zu versprechen.

Der romantische Hintergrund des Liebespfands

Das Liebespfand hatte stets einen durchaus romantischen Hintergrund. Wer über große Mittel verfügte, gab in alter Zeit schon einmal einen wertvollen Diamantring als Zeichen der Liebe, wer hingegen arm, jung und romantisch war, erbat sich eine Locke vom Haupthaar der Geliebten oder schenkte ihr eine gepresste Blume. Je nachdem, wie das Verhältnis beider zueinander war, konnte man den das Liebespfand als Zeichen der Hingabe aneinander oder auch als indirekte Bezahlung von Liebesdiensten werten.

Das Liebespfand in der Schmuddelerotik

Das Liebespfand geriet nach und nach in Vergessenheit. Für die heutigen Menschen und ihre Partnersuche ist das romantische Liebespfand überflüssig geworden, weil man ja jederzeit überall erreichbar ist. Immerhin ist es allerdings möglich, dass inzwischen das eine oder andere neue Liebespfand entstanden ist: Im Bereich der Schmuddelerotik sind es Kleidungsstücke, die man als Fetische ansehen könnte, und im Bereich der Teenageraffären ist es das sogenannte „sexting“, bei dem die jungen Frauen mehr oder weniger frivole Fotos an ihre jugendlichen Liebhaber schicken.

So ist der einst mit edler Gesinnung besetzte Begriff „Liebespfand“ heute zu einem abgedroschenen, unwürdigen und ganz und gar nicht liebevoll besetzten Begriff geworden. Ob es schade ist? Ich meine es ist gut so. Das Liebespfand gehört nicht in diese Welt, sondern in vergangene Zeiten, in denen es oft das einzige Stück war, das die Liebe symbolisch sichern konnte. – denn eine andere Form der Sicherheit gab es damals nicht.

Bild © 2009 by sinksanctity (Elizabeth Moorehead)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 27 Klicks

Geile Schlampen, Mistkerle und Du

Geschrieben von © induna •Donnerstag, 2. September 2010 • Kategorie: liebe an sich


hauptsache auffallen - doch was wollen frauen eigentlich wirklich von männern?


Frauen haben es beim Ausgehen schwer, klar. Sie wollen sich einerseits amüsieren, andererseits sind sie Flirts und erotischen Naschereien nicht abgeneigt, und am Ende wollen sie vielleicht gar noch einen Mann fürs Leben. Zumeist setzen sich Frauen keine Prioritäten: Es kommt, wie es kommt, und ob ein Mann nun ankommt oder abblitzt, zum Sofortverzehr ausgeguckt wird oder in die Liste möglicher Langzeitkandidaten eingereiht wird, ist vom Verlauf des Abends abhängig. Das Aschenbrödel-Motto: Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“ zählt in der Disco wenig. Wenn es darum geht, ob der Mann zum Sofortgenuss mit nach Hause genommen wird, ist eher das Gegenteil der Fall: Die Guten sind zum Heiraten, die Schlechten fürs Bett. Eigentlich geht man ja gar nicht mehr aus, um einen Mann fürs Leben kennenzulernen, sollte es jedoch so sein, so würde man ihn auch nicht ablehnen.

Frauenzeug, das Männer nicht verstehen

Manche sagen es drastischer, manche weniger. Bereits im Kultfilm „Der Untergang des amerikanischen Imperiums“ sagen die Männer, was sie von den Frauen in Tanzlokalen halten: Man muss beim Tanzen einen Haufen dummes Zeug reden – Frauenkram eben, der Männern nicht liegt. („Haben Sie schon den neuen Woody-Allen-Film gesehen“?), man kann es aber auch so sagen:

Warum also soll ich mir das immer wieder antun, wenn ich für weniger Geld Sex haben kann - und das ohne mich den ganzen Abend auf irgendwelche weibliche Kommunikationsscheiße einlassen zu müssen, die ich nicht verstehe?


Sofort ins Bett kommen nur die Alphatierchen

Schade, wenn man es als Mann dennoch versucht und am Ende keinen Erfolg hat, zumal, wenn sie am Schluss mit einem primitiven, kahlköpfigen Muskelmann das Lokal verlässt, der nicht halb so schöne Worte fand. Der Grund ist möglicherweise, dass das Beuteschema für weiblichen Spontansex feststeht: wenn schon spontan, dann nur mit dem Alphatierchen des Dschungels, nicht mit dem kinderlieben Beschützer.

Frauen sagen normalerweise nichts zu solchen Themen. Die meisten würden sich lieber die Zunge abbeißen, als zu sagen, dass sie sich aus Discos und Bars immer die Typen holen, von denen sie glauben, mal richtig „durchgenommen“ zu werden. Die Bloggerin Cassy nimmt da kein Blatt vor den Mund:

Und wer sorgt dafür, dass es zwischen den Beinen kribbelt und juckt? Genau! Die Mistkerle! Oder besser gesagt: die charmanten Mistkerle. Professionelle Jäger. Alpha-Männchen. Der Typ, den frau ins Bett, aber nicht vor den Altar bekommt.


Gespaltene Seele: Partner für Sofortsex und Ehepartner

Da zeigt sie sich, die gespaltene Seele, auf die nicht nur brave Büromännchen, sondern auch Forscher hereinfallen: Frauen suchen natürlich keine Machos für eine dauerhafte Beziehung, aber sie trauen sich auch nicht, zu sagen, dass sie ab und ganz gerne einen Macho im Bett hätten. Das gleiche Missverständnis existiert auch umgekehrt: Forscher und Frauen fallen auch auf die ebenfalls gespaltene Männerseele herein: Der einladende Lutschmund mit schnuckeligen Brüsten, flachem Bauch, schwindelerregenden Hüftbewegungen und ständiger sexueller Bereitschaft, kurz „Schlampe“ genannt, ist nur für die Kurzzeitbeziehung interessant – fürs Heiraten zählen andere Werte.

Im Dschungel des Ausgehens: Feuchtigkeit inbegriffen

Am Ende fragt man sich: Was wird denn eigentlich erwartet von Discos und Bars, Partys und In-Lokalen? Dort will doch jeder seine ganze persönliche Show, an der zumeist auch andere teilhaben können: Alleine die Selbstdarstellung beim Tanz, ob nun gewollt oder ungewollt, ist bereits eine erotische Offenbarung, und sogar die Sitzhaltung an der Bar kann es sein. Offen bleibt, ob es tatsächlich immer der feuchte Dschungel ist, der lockt: Nicht alle Frauen, aber auch nicht alle Männer, wollen diese Plätze mit einem Bettpartner am Arm verlassen. Ein schicker Flirt kann ebenso sinnlich sein, auch wenn sonst „fast gar nichts läuft“. Wer einmal eine Stunde lang mit einer wirklich sinnlichen Frau flirten durfte, der weiß, wovon ich rede. Frauen zu genießen, muss nicht heißen, sie ins Bett zu zerren.

Im Grunde sollte man sagen: "Scheißspiel"

Die Idee, auszugehen um am anderen Morgen mit Kopfschmerzen und Kater in einem fremden Bett zu laden, ist nicht sonderlich originell. Schon mancher Mann war entsetzt darüber, welche Art von Frau am Morgen neben ihm aufwachte, und manche Frau fragt sich am nächsten Tag dann wahrhaftig: „Hatte ich nun heute nach was mit dem Typen oder nicht?“
Mistkerle? Geile Schlampen? Im Grund genommen ist es einfach ein (hier im Kontext erlauben Sie mir bitte den Ausdruck) … ein Scheißspiel.

Titelbild © 2007 by twinkleboi (Toby Dylan)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 36 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Zeiten der Liebe - nach dem Sommer

Geschrieben von © Gebhard Roese •Mittwoch, 1. September 2010 • Kategorie: liebe an sich


Brombeeren leiten den Herbst ein - und was macht die Liebe?


Der Sommer ist plötzlich vorbei – herbstliche Temperaturen zwingen uns, den Pullover oder Trenchcoat wieder aus den hintersten Bereichen unserer Kleiderschränke hervorzukramen, und die Damen halten sich „bedeckter“, was den Anblick ihrer nackten Haut angeht.

Es ist Zeit, an die Zukunft zu denken. Wer indessen mit Sommerlieben herumjongliert, wird jetzt bald erleben, dass sie ihren Preis haben: Man wird den Herbst und den langen Winter entweder alleine verbringen, oder sich mit dem auch noch bis zum Winter verfügbaren „Fallobst“ der Partnerwelt zufriedengeben müssen, wenn man nicht ohnehin das „Casual Dating“ vorzieht, das man auch als „Love on Demand“ bezeichnen könnte.

Sollte man da nicht doch noch die Mutter auf die Schraube tun und sich vielleicht nicht wieder trennen, bevor die Herbstblätter fallen? Einfach weitermachen, einkuscheln und sich Weihnachtsgeschenke geben, wie dies ganz gewöhnliche Paare tun?

Es kommt darauf an, wie man sein Leben fristen möchte: Immer nur der Lust frönen, bedeutet zumeist, eine auf die pure Lust basierende Beziehung nach drei bis sechs Monaten auf dem Schrottplatz der Liebe zu deponieren. Doch warum eigentlich? Ist es ein guter Zustand, immer nur herumzuschnäbeln, um nicht “herumzuvögeln“ zu schreiben? Wollen wir Menschen wirklich nur die Lust leben, aber keine Verantwortung tragen?

Ich denke, wir sollten uns jetzt besinnen, jetzt, da wir sehen, dass die Natur sich nach und nach zur Ruhe begibt. Die stille Zurückgezogenheit zu zweit erlaubt und einen wundervollen Ausblick auf die gemeinsame Zukunft, das Glück des eigenen Heims, die Freude am gemeinsamen Leben und daran, aneinander zu wachsen.

Das Erwachsenleben ist mehr als eine Kette sinnlicher Vergnügungen – es bedeutet auch, Verantwortung für andere zu übernehmen. Das klingt banal und vielleicht belehrend, aber ich möchte meine Leserinnen und Leser doch dazu anregen, die Knoten der Liebe etwas fester zu binden.

Unser Leben wird, unsinnigen Pressemeldungen folgend, derzeit vielfach von dem Gedanken an „eine Krise“ bestimmt. Das ist kompletter Unsinn. Unsere Zukunft ist immer unsicher, und nur für wenige von uns ist sie leider das, was man sich als nachdenklicher Mensch wünscht: eine Herausforderung.

Die beständige Liebe zu einer Frau oder zu einem Mann ist eine Herausforderung – und ich denke, dass viel mehr Menschen begreifen sollten, dass diese Herausforderung eine schöne Aufgabe ist. Dies bedeutet nicht, dass wir in Starrheit verfallen sollten oder den erstbesten Partner heiraten sollten, der uns begegnet. Es bedeutet nur, die Zeit des Säens, die Zeit des Wachstums und die Zeit der Ernte in der Liebe klug einzuteilen.

Nein, ich werde jetzt nicht jeden Tag so nachdenklich schreiben – dazu ist unsere Liebeszeitung viel zu lustvoll eingestellt. Übrigens – haben Sie schon unseren ersten Artikel über das Schreiben erotischer Texte gelesen? Dann wissen Sie: die Liebeszeitung ist immer gut für tolle Ideen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, die kommenden Pullovertage gut zu überstehen – vielleicht werden wir dann im späten September doch noch neue Liebespaare sehen – oder solche, die zusammengeblieben sind.

Bild: © 2010 by sehpferd, budapest
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 20 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Wie machen sich Frauen erotisch attraktiv?

Geschrieben von © induna •Dienstag, 31. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


geheimnisvoll, tiefgründig, erotisch - besser als "sexy"?


brust raus: langweilig und unerotisch
Einem jungen Menschen den Unterschied zwischen Erotik und Pornografie zu erklären, fällt schwer, aber ich will es zunächst einmal versuchen: Pornografie ist, wenn man genau das sieht, was passiert, und Erotik ist, wenn man mehr sieht, als wirklich da ist. So ungefähr ist das auch beim Unterschied zwischen einer erotisch attraktiven Frau und einer Frau, die ihren Sex herausstellt. Wenn eine Frau beispielsweise das Thema „Push-up-BH – kurzer Rock – High Heels“ spielt, dann versucht sie, mit Sex zu verlocken: Dem Mann soll gezeigt werden: Hey, ich bin eine sexy Frau, und meine Kerle kriegen genau das, was du siehst (und vielleicht kriegst du es auch).

Modell der erotischen Frau: Die Geheimnisvolle

Dass es andere Wege gibt, zeigt ein anderes Modell, an dem sich Frauen gerne orientieren: die Geheimnisvolle. Ihr Thema heißt: „Ungewöhnliche Kleidung – sinnliche Körpersprache – rätselhafte Absichten“. Sie spielt also nicht nur eine andere Rolle, sondern auch ein anderes Spiel: „Entdecke mich, Fremder, und du wirst Dinge erleben, von denen du nicht einmal zu träumen gewagt hast.

Frauen-Modelle gibt es viele - aber wirken sie auch?

schon der blick kann verlockend sein
Klar gibt es auch noch andere Modelle: Da wäre der klassische Vamp oder seine Abwandlung, die Femme fatale. Die Botschaft lautet dann: Komm in meine Falle, Süßer, und du wirst Himmel und Hölle erleben“. Ihre Antipodin wäre die Mädchenfrau jeden Alters, die Blusen mit Rüschen und halblange Röcke trägt und die der Männerwelt suggeriert, allzeit wunderschön anzusehen zu sein und dabei stets taufrisch. Seltener geworden ist die Kumpelfrau, in Jeans und T-Shirt, die sich an die eher zurückhaltenden Männer wendet und deren Botschaft ist „Wir werden das Kind schon schaukeln“. Nun, diese Linie der Strategien ließe sich beliebig fortsetzen. Sie gehören zu den „Games People Play“, den Spielen der Erwachsenen.

Selbstverständlich kann die Erotik einer Frau in viele Rollen hineinspielen: Vollblut- und Mädchenfrauen, Femmes fatales und selbst die mütterliche Masche kann erotische Komponenten enthalten, denn hinter all diesen Varianten steht ja: „Wenn du mich wählst, bekommst du mehr als das, was du siehst“. Aber für die „Geheimnisvolle“ ist sie der Köder schlechthin: Sie suggeriert, etwas zu beherrschen, was man der Mann) in dieser Form und Ausführung noch nicht erlebt hat.

Mysteriös-erotisch ist kein Markenzeichen - die Lust liegt in der Besonderheit

Mysteriös zu sein ist kein Markenzeichen. Die Eigenschaft verlangt keine bestimmte Kleidung, aber sicher eine ungewöhnliche. Das reicht von einem Blaser, unter der nichts als eine schicke Korsage getragen wird über ein selbst geschneidertes Kleid oder ein ungewöhnliches Material bis hin zu eigenartigen Accessoires. Frauen mit weniger Fantasie können einfach schwarz tragen – mit einigen farbigen Beigaben. Überhaupt wird die mysteriöse Frau immer etwas Ungewöhnliches tragen: Mal wird es ein Schmuck sein, den der örtliche Juwelier nicht führt (antiquarischer Schmuck eignet sich gut), dann wieder eine Handtasche, die „heute kein Mensch mehr“ trägt und schließlich werden so „unentbehrliche“ Dinge wie Handschuhe und Hüte eingesetzt. Wichtig bei der Kleidung: Alles ist erlebt, außer zu viel Haut. Die mysteriöse Frau wird selten die Brüste vorzeigen, schon gar nicht, wenn sie auch Bein zeigt: Wenn der schwarze Rock nur bis zum Schritt reicht, trägt sie die Bluse hochgeschlossen. Statt eines Ausschnittes vorne trägt sie einen raffinierten Rückenausschnitt, und statt der Hotpants einen Schlitz im langen Kleid.

Körpersprache ist das Wichtigste für die erotisch wirkende Frau

Doch die eigentliche Stärke der erotischen Frau liegt in ihrer Körpersprache, und dazu weiß ich ein Geheimnis, das selbst Forschern entgeht: Männer wollen Frauenkörper in Bewegung sehen – sie gewinnen dadurch Rückschlüsse auf die sexuellen Genüsse, die sie bekommen können. Es lohnt sich also, auf Barhockern zu sitzen und sich lebhaft, aber nicht hektisch zu bewegen. Wo keine Bars sind, können Frauen durch den Raum schlendern und durch fließende, anregende Bewegungen zeigen, dass sie lustvolle Geliebte sein werden, und sicher ist es gut, auch alleine auf die Tanzfläche zu gehen – eine wundervolle Chance, den eigenen Körper mindestens so erotisch zu zeigen wie eine Stripperin, bevor die Hüllen fallen.

Der erotische Flirt: Der Mann soll neugierig auf ihre Liebeskunst werden

Ein weiteres Geheimnis der erotischen Frau ist ihr Flirt: Hier kommt wieder das Mysteriöse zum Tragen. Ihre Flirtstrategie lautet: Finde ganz viel heraus über mich, aber ich werde es dir ziemlich schwer machen. Letztendlich wird der Mann dann überzeugt sein: Wenn ich es wirklich herausfinden will, muss ich ihr folgen. Da Männer nicht immer ganz so mutig sind, wie sie vorgeben, sollte auch die mysteriös-erotische Frau ihrem Wunschmann eine kleine Brücke bauen, wohin der Weg führen soll.

Demaskierung: Die Illusion darf nicht platzen

Dazu gehört dann auch, dass diese Frau eine Umgebung bereithält, die dem Anspruch einer geheimnisvollen Frau entspricht. Nichts ist schrecklicher, als eine geheimnisvolle Frau mit dunklem Seelenhintergrund in der hellen Umgebung von Kiefernholzmöbeln wiederzufinden.

Wie denn überhaupt die „Demaskierung“ ein Akt besonderer Art ist. Manchmal geht es Männern, die von erotisch anmutenden Frauen eingefangen werden, wie in Schaubuden: Draußen, auf der „Parade“ waren sie die geheimnisvollen Königinnen der Nacht, drinnen sind sie abgehalfterte Tingel-Tangel-Tänzerinnen. Ich würde mir sehr wünschen, dass ihr nicht den gleichen Fehler macht: Ein bisschen von dem, was ihr versprecht, solltet ihr auch einlösen, und eure Zauberkraft braucht ihr sowieso: Verführt ist noch nicht vereinnahmt. Der Mann muss, wenn er bleiben soll, auch nach dem ersten Feuerwerk der Lust noch den Eindruck haben, dass er noch viel mehr wundervolle Dinge an euch entdecken kann, und ihr tut gut daran, dann auch andere Netze zu weben als nur solche, die auf eurer erotischen Kraft aufbauen.


Titelfoto: © 2007 by fab to pix
Bild unten links: © 2008 by Alaskan Dude
Bild oben rechts: © 2010 by simplified complication
Bild unten rechts: © 2008 by Adn Montalvo Adn Montalvo Estrada
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 40 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , , , , ,

Das Liebesleben und die Gewalt

Geschrieben von © induna •Montag, 30. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


gewaltige liebe, gewaltige freude, gewaltige lust



Mit kaum einem Begriff kann man die gute Gesellschaft heftiger entsetzen als mit dem Wort „Gewalt“. Wir das Wort dann noch im Zusammenhang mit „Sexualität“ oder gar zusätzlich mit „Frauen“ gebraucht, hat man schon eine kleine Explosion ausgelöst.

Unser heutiger Wortgebrauch ist dabei leider auf eine primitive Stufe zurückgefallen. Selbst gebildete Menschen assoziieren mit „Gewalt“ ein „brutales Vorgehen“ – doch das ist es nicht. Was ist es aber dann?

Ursprung des Wortes ist das „Walten“, also das Herrschen. Wer herrscht, kann schalten und walten, wie er will. Wenn er das aber verwirklichen will, kann er nicht tatenlos sein: Die Gewalt will auch ausgeübt werden. Wer jetzt bereits verächtlich ausspuckt, dem sei empfohlen, sein Demokratieverständnis zu überprüfen, denn dort geht selbst verständlich „alle Gewalt vom Volke aus“. Die Gewalt ist also die Grundlage der Demokratie – wenn das Volk herrschen soll, dann muss es auch Gewalt ausüben dürfen.

Die Gewalt und die Liebe - ein Widerspruch in sich?

Kommt man nun in der Liebe ganz ohne Gewalt aus? Nein, selbstverständlich nicht. Besonders während der ersten Bekanntschaften mit dem Phänomen „Sex“ gibt die Frau die volle Herrschaft über ihren Körper auf und gestattet dem Mann, einen Herrschaftsakt an ihr zu vollziehen, der für den jungen Mann gar nicht einfach zu bewältigen ist. Er muss die Frau in einer ihm unbekannten Weise körperlich „verletzen“, indem er in sie eindringt. Das ist nun einmal ohne kraftvolles Handeln gar nicht möglich: Kein Mann kann eine Frau im biologischen Sinne „passiv befriedigen“. Der junge Mann, der zum ersten Mal körperlich „liebt“, ist dabei meist total „verblendet“ – sein Hirn kann seinem Handeln nicht folgen, und sowohl die Emotionen wie auch die Gedanken ordnen sich einen Moment lang ganz dem gewaltigen Trieb unter.

Erst nach und nach wird dem jungen Mann bewusst, was er tut, wie er es tun muss und dass die Erfahrungen umso lustvoller sind, je mehr er auf seien Geliebte eingeht.

Sich der Gewalt anvertrauen, Gewalt ausüben und teilen

Frauen suchen überwiegend keine Gewalt im Sinne einer „Überwältigung“ – aber sie vertrauen sich gerne der Gewalt an. Mit anderen Worten: Sie suchen sich Männer aus, die zu herrschen verstehen. Viele Frauen beginnen schon bald die Ränkespiele um „herrschen und beherrscht werden“ und eigenen sich Gewalt an– zum Beispiel, indem sie die Finanzen verwalten, um einen völlig unerotischen Teil des Lebens anzusehen.

Gewalt ist gewaltig wichtig für die Beziehung

Wer wo und wie die Gewalt in Liebesbeziehung und Partnerschaften ausübt, ist keinesfalls immer transparent: Sowohl in der Küche wie im Bett wechseln die Herrschaftsverhältnisse, und nicht nur bei Paaren mit besonderen Vorlieben gibt mal der eine, mal der andere auch die Gewalt über sich selbst auf: Rollenspiele, in denen man die Gewalt des Handelns ganz dem Partner überlässt, sind äußerst populär. Wichtig ist dabei ausschließlich, dass man sich einigt, wer wann und wie die Gewalt ausüben darf – und das ist so ähnlich wie in der Küche: Wer das Gericht gut kochen kann, übt auch hier die Gewalt aus.

Beziehungen, in denen Unsicherheit und Unfriede über die Gewaltenteilung herrschen, sind in der Regel weit schwerer zu ertragen als solche, in denen die Gewalten gerecht aufgeteilt, ausgetauscht und ausgeübt werden.

Falls all dies neu für euch war oder ihr Fragen dazu habt: Die Redaktion beantwortet sie gerne. Diskussionen zu diesem Beitrag werden moderiert.

Titelfoto © 2008 by La FruU (EsTeR)
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 58 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , ,

ZEIT-Gespräch über die Liebe: Sinnlos

Geschrieben von © Gebhard Roese •Samstag, 28. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


liebe erfordert lust und leidenschaft, sonst wirkt sie wie kalter schweiß


Gefühle werden in der Regel entwertet, sobald man über sie zu reden beginnt. Dann kann man sie nur noch im blassen Lichte einer Wissenschaft sehen oder gegebenenfalls im gleichfalls faden Licht des verbal Darstellbaren.

Gespräche über die Liebe „an sich“ sind deshalb weitgehend sinnlos. Sie haben bestenfalls Unterhaltungswert, und dies stellen die meisten Menschen schon während der Pubertät fest: Das Thema an sich erregt sie stark, doch das, was verbal stehen bleibt, schmeckt fast immer nach kaltem Schweiß.

Wer den Beweis will, kann DIE ZEIT lesen. Lars Eidinger, Sven Hillenkamp und Laura de Weck diskutieren mit zwei Zeit-Redakteurinnen über die Liebe. Ob es überhaupt um die Liebe ging? Ich bezweifle es. Das Wort „Liebe“ in den Mund zu nehmen, heißt nicht zugleich, auch über die Liebe zu sprechen. Wenn Sie das Gespräch lesen, und anschließend mit einem Verliebten sprechen, werden Sie sofort finden, wie wenig die Triebkräfte der Liebe zum Zug kamen, die uns von innen heraus bedrängen, Beziehungen einzugehen. Wer über Liebe spricht, muss über Leidenschaft sprechen, wenn er überhaupt an das Thema herangehen will – doch taten dies die Teilnehmer?

Insbesondere Herr Hillenkamp nervt: Sein Buch beruht auf einer einzigen These, und die variiert er auch im Gespräch. Nun trägt dieses Buch zwar das Wort „Liebe“ im Titel („Das Ende der Liebe“), aber die Liebe ist nicht sein Gegenstand, sondern eine recht fragmentarische und dabei zudem sehr fragwürdige Gesellschaftstheorie. Herr Eidinger sieht die Liebe überwiegend in ihrer praktischen Auswirkung auf den Alltag, was legitim sein mag, aber der Liebe nicht gerecht wird. Nur Frau de Weck hat offenbar ein Händchen für das feine Geflecht von Fühlen, Handeln und Sein. Sie sagte dann auch das Einzige, was im Gespräch Bestand haben wird:

«Vielleicht wollen wir eben unerklärliche Dinge ergründen. Wir werden nie herausfinden, was der Sinn des Lebens, des Leidens, der Liebe ist, trotzdem suchen wir immer weiter.»


Das Gespräch in der ZEIT hat der Liebe nicht gedient, im Gegenteil. Wenn man sinnentleerte akademische Fragen stellt, wie „hat die Liebe noch eine Chance?“, dann darf keine sinnreichen, lebendigen Antworten erwarten. Insoweit war das Gespräch nur eines: sinnlos.

Titelbild © 2009 by NeoGaboX
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 2 von 5, 4 Stimme(n) 36 Klicks
Tags für diesen Artikel: ,

Tutti Frutti oder eine einzige große Liebe?

Geschrieben von © induna •Freitag, 27. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


tutti frutti auch im haar: die all-in-one-frau


Tutti Frutti war der Rock-Hit schlechthin. Wem das allgemeine dümmliche Geplärre des Milchgesichts Bill Haley („Rock around the Clock“) und seiner Rock-Cowboys bereits damals zu blöd war, der liebte einen Text, der eigentlich gar keiner war: „ The Wop-bop-a-loom-a-boom-bam-boom tutti frutti“. Der Rock-Song war – was wenige wissen – zu Anfang mit homosexuellen Anspielungen gespickt, doch erkannt man bald, dass er als Szenen-Song der Schwulenszene nicht den Erfolg haben würde, den er haben könnte, wenn ein richtiger Kerl über Mädchen sang: Die „Tutti Frutti“, die vielen süßen Früchte, die man naschen kann - Dorothy LaBostrie schuf den neuen Text mit den wilden Girls, die wissen, wie „es“ geht.

Da war das Mädchen Sue, das immer genau wusste, was zu (sexuell) zu tun war (vor allem, weil sie so schön „rocken“ konnte, was nichts mit Tanzen zu tun hat), und dann Daisy, die immer wusste, wie sich einen Mann (erotisch) verrückt machen konnte: „Du ahnst nicht, was die mit mir macht“.

Ob die Fantasie von Dorothy nicht ausreichte oder ob man einfach dachte: Noch mehr Früchtchen („Frutti“) wären ungenießbar: Susanne (Sue) oder Daisy (Margarethe) bleiben die Einzigen im Lied.

So, und nun fragen wir uns: Muss ein Mensch wirklich „Tutti Frutti“ ausprobiert haben, bevor er sich endgültig entscheidet?

Das Leben mit Frauentypen - Tutti Frutti der Lust

Irgendwie erkennen wir ja neben dem Charakter auch Typen in Menschen. Je schlechter das eigene Beurteilungsvermögen, umso schneller sperrt man andere in Schuhkarton ein: Schlampe, Macho, Zimperliese, Softy. Bleiben wir einmal bei den Männern, die Frauen suchen. Der sehr junge Mann hat zumeist die Wahl zwischen drei dieser Schuhkartons: Die mehr oder weniger mädchenhafte Frau, die „es“ nur dann tut, wenn man lieb zu ihr, sie teuer ausführt und reich beschenkt, die mütterliche, bodenständige Frau, der man eine Beziehungswelt vorspielen muss, wenn sie „es“ tun soll und die lustvolle, unkalkulierbare Vollblutfrau, die „es“ nicht nur tut, sondern auch verlangt.

Das wirkliche Leben - am Ende im Hafen der Ehe

Wer abseits von Schuhkartons denkt, und wer an sein zukünftiges Leben denkt und nicht nur daran, schnell ein bisschen Sex zu bekommen, weiß natürlich: So ist die Sache nicht wirklich. Aber als Klischee eignet sich das Modell natürlich hervorragend. Doch auch der „wirklich“ an einer Beziehung interessierte Mann kann von der Welt der Frauen so fasziniert sein, dass er erst einmal die Früchte dieser Erde genießen möchte, bevor er sich dann mit „abgestoßenen Hörnern“ auf eine Ehefrau festlegt.

Die Männerfantasien - Tutti Frutti, Haar- und Hautfarben

Die häufigste Männerfantasie, so heißt es in einem etwas angejahrten Buch, besteht darin, in einem Foyer eines Gebäudes zu sitzen, und hier jeder Tür wartet eine schöne Frau mit unterschiedlichen Eigenschaften auf ihn. Da die Fantasie der meisten Männer nicht unendlich ist, unterscheiden sich diese Frauen damals überwiegend in der Haarfarbe: Gentlemen bevorzugten angeblich Blondinen, Hausmannskostgenießer wollten Brünette, und Liebehaber der scharfen Speisen Rot- und Schwarzhaarige.

Nun wird manche Frau aufkreischen und sagen: „wie oberflächlich“ – und natürlich hätte sie damit recht. Man könnte die Beispiele unendlich fortführen und sagen: Waren da nicht noch Schwedinnen, die als besonders freizügig galten? Oder Südamerikanerinnen, die einem den Verstand raubten? Afrikanische Frauen, von denen man sagt, wer einmal Schokolade genießt, käme nie wieder davon los?

Nun, die Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen ist immer lustvoller als das Ungewöhnliche selbst. Der junge Mann entdeckt, wie sehr sich Frauen unterscheiden – und nicht nur anhand ihrer Liebesfähigkeiten, die am Ende mit den Ethnien, Haut- und Haarfarben gar nichts zu tun haben. Nur – er muss diese Erfahrung auch machen dürfen. Wer nie erfuhr, wie unterschiedlich sich das andere Geschlecht anfühlen kann, wird immer Sehnsucht danach haben, seine geheimen Lüste an fremder Haut doch noch zu erproben.

Frauen ziehen nach - Tutti Frutti, solange man jung ist

Als ich 21 war, durften „Mädchen“ (so heißen damals alle jungen, unverheirateten Frauen) dies noch nicht. Wer in diesem Alter bereits mehr als zwei Liebhaber gehabt hatte, war bereist als Schlampe abgeschrieben. Doch heute wollen auch Frauen ihre Erfahrungen machen – und sie haben in der heutigen Zeit durch allerlei Kontakte im In- und Ausland dafür auch jede Menge Möglichkeiten, die ihnen früher verwehrt waren. Ein bisschen Tutti Frutti gefällig? Vielleicht auch etwas Schokolade dazu? Ekstatische, ausdauernde Lover sollte man wirklich haben, bevor man heiratet, und nicht als Seitensprünge. Insofern ist es nichts als moralisch, Tutti Frutti zu genießen, solange man jung ist – ob als Frau oder Mann.

Titelbild © 2010 by pumpkincat210
Foto rechts: © 2008 by scarlet white
Foto links: © 2010 by Lisa Humes
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 45 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Mehr vom Partner wollen

Geschrieben von © induna •Donnerstag, 26. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


die methoden der verführung ändern sich selten


Ob man „mehr desselben“ in der Liebe will oder „etwas anderes“ – zumeist wird man nicht gleich in den Dschungel da draußen gehen und versuchen, die wilden Tiere zu wecken. Hatte nicht die Mami gesagt, die würden euch fressen? „Happs“ landete das Rotkäppchen im Wolfsschlund weg und „hops“ schmachtete das Hänschen im Käfig der gefräßigen Hexe. Dabei haben wir noch gar nicht die Schlangen erwähnt und die Hyänen.

Liebe deinen Nächsten - aber wie überzeugst du ihn?

Was tun wir also? Wir suchen uns „unseren Nächsten“, um ihn zu Liebe, Lust und Leidenschaft einzuladen. Wer witzige Sichtweisen liebt und der englischen Sprache mächtig ist, dem empfehle ich mal diese Webseite, dich sich damit beschäftigt, ob ein bereits vorhandener Partner aus anderen Bereichen sich auch für die Liebe eignet.

Tatsächlich suchen sich sogar Angestellte gelegentlich Partnerinnen und Partner für ihre sexuellen Vorlieben im Büro – meist bei vorsichtiger Rekrutierung, wenn der Wunsch ziemlich abwegig ist, aber durchaus auch durch absolut harmlose Geburtstagseinladungen.

Doch zumeist richtet sich unser Begehren an unseren ständigen Partner, und da ist ja nun die Frage: Wie sag ich es ihm, und zwar so, dass er nicht gleich vom Stühlchen fällt oder die Scheidung einreicht?

Wie mache ich meinem Partner klar, dass ich mehr will?

Fast alle Wege zu mehr oder ungewöhnlichen Liebesdingen geschehen durch Verführungen. Mehr sinnliche, körperbezogene Liebe (wir meinen hier nicht ausschließlich Sex) kann man nur erreichen, wenn man den Partner beständig dazu verführt – eine Binsenweisheit. Manche Frauen haben hier allerdings Bedenken: Sie wollen nicht zur „geilen Schlampe“ mutieren, auch, wenn dies der einzige Weg ist den Ehemann ins Bett zu locken. Dabei vergessen sie offenbar, dass in der Liebe eines Paares alles erlaubt ist, was beiden Freude bereitet. Manchmal muss man sich dabei ans Zwiebelschneiden erinnern: Die Vorbereitungen erfordern manchmal tränen, aber das Resultat ist ein Genuss.

Was schlimmstenfalls passieren kann

Schwieriger wird es, wenn „man“ über bestimmte Wünsche an den anderen nicht redet – und das tun die meisten Paare ohnehin kaum. Das beginnt bei den oralen Freuden und endet noch lange nicht bei heftigen Schlägen auf den Po. Ich verweigere mich der Versuchung, hier ein paar Beispiele aus dem Alltag von (Ehe-)Paaren anzubringen – aber ich kann euch verraten, dass die Sache gelegentlich explosiv ist.

Drei Situationen können eintreten:

1. Der Partner entpuppt sich als Totalverweigerer: Niemals mache ich das mit dir!
2. Der Partner will sich erst mal ein bisschen informieren und nachdenken.
3. Der Partner wollte das Gleiche auch schon vorschlagen, hatte sich aber nicht getraut.

Mit all diesen Reaktionen muss man umgehen können – und deswegen raten Experten im Allgemeinen, die Salami-Taktik anzuwenden: Kleine Schritte auf dem Weg zum Ziel – mal auf ein Foto in einer Frauenzeitschrift verweisen (die VOGUE ist sehr erotisch und eignet sich gut), mal einen Spielfilm mit bestimmten Szenen ansehen (9 ½ Wochen eignet sich) und mal erwähnen, dass jemand aus dem Bekanntenkreis da etwas höchst merkwürdiges tut. Wenn Frauen Liebhaber erotischer Filme sind („Emanuelle“) kann man sich durchaus mal etwas näher in die Szenen hineindenken, in denen es etwas heftiger zugeht. Manchmal reicht es auch, ein erotisches Buch „zufällig“ liegen zu lassen. Selbst Einkäufe in Ladenpassagen eigenen sich – in vielen Läden für Schmuck und Tand findet man beispielsweise Plüschhandschellen: Sie sind immer ein guter Einstieg in die Welt sinnlicher Spiele.

Spiele erleichtern den Einstieg

Wenn ihr ein Paar seid, dass ohnehin spielerisch veranlagt ist: Wahrheit oder Pflicht, durchaus auch mit Freundinnen und Freunde gespielt, erbringt viele erotische Wahrheiten, wenn man will – und außerdem kann man eine Zettelbox anlegen, aus der man die Wünsche des anderen wie Lose ziehen kann – auch hier sollte man sanft beginnen und sich erst einmal nicht zu viel wünschen.

Eines sollte man nie tun: den anderen Bedrängen. Das mag außerhalb von Partnerschaften leider gelegentlich funktionieren, ist aber in Partnerschaften Gift, denn man will sich ja möglichst noch jahrelang in die Augen sehen können.

Zum „in die Augen sehen können“ gibt übrigens noch ein Hilfsmittel: Wenn ihr mit eurem Partner ziemlich wilde Rollenspiele ausprobiert, dann sagt klar, dass ihr jetzt eine Rolle spielt und nicht ihr selbst seid: Dazu ist es sinnvoll, sich während des Spiels andere Namen zu geben. Dann ist die Chance groß, dass man einander nachher wieder genau so begegnet wie vorher.
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 2 von 5, 2 Stimme(n) 49 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Sein oder nicht Sein: Wenn Männer Frauen spielen

Geschrieben von © induna •Mittwoch, 25. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


eine süße frau, nicht wahr? allerdings ist "sie" ein mann


Manchmal sind sie Kultgestalten, manchmal Sektierer und gelegentlich Unterhaltungskünstler: Männer, die gelegentlich oder auch häufig in die Rolle von Frauen schlüpfen. Wenn sie nicht gerade Kultstatus haben, wie manche Travestiekünstler, dann werden sie verhöhnt und verlacht – aber gelegentlich auch heiß begehrt.

Viele Namen für die Gentlemen in Frauenkleidern - und alle klingen verächtlich

Man hat viele Namen für Sie, und jeder Name bedeutet eine neue Abwertung: Ladyboys heißen sie, wenn sie sich ganz und gar feminin geben, „Sissys“, wenn sie schüchtern versuchen, weibliche Attribute anzunehmen, und im Volk heißen sie abfällig „Transen“, egal, wer sie sind und was sie von sich selber denken.

Dabei sind die Übergänge zwischen einem Mann, der sehr gepflegt sein will, und einem Mann, der weiblich wirken will, durchaus fließend: Eine Zeit lang waren es die „Metrosexuellen“, die von sich reden machten, weil sie Lippen- Nagel- und Haupflege betrieben und sich auch die Brust- und Schamhaare entfernten. Andere lieben seidige Stoffe auf der Haut und tragen unter dem Nadelstreifenanzug durchaus auch mal Strapse, und wieder andere verwandeln sich an manchen Abende nach und nach in eine Frau und bewundern ihre weibliche Schönheit dann im Spiegel.

Das Spiel mit der Weiblichkeit: Kleider alleine reichen nicht aus

geschickt versteckt: der verräterische adamsapfel
Der Mann, der wirklich etwas hermachen will als Frau, muss viel lernen: Neben der Körperpflege und Kosmetik will vor allem das Sitzen, Gehen und Tanzen neu erlernt werden. Die Stimme muss eine Tonlage höher angesetzt werden, was mit dem Flüsterton leichter gelingt als mit der lauten Stimme, aber auch dies verlangt Übung. Schließlich muss auch die Kommunikation selbst feminisiert werden – gar nicht so einfach. Bevor man erproben kann, ob ein Gentleman in einer ganz normalen Bar den im sinnlichen Alt vorgetragenen Liebesschwüren eines Transvestiten verfällt, muss viel geübt werden, denn sowohl die Feinmotorik des Flirts wie auch die Tonlage bei der Ansprache muss stimmen. Wobei wir gleich erwähnen sollten: Das Spiel endet oft damit, dass der Transvestit durch die Hintertür verschwindet. Transvestit sein ist eine Sache – homosexuell zu sein eine andere.

Der schnelle innere Wandel - eben noch Frau, jetzt wieder Mann

Der Transvestit, mit dem ich mich vor Jahren traf, lange, bevor ich diesen Artikel schrieb, soll anonym bleiben. Er ist verheiratet und arbeitet in der Fotobranche, und er sieht nicht anders aus als viele junge Männer: Fast kahlköpfig, schlaksig, lässig, ganz der sanfte Kumpeltyp. Nur, wer genau hinsieht, bemerkt, dass er an Händen und Unterarmen völlig enthaart ist. Er geht an den Wohnzimmerschrank, holt ein paar Bilder und nichts deutet darauf hin, dass er jemals wie eine Frau gehen würde. Ein paar Tage später gehe ich mit ihm aus, er hängt sich bei mir ein, lächelt mich sanft an – wenn ich nicht wüsste, dass ich gestern mit ihm beim Abendessen gesessen hätte, würde ich ihn jetzt selbst für eine Frau halten. Nun ja, der Adamsapfel, der stört ein bisschen. Viele Transvestiten tragen deshalb auffälligen Halsschmuck, der den Adamsapfel verdecken soll. Wir parken in der Nähe eines Lokals, in dem nur Leute aus der Fetischszene verkehren, und mein Bekannter wird beim Einparken von einem Rüpel angemacht: „Ey, du blöde Tusse, beinahe hättest du meinen Rover gestreift – kannte nicht besser aufpassen?“ Erstes Zeichen dafür, dass er unter dem gewöhnlichen Volk als „doofes Weib“ durchgeht. Er lächelt mich bedeutungsvoll an: „Siehst du, wie es wirkt?“ Dann macht er einen graziösen Hüftschwung und geht nun mit mir in den Klub, in dem man sein Geheimnis kennt. Etwas Besonderes ist er „als Lady“ nicht: Hier ist jeder ein Vogel mit bunten Federn, der ein kleines Geheimnis hat.

Zwei Existenzen wohnen in einer Brust

Warum er das tut? Es gibt ihm die Möglichkeit, eine zweite Existenz zu leben … als Fotografin. Ob ich das schreiben darf? „Solange du nicht sagst, wo du mich getroffen hast und meinen Künstlernamen nicht erwähnst, sicher“. Ich verspreche es, und es bittet einen Freund, noch ein Foto von uns beiden zu machen, auf dem wir wie ein Liebespaar aussehen sollen, für das ich mir noch schnell eine verhüllende Gesichtsmaske geliehen habe. Man kann ja nie wissen, ob das Bild nicht doch „nach draußen“ gerät.

Auf der Rückfahrt werden seine Züge wieder männlich, seine Bewegungen kantiger – ja, er ist ein Mann in einem etwas nuttigen Frauenkleid, mehr nicht. „Wie schaffst du es bloß, jetzt wieder so schnell so zu sein, wie ich dich kenne?“, frage ich ihn. Er lächelt. „Schauspieler sind auf der Bühne auch plötzlich Schurken, oder etwa nicht?“ Er wollte offenbar, dass ich ihn einmal auf seiner Bühne sehe. Seither weiß ich, wie vorsichtig man mit seinem Urteil sein sollte, wenn man einen Menschen trifft, der anders ist als die anderen.

Titelbild: Nach einem Foto von Jimi Photog © 2010
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 2 von 5, 2 Stimme(n) 69 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , ,

Lesbische Verführungen - die Chancen und die Risiken

Geschrieben von © induna •Dienstag, 24. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


chancen und risiken gering -lesbische küsse



Für Männer sind die Beziehungen zwischen Frauen immer rätselhaft. Offenbar tauschen sie mit den besten Freundinnen ständig intime Gedanken aus, schlafen in einem Bett und gehen gemeinsam aufs Klo. Aber irgendwie scheint es da auch eine Grenze, die nicht häufig überschritten wird: weiter als bis zu einem sinnlichen Zungenkuss kommt es unter Freundinnen zumeist nicht.

BI sein: viele Frauen träumen davon - doch aktiv sind sehr wenige

Die Grenzen zwischen dem sinnlichen Wunsch, sich einmal von einer Frau wirklich verwöhnen zu lassen, und der Ausführung sind hoch: Je nach Studie haben zwei Drittel bis zu vier Fünftel der Frauen erotische Träume, die sich auf das eigene Geschlecht beziehen, während die Frauen, die tatsächlich einmal die Lust mit einer Frau geteilt haben, bei etwa einem Fünftel respektive einem Drittel liegt. Da die meisten solcher Begegnungen aus einer ohnehin vorhandenen Situation entstanden sein dürften und zumeist auch „Jugendsünden“ mitzählen, dürfte die Anzahl der aktiv gleichgeschlechtlich liebenden Frauen bei wenigen Prozent der weiblichen Bevölkerung liegen. Zwar heben und senken Modetrends wie die Bi-Neugierde diese Prozentzahlen, aber die „völlige Hingabe an eine andere Frau“ ist eben doch sehr selten.

Lesbische Verführungen: seltene Chance - seltenes Risiko

Verführungen zu lesbischen Handlungen funktionieren nicht anders als andere Verführungen auch: Zum latent vorhandenen Wunsch der Verführten muss der Ort kommen, an dem es möglich ist, und eine Verführerin, die das Werk vorantreibt. „Gleichberechtigtes Zögern“ ist bekanntlich Gift für die Verführung: Einer der beiden Partnerinnen muss die Aktivitäten an sich reißen, die andere muss sich diesem Ansinnen beugen. Normalerweise geht es dann schnell und zielsicher voran, wie bei andren Verführungen auch – mit einem gewissen „retardierenden Moment“ in dem die Verführte noch einmal alle Kräfte letzter Bedenken überkommen, die aber zumeist sanft weggeküsst werden können.

Die Möglichkeit für Frauen, an Verführerinnen zu gelangen, ist im Grunde gering. Wer sich in „ganz normalen“ Arbeitsumgebungen und in soliden, bürgerlichen Freizeitaktivitäten befindet, hat weder die Chance noch das Risiko. Zu etwas verführt zu werden bedingt immer ein großes Maß an Neugierde – das gilt für BDSM-Aktivtäten, Dreier, Partnertausch oder auch für gleichgeschlechtliche Begegnungen. Man muss also dorthin gehen, wo die Dinge stattfinden oder man Personen treffen kann, die an den Praktiken interessiert sind – diese Leute klingeln nicht an der Haustür.

Freundschaft, Verliebtheit, Liebe und Beziehungen sind nicht gleichzusetzen: Freundschaften zwischen Frauen können äußert intim sein aber dennoch in keiner Wiese sexuell. Dass ich Frauen ineinander verlieben, gehört zum Ritual der Beziehungen als solche: Frauen wünschen sich immer, zuerst verliebt zu sein und erst dann die Liebe zu vollziehen. Zu Beziehungen kommt es dabei nur, wenn auch Beziehungsgrundlagen vorhanden sind – und das ist seltener der Fall, als man glaubt.

Die meisten Liebschaften zwischen Hetero-Frauen, die ihre Bi-Neugierde ausleben wollen und Frauen, die ausschließlich Frauen lieben, sind von kurzer Dauer. Es ist vor allem der weiche weibliche Körper, der besser duftet und gepflegter ist als der durchschnittliche Männerkörper, es ist der Zungenkuss ohne Bart – und es ist vor allem die Kenntnis der weiblichen Anatomie, die vor allem die Verführerinnen nutzen und die ihnen dann und wann einen Vorteil verschaffen.
Ob die Verführung letztendlich Chance oder Risiko war? Die Frage ist müßig, wenn beide Partnerinnen davon profitieren. Den Schaden bei einer Kurzzeitbeziehung hat, unabhängig von den Geschlechtern, immer der, der sich verliebt. Wer die Liebe als Spiel begreift, wird sich seltener „unsterblich“ verlieben, und in sein Leben rechtzeitig ein paar Sicherungshaken einbauen, anderen Leinen es sich wieder hochziehen kann, wenn etwas schief geht.

Titelfoto © 2009 by marco gomes
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 2 von 5, 4 Stimme(n) 64 Klicks

Liebe - erwarten oder schenken?

Geschrieben von © induna •Montag, 23. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


Selbst, wenn es vielleicht eine Binsenweisheit ist: Die meisten Frauen der heutigen Zeit schenken ihre Liebe nicht vorbehaltlos, sondern sie erwarten, dass ihnen Liebe, Aufmerksamkeit und selbstverständlich auch Lust geschenkt werden. Das ist an sich keine unvernünftige Einstellung: ich gebe - du gibst. Doch scheint es zu sein, dass sich die Gewichtungen verschieben: Liebe, Lust und Leidenschaft werden immer häufig eher eingefordert als verschenkt.

lust zu schenken ist schön, lust einzufordern ist zwiespältig


Nun ist der „Liebeshandel“ auch früher schon eine komplizierte Angelegenheit gewesen. In den 1950er Jahren waren die jungen Frauen hin- und hergerissen, wenn es darum ging, den Mann „bei der Stange zu halten“. Die Liebe gerade der jungen Paare stand so gut wie immer im drohenden Schatten der Begierde des Mannes: Er bedrängte Sie, obwohl er wusste, dass sie ihm „nicht alles“ schenken würde, und sie gab dann und wann nach, wobei es zumeist nur zu den kleinen Liebkosungen kam, die man damals „Petting“ nannte. „Ein anständiges Mädchen tut es nicht“, hieß es damals, und tatsächlich bemühten sich wenigstens die Bürgertöchter, dem Anspruch gerecht zu werden.

Als die Bürgersöhnchen noch dem Küchenpersonal nachliefen

Nicht alle Frauen waren so zurückhaltend, und so manches Bürgersöhnchen entdeckte das eine oder andere Mal, dass es bei den „einfachen Leuten“ nicht so kompliziert zuging: ob Küchenpersonal oder Friseurin, Verkäuferin oder Schwesternhelferin – es gab die Frauen, die ihre Süßigkeiten recht freizügig verteilten, und da auch Übung die Meisterin macht, wussten sie, welche Liebespraktiken Männer wirklich „schön“ fanden. Diesen Frauen standen all die begierigen Witwen, "übrig Gebliebenen", Lebenskünstlerinnen und ähnliche Frauen gegenüber, die den jungen Männern den nötigen Lebensunterricht gaben, um ihrerseits einer Frau Freude bereiten zu können.

Liebe lernen und Lust lernen - und wer lehrt es?

Manches ist geblieben, wie es war: Der junge Mann seht sich nach der Partnerin, will aber auch seine Begierde stillen. Zunächst reicht ihm Letzteres völlig, denn „Liebe und Lust“ unter einen Hut zu bringen, ist zunächst schwer. Der junge Mann kann weder wirklich emotional lieben, noch kann er seine Lust wirklich mit einer Frau teilen. Die Fähigkeit, zu lieben, wird er mit den Jahren lernen – teils durch Frauen, teils durch die eigene Charakterbildung. Doch was seine Begierde betrifft, da braucht er Lehrmeisterinnen, die ihm einerseits die Möglichkeiten zeigen, Lust zu empfangen und andererseits die Fähigkeiten, Lust zu schenken. Machen wir uns doch bitte nichts vor: Die Weitergabe von erotischen Fähigkeiten an junge Männer war und ist Sache der Verführerinnen, und sie tun anderen Frauen einen Dienst, indem sie dafür sorgen, dass die jungen Männer bessere Liebhaber werden.

Auch weibliche Verführungen sind nicht mehr, was sie mal waren

Heute wünschen sich bereits recht junge Frauen, dass die perfekten Liebhaber vom Himmel fallen. Während die Frauen über 30 immer „lecker“ beim Einkommen, der Bildung und den sozialen Komponenten der Liebe werden, wollen viele 18-jährige einen Mann, der zu alledem die körperliche Liebe perfekt beherrscht – und nicht nur das. Er soll auch auf erotische Signale, die von ihr ausgehen, unmittelbar reagieren, was so weit geht, dass einzelne Frauen sich bereits beklagen, wenn sie noch „etwas daran tun“ müssen, um ihren Freund in Liebesstimmung zu bringen.

Liebe – gleich, ob sie geistig, emotional oder körperlich verstanden wird, braucht aber Einfühlungsvermögen. Kein Mensch liebt seinen Partner rein emotional immer gleichbleibend, und das gilt ebenso für die körperliche Liebe. Wer sie sich die Liebe ins Haus holen will, muss sie schenken können, und wer körperliche Liebe sucht, muss den eigenen Körper schenken können und schenken wollen.

Lustforderungen an den Partner funktionieren nur in der käuflichen Liebe

Das alles ist ein seltsames Spiel mit vielen Varianten, und keine Paarung ist wie die andere. Nur eines wird nicht funktionieren: Liebes- und Lusterwartungen an die Partnerin oder den Partner zu stellen und selber nur genießen zu wollen. Männer wissen zumeist: Das gibt es fast nur bei der käuflichen Liebe, und wenn sie halbwegs echt gespielt sein soll, dann ist sie teuer.

Ja, und Frauen? Der Wandel vom Hausmütterchen zur emanzipierten, berufstätigen und auch sexuell unabhängigen Frau ist geschichtlich gesehen noch keine 50 Jahre alt – und erst seit wenigen Jahren trauen sich Frauen, ihre Lust ungehemmt zu zeigen. Doch wohin wird der Weg gehen? Zu immer mehr Ansprüchen? Zu einer erotischen Konsumhaltung?

Nun –die meisten Beziehungen leben immer noch vom gegenseitigen Geben und Nehmen in Liebe, Freude und der Lust, einander körperlich zu begegnen. Aber was die Foren uns zumindest erraten, ist dies: Die Ansprüche der Frauen an Männer werden größer – auch in sexueller Hinsicht.

Beispiel: Bei Med1

Titelfoto: © 2009 by Gabriel S. Degado
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 2 von 5, 2 Stimme(n) 43 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Was eine Frau erotisch dürfen darf

Geschrieben von © induna •Samstag, 21. August 2010 • Kategorie: liebe an sich


erotische träume sind erlaubt ... aber was ist, wenn frauen sie leben möchten?


"Erstens, vergesst nicht, kommt das Fressen, zweitens kommt der Liebesakt ... (doch) ... vor allem aber achtet scharf, dass man hier alles dürfen darf."

(Brecht/Weil Mahagonny)

Seit nicht einmal 20 Jahren diskutiert man in bildungsnahen Bürgerkreisen darüber, ob Frauen „abweichende erotische Wünsche“ haben, die man früher noch gerne als „Perversionen“ bezeichnete. Es galt als mutig, diese „Perversionen“ zu erforschen, weil die Wissenschaftswelt bis dahin davon ausgegangen war, dass Frauen keinerlei abweichende sexuelle Wünsche zu haben hatten. Das Standardwerk, auf das sich leider bis heute viele Psychiater und Psychotherapeuten berufen, hatte sogar behauptet, Frauen hätten gar keine eigenen sexuellen Wünsche oder Träume, also konnten sie folgerichtig auch keine eigenen Perversionen dieser Wünsche entwickeln.

Nun war aber gegen Ende des 20. Jahrhunderts irgendwie klar geworden, dass Frauen durchaus erotische Träume aller Art hatten, wenngleich sie diese nicht immer in die Tat umsetzten. Die Tat war auch gar nicht das Thema – denn ein großer Teil der Frauenwelt wehrte sich bereits gegen die Tatsache, überhaupt sexuelle wünsche zu haben, die in Richtung Fetischismus, Unterwerfung oder Bestrafung gingen. Vielleicht hätte man sich die „Geschichte der O“ einmal genauer ansehen sollen? Doch das Buch galt nichts als fein genug, um als Kulturgut verstanden zu werden, und zudem wurde lange Jahre vehement bezweifelt, dass es von einer Frau geschrieben wurde.

Vor 50 Jahren: Frauen durften erotisch gar nichts dürfen

Um seine wirklichen Bedürfnisse ausleben zu können, ist es nötig, die Möglichkeit zu haben, sie zu erhalten, den Mut, sie zu äußern und gegebenenfalls die Mittel, sie auch zu bezahlen zu können – das gilt für Frauen wie für Männer. Man muss sich nur einmal heranschleichen an die Zeit vor 50 Jahren, um zu erkennen, dass der Prozentsatz der Frauen, die mindestens über diese drei Faktoren verfügten, im niedrigen Promillebereich lag – und sieht man dann noch, wie viele von ihnen ihre Wünsche auch öffentlich machen konnten, so müssen wir uns nicht wundern, gar keine Spuren davon zu finden. Es ist einfach so, dass eine Frau vor 50 Jahren erotisch gar nichts dürfen durfte – und auch heute sind die Möglichkeiten von Frauen weiterhin begrenzt, falls sie ihre Lüste an die Öffentlichkeit bringen wollen. Dass sich dies nicht völlig geändert hat, zeigt die Diskussion um das Buch „Feuchtgebiete“, das vor allem aus konservativ-bürgerlichen Kreisen heftig angefeindet wurde.

Der Scheuklappenblick: Psychiatrie und Frauenwünsche

Ein ganz anderer Aspekt ist die Kurzsichtigkeit der Psychiatrie. Bereits Krafft-Ebing war mit einengenden wissenschaftlichen Scheuklappen versehen, weil er nur die Personen beschrieb, die er als Arzt gesehen hatte – zur gesellschaftlichen Realität fehlte ihm der Bezug. Doch welche Frau, die den besonderen Lüsten zugeneigt ist, wird denn auffällig? Und wie auffällig muss eine Frau erst werden, um in Kontakt mit einem Psychiater zu kommen? Die meisten Frauen, die sich heute aktiv an allen sogenannten „perversen Lüsten“ beteiligen, verschweigen diese Handlungen – ebenso, wie ihre Großmütter ihre Seitensprünge verschleiert haben – und fast immer geht dies gut.

Das Interesse der Wissenschaft: Homosexualität, Sadismus und Masochismus

Apropos „pervers“ – diesen Ausdruck gibt es nur noch im Volksmund. „Pervers“ war einst alles, was nicht der Fortpflanzung diente – und deshalb gehörten dazu auch alle oralen und analen Praktiken – und selbstverständlich auch jede Form von Homo- oder Bisexualität. Die forensische Psychiatrie interessierte sich bis weit ins 20. Jahrhundert ohnehin hauptsächlich für das Schwulsein der Männer und in zweiter Linie mit dem sogenannten „Sadomasochismus“, der ebenfalls durch und durch männlich behandelt wurde. Das dritte Thema, das ausgiebig und oft erstaunlich detailliert beschreiben wurde, war der Fetischismus. Übrigens galt vielen Psychiatern die Onanie als Wurzel der meisten dieser Übel.

Unbeschreibliche Gelüste aller Art

Sollte nicht die Rede von Frauen sein? Ich will es kurz machen: Frauen sind weder vor sexuellen Fantasien gefeit noch vor dem Wunsch, sie dann und wann zu erproben – das wäre eine Sache. Die andere: Die erotischen Sonderwünsche der Frauen basieren nicht auf Wünschen der Männer, sondern bilden eine eigene, bizarre Welt, die unbeschreiblich wilderotisch ist. Sie ist bevölkert von den Taten der bösen Buben und der edlen Ritter, von Machtanspruch und Unterwerfung unter die Macht, von sanften Lüsten mit Masken und federn und wilden Spielen mit Korsetts und Halsbändern, und nicht zuletzt von lustvollen Männern und begierigen, oft skrupellos handelnden Frauen.

Coming Out der Gelüste? Ja, dann und wann

Allerdings – Frauen öffnen diese Welt fast niemandem, nicht einmal dem eigenen Geschlecht. Der einzige Weg, einmal in ihre geheimen Lüste zu schauen, sind Tagebücher und Fragmente erotischer Geschichten, die man im Fieberwahn der Lust aufgeschrieben hat. Doch dann und wann öffnet sich einmal ein Spalt, aus dem die heiße Lava austritt: Bücher und Geschichten von Frauenhand gehen immer mehr in eine Richtung, die der Bürger immer noch für unverschämt hält – und nicht zuletzt sind es die erotischen Filme weiblicher Drehbuchschreiber und Regisseure, bei denen selbst Männer noch den Atem anhalten.

Ob man als Frau wirklich "alles dürfen darf"? Ich denke, dass entscheiden nicht die Männer. Die Frauen haben uns einst gelehrt, was wir Männer (noch) über sie denken dürfen. Nun lehren Sie uns, was sie selber würden wollen, wenn wir uns denn auf sie einließen - und doch: das kleine Mäuschen hinter meinem Ohr sagt mir immer noch: "es sind Frauen, mein Junge - sie wollen, dass du zärtlich zu ihnen bist". Die kleinen Mäuschen., so scheint es, haben die Emanzipation verschlafen. Geht es euch auch so?

Bild © 2009 by Mi Pah
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 69 Klicks