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Bist du eine Anfängerin als Erotik-Autorin?

Auf die Leserin sollte es ankommen ...
Bist du eine Anfängerin als Erotik-Autorin? Dann habe ich etwas für dich. Wir verfügen über ein Archiv, in dem wir wissenschaftliche Daten über "Feuchte Träume" gesammelt haben, welche Themen weibliche Leser interessieren (für männliche haben wir es natürlich auch). Sagt uns einfach, wie ihr eure Geschichte anlegen wollt, und wir sagen euch (wenn wir können) welchen Rang das Thema voraussichtlich einnehmen wird. Eine kleine Textprobe von euch wäre hilfreich. Es geht nur über diese E-Mai-Adresse - also nicht über eine andere der Redaktion und nicht telefonisch.



Bild: Teil einer Illustration von Paul-Émile Bécat.

Wozu behältst du eigentlich dein Chesterfield-Sofa?

Diese Geschichte wurde vor langer Zeit erzählt, aber noch nie veröffentlicht. Wir baten Isidora, sie zur Veröffentlichung aufzubereiten. Ihr Ende ist aber nicht das Ende. Denn am Ende geht sie erst richtig los. Habt ihr Fantasie? Dann schreibt sie einfach weiter …

Das Sofa ist alt, sein ursprünglich matt glänzendes Leder wird langsam rau, weil niemand mehr darauf sitzt. „Sofas wollen besessen werden“, hatte der Verkäufer damals gesagt, als ich mich gerade chic auf Alt-englisch einrichtete. Und zu Anfang habe ich auch drauf gesessen, mal mit einer Hose, mal mit einem Rock und mal mit gar nichts bekleidet. Man sieht die Stelle immer noch, auf der ich am liebsten gesessen habe. Und manchmal habe ich mich auf diesem Sofa verführen lassen. Unten das Leder, oben der Mann. War ein tolles Gefühl, richtig animalisch.

Die Männer kamen und gingen, doch das Chesterfield-Sofa blieb. Ich wurde älter, saß häufiger in einem modernen, bequemen Sessel und dachte häufig daran, das Sofa auf den Sperrmüll zu geben. Aber es war viel zu schwer, und so blieb es über zwei Jahrzehnte in meinem Appartement.

Und dann kam Jane. Sie war britisch, stark, und hatte diese merkwürdige Eigenschaft, nach außen unnahbar zu sein, aber genau zuzuhören. Sie wurde eine Art Freundin, obwohl ich nicht genau wusste, was ich an ihr fand. Nun hatte ich schon lange keine wirkliche Freundin mehr gehabt, und die Freundschaft zu Jane war etwas unterkühlt für das, was ich mir als Freundin vorstellte. Aber sie konnte zuhören, ohne zu kritisieren und sie hatte einen unfehlbaren Geschmack.

Wir redeten nicht nur viel, wir tranken auch viel miteinander. Sie liebte deutschen Spätburgunder, und oftmals tranken wir eine Flasche bis zur Neige leer. Dann wurden unsere Gespräche auch etwas „bunter“, wie sie es nannte. Mir löste es die Zunge, und ich begann, von meinen Bekanntschaften zu erzählen, zuerst von den netten, dann von den kuriosen und zuletzt von den extrem ungewöhnlichen.

Zu dieser Zeit machte es mir nichts aus, wenn die Männer eigenartig waren, weil ich sie niemals lange ertragen konnte. Ihre Selbstdarstellungen, Ihre Vorstellungen vom Leben, ihr Gesülze, das alles wollte ich nicht mehr. Sie sollten kommen, mich lange und intensiv romantisch verführen und dann möglichst gut vögeln. Na ja, und manchmal legte ich auch ein paar Sachen zurecht, die sie neugierig machten. Mal ein Buch, mal eines meiner „Instrumente“, die ich mal auf einer Messe eingekauft hatte, weil ich fand, dass mich das interessanter machte. Und manchmal, wenn ich richtig überdreht war, habe ich es auch einfach gesagt: „Findest du eigentlich, dass ich ein böses Mädchen bin?“ Also, ich muss dazu was sagen: Eigentlich wollte ich nicht, dass sie so etwas wirklich mit mir machten. Aber ich dachte mir, es könnte nicht schaden, wenn sie wüssten, dass ich zu fast allem bereit wäre.

Männer sind eigenartig - sie wollen schnell Sex und sind damit zufrieden

Männer sind so komisch. Die meisten haben wirklich nur Sex im Kopf, und je schneller sie den bekommen, umso besser fühlten sie sich. Nach und nach weißt du, dass sie nur wiederkommen, um noch mal mit dir im Bett herumzumachen, so wie sie es für gut halten. Du selbst bist ihnen egal, und sie pfeifen darauf, was du wirklich willst.

Also, die meisten jedenfalls. Na ja, und die sagen dann: „Aber um Himmel willen, Carla, du ist doch der reinste Engel – ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du böse bist.“

Es gab ein paar Kerle, bei denen die Glocken geläutet haben, wenn ich sie gefragt habe. Am besten war Gerold. Er antwortete sofort: „Ja sicher. Ich nehme an, dass du deswegen Schläge verdienst, nicht wahr?“ Ich war so perplex, dass ich völlig vergessen hatte, erst mal ein paar Sachen zu klären. Jedenfalls sagte er nur: „Zieh deinen Slip mal aus und dann leg dich über die Lehne von diesem Sofa da.“ Und bevor ich richtig zur Besinnung kam, lag ich über der Lehne vom Chesterfield-Sofa, und erwartete, dass er mir den Po verklatschte. Es war irgendwie merkwürdig, denn sobald ich vom Schmerz getroffen aufschrie, fiel mir ein, dass ich schon einmal so so gelegen hatte, als ich noch viel, viel jünger war. Und wie damals, wurde ich nach ein paar Schlägen feucht … ich musste also schon aus dem Teenager-Alter herausgewachsen sein. Aber ich konnte mich wirklich nicht erinnern, wann das war und wie es es war. "Wozu behältst du eigentlich dein Chesterfield-Sofa?" vollständig lesen

Das ungewöhnlich selbstbewusste, recht unartige Mädchen

Verloren auf einem rostigen Schiff ...


Das ungewöhnlich selbstbewusste, recht unartige Mädchen

1. Kapitel

Die in Teile zerlegte Kristina will sich nicht zusammenfügen lassen


Am Anfang war alles wüst und leer. Dann drangen Stoffe in ihr Blut ein, die ihr Körper noch nicht kannte. Brüste wuchsen, und periodisch floss Blut. Das Gemüt wurde wirr, der Finger fand den Ort, an dem sich die Lust beliebig oft erzeugen ließ, und schließlich gab es dann jenen jungen Mann, mit dem sie’s tat. Diese Sache war, wie üblich, nicht sehr angenehm. Aber Freundinnen sagten ihr, dies würde schon werden. Später, wenn sie wirklich erwachsen würde.

Sie hatte irgendwann, irgendwie und irgendwo, einen Mann getroffen, der sie vor dem Sex und manchmal während der wirklichen heißen Phase auf den nackten Hintern schlug. Ich glaube, ihr kennt das: Ihr seid kurz davor zu „Kommen“, aber da fehlt noch der letzte Kick. Und tatsächlich konnte sie dann und wann anschließend zu einem Orgasmus kommen.

Allerdings war dazu noch der Gedanke nötig, heftiger geschlagen zu werden. Dann war sie das Opfer von Seeräubern, die sie an einen Mast fesselten und sich an ihren Schreien ergötzten, wenn sie geschlagen wurde. Sie stellte sich vor, dass nun der letzte, heftige Schlag folgen würde und wenn sie dies tat, konnte sie damit rechnen, dass sich ihr Orgasmus nun lösen würde. Fast überflüssig zu sagen, dass dazu eigentlich kein Mann nötig war. Nach und nach reichte eine geschickte Kombination von heißen Gedanken und heftiger Stimulation, um in die „süße Agonie“ zu verfallen.

Gelegentlich schämte sie sich dessen, was sie tat. Sie hatte während der Pubertät Bücher gelesen, dies ihr nahebrachten, es sei zwar nicht schädlich, zu masturbieren. Doch müssen ein junges Mädchen immer die Gedanken kontrollieren, die sie dabei habe. Wenn sie dabei an schöne, romantische und angenehme Dinge denken würde, so sei das Masturbieren kaum schädlich … jedoch … die Gefahr für ihr Gemüt läge in den Vorstellungen von Perversionen.
Sie vermutete, dass die Piraten wohl einem solchen Bild entsprechen würden, und erst recht die Fesselung an den Mast und die verabreichten Schläge.

Die Autoren des Buches rieten dringend dazu, einen Arzt aufzusuchen, falls solche Gedanken auftreten sollten. Es würde ein Mittel dagegen geben, sicher. Der beste Psychotherapeut war gerade gut genug.

Also ging sie zu Frau Doktor Dolores Patricia B., die abseits der großen Stadt in einer feudalen, von einem Rosengarten umgebenen Villa hauste und praktizierte. Nachdem sie hartnäckig leugnete, jemals geschlagen, genötigt oder vergewaltigt worden zu sein, war die vorläufige Vermutung klar. „Passive Algolagnie“, zu deutsch „Schmerzgeilheit“, im Lexikon der allgemeinen Begriffsverwirrung auch „Masochismus“ genannt. Ob es sich möglicherweise um eine dissoziative Persönlichkeitsstörung handelte, wollten Frau Dr. B. offenlassen – hätte sie jedoch die Umstände gekannt, die Sie,liebe Leserin, lieber Leser, nun kennen, so wäre sie untrüglich auch auf diese Seite des Persönlichkeitsbildes gestoßen, das für einen Therapeuten viel interessanter ist.

Nachdem Dr. B. sie inmitten des Rosengartens über die Möglichkeiten einer vollständigen Heilung aufgeklärt hatte, die sie für dringend geboten hielt, war sie zunächst völlig verwirrt. Zwar sei sie ein leichter Fall, aber wenn sich ihre paraphilen Vorstellungen etwa in die Ausführung derselben wandeln würden, sei sie in der Gefahr, der bestehenden emotionalen Verirrungen noch weiter zu vertiefen, was zweifelsohne schwerwiegende Konsequenzen hätte. Im Übrigen, und dies hatte Frau Doktor mehrfach betont, sei es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass sie während ihrer Kindheit, Pubertät oder gar noch danach nicht geschlagen oder missbraucht worden sei. Es gäbe da den Vorgang der Verdrängung, und genau jenem müsse man auf die Spur kommen, wolle man einen Heilungsprozess einleiten.

Sie hatte vorher schon geahnt, dass Dr. Freud ihre potenzielle Therapeutin nachhaltig beeinflusst hatte. Dieser war jedenfalls, so ihr Schulwissen, der Meinung, dass man in der Kindheit graben müsse, um den gegenwärtigen Malaisen auf die Spur zu kommen. Und sie würde über ihren Vater sprechen müssen. Jede Frau, die irgendwie und irgendwann eine Macke entwickelte, wurde nach dem Verhältnis zu ihrem Vater gefragt. Nicht, dass sie dies schreckte. Aber sie hielt alles, was ihre Familie anging, für privat. Und sie sah nicht ein, über ihren Vater zusprechen, oder sonst einen Ahnen, Verwandten, Hausgeist oder Liebhaber.

Sie fuhr mit der Straßenbahn in die Innenstadt, setzte sich in ein Café, bestellte sich ein wahnsinnig kalorienreiches Stück Buttercremetorte und einen Cappuccino mit reichlich Zucker und dachte nach.

Wie so oft meldeten sich zwei winzige Stimmchen in ihr, die sie nur zu gut kannte: „Kristina“, sagte das eine zu ihr, „vertraue Frau Doktor und werde wie ich – ein Engel reinen Herzens. Du wirst niemals einen guten Ehemann bekommen und heiraten, wenn du solche Gelüste hast.“

Kristina – oh ja, das war der Teil in ihr, der brav Klavierstunden genommen hatte und sich bei Tisch zu benehmen wusset. Doch sie war nicht nur Kristina, sie war auch Kiki, und mit ihr sprach stets das Stimmchen, aus dem anderen Ohr: „Kiki, du wirst dir doch nicht etwas austreiben lassen, was du noch nicht einmal richtig genossen hast? Erinnerst du dich nicht mehr, wie viel Gruselvergnügen du an den Geschichten von Lizzie hattest, diesen Geschichten über die Seereise der zukünftigen Sklavinnen für den Sultan, aus dessen Harem es kein Zurück gab?“

Das Buch aus dem viktorianischen England war ihr in London in die Hände gefallen. Die Kassiererin hatte sie so merkwürdig angesehen, als sie es bezahlen wollte: „Are you sure?“, und als sie es später in der U-Bahn aufschlug, wurde ihr bewusst, warum. Das Buch handelte von lustvollen Strafen und schmerzhaften Vorbereitungen auf das Leben einer Sklavin in Arabien. Erst hasst sie, es das Buch zu lesen. Dann liebte sie einzelne Passagen, und schließlich verschlang sie das Buch in drei Nächten, immer wieder unterbrochen von der Faszination, der sie sich mehrfach körperlich hingab.

Sie war Kiki, wenn sie sich in die Trance der Lust versetzte. Und sie war Kristina, wenn sie ihre Mutter am Rand der Schwäbischen Alb besuchte. Und im Alltag? Da war Sie Krista – selbstbewusst, konsequent und ab und an ein wenig skrupellos, wenn es den Erhalt ihrer Position ging.

Brav und wollüstig, konsequent und dann und wann ein wenig brutal – wie passte das zu ihren Fantasien? Nachdem sich Engelchen und Teufelchen verabschiedet hatten, das zweite Stück Cremetorte gegessen und der zweite Cappuccino getrunken war, faste sei einen Entschluss: Sie würde für den Moment auf Dr. Freud und Dr. B. verzichten. Denn wenn sie schon therapiert werden müsste, so schloss sie messerscharf, dann könnte sie sich vorher auch noch ein paar einschlägige Erfahrungen gönnen. Es würde die Sache nicht verteuern und hätte den Nutzen, wirklich zu wissen, worüber sie dann spräche.

Hinweis:

Diese Geschichte ist reine Fiktion. Sie hat weder etwas mit meinem eigenen Leben zu tun, noch wurde sie anhand des Lebens existierender Personen nacherzählt. Etwaige Ähnlichkeiten wären der reine Zufall.

Wie soll es weitergehen? Schlagen Sie vor, schreiben Sie mit oder warten Sie einfach ab, was anderen dazu noch einfällt …

Das Warten auf die strafende Rute des Weihnachtsmannes

Ich werde ein bisschen stottern müssen, wenn ich mein Weihnachtsgedicht aufsage. Sonst wird mich der Weihnachtsmann nicht bestrafen. Denn wäre alles vergeudete Zeit.

Ach, ich habe vergessen, von den Vorbereitungen zu sprechen. Zuerst muss der Tannenbaum geschmückt werden. Dann müssen echte Kerzen dran. Dann ziehe ich mich festlich an. Weiße Bluse, schwarzer Rock. Viel zu kurz, wie damals. Am großen Tisch in der guten Stube sitzen Großmutter und Großvater, daneben Tante Bertholda und Onkel Kasimir. Die Eltern werden nicht kommen, das wäre mir viel zu peinlich. Oh, Sie wundern sich? Meine Eltern sind längst Rentner und fliegen Weihnachten immer auf Teneriffa und genießen dort die Wärme. Und von Großmutter und Großvater stehen die Porträts auf der Festtafel – sie sind schon vor ein paar Jahrzehnten verstorben. Wo Tante Bertholda und Onkel Kasimir abgeblieben sind, weiß ich nicht so genau, aber ihr Foto steht ebenfalls auf dem Tisch.

Nun denken Sie vielleicht, diese Personen wären gar nicht anwesend, weil da nur die Fotos stehen? Ich versichere Ihnen, sie werden dort sein, sobald der Weihnachtsmann hereinkommt. Die Großeltern werden sich über mich freuen wollen, weil ich eine so schöne, glockenhelle Stimme habe. Tante Bertholda ahnt wohl, dass ich etwas vorhabe. Schließlich sagt man ihr nach, sie habe eine „eigenartige Vergangenheit“. Und Onkel Kasimir bekommt immer Stielaugen, wenn er meinen kurzen Rock sieht.

Ich zünde alle Kerzen an, und schon tappst ein Bär die Treppen herauf – das ist er, der Weihnachtsmann! Er betritt die „gute Stube“ und schon duftet alles nach Äpfeln, Rheinwein, Rum, Braten, Kerzen, Tannen und einem extrem süßlichen Damenparfüm. Das hat Tante Bertholda über sich geschüttet.

„Hast du denn auch dein Weihnachtsgedicht brav gelernt?“ Ich nicke. „Dann wirst du es jetzt aufsagen“ kommt die scharfe Stimme von Tante Bertholda. Ich stelle mich in Positur: Lichterglanz in den Augen, ein holdes Lächeln, zwei Knöpfe der Bluse frech geöffnet, mit viel zu kurzem Rock und völlig unpassenden High Heels. Ich beginne noch ganz forsch:


Zwar ist das Jahr an Festen reich,
doch ist kein Fest dem Feste gleich,
worauf wir Frauen Jahr aus Jahr ein
stets harren in süßer Lust und Pein.

O schnuckelige, wilde Weihnachtszeit,
was bringst du Lust und Geilheit …
Äh … wie in jedem Haus teilst du auch hier.
Die Gaben aus und spielst Klavier



An dieser Stelle muss ich mich hilflos umsehen, und Tante Bertholda wird keifen „Sie macht es absichtlich, sie macht es absichtlich!“

Der Weihnachtsmann wartet ein paar Minuten geduldig, dann sagt er: „Du weißt aber, was böse Mädchen erwartet, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen? Willst du es nicht noch einmal versuchen?“ Er schweigt einen Moment, verbirgt ein Lächeln hinter dem Bart „Sonst muss ich die Rute herauszuholen, und sie wird … sehr, sehr schmerzhaft auf dein Gesäß treffen.“

Tante Bertholda wendet sich nun an Onkel Kasimir: „Das ist doch, was du wolltest, du Lustmolch?“ Und Onkel Kasimir bekommt nun tatsächlich Teleskopaugen, und der Rotwein läuft ihm aus dem Winkel seines schiefen Mauls.

Ich senke den Kopf. „Ich habe das Gedicht nicht gelernt“, sage ich zum Weihnachtsmann. „Ich habe die Rute verdient.“ Dabei drehe ich ihm meine Kehrseite zu und bücke mich. „Überzeug dich, dass es sich lohnt.“

Die Großeltern sind sitzen geblieben. Stocksteif. Tante Bertholda knetet an meinen Hintern herum und Onkel Kasimir hat sich einen Stuhl besorgt, damit er auch alles genau mit ansehen kann. „Köstlich, ganz köstlich“, flüstert die Tante, „das wird ein hübsches Bild abgeben, wenn dieser wundervolle Hintern von der Rute geküsst wird.“

Es riecht plötzlich nach dieser ekligen Mischung aus Chlor, Eau de Cologne und schimmelnden Wänden. So roch es überall bei Großmutter, außer in der „Guten Stube“, wenn Weihnachten war. Da duftete es nach Zigarren, Wein, Jamaikarum und Braten und nach dem süßlichen Parfüm der Tante. Da soff Onkel Kasimir und bekam Stielaugen, wenn ich den kurzen Rock trug, und die Tante dachte an ihre bewegte Vergangenheit. Und nun stehen sie da wieder auf dem Tisch, und der Weihnachtsmann ist zurück auf das Poster an der Wand gewandert. Das Harren auf Lust und Pein erfüllt sich nicht alle Tage. Aber träumen wird man doch noch dürfen?

Feuchtes Papier

Die blaue Tinte wird verlaufen ... so oder so
Essays sind manchmal sinnreicher als erotische Geschichten. Und was macht der Schriftsteller eigentlich, wenn die Geliebte gerade während einer Schreibhemmung an die Klapperkiste tritt? Gramse glaubt, es zu wissen

Sie betritt mein Arbeitszimmer und sie weiß, dass ich es hasse, wenn sie mich stört. „Hast du etwas Brauchbares geschrieben?“, fragt sie scheinheilig. Ich wehre sie ab: „Süße Schweinereien, wie immer. Meine Heldin sitzt gerade auf dem Schreibtisch des Personalchefs und beginnt, die Beine zu spreizen.“

„Trägt sie ein Höschen?“

„Ich überlege noch. Was meinst du, sollte sie ein Höschen tragen?“

Sie tritt neben mich, hält sich mit einer Hand an der Schreibtischkante fest und zieht mit der anderen ihr Höschen herunter, schlüpft mit den Füßen hindurch, zupft den Rock wieder zurecht. „Versuchs mal ohne“, sagt sie fast tonlos, und dann, interessierter: „Wie sieht der Schreibtisch aus, auf dem sie sitzt?“ „Unordentlich. Der Personalchef arbeitet gerade an einem Referat über 'Die Folgen von Sex am Arbeitsplatz', weißt du? Da ist eine Kaffeetasse, da sind Entwürfe. Der Chef schreibt mit der Hand, mit einem Füllfederhalter in Königsblau.“

„Warum sitzt die Frau da?“ „Sie kam einfach herein, sagte, dass sie in dringend in einer wichtigen Angelegenheit sprechen müsste, und ließ sich nicht abweisen. Und sie ist verflixt attraktiv.“

„Und nun?“ „Nun verführt sie ihn, und sie wird Spuren hinterlassen, um ihn zu beschämen.“

Sie denkt nach. „Was denn? Menstruationsblut, Urin, Scheidenflüssigkeit?“ „Ich dachte nicht an so etwas, es ist zu … unanständig, glaube ich.“ Sie lacht. „Frauen sind viele einfallsreicher als Männer. Wenn sie drauf pinkelt, verläuft die Tinte und vielleicht kleckert alles auf seine Hose!“ „Das würde in ähnlicher Weise auch mit dem umgekippten Kaffee geschehen“, entgegne ich, „und der riecht angenehmer.“

Derweil sitzt meine Heldin immer noch auf der Kante des Schreibtisches des Personalchefs und versucht, ihn zu verführen. Wenn sie dort bleibt, habe ich nichts zu bloggen. Jedenfalls keine Kurzgeschichte.

Oh, die Geliebte scheint zu ahnen, dass ich meine Geschichte zu Ende bringen will.

„Nimm den Kaffee“, sagt sie schließlich, „sie soll die Tasse umwerfen, wenn er ihren Schoß küssen will, dann werden alle Papiere auf seinem Schreibtisch feucht, und sie wird sich in die Kaffeelache setzen. Du weißt schon, wie so etwas ausgeht, oder?

Nun musste ich lachen. „Ist das die Hausfrauenversion?“, frage ich. Sie lächelte hintergründig. „Ja, und nun zeige ich dir, wie unsere Version ausgeht.“ Sie legt ihren Rock ab, setzt sich auf die Schreibtischkante, sodass sie frontal vor mir sitzt. Sie sieht mich fordernd an, öffnet langsam die Schenkel, und lässt den Inhalt einer kleinen Flasche Piccolo zwischen ihren Beinen zerrinnen, bis sich ein Bächlein bildet, das langsam und stetig in meine Richtung fließt. „Leck deinen Schreibtisch ab, du kleine perverse Sau, und wenn er ganz trocken geleckt ist, dann darfst du mir ein bisschen näherkommen mit deiner süßen Zunge.“ Ein neues Spiel, hübsch erdacht, und eigentlich genau das, was ich jetzt brauche.

Der Personalchef, so beschließe ich gerade, wird die feuchte Tinte auflecken müssen, die aus dem Papier ausgeschwemmt wird und sich mit dem Sekt vermischt. Wie konnte ich nur an Kaffee denken? Und sein Penis wird hart werden, und er wird hoffen, dass sich die fremde Dame auch noch um dessen Wohlergehen bemüht. Und während dies alles geschieht, hat die Dame mit einer Handtaschenkamera längst alles gefilmt, und sie wird das Ergebnis als Trailer zeigen, wenn er seinen Vortrag über die bösen Folgen von Sex am Arbeitsplatz hält.

Ich muss mich nur noch erkundigen, ob Tinte heutzutage noch zu giftig ist, um sie aufzuschlabbern. Mir war so, als hätte ich es einmal gelesen - so wahr ich Gramse heiße.