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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Reife Früchte schmecken am besten

Wenn du dich traust ... dann genieße jetzt die Liebe
Unser Motto für August: Reife Früchte schmecken am besten. Es passt in die Zeit, denn nun wird das Obst reif - und die Menschen? Sie sehen sich danach, in der Reife Paar zu werden - glauben wir jedenfalls.

Deutsche kaufen Erdbeeren, die wie Äpfel schmecken, wenn sie nur billig sind. Und sie wollen keine reifen Steinfrüchte, sonder unreife Aprikosen und Pfirsiche, die noch nicht einmal gelb sind, sondern noch grün behaucht.

In der Liebe warten wir - manchmal. Zuerst sind die Früchte noch zu grün, da mag man sie noch nicht pflücken oder gar lustvoll in die Früchte hineinbeißen. Das ist zum einen verständlich und zum anderen ethisch vertretbar. Wenn es absolut Spontansex sein muss, dann findet sich auch eine Person, die von ähnlichen sexuellen Lüsten bedrängt wird.

Die andere Seite allerdings ist völlig absurd. Da sucht man nach der „richtigen“ Reife. Einige Früchte sind also noch zu grün, andere kurz vor der Entfaltung der höchsten Süße, aber sie haben leider einen kleinen Fleck auf (oder unter) der Haut. Da legen wir sie zurück und sagen uns: Ach, am Marktstand gegenüber, da gibt es noch andere Früchte, suchen wir doch da weiter ...

Mancher wartet so lange, bis die wundervollen, süßen Früchte zu Fallobst werden. Liegen sie zwei Tage da, will sie niemand mehr - jedenfalls, wenn wir im Beispiel bleiben.

Bildlich gesprochen: Wer die Zeit der sinnlichen Lust nicht erkennt und nutzt, der schwankt immer zwischen „die Zeit ist noch nicht gekommen“ und „es ist jetzt fast zu spät.“

Wer den Liebesmarkt kennt, der weiß, wie viele sinnliche Menschen mit fragwürdigen Absichten im Herbst über die überreifen Früchte und das unverkäufliche Fallobst herfallen. Der Eichhörncheneffekt sagt vielen: „Jetzt mal einsammeln, der Winter kommt bestimmt.“ Durch die Corona-Krise ist nichts besser geworden, eher schlechter.

Da draußen laufen Frauen wie Männer mit dringlichen Lust, Sex-, Beziehungs- und Kinderwünschen herum. Ob edel, halbedel oder nur zur Befriedigung der eignen Triebe spielt dabei zunächst mal gar keine Rolle: So lange der Markt „offen“ ist, wird eingesammelt, was geht.

Was liegt eigentlich näher, als den Sommer zu genießen und süße Früchte zu ernten, solange es sie noch gibt? Warum also nicht ausprobieren, wie sich eine Beziehung anfühlt?

Denn ja, wir (die Redaktion wie auch die Gesellschaftsordnung) sind glücklich, wenn ihr Beziehungen eingeht. Wundervolle, durchaus sinnliche, aber auch langlebige Beziehungen. Und wir wissen auch, wie sie zustandekommen: Kosten, Gefallen daran finden und dabei bleiben.

Falls ihr solche Sätze noch mit ein bisschen Sinnlichkeit, Romantik oder etwas ganz anderem aufhübschen wollt, könnt ihr das gerne tun. Aber am Anfang steht immer die Lust darauf, den anderen zu „schmecken“.
Bild: Aus unserem Archiv. Kein Copyright bekannt