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Gegrinst: So etwas sagt man doch nicht … f***

Die Sprachregelungen der bürgerlichen Presse sind zumeist konservativ. Anglizismen wie „Sex haben“ werden dem F***-Wort vorgezogen, obgleich in der Praxis kaum jemand sagt: „Er hatte Sex mit ihr“. Dieses Banaldeutsch der "sozialen Korrektheit" drückt ohnehin nicht aus, was man wirklich dabei tut. Auch das altbackene „miteinander schlafen“ ist derartig käsig und blutleer, dass es kaum jemand benutzt. Also was macht man, wenn „BANG“ übersetzt werden muss? Klarer Fall: Ein „Bang“ ist ein „Bums!“ oder ein „Knall“. "Bumsen" wäre also die richtige Wortwahl, aber das ist ethisch nicht korrekt. „Longmans Lexikon für zeitgenössisches Englisch“, sagt klar, dass „to bang someone“ ein Tabuwort ist, doch wie übersetzt man ein Tabuwort in ein Edelwort? Ähnliche Probleme hatten je schon die Übersetzer von Henry Miller.

Der Standard.at (per RSS)(1):

Vorabinformation per RSS ...


Seit einigen Tagen hat auf Facebook eine App namens "Bang with friends" (zu Deutsch: "Ficken mit Freunden") an Aufmerksamkeit gewonnen.


Der Standard.at (Jetzt online)(2):

Seit einigen Tagen hat auf Facebook eine App namens "Bang with friends" an Aufmerksamkeit gewonnen.

Offenbar hat man auf den Fauxpas der deutschen BILD Zeitung verzichten wollen, die „bumsen“ mit „miteinander schlafen“ umschrieb. (O-Ton BILD)(3):

Mit der neuen App „Bang with Friends“ („Schlafe mit Freunden“) sollen sich im sozialen Netzwerk Freunde finden, die miteinander Sex wollen.

Doch es entspricht natürlich nicht dem Stil vom Standard, auf „Ficken“ auszuweichen – und deshalb wurde die Übersetzung Minuten später kurzerhand weggelassen.

Noch eine Stilblüte aus dem gleichen Artikel des Standard (2) gefällig?

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De App zeigt allerdings beim Start nur Freunde des anderen Geschlechts an. Oben kann das Geschlecht jederzeit gewechselt werden.


Ach, nur oben? Wie langweilig – viel interessanter wäre doch, das Geschlecht unten zu wechseln, oder etwa nicht? Eine Menge Leute träumen jedenfalls davon … während andere sagen würden: „Daran darf man nicht einmal denken“.

Quellen:
(1) Der Standard (Österreich RSS-Version)
(2) Der Standard (Österreich) Online-Version.
(3) BILD-Zeitung (Deutschland)
(4) Liebeszeitung.
Weitere Quelle: LONGMANS Dictionary of Contemporary English.