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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Nicht mit dem/der Erstbesten ins Bett gehen?

"Ich kann doch nicht mit dem Erstbesten ins Bett gehen!"

Wer kennt sie nicht, diese Aussage? Meist kommt sie von Frauen über 40, deren Ziel zunächst eine lebenslange Ehe war. Dann aber änderten sich die Bedürfnisse – mal seine, mal ihre. Das führte zur Trennung, dann zur Scheidung. Und heute sucht diese Frau erneut.

Fall sie dazu Rat benötigt, mit wem sie Sex haben sollte und wann, dann wirst du zwei Meinungen finden. Die eine liest sich ungefähr so:

Deine Auffassung ist richtig. Du suchst nicht nach Sex, sondern nach einer tiefen Verbindung zu einem Mann, wobei du hohe Ansprüche hast und nach Langzeit-Qualitäten des Partners suchst. Zudem machst du dabei klar, dass du nicht eine Frau für eine Nacht ist, sondern nach Wertschätzung strebst.

Die andere würde sich so lesen.

Niemand erwartet, dass du mit jedem Mann, den du triffst, Sex hast. Aber frag dich doch bitte auch, was du im Moment entbehrst. Möglicherweise lässt sich ein Teil davon mit einem Mann erfüllen, den du bei einem Date triffst. Nicht mit dem erstbesten, sondern mit dem, der seine eigenen Lüste kennt und deine Lüste gerne kennenlernen will.

Wenn du dem zweiten Rat folgst, dann plane Sex von vornherein ein. Wenn du ihn wirklich magst, dann gibst ihm alles, was du geben kannst und - und nimm alles, was er dir geben kann.

Wenn es euch beiden gefallen hat, dann bitte um eine Wiederholung. Du kannst versuchen, ihn dabei auf andere Weise an dich zu binden.

Falls es dir nicht gefallen hat und „er“ sich nicht mehr meldet, ist die Sache vorbei – und du hast eine Erfahrung gesammelt. Versuche einfach, damit umzugehen.

Ach, du wolltest noch wissen, was passiert, wenn du dem ersten Rat folgst? Dann hast du deine Wertbegriffe gerettet - mehr nicht. Vielleicht sagt dir ein Psychologe etwas anderes, vielleicht aber auch das Gleiche.

Und wenn du ein Mann bist?

Im Grunde ist es sehr ähnlich: Frag dich, was du willst, wie du es willst und von wem du es willst. Dann geh hinaus und sammle Erfahrungen. Fall du das ablehnst, ist alles recht ähnlich: Du bleibst deinen Werten treu, aber du machst keine neuen Erfahrungen.

Hinweis: Das Zitat ist eine modifizierte Version aus einer "AI" (künstlichen Intelligenz) und spiegelt vermutlich eine psychologisch oder ethisch motivierte Lehrmeinung wider. Das zweite Zitat stammt aus Schriften des sehpferd-teams.

Heiß, schwül ... und Lust

Plötzlich ist es heiß und bisweilen auch schwül geworden.

Ob es der Liebe nützt? Oder der Lust? Macht dich das Wetter träge oder geil?

Angeblich macht der plötzlich einsetzende Frühsommer die Menschen geil, und diesmal soll es an „Vitamin D“ liegen - oder am Schweißgeruch, der angeblich doch Botenstoffe enthält. Jedenfalls, wenn er frisch ist. Oder an den verführerisch zur Schau getragenen Körperteilen, die derzeit kaum noch von Textilien bedeckt sind.

Ich hoffe, dass ihr euch nicht von der Liebe abhalten lasst. Wenn ihr die Lust jetzt genießt, in schwülen Frühsommernächten (oder Vorsommernächten) habt ihr anderen eine Erfahrung voraus. Und Genuss ist wirklich kein Verbrechen. Warum also nicht?

Bedroht, erregt oder im Rausch der Gefühle?

Furcht und Faszination zugleich
Sobald Gefahr droht, schaltet sich unser Gehirn schlagartig in einen Alarmzustand. Wenn es sich um eine akute Bedrohung handelt, müssen wir sofort reagieren, wie einst der Urmensch. Wer im Auto sitzt, wird spontan bremsen, wer die Straße überquert, mit einem kühnen Sprung aus der Gefahr Zone fliehen. Wir bemerken kaum, wie wir uns oder andere gerettet haben.

Das heißt: Bevor die Gefahr tatsächlich eintritt, reagiert unser Körper automatischen mit denselben Methoden wie die meisten Säugetiere: bewegungslos Verharren, Flüchten oder Kämpfen.

Alles, was bei uns Menschen „automatisch“ funktioniert, gelingt erstaunlicherweise über blitzartige bio-chemische Reaktionen. Auch wenn wir sie nicht genau benennen können, wissen wir doch, wie sie sich auswirken. Kürzlich wurde ein Artikel verbreitet, der recht genau schildert, was geschieht (gekürzt):

Die Erwartung, dass uns Schlimmes zustoßen kann, setzt eine chemische Kaskade in Gang … Das Nebennierenmark stößt große Mengen des aufputschenden Stresshormons Adrenalin aus, der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz schlägt schneller und die Handinnenflächen werden feucht.

Keine Gefahr - und stattdessen Lust an Qualen

Was passiert nun aber, wenn im Grunde gar keine Gefahr besteht? Die meisten von uns kennen Märchen und Gruselgeschichten, Spielfilme und Kriminalfilme, in denen das Grauen recht plastisch und faszinierend geschildert wird. Oftmals wird es bis ins Unerträgliche gesteigert und wir sehen schreckliche Bilder von gequälten Menschen. Wir wissen nicht, ob und wie sie gerettet werden, hoffen es aber. Wir beruhigen uns möglicherweise damit, dass es sich um Katz-und-Maus-Comics handelt, bei denen die Maus stets überlebt. Oder wir sagen uns: „Ach, die Figur stirbt sowieso nicht, die wird für die Serie in der nächsten Woche erneut benötigt.“

Wenn am Ende die Guten gerettet werden, setzt meist eine wohltuende Entspannung ein. Andere Botenstoffe durchwandern unsere Blutbahn, und ein wohliges Gefühl macht sich breit.

Wir müssen uns also nichts schämen, dem Gefühlsmix zu verfallen. Er gehört zu unserer Natur.

Horror, Gefahr und Sexualität

Wie steht es aber um Gefahren und Sexualität?

Eines hat die Gefahr in jedem Fall mit dem Geschlechtsakt gemeinsam: Beide sind Ausnahmesituationen. Und noch etwas haben beide Situationen gemeinsam: Der Verstand wird vorübergehend ausgeschaltet. Und etwas Drittes? Ja, auch. Denn wieder sind biochemische Botenstoffe am Werk, die wir nicht vollständig willentlich beeinflussen können.

Die Literatur (und damit auch der Film) benutzt oftmals einen Trick, um Bedrohungen, Horror, Furcht und Lust miteinander abzumischen. Dabei wird die schöne Heldin oder der muskulöse Held der Gefangenschaft, der psychischen oder physischen Folter ausgesetzt. Auch in Agenten- und Spionagegeschichten kommt dieser Aspekt vor: Der Held oder die Heldin verfallen beinahe einem Schurken, weil sie sich sexuell auf ihn/sie einlassen.

Die Monster wohnen auch in uns

Und was macht das mit uns? Etwas ganz Einfaches:

Das Monster überschreitet stellvertretend für uns Grenzen in Form von gesellschaftlichen Werten und Normen

Ob Graf Dracula, Erzsébet Báthory, James Bond oder eine “Femme fatale”, der „böse Wolf“ oder die „eifersüchtige Stiefmutter“ - sie alle haben in Romane, Filmen und Märchen „gesellschaftliche Normen“ überschritten.

Horror und der sexuelle Reiz daran

Die sexuelle Reizung durch Horror mag fragwürdig sein – doch sie ist ganz offensichtlich sehr häufig. Zudem ist der Zusammenhang zwischen Lust und Pein wissenschaftlich bereits ausführlich behandelt worden. Gegenwärtiger Stand der Hirnforschung ist jedenfalls: Das Lustzentrum im Gehirn wird besonders stark erregt, nachdem der Schmerz gerade begonnen hat.

Was nun das Denken und Nachdenken betrifft – all dies ist dem aktuellen Empfinden in Sondersituationen „nachgeschaltet“. Entweder, um das Überleben der Person zu sichern, oder um die Art zu erhalten.

Wer darin ein Problem sieht, mag es tun. Aber falls du einer (eine) davon bist: Auch du bist ein Teil der Natur – unabhängig von dem, was du denkst.

Zitate und weitere Quellen:

Süddeutsche Zeitung zum Thema Horror
Wissenschaft.de zu Lust-Schmerz
Quarks.de zum Thema Horrorfilme und Gefühle.
Bild: Vermutlich aus einem "Groschenroman" der 1950er Jahre

Sexuelles Verlangen

Eine Verführerin, eine Gelegenheit und sexueller Druck - schon ist die Moral futsch
Wer nach einem anderen Menschen mit jeder Faser seines Körpers verlangt, den bedrängt seine Lust. Wenn jemand solche Gelüste hat, dann wünscht er sich nichts mehr, als einen anderen Menschen zu treffen, der sie erfüllt.

Ich denke, wie wissen all recht gut, dass dies möglich ist, auch wenn wir es selber nicht erlebt haben oder solche Praktiken verabscheuen.

Manchmal fragen wir uns (oder werden gefragt) was wir uns eigentlich „dabei gedacht“ haben, uns so schnell auf eine völlig fremde Person einzulassen - „notgeil“, wie wir vielleicht waren.

Eine Frau in bestem Alter wusste es:

Ich hatte sie durch den Nebel sexueller Anziehung hindurch gesehen. Und ich ging davon aus, dass jeder Mensch, der für mich äußerlich anziehend war, auch gute innere Eigenschaften haben müsse.

Offenbar folgen viele Menschen dieser Illusion: „Wenn jemand mit mir schlafen will, dann tut er dies, weil er mich als Person begehrt.“ Und ganz selbstverständlich gehen alle davon aus „ich werde doch keinen Sex mit jemandem haben, der dies nur aus Geilheit tut.“

Wenn die Geilheit aufkommt sagt kaum jemand "Stopp"

Doch, das wirst du, wenn du aus sexuellem Verlangen handelst. Die Liste derjenigen Frauen (und Männer) die „zuvor“ sagten, dass sie etwas „niemals“ tun würden und hinterher genau das doch taten, ist lang. Und ich rede dabei von „richtigen Erwachsenen“, also nicht von jungen Menschen, die ihre Gefühle noch nicht „sortieren“ konnten.

Geilheit, Moral und Eigenverantwortung

Und nein, ich moralisiere hier nicht. Du kannst wirklich tun, was du willst. Ich würde ja gerne ergänzen „solange du es verantworten kannst“. Aber sehr oft verdrängen Lust und Gelegenheit alle rationalen, ethischen und sogar religiösen Bedenken.

Nur - wenn du es tust, versuch nicht, die anderen dafür verantwortlich zu machen, wenn dich hinterher der Katzenjammer überkommt. Und das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen.

(Bild: nach einer Roman-Illustration, ca. 1950)

Der Single-Mann in den 30ern – wie tickt er eigentlich?

Sicher nicht die beste Zukunftsperspektive
Die Klischees über Männer werden nicht nur von Feministinnen verbreitet – auch nahezu alle Frauenzeitschriften helfen dabei, Stereotypen aufrechtzuerhalten. Und auch die überkommenen Vorurteile halten sich: Sie spielen mit Emotionen, bleiben unverbindlich, sind hartnäckige Junggesellen, und sie wollen Frauen sowieso nur ausnutzen. Überwiegend, um sie zu vögeln und dann zu vergessen. „Toxische Männlichkeit“ nennt man das wohl. Die Frage ist allerdings, wer sie erzeugt, verbreitet und verallgemeinert.

Die weibliche Lösung - warum ihr kein Mann folgen will

Die Lösung kommt angeblich von Frauen. Nur ist es keine. „Mehr fühlen, authentischer sein, mehr kommunizieren“ heißt das Mantra, und es ist eine Mischung aus Verweiblichung und Psychologisierung. Männer, die es versuchen, merken zumeist schnell, dass ihnen diese Mischung keine Vorteile erbringt – und niemand ändert sich, um Nachteile zu bekommen.

Verkriechen und brav sein oder aggressiv suchen?

Richtig ist allerdings, dass viele Männer sich verkriechen und gar nicht mehr über Gefühle sprechen wollen, wenn sie ständig abgelehnt werden. Zudem sehen sie, dass andere Männer, die heftiger „rangehen“, wesentlich mehr „Erfolge“ haben, mögen diese auch kurzfristig und durch Wollust geprägt sein. „Sex ist besser als gar nichts“ werden die meisten Männer sagen.

Eignen sich Männerfreundschaften, um sich besser zurechtzufinden?

Echte Freunde in mittleren Jahren? Das ist sehr schwierig. Sich aussprechen? Mit wem? Ich las gerade, dass es als unschön gilt, sich einem anderen Menschen schnell und hemmungslos zu offenbaren. Das aber wäre nötig – doch mit wem? Eignen sich die verbliebene Freude, die man aus anderen Gründen behalten hat, wirklich dafür? Mir kommt ein alter Satz aus einem Schlage in den Kopf: „Erzähle mir nicht von deinem Kummer, ich habe selber welchen.“

Einsamer Wolf sein oder vor Frauen "Männchen machen"?

Was eignet sich in diesem Fall wirklich? Die Rolle des einsamen Wolfs? Die des Speichelleckers auf den Treppenstufen der städtischen Schönheiten? Im Zweifel werden die Männer den Wolf bevorzugen. Abschotten, unberechenbar sein, ab und an mal auf die Pirsch gehen und jemanden mit heimschleppen. Gerade lief die deutsche Fernsehserie „Professor T“ aus. Das Motto: „Du kannst so schräg sein, wie du willst, eine Frau findet sich immer.“

Die Frauen sind schuld - die Umkehrung des Klischees

Manche Männer machen die Umstände dafür verantwortlich, Single zu bleiben. Das ist sozusagen die Umkehr eines Frauenklischees: Frauen wollen ja, dass „wir Männer“ uns ändern, weil sie selbst mit den vorhandenen Männern nicht zurechtkommen. Die Umkehrung: „Die Frauen müssen sich ändern, damit ich wieder eine Partnerin finde“.

Es ist kompliziert ...

Kurz: Männer sind verunsichert. Traditionelle Rollen passen angeblich nicht, aber Verführer haben dennoch ihre Erfolge. Moderne Rollen kommen nicht an, es sei denn, eine Frau will absolut heiraten. Und weil vor dem Heiraten eigentlich noch eine ganze Reihe anderer Dinge stehen, muss die ganze Chose vorher irgendwie „gedeichselt“ werden. Und so etwas geht nur, wenn beide wild und begierig aufeinander sind und sich dabei dennoch ernsthaft kennenlernen wollen.

Die populäre Lüge: es ist toll, Single zu sein

Ach so – ja, ich vergaß. Viele Frauen und Männer werden dir sagen, „es sei cool, Single zu sein, da könnten sie machen, was sie wollten – und sich bei Bedarf jemanden suchen. Na ja, falls dieser Bedarf auftritt. Sie verschwiegen, dass sie nicht nur dies quält. Denn eigentlich suchen sie nicht nach schnellen Affären, belanglosen Vögeleien und was dem gleichkommt. Eigentlich suchen sie nach jemandem, der sie lieb hat. Wirklich lieb. Nur dies zuzugeben, fällt offenbar allen extrem schwer.

Ich habe mich von einem Artikel in msn inspirieren lassen. Der Artikel wurde mehrfach von anderen Medien übernommen. Die Inhalte dieses Artikels in der "Liebeszeitung" und der darin enthaltenen Aussagen weichen allerdings erheblich vom dort veröffentlichten Artikel ab.