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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex
Warnung! Teile dieser Texte könnten mithilfe menschlicher Intelligenz erzeugt worden sein.

Die Woche: Vom Ungeist des Zeitgeistes und den Gefahren daraus

Überall versuchen ideologische Kämpfer(innen), aber auch durchaus wissenschaftlich orientierte Menschen, ihre Ideen vom Menschsein lauthals als Wahrheiten herauszuschreien. Und so merkwürdig solche Gedanken auch sein mögen: Sie finden ihren Weg in die Presse.

Die Gründe für die meisten Änderungen: Das Erbe des Patriarchats

Das liegt größtenteils daran, dass die Gesellschaftsordnung sich durch das Patriarchat verfestigt hatte, bevor sich liberale und emanzipatorische Tendenzen durchsetzen konnten. Die Tatsache an sich ist unbestritten - doch was hat das mit Ideologie zu tun?

Minderheiten höher bewerten als Mehrheiten?

Viele Wissenschaftler und Berichterstatter, wollen diesen gesellschaftlichen Fehler wieder „ausbügeln“. Dabei verfallen einige von ihnen in das Extrem, den Minderheiten und ideologischen Abweichlern mehr Raum zu geben als den „ganz gewöhnlichen Menschen“, die genug damit zu tun haben, ihren eigenen Alltag im Lot zu halten.

Jene nun fühlen sich nicht ernst genommen –weder von der Wissenschaft noch von der Politik. Und genau das führt dann zu dem Phänomen, das wir überall beobachten können: Sie driften nach rechts, wählen rechts und Misstrauen den angeblichen „Intellektuellen“, die hochtrabende Theorien über das Sein verbreiten.

Als Bekennender Liberaler habe ich es schwer, mich sowohl dem Ungeist der „linkslastigen Rhetoriker“ zu stellen wie auch den verstörten Bürgern, die „rechts“ wählen, weil sie davon eine Wunderheilung der Verhältnisse erhoffen.

Liberal sein - zwischen allen Stühlen sitzen

Was wir inzwischen „eigentlich“ tun müssten, ist „die Dinge wieder ins Lot zu bringen“. Was daran scheitert, dass wir kaum noch eine Chance gegen die populistischen Verführer wie auch gegen die linkslastigen Ideologen haben.

Wie der Zeitgeist alle beeinflusst

Dieser Tag habe ich einen Artikel entdeckt, der nicht bewusst einer Ideologie folgt, aber dennoch vom Zeitgeist beeinflusst wurde. Ähnlich verhält es sich mit den ständigen Angriffen auf Männer und ihrer Haltung zu Frauen. Wo das Wort „toxisch“ fällt, ist größtenteils eine Mischung aus Dummheit und Ideologie im Spiel.

Die Grundsatzfrage, die wir uns stellen sollten (und möglicherweise stellen müssen), ist doch: Was wollen wir von einer Beziehung? Reagieren wir nur auf den Partner oder die Partnerin? Welche Wünsche wollen wir uns durch eine Beziehung erfüllen? Ruft die Natur? Oder folgen wir trotz der gegenwärtigen Freizügigkeit weiterhin der konservativen inneren Grundhaltung?

Eigenverantwortung und andere intime Themen

Diesmal geht es bei uns um Eigenverantwortung, Lüste und Begierden – und wie „wir“ damit umgehen. In diesem Fall geht es größtenteils um weibliche Begierden – über männliche wurde längst genug geredet.

Randthemen gibt es auch bei uns - und Fakten

Unser eigenen “Randthemen“? Die Redaktion wollte wissen, wie viele Paare inzwischen „SM“ praktizieren – und wir haben festgestellt, dass es sich dabei keinesfalls um eine Minderheit handelt.

Der Unterschied zum Thema, das ich vorher aufgegriffen habe: Weder die Beteiligten, noch die Presse oder die Wissenschaft vermarkten dies als „Weltanschauung“. Und das gilt auch für das andere Reizthema, das immer wieder aufgerührt wird: Cuckolding. Man könnte weitere Themen nennen, wie etwa die Polyamorie - auch sie ist im Grunde lediglich eine Abweichung, die wir hinnehmen können, die aber die meisten Menschen überfordert.

Kurz und knapp: Die Menschen haben die Tendenz, sich in ihr Paarungsverhalten nicht hineinreden zu lassen. Das entspricht in etwa einer liberalen Haltung zum Thema. Aber sie wollen zum allergrößten Teil auch nichts jede Interessenlage zum Thema machen, dem sich alle beugen müssen.

Nochmals mit anderen Worten: Ja zur individuellen Freiheit, Nein zur kollektiven Beeinflussung.

Mir ist bewusst, dass ich heute Dinge formuliert habe, die vielen „sauer“ aufstoßen. Aber ich denke, es muss einmal sein. Ideologien sind Ideologien - auch wenn ein gefälliger Name mit hohem Anspruch draufsteht.

In diesem Sinne: trotzdem ein schönes Wochenende.

Cuckolds und der Wandel einer sexuellen Vorstellung

Annahmen und Fakten über die Cuckold-Akteure
In den letzten Tagen flatterten mir wieder Meldungen über „Cuckoldry“ ins Haus, ohne dass ich eine bestimmte Quelle feststellen konnte. Die Frage bei solchen angeblichen „Sextrends“ ist immer, wer sie verbreitet und warum das jemand tut.

Wer sich in diesem Dschungel vortasten will, benötigt eine Machete – denn der Trend, Fantasien und Wunschvorstellungen als Fakten auszugeben, hält weiterhin an.

Also: Beginnen wir mal mit der Geschichte hinter der Geschichte. Sie beginnt gegen 2010, als es diverse Kampagnen gab, um den „neuen Lebensstil“ breitzutreten.

Ich zitiere:

Bei diesem Lebensstil ermutigten die Männer in heterosexuellen Beziehungen ihre Frauen, sexuelle Beziehungen mit anderen Männern einzugehen, während die Ehemänner meist monogam waren.

Der damalige Zeitzeuge berichtet, dass es eine Art von „Cuckolding“ mit den Elementen „Unterwerfung und Demütigung“ des Mannes gibt, erwähnt jedoch auch, dass dieses Element auch ausgespart werden kann.

Pornografie, Ideologie, Männerabwertung oder eine neue Lustvariante?

In jenen Zeiten war die Wissenschaft weit davon entfernt, dieses Phänomen anzupacken. Doch gewisse Interessengruppen, namentlich die Produzenten von Pornografie und die im Internet äußerst aktiven “FLR-Frauen“ sorgten für die Verbreitung.

Einige Forscher begannen damit, zu bezweifeln, ob es sich bei den „gehörnten Ehemännern“ tatsächlich um Heterosexuelle handelte. Doch das Ergebnis überraschte letztlich alle (erneutes Zitat):

Diese Studie ergab, dass viele Menschen vom Cuckolding träumen – egal, ob sie hetero, schwul oder bi waren – und dass diese sexuelle Praxis für viele von ihnen ein gesunder Teil ihres Lebens und ihrer Liebe war.

Seither haben Forscher versucht, das Phänomen differenzierter zu sehen – allerdings stehen sie immer noch in Konkurrenz zu geschriebener und gefilmter Pornografie.

Auch hier hilft ein Zitat weiter:

(Ich stellte fest …) dass Cuckolding eine Praxis war, die von Ehemännern ausging. Sie brachten die Sache auf und überzeugten ihre Frauen, einen Versuch zu machen.

Die Praxis ändert sich, die Träume aber kaum

Das hat sich nach Meinung von Beobachten durchaus geändert. Zwar wenden sich die allgegenwärtige Pornografie in ihren immer wieder ähnlichen Plots immer noch an Männer. Frauen haben jedoch inzwischen erkannt, dass sie durch Cuckolding in den Mittelpunkt treten können, ohne ihren Ehemann im geheimen betrügen zu müssen.

Was die Frage aufwirft, ob „Cuckolding“ noch das ist, als was es zunächst vermarktet wurde - nämlich ein Mittel, um Männer zu entwürdigen. Wie es scheint, wird die Aufnahme eines anderen Mannes in den Kreis der möglichen Sexualpartner von manchen Frauen durchaus begrüßt. Die Meinung der Männer dazu steht noch aus.

Und die „Szene“? Sie baut weiter darauf, denn Mann abzutakeln und bedient damit durchaus manche männliche Fantasie.

Womit wieder einmal beweisen ist: Die Realität von sexuellen Abweichungen wählen nur wenige, experimentierfreudige Paare. Manches, was in den Träumen der Männer und Frauen stattfindet, ist dort recht gut aufgehoben, denn die Realität eines Paares besteht nun einmal nicht aus Sexvarianten.

Zitate und Inhalt: Dieser Artikel und seine Zitate beruhen auf einer besonders zuverlässigen Quelle.
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Es ist dennoch denkbar, dass ihr andere Quellen lest oder gelesen habt, in denen völlig andere Versionen des Begriffs stehen. Falls das so ist, meldet euch bitte.

Die andere Art der männlichen Emanzipation - femininer werden?

Emanzipieren sich die Männer von ihrer Geschlechterrolle?

Dieser Abschnitt wendet sich an Frauen, Männer und Paare, die sich nicht an das konservative Rollen- und Geschlechterverständnis halten oder die die versuchen wollen, es spielerisch zu durchbrechen.

Was wissen wir über männliche Sexualität? Männer werden doch sowieso erregt, geben dies offen zu und errötend dabei mehr oder weniger. Je nachdem, wer gerade anwesend ist. Und weil das so ist, wer fragt eigentlich danach, was sie erregt? Das wissen wir doch, nicht wahr? Seht ihr, und nun dürft ihr über eure Klischees nachdenken. Denn ganz so ist es nicht mehr.

Männer haben durchaus weibliche Anteile .

Seit langer Zeit wissen wir, dass Männer heimliche Wünsche haben, die wir im 20. Jahrhundert noch ausschließlich den Frauen zuschrieben. Ein wesentlicher Faktor ist die Hingabe an eine Person, die man auch als „Unterwerfung“ bezeichnen könnte. In der Realität wird sie zumeist verborgen, doch aus den männlichen Tagträumen wissen wir, wie viele Männer an sexueller Unterwerfung interessiert sind (53 %, 1). Dies beinhaltet Fesselungen (46 %, 1), Schläge (29 %, 1) und Entwürdigungen (29 %, 2).

Immer mehr Männer liebäugeln auch mit allerlei ungewöhnlichen sinnlichen Erfahrungen, die sowohl von Frauen wir auch von Männern ausgehen können. Beispielsweise „von Fremden masturbiert zu werden“ (ungefähr zwei Drittel, 1). Im Rollenspiel, erdacht oder real, versuchen einige Männer, sich ausgesprochen „verfügbar“ darzustellen oder darum zu bitten, „wie eine Frau“ behandelt zu werden. Zahlen darüber stehen nicht zur Verfügung, in der erotischen Literatur begegnen wir aber allen Arten der äußerlichen wie innerlichen Feminisierung des Mannes.

Fakten aus dem Bereich der Wissenschaft - heimliche Männer-Lüste

Orale Praktiken, wie etwa „Fellatio“ (3) zu geben, kommen in der Fantasie immer häufiger vor, und auch über „Cuckolding“ wird mehr und mehr fantasiert. Intime Begegnungen mit Männern kommen mittlerweile in vielen Fantasie-Schilderungen von MMF-Dreiern vor. Offenbar nicht nur in der Fantasie, denn intime Kontakte zwischen Männern bleiben dabei kaum aus. Zudem sind immer mehr Männer an analen Lüsten interessiert, teils innerhalb von Unterwerfungsfantasien, teils aber auch in der „realen“ sexuellen Hingabe an eine Frau, die einen Mann nachahmt. Wie und in welcher Weise dies in der Realität geschieht, liegt im Graubereich der Paare und Triolen. Öffentlich wird darüber so gut wie nie gesprochen. Sucht ihr nach Fakten? Sie verbergen sich hinter den Fantasien. Wo immer Frauen bereit sind, die Fantasien in spielerische Realitäten zu verwandeln, werden Fakten geschaffen, die niemals dokumentiert werden. Die Lust daran, die Grenzen konservativer Heterosexualität zu überschreiten, ist ohnehin stets um einige Prozentpunkte größer als der Wunsch nach homosexuellen Kontakten. (3).

Gibt es einen geheimen Wandel bei den Lüsten der Männer?

Möglicherweise gibt es ihn, und zwar dadurch, dass eine Hürde weggefallen ist. Kein Mann muss sich schämen, beim Sex vermeintlich weibliche Eigenschaften zu zeigen. Und nur noch wenige Spießer und Moralprediger glauben, dass dies etwas mit „Homosexualität“ zu tun habe. Männer nehmen inzwischen alle Arten von Rollen an – das wird mehr oder weniger von ihnen erwartet. Dazu gehört die traditionelle Rolle, sich als großer Macker zu fühlen, wie auch die moderne Rolle des emotionalen Multitalents. Spielt er die Rollen nicht souverän, so wird er gerügt. Mal ist er zu zögerlich, dann wieder zu übergriffig. Dieser Knoten lässt sich kaum zerschlagen. Wenn der Mann jedoch seine femininen und unterwürfigen Anteile einbringt, kann er einen ganz anderen Weg gehen - vorausgesetzt, er begegnet jemandem, der ebenfalls nicht in Klischees denkt.

Ganz normal und doch offen: der junge Mann .

Die Männer der neuen Generationen (Y und Z) sind generell nicht völlig festgelegt auf Stereotypen. Das heißt, sie haben eine gewisse Flexibilität in den Geschlechterrollen, die sie wahrnehmen wollen. Ich erwähnte im ersten Teil dieser Betrachtungen bereits eine reißerisch aufgemachte Studie, die „beweisen“ wollen, dass sich fünf von 10 Angehörigen der jungen Generation nicht als „heterosexuell“ einordnen lassen wollen. Solche „verkürzten“ Denkweisen ergeben schicke Schlagzeilen, können aber nicht als Fakten gewertet werden. Tatsache ist lediglich, dass Männer zu einem hohen Anteil sowohl von Frauen wie von anderen Männern angezogen werden. Der Anteil der Personen, die sich ausschließlich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen, (meist „homosexuelle“ genannt) ist hingegen seit Jahren (und Generationen) nahezu konstant. Insofern bedeutet die Einschätzung „nicht eindeutig heterosexuell“ zu sein, wirklich gar nichts. Sie sagt nur aus, dass Zuneigung und Zärtlichkeit, Lust und Sinnlichkeit nicht eindeutig auf das gegenteilige Geschlecht ausgelegt ist. Die Jugend denkt also offensichtlich nicht in den Klischees der Vorgängergenerationen.

Die Antwort auf die Frage, dich ich zu Anfang stellte? .

Männer emanzipieren sich zögerlicher als Frauen. Die Auffassung, zu einem Geschlecht zu gehören und sich genauso verhalten zu müssen, wie es dieses Klischee erfordert, ist längst aufgeweicht. Dennoch werden Männer, sie sich zu ihren weiblichen Anteilen bekennen, oftmals diffamiert - auch von Frauen. Erinnern wir uns - zu Anfang stellte ich die Frage: mit wem wollen Männer welche Intimitäten wann und unter welchen Bedingungen teilen oder verwirklichen? . Die Antwort muss jeder selbst finden (und nicht ausschließlich Männer). Aber so viel scheint mir sicher zu sein: Die Antworten auf diese Frage werden in Zukunft bunter ausfallen, als es heute der Fall ist.

Zur Generation Z (und mehr), ausführlicher Kommentar.
(1) Daten aus der bislang verlässlichsten Studie über "geheime Wünsche" - "What Exactly Is an Unusual Sexual Fantasy?" von Christian C. Joyal, PhD, Amélie Cossette, BSc, and Vanessa Lapierre, BSc, Department of Psychology, Université du Québec à Trois-Rivières, Trois-Rivières, Québec, Canada.
(2) Ebenda, Es gibt durchaus verschieden Entwürdigungen - hier wurde eine herausgegriffen.
(3) Erläuterung dazu - die Diskrepanz zwischen „Ich fantasiere darüber, Fellatio zu geben“ (27 %) und „eine gleichgeschlechtliche Beziehung einzugehen“ (21 %) ist bemerkenswert.
Ungewöhnliche Bezeichnungen:
Cuckolding - "Mitwirkender Ehebruch", also "Fremdgehen der Ehefrau in Anwesenheit des Mannes.
MMF - "Teufelsdreier" mit zwei Männern und einer Frau, oft durch ein Paar imitiert, das in einer Beziehung lebt.

Die Woche: Gleichheit, Verschiedenheit, Männerlüste und Cuckolds

Eine Frage, die nicht nur Partnersuchende bewegt: Ist KI (künstliche Intelligenz) eigentlich hilfreich bei der Partnersuche oder ist sie eher hinderlich? Diese Frage ergibt sich vor allem, weil KI ein riesiges, einträgliches Geschäft ist. Entsprechend behauptet jeder Anbieter, er hätte KI längst in sein Geschäft integriert. Neuerdings versucht eine Firma wieder einmal, allein mit „Gesichtsvergleichen“ passende „Matches“ festzustellen. Die Behauptung stammt aus der „Wissenschaft“: Angeblich passt „Gleich zu gleich“, und wir suchen deshalb nach einem Menschen, der (fast) so aussieht wie wir selbst. Außerdem behandeln wir kurz, wie Profile und Anfragen mithilfe von KI erzeugt werden können.

Fetisch Gleichheit

Was mich nochmals dazu brachte, den „Gleichheitsgrundsatz“ in Beziehungen als eine Farce zu entlarven. Oder als eine völlig unzulässige Vereinfachung, um genau zu sein. Mehr darüber in meinem Artikel "Fetisch Gleichheit".

Sex ohne richtigen Sex - was du mit Männern machen kannst

Was machen eigentlich die Menschen, die keinen „richtigen“ Geschlechtsverkehr haben wollen? Bei Männern ergibt sich die Frage, ob sie ihre Lust unbedingt aktiv befriedigen wollen oder ob ihnen „passiv“ reicht. Also: Stoßen mit heftigen Beckenbewegungen oder sich zurücklehnen und verwöhnen lassen?

Gähnen oder Interessieren - wie lange halten Ehen, die online begonnen wurden?

Online-Dating ist mal wieder im Gespräch, und zwar mit dem beliebten Thema „wie lange halten eigentlich Ehen, die online begonnen haben?“ Wem die Frage nicht längst aus dem Hals heraushängt, findet neue Antworten, die so unzuverlässig sind wie die bisherigen.

Heikel: bestimmt die Porno-Branche, was gerade beim Sex aktuell ist?

Eine Frage, die die Liebeszeitung schon lange bewegt, haben wir neu gestellt:

Sind die Begriffe aus Frauenzeitschriften, Dating-Anbietern und der Porno-Branche eigentlich zuverlässig? Könnte es sein, dass sie in Wahrheit „Etiketten“ sind, die beliebig verklebt werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen?

Wir haben uns zunächst einmal mit dem Begriff „Cuckold“ beschäftigt. Er ist ein „Genre“ der Porno-Branche, eine Idee für Rollenspiele zu dritt und eine Wunschvorstellung. Allerdings sind die Begriffe nicht deckungsgleich, und das allein macht es schon schwer, überhaupt darüber zu reden. Wir versuchen es. Und begonnen haben wir ganz einfach – im Stammland des Begriffs, dem Vereinigten Königreich.

Natürlich haben wir mittlerweile weiter geforscht und dabei festgestellt, dass die gefilmte Pornografie der Motor, Ideengeber und Gestalter des Begriffs ist. Das wollen wir demnächst noch aufbereiten und uns fragen, ob dies so sein muss.

Abgesang - Spazierengehen und anschließend einkuscheln ...

Nun, der Herbst kündigt sich an … die Temperaturen fallen von heute auf morgen um 10 Grad Celsius, und die Lust entsteht nicht mehr so schnell im Freien. Kurz: Es kommt die Zeit, in der es wieder ums Einkuscheln geht. Wir wäre es, jetzt jemanden zum Spazierengehen einzuladen, ein paar Kastanien zu sammeln und es sich später mit ihm/ihr gemütlich zu machen? Immerhin gibt es eine gewisse Chance, dass der/die andere bis zum nächsten Morgen bleibt … oder bis zum übernächsten … oder vielleicht bis zum Frühjahr oder noch länger. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Der Cuckold – historisch und pornografisch

An keine Zeit gebunden: Der Hahnrei (Cuckold)
Dieser Tage lief mir wieder das „Cuckolding“ über den Weg. Und ich nahm mir die Zeit, den langen Weg in die Vergangenheit zu gehen, um dem „modernen“ Kuckucksweibchen auf die Spur zu kommen.

Seitensprünge – ganz normal?

Zunächst finden wir, dass im frühen Mittelalter „zahlreiche illegale Verhältnisse zu den … Selbstverständlichkeiten des Lebens“ gehörten. Solche Seitensprünge hatten dann und wann Folgen, und man beschloss, eheliche wie uneheliche Kinder gleich zu behandeln. Wer der Vater angeblich „ehelicher“ Kinder war, wusste ohnehin nur die Mutter. Das „Kuckuckskind“ wurde mit aufgezogen, auch noch in der bürgerlichen Epoche, denn man achtete auf die „Fassade“, nicht auf das, was tatsächlich geschah. Und so ging man sonntags eben mit „Kind und Kegel“ flanieren – das heißt „mit ehelichen und unehelichen“ Kindern.

Im alten England war der Cuckold ein beliebtes Thema

In der altenglischen Literatur ist der „Cuckold“ ein beliebtes Thema. Eine Frau, die mit einem anderen Mann schlief, beleidigte vor allem die Ehre des Ehemanns. Das lag daran, dass der Mann seine wesentliche Aufgabe ansah, die Ehefrau zu kontrollieren. Dabei zeigte sich oftmals das alte Schema: Je mehr die Ehefrau eingeengt wurde, umso mehr suchte sie einen Ausweg. Oder wie es in einem altenglischen Text (Die Eule und die Nachtigall) heißt:

Je öfter sie misshandelt wird, umso schneller erkennt sie ihre eigenen Bedürfnisse und versucht, sie zu befriedigen. Und Gott weiß, sie kann nicht anders, als ihn zum Hahnrei zu machen.


Der Hahnrei und die aufgesetzten Hörner

Womit wir beim „Hahnrei“ wären, dem deutschen Ausdruck für den „Cuckold“. Das Wort wirkt etwas angejahrt, aber man sagt immer noch: „Sie setzt ihm Hörner auf“, obgleich der Zusammenhang zwischen dem „kastrierten Hahn“ (Kapaun) und dem „Hahnrei“ kaum noch bekannt ist.

Immerhin wissen wir nun, was sowohl ein Cuckold wie auch ein Hahnrei ist. Ein Ehemann, dessen Frau offenkundig Sex mit einem anderen Mann hat. Der Ehemann ignoriert dies aber oder toleriert die Beziehung. Um den ehelichen Frieden nicht zu gefährden.

Von der Realität in die Pornografie

Doch wie kam der „Cuckold“ in die Varianten der erotischen Literatur und insbesondere in pornografische Filme?

Zunächst zur Literatur: indem man den „Ehebruch“ gemeinsam als eine Art Rollenspiel inszeniert. Das heißt, ein recht liberales, „sexpositives“ Paar überlegt, wie man das eigene Sexualleben „auffrischen“ könnte. Nach einigen Diskussionen und oft auch nach einem längeren Zögern wird dann ein Dritter gesucht, der in die Rolle des Liebhabers schlüpft. Im Verlauf des Geschehens lässt sich die Ehefrau physisch befriedigen, während der Ehemann weitgehend in die Rolle des Voyeurs schlüpft.

In pornografischen Filmen, in denen man traditionell schneller „zur Sache“ kommt, wird die Handlung oft verschoben. Die Ehefrau inszeniert die Beregnung als sexuell bedürftiges „Hotwife“. Der Ehemann wird mit dem Klischee des Schwächlings versehen, und der muskulöse und übermäßig potente „Dritte“ taucht ebenso schnell auf, wie er wieder verschwindet.

Heute – die Realität und die sinnliche Vorstellung

Gut – das wäre also das, was ist. Doch warum begeistern diese Geschichten, Filmszenen und Darstellungen so sehr? Und welche Gründe mag es geben, tatsächlich einen „Selbstversuch“ zu wagen?

Wenn ihr interessiert seid, verfolgen wir das Thema weiter. Interessant ist vor allem, wie sich das Thema „Cuckolding“ in den letzten Jahren verändert hat. Spielen Offenheit, Polyamorie, Heteroflexibilität und ähnliche Phänomene eine Rolle? Oder hat das Interesse an „Dreiern“ einfach zugenommen, die ja oft auch Cuckold-Elemente enthalten?

Die Redaktion ist gespannt, was ihr denkt.

Bild: Le cucu armé, historisch, Buchillustration.
Zitiert unter Verwendung von "Die deutsche Familie", Frankfurt 1974
Langzitat (keine wörtliche Übersetzung) nach publicmedievalist