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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Frauen sind wie Tiere – durch und durch animalisch

Männer sind wie die Tiere, wenn es um Sexualität geht? Möglich. Aber Frauen sind es ebenso. Es wäre auch merkwürdig, wenn es anders wäre.

Was man über die Menschenfrauen so hört ...

Männer, so wollen uns Forscher erklären, müsste ihren Samen weit verbreiten, um ihre wertvollen Gene möglichst breit zu streuen. Lediglich die kulturell definierte Sexualmoral hindere sie daran, von Ast zu Ast zu hüpfen und jede Frau zu begatten, die sie träfen. Womit wir bei Frauen wären. Sie, so die gleichen Forscher, müssten sich davor hüten, erstens vom falschen Mann schwanger zu werden und zweitens überhaupt zu häufig schwanger zu werden, weil diese einen heben Verlust für sie darstellen würde. Dies alles sei der Grund für die immerwährenden Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Vereinfacher versuchen, simple Gemüter mit Halbwahrheiten zu verdummen

Paul Watzlawick hat solche Behauptungen einmal als die Theorien der „schrecklichen Vereinfacher“ bezeichnet. Sie werden stets gesucht und gefunden, wenn etwas „plausibel gemacht“ werden muss, was weit entfernt davon ist, plausibel zu sein. Er schreibt (1):

Diese Einstellung lässt sich nur dadurch aufrechterhalten, dass man sich weigert, die Komplexität anzuerkennen oder auch nur zu sehen, und dass diese Röhrenperspektive dann als realistische, anständige und aufrichtige Haltung … bezeichnet wird.


Nach der Ansicht nahezu aller schrecklichen Vereinfacher auf dem Gebiet der menschlichen Sexualität unterscheiden sich Frauen und Männer elementar, das heißt nicht nur in gewissen Eigenschaften, die es zu beschreiben gälte. Frauen, so heißt es noch bei Krafft-Ebing, hätten, so sie denn nicht psychisch krank seien, nur eine geringe sexuelle Lust. Aber der besserwisserische Freiherr und Psychiater hatte schon damals einen bösen Verdacht: „Wär dem nicht so, so müsste die ganze Welt ein Bordell … sein.“ Der Rückschluss wäre also: Da die ganze Welt kein Bordell ist, muss der Psychiater wohl recht haben. In seinem Buch Psychopathia Sexualis“ (2) salbadert er aber weiter:

Das Weib wird um seine Gunst umworben. Es verhält sich passiv. Es liegt in seiner sexueller Organisation und nicht bloß in den auf dieser fußenden Geboten der guten Sitten begründet.


Nun, so weit davon entfernt sind auch jene Wissenschaftler nicht, die heute den Mann als Samenschleuder und die Frau als Samenaufnehmer sehen wollen.

Noch heute sind namhafte Forscher nämlich der Meinung, dass „männliche Lust quasi ins Tierreich gehört, während die weibliche Sexualität natürlicherweise zivilisiert ist.“ Frauen beschwichtigen demnach die überschäumende Besamungswut des Mannes, bieten ihm stattdessen emotionale Bindung und fördern damit die Monogamie. (3)

Gerüchte: konservative wissenschaftliche Seilschaften verhindern die Wahrheit

Es scheinst, als würde Seilschaften hinter dieser These stehen, und sie sitzen ganz offensichtlich auf gut bezahlten Stühlen in Elite-Universitäten. Man muss dazu wissen, dass so gut wie alle Theorien, die von Psychiatern und Psychotherapeuten über die Sexualität angestellt wurden, zusammenbrechen würden, wenn sich jemals eine andere Auffassung von weiblicher Sexualität durchsetzen würde. Auf Dauer wird sicherlich klar werden, dass Fundamente wie Bauten großer Teile der Lehre in sich zusammenfallen werden, weil die Realität der Theorie immer weiter entflieht.

Vorläufig allerdings halten Frauenrechtlerinnen, Genderforscher(innen), Psycho-Halbgötter, Religionsgemeinschaften und andere weltanschauliche Vereinigungen daran fes: Das sexuelle Verlangen ist extrem unterschiedlich, und Frauen haben ihre Sexualität besser im Griff, weil sie auf natürliche Weise kulturell wertvoller sind als Männer.

Frauen sind animalisch, weil sie natürliche Lebewesen und Primaten sind

Doch Frauen sind - wie Männer – in erster Linie natürliche Wesen, dann Individuen, und erst dann „Kulturträger“. Natürliche Wesen verhalten sich per Definition „animalisch“, und ob Zwergschimpansin oder Menschin: Sie folgen ihrem Trieb, der sie bisweilen stärker beschäftigt als die Vernunft. Das ist beweisbar, und es ist zu einem Teil bereits bewiesen.

Haben wir also ein falsches Frauenbild? Daniel Bergner, Journalist, Buchautor und Wissenschaftskritiker (3), meint: ja, und zwar ein Frauenbild, das gezielt manipuliert wurde und weiterhin manipuliert wird. Er hat in einem neuen Buch Tatsachen, Beobachtungen und Messungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammengetragen, die sich in einem einig sind: Unser alle Frauenbild ist völlig überholt, was die Sexualität betriff, denn Frauen sind in Wahrheit ganz anders, als uns dies von „offizieller“ Seite aufbereitet wird.

Er schreibt nach ausführlichen Recherchen (3):

Das weibliche Verlangen – in seiner angeboren Bandbreite und Stärke – ist eine unterschätzte und unterdrückte Kraft. Und das selbst in unseren übersexualisierten und vermeintlich so freizügigen Zeiten.


Und damit Sie nicht denken, Sie könnten könnten sich jetzt zurücklehnen und in die Sonne blinzeln, verehrte Leserin, verehrter Leser: Das Ganze findet hier und jetzt statt, in Ihnen und um Sie herum.

Quellen und Verweise.

(1) Watzlawick, Weakland udn Fisch: Lösungen., zuerst erschienen1974, New York.
(2) Richard Freiherr von Krafft-Ebing, Psychopathia Sexualis", vermutlich zuerst erscheinen Stuttgart, 1886.
(3) New York, 2013 “Originaltitel: What do Women want?”, bereits viel diskutiert, in deutsch erschienen 2014 unter “Die versteckte Lust der Frauen”.
Bild: Zoo Leipzig, © 2014 by Liebesverlag.de