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Weihnachten ist öfter

Weihnachten im Juni
Bei zahlreichen Interessenten von Dating-Portalen landete dieser Tage eine E-Mail mit dem Bild einer dürftig bekleideten angeblich „asiatischen“ Schönheit.

Ein Blick nach rechts zeigt: Weihnachten ist öfter. Sogar im Sommer.

Forschung an Alleinerziehenden – die Bestraften vom Partnermarkt?

Ei, ei .. da haben Forscher aus der Schweiz aber mal heftig zugelangt, indem sie über eine nicht näher spezifizierte Studie schreiben, dass Alleinerziehende auf dem Partnermarkt „gestraft“ würden.

Insbesondere zeige ihre Studie, dass Alleinerziehende im Verhältnis zu kinderlosen Singles im Partnermarkt bestraft werden und dass diese vor allem auf weibliche Alleinerziehende zuträfe.


Worauf die Forschung letztlich hinausläuft? Darauf, Partneragenturen (Online-Dating-Vermittler) mit besseren „Matching-Algorithmen“ zu versorgen? Es könnte sein, denn seit einigen Monaten versuchen verschiedene tatsächliche und vermeintliche Experten, uns mit KI-Thesen vollzulabern. Sehr auffällig ist, dass dazu fast immer angeblich „völlig neue Methoden“ zum Einsatz kommen, die es zwar gibt, von denen aber zweifelhaft ist, ob sie relevant sind. Forscher, die so vorgehen, behaupten generell, dass beim sogenannten „Data Mining“ Fakten und Zusammenhänge übersehen oder nicht genügend berücksichtigt werden.

Was einerseits bedeutet, dass sie den Daten vertrauen, über die sie verfügen, und zweitens, dass es tatsächlich relevante Informationen gibt, die traditionelle Systeme nicht erkannt haben. Im Grunde geht es also gar nicht um Fakten, sondern um eine Art Spiel, wie man Daten auf unterschiedliche Weise ausquetschen kann.

Muss das Kaninchen absolut aufs Fahrrad?

Wie nun das Kaninchen aufs Fahrrad kommen soll, weiß ich nicht. Die Partnersuche bei Alleinerziehenden mit Kindern, die ständig im Hause leben, ist hinreichend bekannt. Und neue Algorithmen helfen da genau gar nichts, weil sich die Passung erst klärt, wenn die Liebe größer ist, als die vorhandenen Hürden – also erst dann, wenn man einander längst kennengelernt hat.

Quelle: Alexandria.

Liebe: Neues gibt es nicht, aber andere Sichtweisen

Als verantwortungsbewusster Autor fragst du dich ständig, ob das, was du schreibst, erstens realistisch ist und zweitens, ob du irgendjemandem damit nützt oder schadest.

Tatsache ist: Der überwiegende Teil dessen, was wir Autoren über die Liebe schreiben, ist angejahrt. Und was wir aus der Presse entnehmen, ist völlig übertrieben, gleich, wie seriös die Quelle sich darstellt.

Doch was ist aktuell? Was ist relevant?

Ich denke, so schnell sich die Autorinnen und Autoren den üblichen „Randthemen“, also den „schicken kleinen Perversionen“ zugewandt haben, so schnell werden solche Ideen im „Mainstream“ wieder verschwinden. Es war ja ohnehin nicht so, dass Flagellationen und Bewegungshemmungen wirklich gefühlsbetont beschrieben wurden – sie waren Beiwerk von Kitschromanen. Deswegen heißt das alles ja auch „Mütterchenpornografie“, weil sich die gestandene Ehefrau und Mutter an der Soft-Nötigung noch ergötzen kann. Für sie sind die entsprechende Bücher nur Liebesromane mit einem speziellen Prickeln.

Die Frage ist ja immer, was ist relevant? Was hilft Leserinnen und Lesern wirklich? Sinnliche Literatur? Der hundertste Ratschlag eines geschwätzigen Paarberaters, der seine Bücher verkaufen will? Eine Briefkastentante, die schlaue Sprüche ablässt?

In der Liebe nichts Neues, Kultur von gestern, Leben von heute

Es gibt nichts Neues in der Liebe. Wir sind immer noch Säugetiere, und wir sind Primaten geblieben. Daraus erklärt sich der weitaus größte Teil all dessen, was wir über die Liebe wissen und was wir von ihr erleben. Dann kommt ein bisschen Kulturverständnis von Oma und Opa, Mutter und Vater dazu. Ganz hübsch, aber nicht genug. Wir leben im 21. Jahrhundert immer noch mit bürgerlichen Vorstellungen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Was uns bleibt? Versuch und Irrtum. Unsicherheit, Lernen, Experimentieren. Und … manchmal ist der Rest schweigen. Eine große Anzahl von Menschen redet einfach nicht mehr über Sex.

Aus heutiger Sicht halte ich das ganze Gedöns um „Kinks“, wie man englischsprachigen Ländern sagt, für ziemlich irrelevant. Wenn überhaupt, sind "echte Abweichungen" ein Thema für eine literarische Teegesellschaft oder für die Sektierer, die sich um die Andreaskreuze versammeln.

Fantasien am Rande des Abgrunds – aber relevant

Würde man über einige sehr wesentliche Fantasien öffentlich ungeschminkt schreiben, würde man bereits hart an den Grenzen der Sittsamkeit oder sogar am Gesetz vorbeischrammen. Also tut man es nicht und verblümt seine Sprache, obgleich das, was man dann schreibt, vermutlich verlogener ist als die Wahrheit.

Randthemen sind Beiwerk, keine Basis

Viel mehr als um ein paar „Keuschheitsgeschirre“, Aua-aua-Praktiken und Gewölbekeller-Fantasien geht es heute um ein Leben, das wirklich selbstbestimmt, wirklich lustvoll und dazu noch reich an unterschiedlichen Erfahrungen ist.

Ich kann wahrhaftig nur noch befremdet zusehen, was überall behauptet wird: Internet, sexuelle Experimente in früher Jugend, Orientierung an Pornografie, Verdorbenheit durch Dating-Aps: Alles wird um der Sensation willen aufgebauscht.

Was sollen wir von solchen Sätzen halten? (Zitat)

In Sachen Quantität geht die Schere immer weiter auseinander zwischen Unberührten, die nur virtuellen Sex kennen, und jenen, die sich so durch die Betten tindern, bis sie über 100 Partner in kurzer Zeit haben.


Da fragt sich doch: Wer sind die „Einen“, wer die „Anderen“ – und wie hält es deine Nachbarin, deine Nichte oder sonst jemanden, den du kennst? Sind diese Äußerungen tatsächlich sinnvoll? Betreffen sie die Massen, den Durchschnitt? Und falls Quantität zählt – wie ist es eigentlich mit Qualität? Ich habe dazu ein paar Sätze gelesen - wenn von Qualität die Rede ist, also von einem unspektakulären, kaum messbaren Faktor, wird die Suppe akademischer Äußerungen plötzlich ziemlich dünn.

Unsicherheit über das Sein, Zweifel an der Zukunft, die Vielfalt der Möglichkeiten, ein Leben zu gestalten. Mir scheint, das ist alles ist für junge Menschen viel wichtiger als das unsägliche Geschwätz über Polyamorie, Soft-SM, Genderfragen, Vögel-Frequenzen oder erotische Rollenspiele.

Wurde die Liebeszeitung "zahmer"?

Manchmal sagt man mir, mein Magazin (oder die Beiträge darin) seien „zahmer“ geworden. Doch mir ging und geht es nur um eines. Nämlich darum, alles, was da an Informationen herumschwirrt, inklusive der bewussten Falschinformationen und lachhaften Kassandrarufe wieder zurechtzurücken.

Hatten wir hier nicht früher auch …? Klar hatten wir. Der Zeitgeist hat jeden umspielt und behaucht.

Und heute? Die Hunde bellen, weil sie einen Geruch eingezogen haben wollen, aber die Karawane zieht weiter. Und hoffentlich trifft sie dann und wann auf eine Oase, auf eine kluge Frau oder auf einen weisen Mann.

Zitat: Echo Online.

Männer, Hände, Zungen und Vibratoren

Keine Zunge kann es so gut ...
Die Frage, welche Berührungen Frauen die meiste Lüste schenken, scheint beantwortet zu sein. Allerdings betrifft dies ausschließlich die „finale Belohnung“, also den Orgasmus. In verschiedenen Frauen- und Publikumszeitschriften jedenfalls wurde diese Frage inzwischen angeblich „ultimativ“ beantwortet.

Auslöser ist – wie im Medienzeitalter nicht unüblich – ein Buch. Es heißt „Scharfstellung: Die neue sexuelle Revolution - eine Sexualtherapeutin spricht Klartext.

„Klartext“ hat sie gegenüber MYSELF gesprochen. In der Frauenzeitschrift „für junge, selbstbewusste Frauen, die wissen wollen, was zurzeit angesagt ist“ finden wir den entscheidenden Satz (2):

Diese Dinger (1) sind inzwischen so gut, dass man sich nicht wundern muss, dass viele Frauen Schwierigkeiten mit dem Orgasmus haben, wenn der Mann sein Glück versucht. Ein Penis, eine Hand oder eine Zunge kommen da nicht mit.


Ansonsten geht es im Buch überwiegend um das, was „das Internet“ inzwischen an der Menschheit „angerichtet“ hat. Zitat Klappentext (3):

In therapeutischen Praxen häufen sich die Klagen Betroffener, deren Phantasien und Verhaltensweisen sich dermaßen verselbstständigen, dass sie dabei sind, alles, was ihnen bisher lieb und teuer war, zu gefährden. Wie verändert sich unser Sexleben und damit auch die Gesellschaft durch Netzpornos, Dating-Apps, Sex-Toys und käuflichen Sex?


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Die Frage ist, was daran ausschließlich aus den Beobachtungen der Therapeutin entspringt und was davon insgesamt in der Gesellschaft „ankommt“ – und natürlich auch, ob es „das Internet“ ist oder die Selbstsucht, die mithilfe des Internets beflügelt wird.

Und so bleiben Fragen offen … bis auf eine: Wird die Klitoris einer sensiblen Vibration ausgesetzt, und ist der Kopf frei für einen Orgasmus, dann ist die Wahrscheinlichkeit große, dass es auch einen gibt – oder gar mehrere.

Und da gibt es wirklich nur eine rhetorische Frage: Sex-Toys: Warum eigentlich nicht?
(1) Sex Toys
(2) Die Therapeutin Heike Melzer in MYSELF Oktober 2018
(3) Aus Klappentext und Verlagsankündigung.

Dates … was du besser nicht tust – sieben harte Tatsachen

Ach? Ach so?
Eigentlich … ja eigentlich sind Dating-Ratschläge Mist. Aber hier habe ich einige, die dich interessieren könnten. Geht darum, was du NICHT tun solltest.

1. Hobbys? Bist du ein Kind?

Bist du wirklich so blöd, ein „Hobby“ zu haben? Oder ein Fan von Frau Dingskirchen oder dem 1. FC zu sein? Dann hast du dich schon als beschränkt eingeordnet. Tun mir leid, Jungs – und Mädchen auch. Du kannst gerne Fan sein, Hobbys haben und was sonst noch – aber das ist kein Thema für ein Date. Es ist ein Date, hast du verstanden? Es geht um mehr als ein bisschen Gelaber.

2. Dating? Sei nicht so bescheuert, darüber zu reden!

Hier sitzt du, und dir gegenüber sitzt die Person, die dich interessieren sollte. Niemand sonst. Es geht nicht um irgendwelche anderen Dates, sondern um DIESES Date. Und du willst nicht wirklich wissen, welche Dates er/sie schon hatte.

3. Es geht um euch - nicht um Kinder

Wenn du schon Kinder hast, kannst du sagen, wie alt sie sind und ob sie bei dir leben. Das klärt die Sache zunächst mal. Aber eigentlich geht es nicht um deine Kinder, sondern um dich und dein Gegenüber. Ihr seid die Personen, die sich jetzt und hier treffen. Und was für vorhandene Kinder gilt, gilt auch für Zukünftige oder eine erwünschte Ehe: kein Thema für das erste Date.

4. Brücken noch nicht verbrannt? Dann wird es Zeit!

Es geht nicht drum, wie viele Beziehungen du schon hattest und warum sie in die Brüche gingen – sondern darum, welche Beziehung du JETZT willst. Frag nicht, lass dich nicht danach fragen. Es reicht, dass du jetzt keine Beziehung hast und bereit für eine Neue bist.

5. Sex ist immer eine Option – aber kein Thema

Wenn du bewusst Sex-Dating betreibst, dann kannst du natürlich reden, über was du willst – und dann ist’s auch sinnvoll. Aber sonst wird nicht über Sex geredet, verstanden? Nicht, weil es unfein ist, aber es führt zu dem Missverständnis, dass dir Sex wichtiger ist als eine Beziehung. Wenn du anschleißend mit ihm/ihr ins Bett gehst, ist das OK, aber nicht unbedingt notwendig.

6. Frag nicht „Warum“ – die Antwort ist fast immer gelogen

„Warum bist du noch (wieder) Single?“ Frage nicht so blöd. Du kriegst Scheiß-Atworten, wenn du fragst. Du kriegst früher oder später raus, was ihn/sie jetzt zum Single gemacht hat und warum er/sie jetzt sucht.

7. Red keinen Scheiß

Gut, du kannst mit irgendeinem Mist anfangen. Mit dem Wetter oder „hast du diesen Ort schnell gefunden?“ Aber macht bloß nicht so weiter. Sei ehrlich, sag, was du sagen willst und hör gut zu, was er/sie zu sagen hat. Stell Fragen dazu, was er/sie täglich tut oder wo und was er/sie isst, wenn dir sonst nichts einfällt. Denk dran: Ihr wollt gucken, ob ihr zusammenpasst. Da hat ein dummes Gelaber keinen Platz.

Anderer Meinung? Dann sag sie!

Bild: Aus einer Seifen-Werbung, Alter unbekannt