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Vorsatz Nummer eins: Den Dummbacken nicht zu widersprechen

Normalerweise nehme ich nichts vor für das neue Jahr. In diesem Jahr mache ich eine Ausnahme: Ich werde nicht mehr auf jeden Idioten, der sein Maul über „Partnersuche“ aufreißt, reagieren.

Das Thema Partnersuche ist inzwischen in die falschen Hände geraten:

1. Geschäftemacher, die im Gewand von Beratern auf dem Rücken der Suchenden ihr Süppchen kochen. Sie können beliebige Ausbildungen haben, von gar keiner Ausbildung über Esoterik bis zur Psychotherapie. Es ist eine Einstellungssache, wie man mit Menschen umgeht, keine Frage der Fachmannschaft. Hilfe zu suchen ist nicht falsch – es ist aber bedenklich, auf Heilsversprechungen hereinzufallen.
2. Unternehmen, die nur noch am Profit interessiert sind und die ihre antiquierten Methoden immer noch mit Wissenschaft aufhübschen. Zu ihrer Verteidigung kann man sagen: Sie bauen hohe finanzielle Hürden und hakelige Tests auf, um nicht jeden hineinzulassen. Das halten viele Kunden für positiv.
3. Unternehmer, die niemals einen Bezug zur Partnersuche hatten, sondern Spiele entwickeln, die als Dating-Apps vermarktet werden.
4. Wissenschaftler, die „Seitenaspekte“ der Partnersuche beforschen oder einfach alte Forschungsergebnisse neu bewerten. Gut – die müssen ja beweisen, dass sie zu etwas nütze, sind. Aber eben nur füreinander. Für Partnersuchende fällt dabei kaum etwas ab.
5. Schlimmer als die Wissenschaftler sind Journalisten, die aus den Ergebnissen Unsinn ableiten und daraus „Tipps“ generieren.
6. Zudem Journalisten, die auf andere Journalisten hereinfallen, die neue Begriffe erfinden, um in die Presse zu kommen und populär zu werden. Such eine Folge von sogenannten „sozialen Netzwerken“, aus denen sich der Journalismus immer mehr bedient.

Nun wisst ihr, warum ich von dem größten Teil der großspurigen Schwätzer und kleinkarierten Erbsenzähler die Nase voll habe. Ob ich meine Vorsätze halte? Ich bin mir noch nicht sicher. Im Allgemeinen sind diese Leute einfach nur geil darauf, erwähnt zu werden – und ich will nicht länger ihr Erfüllungsgehilfe sein.

Weihnachten – als Single gehst du da besser gar nicht hin

Kurz vor Weihnachten in Soweto, Südafrika
Weihnachten – da geh‘ ich doch gar nicht hin“ war eine Aussage, die ich in meiner Jugend oft hörte, und die ich lange Zeit auch praktiziert habe: Einfach ignoriere, soweit es mir die Umgebung ermöglichte. Dieser Tage habe ich mich daran erinnert. Oder besser: Erinnern lassen.

Seit ich nicht mehr täglich über die Partnersuche schreibe, entfällt mit bisweilen, dass der Herbst-Blues bald in den Weihnachts-Frust übergeht. Denn während für die Gläubigen der Heiden Heiland gefeiert wird, und die Familien sich in ihre Kokons einspinnen, ist für Singles oftmals die Tränendrüse die einzige Drüse, die sichtbar Emotionen produziert.

Warum soll Weihnachten für Singles "schön" sein?

Oh, ich höre schon: Das muss nicht sein. Denn erstens wurde der Heiland für alle geboren (auch Singles und Ungläubige), zweitens ist Weihnachten das Fest der gesamten Familie, zu der auch Singles gehören, und drittens? Drittens halten sich viele Singles die Ohren zu, wenn sie sich auch nur vorstellen, als was sie im Kreis der Familie betrachtet werden: als noch-nicht-verheiratet, als noch-kinderlos und so weiter. Und man wird sicher anmerken, dass die Schulkameradin Karin jetzt auch verheiratet ist, und zwei soooo nette Kinder hat, und wie glücklich die Großeltern darüber sind.

Die Furcht vor dem Frust

Um dem Frust zu entgehen, versuchen noch manche Singles, „irgendwie“ ein männliches oder weibliches 37-Grad-Kuscheltier an Land zu ziehen. Mindestens für die Adventszeit und die Zeit „zwischen den Jahren“.

Dazu ist in ze-tt zu lesen:

Doch es dürfte wahrscheinlicher sein, verschneite Festtage zu erleben, als über Dating-Apps jemanden zu finden, mit dem du auf dem Weihnachtsmarkt verliebt in den Glühwein kichern kannst.


Nun gut, der Artikel wurde hauptsächlich geschrieben, um auf eine Studie hinzuweisen – aber Studien sind mittlerweile im Dutzend billiger.

Partnersuche vor Weihnachten - meist Frust und Krampf

Klar ist, dass die üblichen Apps zur Partnersuche eher Klimperwerkzeugen auf dem Handy entsprechen als Partnersuchmaschinen. Wer dann Menschen als Materialien ansieht, die sich beliebig manipulieren lassen, hat vielleicht sogar dann und wann Erfolg mit einem ONS – wird nicht bestritten.

Angeschissen – und das sagt die Studie in etwa aus – sind diejenigen, die Dating-Apps wie Spielkonsolen benutzen und dabei wirklich hoffen, den „Partner fürs Leben“ oder wenigstens „jemanden über den Winter“ zu finden.

Alternative: Weihnachten ignorieren und vor Weihnachten fliehen

Also – was dann? Einsam vor sich hinflennen, sich von der Familie löchern zu lassen, was du dafür tust, endlich einen Partner zu finden? Oder eine Party für sich und andere Gefrustete schmeißen?

Leute, dafür habe ich keinen Rat. Vor Weihnachten sinkt die Anzahl potenzieller Langzeitpartner auf gegen null. Kurz vor Weihnachten versuchen dann die Übrig gebliebenen, sich noch „irgendwie“ zu amüsieren.

Als ich Single war und nicht so recht froh über meine damalige Beziehung, war ich Weihnachten einmal in Südafrika – beruflich bis fast Heiligabend. Die Wärme und die Atmosphäre rauben den Frust, auch ohne Partner.

Und mal so gesagt: Überlasst Weihnachten ruhig den anderen. Tut einfach so, als wäre es ein Feiertag wie jeder andere. Deckt euch mit leckeren Speisen und sündhaft teuren Getränken ein, hört unweihnachtliche Konzerte, wenn’s sein muss, auch von CDs und seid zufrieden mit dem, was ihr habt: euch selbst. Denn das ist momentan die wichtigste Person in eurem Leben.

Bild: wandies place, soweto, südafrika

Dating - das Dilemma mit oder ohne Facebook

Wieder rauscht der Blätterwald: Jetzt macht Facebook offenbar ernst mit seiner Dating-App oder Dating-Integration oder was sonst noch Schlimmes auf uns zukommen mag.

Ich sag mal: Der Zug mit den Dating-Apps fährt längst in Richtung Prellbock. Das Prinzip dieser Apps ist innen hohl, und alle wissen es. Nun versuchen viele (nicht nur Facebook) noch die letzten Fruchtfasern auszuquetschen, die Saft geben könnten – sollen sie ruhig. Die Welt der Erwachsenen sehnt sich nach einer Dating-Lösung, die langsamer, sinnreicher und verlässlicher ist und trotzdem keinen halben Tausender kostet.

Innovationen sind allerdings derzeit – mal wieder – die reine Utopie. Die Dinosaurier (ja, die Namen, die man so kennt) werden immer trauriger … und niemand liebt sie wirklich, auch wenn ihr Umsatz steigt. Die „persönlichen Partnervermittler“ konnten ihren Ruf auch nicht verbessern, und die Apps waren immer eine Spielerei, bei der es hin und wieder mal einen Glückstreffer gab. Ungefähr so wie bei der Lostrommel auf dem Jahrmarkt. Irgendjemand gewinnt den großen, gelben Teddybären.

Ja, und wie lernen wir dann unseren zweiten oder dritten Lebenspartner kennen? Wahrscheinlich wieder bei den Dinosauriern – da ist es nicht billig, aber die Chancen liegen immerhin (geschätzt) zwischen 1:7 und 1:3. Keine schlechte Quote für eine Lotterie.

Männer, Hände, Zungen und Vibratoren

Keine Zunge kann es so gut ...
Die Frage, welche Berührungen Frauen die meiste Lüste schenken, scheint beantwortet zu sein. Allerdings betrifft dies ausschließlich die „finale Belohnung“, also den Orgasmus. In verschiedenen Frauen- und Publikumszeitschriften jedenfalls wurde diese Frage inzwischen angeblich „ultimativ“ beantwortet.

Auslöser ist – wie im Medienzeitalter nicht unüblich – ein Buch. Es heißt „Scharfstellung: Die neue sexuelle Revolution - eine Sexualtherapeutin spricht Klartext.

„Klartext“ hat sie gegenüber MYSELF gesprochen. In der Frauenzeitschrift „für junge, selbstbewusste Frauen, die wissen wollen, was zurzeit angesagt ist“ finden wir den entscheidenden Satz (2):

Diese Dinger (1) sind inzwischen so gut, dass man sich nicht wundern muss, dass viele Frauen Schwierigkeiten mit dem Orgasmus haben, wenn der Mann sein Glück versucht. Ein Penis, eine Hand oder eine Zunge kommen da nicht mit.


Ansonsten geht es im Buch überwiegend um das, was „das Internet“ inzwischen an der Menschheit „angerichtet“ hat. Zitat Klappentext (3):

In therapeutischen Praxen häufen sich die Klagen Betroffener, deren Phantasien und Verhaltensweisen sich dermaßen verselbstständigen, dass sie dabei sind, alles, was ihnen bisher lieb und teuer war, zu gefährden. Wie verändert sich unser Sexleben und damit auch die Gesellschaft durch Netzpornos, Dating-Apps, Sex-Toys und käuflichen Sex?


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Die Frage ist, was daran ausschließlich aus den Beobachtungen der Therapeutin entspringt und was davon insgesamt in der Gesellschaft „ankommt“ – und natürlich auch, ob es „das Internet“ ist oder die Selbstsucht, die mithilfe des Internets beflügelt wird.

Und so bleiben Fragen offen … bis auf eine: Wird die Klitoris einer sensiblen Vibration ausgesetzt, und ist der Kopf frei für einen Orgasmus, dann ist die Wahrscheinlichkeit große, dass es auch einen gibt – oder gar mehrere.

Und da gibt es wirklich nur eine rhetorische Frage: Sex-Toys: Warum eigentlich nicht?
(1) Sex Toys
(2) Die Therapeutin Heike Melzer in MYSELF Oktober 2018
(3) Aus Klappentext und Verlagsankündigung.

Was ist eigentlich aus Prostitutions-Apps geworden?

Hausbesuch
Seit der Erfindung der Smartphone-Apps für "Dating" gehen Gerüchte, dass ein Teil dieser Apps für offene oder verdeckte Prostiution genutzt wird. Noch 2015 war die Presse voll davon - doch was ist inzwischen eigentlich aus Prostitutions-Apps geworden?

Apps gibt es für alles – auch für die Prostitution. Einige der bestehenden Apps stehen zumindest im Verdacht, sich unter anderem auch an Prostituierte zu wenden, die verschleiert arbeiten (das heißt dann Sponsoring). Doch das gilt für die USA. Was ist nun eigentlich mit den Apps, die gezielt Prostituierte auf der einen und Freier auf der anderen Seite verbinden wollen? Der Liebesverlag sucht Menschen, die damit Erfahrungen haben, sei es als „Kunden“ als „Dienstleiterinnen“ oder als Betreiber.

(Bild: nach einem 50-er-Jahre Groschenheft)

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