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Weihnachten – als Single gehst du da besser gar nicht hin

Kurz vor Weihnachten in Soweto, Südafrika
Weihnachten – da geh‘ ich doch gar nicht hin“ war eine Aussage, die ich in meiner Jugend oft hörte, und die ich lange Zeit auch praktiziert habe: Einfach ignoriere, soweit es mir die Umgebung ermöglichte. Dieser Tage habe ich mich daran erinnert. Oder besser: Erinnern lassen.

Seit ich nicht mehr täglich über die Partnersuche schreibe, entfällt mit bisweilen, dass der Herbst-Blues bald in den Weihnachts-Frust übergeht. Denn während für die Gläubigen der Heiden Heiland gefeiert wird, und die Familien sich in ihre Kokons einspinnen, ist für Singles oftmals die Tränendrüse die einzige Drüse, die sichtbar Emotionen produziert.

Warum soll Weihnachten für Singles "schön" sein?

Oh, ich höre schon: Das muss nicht sein. Denn erstens wurde der Heiland für alle geboren (auch Singles und Ungläubige), zweitens ist Weihnachten das Fest der gesamten Familie, zu der auch Singles gehören, und drittens? Drittens halten sich viele Singles die Ohren zu, wenn sie sich auch nur vorstellen, als was sie im Kreis der Familie betrachtet werden: als noch-nicht-verheiratet, als noch-kinderlos und so weiter. Und man wird sicher anmerken, dass die Schulkameradin Karin jetzt auch verheiratet ist, und zwei soooo nette Kinder hat, und wie glücklich die Großeltern darüber sind.

Die Furcht vor dem Frust

Um dem Frust zu entgehen, versuchen noch manche Singles, „irgendwie“ ein männliches oder weibliches 37-Grad-Kuscheltier an Land zu ziehen. Mindestens für die Adventszeit und die Zeit „zwischen den Jahren“.

Dazu ist in ze-tt zu lesen:

Doch es dürfte wahrscheinlicher sein, verschneite Festtage zu erleben, als über Dating-Apps jemanden zu finden, mit dem du auf dem Weihnachtsmarkt verliebt in den Glühwein kichern kannst.


Nun gut, der Artikel wurde hauptsächlich geschrieben, um auf eine Studie hinzuweisen – aber Studien sind mittlerweile im Dutzend billiger.

Partnersuche vor Weihnachten - meist Frust und Krampf

Klar ist, dass die üblichen Apps zur Partnersuche eher Klimperwerkzeugen auf dem Handy entsprechen als Partnersuchmaschinen. Wer dann Menschen als Materialien ansieht, die sich beliebig manipulieren lassen, hat vielleicht sogar dann und wann Erfolg mit einem ONS – wird nicht bestritten.

Angeschissen – und das sagt die Studie in etwa aus – sind diejenigen, die Dating-Apps wie Spielkonsolen benutzen und dabei wirklich hoffen, den „Partner fürs Leben“ oder wenigstens „jemanden über den Winter“ zu finden.

Alternative: Weihnachten ignorieren und vor Weihnachten fliehen

Also – was dann? Einsam vor sich hinflennen, sich von der Familie löchern zu lassen, was du dafür tust, endlich einen Partner zu finden? Oder eine Party für sich und andere Gefrustete schmeißen?

Leute, dafür habe ich keinen Rat. Vor Weihnachten sinkt die Anzahl potenzieller Langzeitpartner auf gegen null. Kurz vor Weihnachten versuchen dann die Übrig gebliebenen, sich noch „irgendwie“ zu amüsieren.

Als ich Single war und nicht so recht froh über meine damalige Beziehung, war ich Weihnachten einmal in Südafrika – beruflich bis fast Heiligabend. Die Wärme und die Atmosphäre rauben den Frust, auch ohne Partner.

Und mal so gesagt: Überlasst Weihnachten ruhig den anderen. Tut einfach so, als wäre es ein Feiertag wie jeder andere. Deckt euch mit leckeren Speisen und sündhaft teuren Getränken ein, hört unweihnachtliche Konzerte, wenn’s sein muss, auch von CDs und seid zufrieden mit dem, was ihr habt: euch selbst. Denn das ist momentan die wichtigste Person in eurem Leben.

Bild: wandies place, soweto, südafrika

Dating - das Dilemma mit oder ohne Facebook

Wieder rauscht der Blätterwald: Jetzt macht Facebook offenbar ernst mit seiner Dating-App oder Dating-Integration oder was sonst noch Schlimmes auf uns zukommen mag.

Ich sag mal: Der Zug mit den Dating-Apps fährt längst in Richtung Prellbock. Das Prinzip dieser Apps ist innen hohl, und alle wissen es. Nun versuchen viele (nicht nur Facebook) noch die letzten Fruchtfasern auszuquetschen, die Saft geben könnten – sollen sie ruhig. Die Welt der Erwachsenen sehnt sich nach einer Dating-Lösung, die langsamer, sinnreicher und verlässlicher ist und trotzdem keinen halben Tausender kostet.

Innovationen sind allerdings derzeit – mal wieder – die reine Utopie. Die Dinosaurier (ja, die Namen, die man so kennt) werden immer trauriger … und niemand liebt sie wirklich, auch wenn ihr Umsatz steigt. Die „persönlichen Partnervermittler“ konnten ihren Ruf auch nicht verbessern, und die Apps waren immer eine Spielerei, bei der es hin und wieder mal einen Glückstreffer gab. Ungefähr so wie bei der Lostrommel auf dem Jahrmarkt. Irgendjemand gewinnt den großen, gelben Teddybären.

Ja, und wie lernen wir dann unseren zweiten oder dritten Lebenspartner kennen? Wahrscheinlich wieder bei den Dinosauriern – da ist es nicht billig, aber die Chancen liegen immerhin (geschätzt) zwischen 1:7 und 1:3. Keine schlechte Quote für eine Lotterie.

Männer, Hände, Zungen und Vibratoren

Keine Zunge kann es so gut ...
Die Frage, welche Berührungen Frauen die meiste Lüste schenken, scheint beantwortet zu sein. Allerdings betrifft dies ausschließlich die „finale Belohnung“, also den Orgasmus. In verschiedenen Frauen- und Publikumszeitschriften jedenfalls wurde diese Frage inzwischen angeblich „ultimativ“ beantwortet.

Auslöser ist – wie im Medienzeitalter nicht unüblich – ein Buch. Es heißt „Scharfstellung: Die neue sexuelle Revolution - eine Sexualtherapeutin spricht Klartext.

„Klartext“ hat sie gegenüber MYSELF gesprochen. In der Frauenzeitschrift „für junge, selbstbewusste Frauen, die wissen wollen, was zurzeit angesagt ist“ finden wir den entscheidenden Satz (2):

Diese Dinger (1) sind inzwischen so gut, dass man sich nicht wundern muss, dass viele Frauen Schwierigkeiten mit dem Orgasmus haben, wenn der Mann sein Glück versucht. Ein Penis, eine Hand oder eine Zunge kommen da nicht mit.


Ansonsten geht es im Buch überwiegend um das, was „das Internet“ inzwischen an der Menschheit „angerichtet“ hat. Zitat Klappentext (3):

In therapeutischen Praxen häufen sich die Klagen Betroffener, deren Phantasien und Verhaltensweisen sich dermaßen verselbstständigen, dass sie dabei sind, alles, was ihnen bisher lieb und teuer war, zu gefährden. Wie verändert sich unser Sexleben und damit auch die Gesellschaft durch Netzpornos, Dating-Apps, Sex-Toys und käuflichen Sex?


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Die Frage ist, was daran ausschließlich aus den Beobachtungen der Therapeutin entspringt und was davon insgesamt in der Gesellschaft „ankommt“ – und natürlich auch, ob es „das Internet“ ist oder die Selbstsucht, die mithilfe des Internets beflügelt wird.

Und so bleiben Fragen offen … bis auf eine: Wird die Klitoris einer sensiblen Vibration ausgesetzt, und ist der Kopf frei für einen Orgasmus, dann ist die Wahrscheinlichkeit große, dass es auch einen gibt – oder gar mehrere.

Und da gibt es wirklich nur eine rhetorische Frage: Sex-Toys: Warum eigentlich nicht?
(1) Sex Toys
(2) Die Therapeutin Heike Melzer in MYSELF Oktober 2018
(3) Aus Klappentext und Verlagsankündigung.

Was ist eigentlich aus Prostitutions-Apps geworden?

Hausbesuch
Seit der Erfindung der Smartphone-Apps für "Dating" gehen Gerüchte, dass ein Teil dieser Apps für offene oder verdeckte Prostiution genutzt wird. Noch 2015 war die Presse voll davon - doch was ist inzwischen eigentlich aus Prostitutions-Apps geworden?

Apps gibt es für alles – auch für die Prostitution. Einige der bestehenden Apps stehen zumindest im Verdacht, sich unter anderem auch an Prostituierte zu wenden, die verschleiert arbeiten (das heißt dann Sponsoring). Doch das gilt für die USA. Was ist nun eigentlich mit den Apps, die gezielt Prostituierte auf der einen und Freier auf der anderen Seite verbinden wollen? Der Liebesverlag sucht Menschen, die damit Erfahrungen haben, sei es als „Kunden“ als „Dienstleiterinnen“ oder als Betreiber.

(Bild: nach einem 50-er-Jahre Groschenheft)

Wenn Sie mit dem Herausgeber darüber sprechen wollen, dann beginnen Sie am besten gleich hier:


Liebe Woche: was sexy ist und warum Wölfe lustvoll sein können

Wenn was „sexy“ ist, dann setzt das Sprachverständnis oftmals aus. Was ist „sexy“ denn nun? Die Bandbreite reicht von „Schlampe mit kurzem Kleid bis kurz über dem Schritt ohne Slip“ bis hin zu „sinnliche Frau mit Selbstbewusstsein“. Man sollte halt vorsichtig sein, wenn man Denglisch oder Dummdeutsch schreibt. Vorsichtshalber behandelt der Chef auch noch ein paar andere Frauenzeitschriften-Klischees.

Zwischen 18 und 28 mag Sex ja maßlos aufregend sein – aber so richtig geht die Post erst ab, wenn du die 25 überschritten hast. Und bei Sex mit 30 fließen die Säfte dann fast wie von selbst. Und du kannst alles Genießen, was beim Sex Spaß macht. Oder wie Isidora stets zu sagen pflegt: Nutze deine Möglichkeiten, solange sie noch feucht sind.

Oh – wie beleuchten das Verhältnis zwischen jungen Frauen, Schweinchen und Wölfen. Es ist desaströs, wie bekannt. Aber es gibt natürlich auch Möglichkeiten, böse Wölfe anzulocken und sich fressen zu lassen.

Oh, man kann ernsthaft darüber diskutieren, ob du dich bei Dating-Apps „jünger machen“ darfst. Faustregel: Bei Prostitution und beim ONS macht’s nichts – da sieht dich der Mann nur ein einziges Mal. Warum solltest du dich also nicht „jünger machen“? Bei Beziehungen kommt es vielleicht heraus. Bad Luck. Übrigens wollen auch Frauen manchmal „nichts als vögeln“, wenn sie ein Date eingehen. Aber das sagen sie natürlich nicht – genau, wie es Männer nicht sagen. Und bei Sehpferd steht diese Woche dies: Ohne künstliche Moral-Herumspielerei geht es auch. Und manchmal besser.

Liebe geht (auch) durch den Po. Und frivole Intimitäten schweißen Paare zusammen. Na also. Wollt ihr mehr davon? Der Po ist ja immer ziemlich – nun ja, intim, nicht wahr?