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Soziale Distanz, Dominas und ältere Herren

Alte Männer leiden lieber live
Diese Aussagen habe ich dieser Tage gehört, und ich erzähle es nach, so gut es geht.

Was ich anbiete, kann ich nicht online tun - es wäre mir unmöglich, den Mindestabstand einzuhalten, insbesondere bei den Vorbereitungen und der „Nachsorge“, wenn du verstehst, was ich meine. Und online geht es auch nicht, denn viele meiner Klienten sind ältere Herren. Die brauchen die „reale Ansprache“, also eine strenge, konsequente Hand. Ein junger Mann kann sich vielleicht noch vorstellen, von mir über den Bildschirm dominiert zu werden, besonders, wenn er Cybersex-Erfahrungen hat. Aber ältere Männer fühlen sich am Bildschirm beobachtet - irgendwie jedenfalls. Und du kannst sie nicht allein durch Worte und einen strengen Blick vom Bildschirm aus dominieren.

Na ja, sie werden wohl noch warten müssen ... die alten Männer. Sie sollen ja besonders gefährdet sein.

Bild: Anonym.

Der Übergriff auf offener Straße: „Ich will nur Hallo sagen“

Lassen wir das Vokabular der Männer mal weg, die Frauen grundsätzlich für „Material“ halten - sie verdienen nichts als Verachtung. Und nicht, weil sie Frauenverächter sind, sondern weil sie Menschen als Material betrachten.

Doch gerade fiel mir ein neuer Artikel auf, der eigentlich eine alte Masche beschreibt. Sie heißt „Daygaming“, und seit auch Frauenzeitschriften so etwas aufgreifen, fragen sie schon mal: „Wurdest du schon mal „daygamed“? (1)

Die geht ungefähr so:

Am Tage, Großstadt. Eine recht gut aussehende Frau stiegt gerade aus der Straßenbahn aus.
Angreifer (Mann): „Hey, du, ich will nur Hallo sagen.“
Opfer (Frau): „Ja“?
An dieser Stelle verlassen wir das Szenario schon.

Wir groß ist die Chance, dass uns jemand wirklich nur „Guten Tag“ sagen will? Die meisten der Figuren, die einen auf der Straße anquatschen, wollen etwas verkaufen, was anderwärts schwer zu verkaufen ist.

Also gehst du weiter, ohne den Angreifer zu beachten. Jedes weitere Wort erzeugt einen Dialog, und darauf wartet der Angreifer nur - egal, ob er einer dieser Anquatsch-Lümmel ist oder „nur“ ein „Werber“. Hat er dich mal am Wickel, dann fühlst du dich gezwungen, dich mit ihm zu unterhalten. Aus irgendwelchen Gründen, die ich nie begreifen werde, gilt es als unhöflich, solche Angreifer einfach eiskalt stehen zu lassen.

Fall der Angreifer ein Mann auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer ist, versucht er dies mehrfach am Tag - du bist also nichts als ein Zufallsopfer, keine gezielte Wahl.

Praktiziert wurde es schon seit Jahren - aber da war es noch kein Politikum, sondern es wurde unter „auffällige Männer mit seltsamen Ideen“ abgelegt.

Doch jetzt haben viele Frauen die Nase voll - und das mit recht. Der „Standard“ (UK) schrieb dazu in einem Beitrag von Kate Wills (2019) (2):

Lehrgänge für Verführer sind das Tor zu einer stärkeren Konzentration von Frauenverachtung in der sogenannten „Männersphäre“. Sie umfasst Männerrechtsaktivisten (MRAs), sogenannte Incels, also Männer die im unfreiwilligen „Zölibat“ leben und die sogenannten MGTOWs , eine anti-feministische Männergesellschaft. Sie alle teilen die gleiche grundlegende sexuelle Ideologie wie viele Pick-up-Künstler: Männlichkeit ist „in der Krise“, Frauen sind dazu da, dominiert zu werden, und jedes andere Ergebnis ist eine Perversion der natürlichen Ordnung.


Nun mag man sagen, dass manche Frauen die männlichen Prinzipienreiter provozieren - aber die meisten der weiblichen Aktivisten zählen ebenfalls nicht zu den Frauen, die differenziert denken können. In jedem Fall sind Radikal-Feministinnen und Männerhasserinnen eine Minderheit, die wegen der radikalen Meinungen mehr Presseaufmerksamkeit bekommt, als sie verdient hätten.

Die Idee, Frauen zu beherrschen ist sicher älter als das Zeitalter der PUAs. Und die spielerische Beherrschung im Rollenspiel von Frauen und Männern ist ein belebtes Thema in jeder Diskussionsrunde über Sexualität. Wenn wir zurückschauen, finden wir unglaublich viel Material - und eben auch Beweise dafür, dass es solche Fantasien in großem Ausmaß gibt. Nur sind dies Fantasien, die Männer und Frauen statistisch durchaus teilen.

Das Schlimme an den Trickverführern ist, dass sie versuchen, in kurzer Zeit psychische Macht über Frauen zu bekommen, die sie in Wahrheit verachten. Und noch verachtungswürdiger ist, dass sie auch noch stolz darauf sind.

(1) Via Medium, wenn du Mitglied bist,

(2) Zitat und ausführlich (englisch) im "Standard (UK)"

Der Mainstream der Unterwerfungen - Lust, Freude und ein bisschen Psycho-Reinigung

Der Mainstream der Unterwerfungen – die kleine Illusion der schmerzhaften Lust .

Ich muss zunächst erklären, wie wir vorgegangen sind: Wir haben aus Artikel, Foren und Interviews die Essenzen gezogen und verglichen. Dann haben wir die wesentlichen Aussagen soweit „bereinigt“ dass sie sich zur Veröffentlichung eignen und dabei oft sehr stark gekürzt. Schließlich haben wir sie verschleiert, um sie nicht nachverfolgen zu können. Ich verbürge mich aber dafür, dass alle Aussagen im Kern authentisch sind, soweit ich dies selbst beurteilen kann. Obgleich es hier um Männer geht, die sich einer Frau unterwerfen, mögen einzelne Passagen für alle Geschlechter und Konstellationen gelten.

Eine Kernaussage: Schläge um der Lust willen

Diese Kernaussage könnte für viele stehen, von denen wir gelesen haben (vor allem bei Männern in ihren „besten Jahren“:

Ob ich erregt werde, hängt sehr viel davon ab, was die Frau trägt. Es ist nicht wichtig, womit sie mich schlägt, obgleich ich auch dabei gewisse Vorlieben habe. Vor allem aber ist wichtig, was sie trägt, während sie mich züchtigt. Um es klar zu sagen; ich lasse mich schlagen, um sexuell erregt zu werden, also nicht um der Schmerzen willen.


Eine Frau, die einen Mann schlägt, kann keine Schlampe sein

Theoretischer, gleichwohl aber erfahren, argumentiert ein anderer Mann, die leichten und stimulierenden Schläge seien ein „Türöffner“ für lustvolle Rollenspiele und andere Experimente. Er meint, dass eine Frau, die einen Mann schlägt oder demütigt, sich nicht als „Schlampe“ fühlen kann, sondern die Macht genießt, die sie über ihren Partner gewinnt. Darauf könne man dann als Paar aufbauen.

Erregung durch den Auftritt und die Kleidung

Andere Männer sind sich sicher, die vollständige sexuell Erregung erstens durch die Kleidung der Partnerin und dann durch vorausgegangene Schläge zu bekommen:

Die Frau muss etwas tragen, was sie als Respektsperson darstellt. Da reicht ein ein langes Kleid mit einer weißen Bluse. Dann versteift sich mein Penis sofort – aber ich benötigte trotzdem die Schläge, um wirklich richtig erregt zu werden.


Noch harmloser ist der Einstieg über Rollenspiele, weil sie sehr bewusst als „Spiele“ deklariert werden – damit haben die handelnden Personen mit der Realität nichts zu tun – auch in diesem Fall kann die Ehefrau oder Freundin also keine „Schlampe“ sein.

Das klassische Motiv: Die Macht abgeben

Warum sich Männer überhaupt unterwerfen, will ein Brite in einem relativ neuen Beitrag wissen:

Viele bürgerliche Männer … wurden dahin gehend erzogen, dass Erfolg alles ist. Deshalb wünschen wir uns oft, „die Macht vorübergehend abzugeben“. Es sind die Männer, die unangefochten an der Spitze stehen und andere in ihrem täglichen Arbeitsleben dominieren, die zu den besten Kunden der Domina-Studios zählen … und dazu gehören auch Richter und Abgeordnete.


In ähnlicher Weise wird die Frage auch in einem Forum behandelt:

Erstens ist der Austausch der Macht – einen anspruchsvollen Job mit viel Verantwortung zu haben, kann sehr anstrengend und stressig sein. Es bringt ein Gefühl der Ausgewogenheit in mein Leben, wenn jemand die Verantwortung übernimmt und mich diszipliniert. Zweitens ist erotisch (und es kann) zu sexueller Erregung kommen, wenn man sich aus einer Liebessituation heraus sanft oder mäßig schlagen lässt. Drittens sind es die Endorphine – und deshalb führen Schläge nicht nur Schmerzen, sondern auch zur Freisetzung von Endorphinen, die Vergnügen bereiten.


Die Mischung aus Geist und Psyche und die Befriedigung

Allgemeiner versucht es ein anderer Mann zu beschreiben:

Ich glaube, dass jeder von uns (die wir uns unterwerfen) einem bestimmten Mechanismus folgt, die uns Erfüllung durch BDSM-Praktiken verschafft. Für viele von uns ist es eine komplexe Mischung aus geistiger oder psychischer Befriedigung, daneben auch körperlicher Befriedigung. Und für viele von uns eben auch etwas, das einer persönlichen Befriedigung sehr nahe kommt.


Weiter wird ausgeführt:

Für einige ist es das Szenario, für andere ein bestimmtes Instrument, dass die Dame verwendet, oder eine bestimmte Art der Beziehung zueinander … (zudem glaube ich, dass) es etwas mit Zufriedenheit und Erfüllung zu tun hat.


Und es ist absolut in Ordnung, sich schlagen zu lassen

Nahezu alle Aussagen stimmen darin überein, dass es absolut in Ordnung ist, sich von Frauen schlagen zu lassen. Sei es nun, um sich zu unterwerfen oder um mehr Lust zu verspüren, um eine Rolle wahrzunehmen oder um sich einfach fallen zu lassen.

Und es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Empfindungen von Frauen und Männer nicht soweit auseinanderliegen. Besonders die eigenartige Balance zwischen „Schmerz und Wonne“ wird immer wieder beschrieben. Und Frauen scheinen sie intensiver zu erleben als Männer, die glauben, sie vor allem „ertragen“ zu müssen und erst mal „über den Zaun gelupft“ werden müssen, um wirklich Freude daran zu haben.

Wie sieht eine dominante Frau aus?

Das bekannteste Outfit - aber ist es für alle richtig?
Wie sieht eine dominante Frau aus? Was würdest DU tragen, wenn du eine Domina wärst? Und was erwarten "die" Männer?

Eine gängige und sicher zutreffende Antwort drauf wäre: „so, wie sie Klient zu sehen wünscht.“

Und doch gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wie sich eine Domina kleiden sollte.

Meinung 1: Streng gekleidet:

Formalkleidung oder Uniform, ein eher männliches Outfit und ein bisschen sexy.

Meinung 2: Hauptsache Korsett

Das Korsett ist unerlässlich. Es schafft die Distanz zum Klienten und wirkt wie eine „Rüstung“.

Meinung 3: Das Material steht im Mittelpunkt

Es kommt auf das Material der Kleidung an:PVC, Latex, Leder oder Pelz sind bestens geeignet.

Meinung 4: Eher etwas frivol

In einem sexy Mikrokleid ohne Pants, aber mit Stiefeln und Handschuhen.

Meinung 5: Mit sexy Wäsche ...

Es kommt vor allem auf sexy Unterwäsche, Strümpfe, Strapse und High Heels an – und dann natürlich ein Korsett.

Meinung 6: Es kommt auf die Rolle an

Die Kleidung muss in jedem Fall zur Rolle passen - dann kann es auch eine Kittelschürze sein.

Meinung 7: Sie kann alles tragen

Fast alles jedenfalls, denn dominieren kann sie aus fast jeder Hülle heraus. Nacktheit oder ausschließlich Unterwäsche-Fummel sind absolut tabu.

Was meinst DU? Was würdest DU tragen, wenn du deinen Ehemann oder Lover dominieren möchtest?

Die Meinungen wurden aus verschiedenen Internet-Quellen und Büchern herausgezogen, verglichen und neu zusammengefasst.Für das Bild (oben) ist mir kein copyright bekannt

Wie pervers ist es eigentlich … aus Liebe zu schlagen?

Die Lust, jemandem Lust zu schenken, ist auch Lust
Diese Frage ist wesentlich heikler als die Frage, ob es pervers ist, geschlagen werden zu wollen. Denn wer schlägt, gilt als krank, pervers, sadistisch oder gar verbrecherisch. Au ha! Und das ist nicht diskussionsfähig, nicht wahr? Doch, ist es. Denn nur der ist pervers, der andere unkontrolliert aus Wut oder niedrigen Beweggründen schlägt – aber nicht derjenige, der einem anderen damit einen Liebesdienst erweist.

Es ist nicht pervers, jemandem Lust zu schenken - auch nicht durch Schläge

Bei allen Lüsten sprechen wir immer von demjenigen, der genießt: vom Feinschmecker, aber nicht vom Bauen, vom Gemüsehändler oder vorm Koch. Und bei der Lust der Flagellanten sprechen wir gerne von „Schmerzlust“, aber nicht vom Hersteller der Schlegel, nicht von der Qualität seiner Produkte und vor allem nicht von denjenigen, der den Genuss erst ermöglicht.

Und da können wir nur sagen: Die Lust daran, jemandem Lust zu bereiten, kann nicht falsch sein. Im Lexikon findest du mehr unter "Flagellation".

In dieser Serie vertreten unsere Autoren ihre persönliche Meinung, aber nicht ihre persönliche Praxiserfahrung. Das Wort „pervers“ wird hier im Sinne des bürgerlichen Gebrauchs im 19. Jahrhundert verwendet. Die Verbreitung als Fantasie liegt bei ungefähr 43 Prozent bei Männer und immerhin noch gegen 25 Prozent bei Frauen.

Bild: historische Illustration.