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Dating - das Dilemma mit oder ohne Facebook

Wieder rauscht der Blätterwald: Jetzt macht Facebook offenbar ernst mit seiner Dating-App oder Dating-Integration oder was sonst noch Schlimmes auf uns zukommen mag.

Ich sag mal: Der Zug mit den Dating-Apps fährt längst in Richtung Prellbock. Das Prinzip dieser Apps ist innen hohl, und alle wissen es. Nun versuchen viele (nicht nur Facebook) noch die letzten Fruchtfasern auszuquetschen, die Saft geben könnten – sollen sie ruhig. Die Welt der Erwachsenen sehnt sich nach einer Dating-Lösung, die langsamer, sinnreicher und verlässlicher ist und trotzdem keinen halben Tausender kostet.

Innovationen sind allerdings derzeit – mal wieder – die reine Utopie. Die Dinosaurier (ja, die Namen, die man so kennt) werden immer trauriger … und niemand liebt sie wirklich, auch wenn ihr Umsatz steigt. Die „persönlichen Partnervermittler“ konnten ihren Ruf auch nicht verbessern, und die Apps waren immer eine Spielerei, bei der es hin und wieder mal einen Glückstreffer gab. Ungefähr so wie bei der Lostrommel auf dem Jahrmarkt. Irgendjemand gewinnt den großen, gelben Teddybären.

Ja, und wie lernen wir dann unseren zweiten oder dritten Lebenspartner kennen? Wahrscheinlich wieder bei den Dinosauriern – da ist es nicht billig, aber die Chancen liegen immerhin (geschätzt) zwischen 1:7 und 1:3. Keine schlechte Quote für eine Lotterie.

Was plant FACEBOOK wirklich beim Online-Dating – und was passiert dann?

Was plant FACEBOOK wirklich beim Online-Dating? Um dies selber herauszufinden, verweise ich auf ein Dokument von IDEA über Online Personal Watch. Der erste Teil ist eine Grobübersetzung dessen, was FACEBOOK derzeit herauslässt – und es ist fast gar nichts. Der zweite Teil ist meine Kritik daran und der letzte Teil eine Zusammenfassung der möglichen Szenarien aus dem verlinkten Dokument.

Was sagt Silvano Senn von FACEBOOK? (via IDEA)

Wir erstellen eine Funktion innerhalb unserer FACEBOOK-App, bei der es um Dating und Beziehungen geht. Die Leute nutzen FACEBOOK bereits, um neue Leute kennenzulernen, und wir wollen diese Erfahrung verbessern. Die Leute können dann ein Dating-Profil anlegen, das getrennt von ihrem FACEBOOK-Profil existieren wird. Und potenziell passende Partner werden nach Dating-Vorlieben, Gemeinsamkeiten und gemeinsamen Freunden empfohlen.


Keine konkreten Ziele - hat man bei FACEBOOK überhaupt Ideen zum Online-Dating?

Was er sagt, bedeutet vorläufig – gar nichts. Diese Behauptungen kennen wir in vielen Varianten, und es hat sich immer als Mundbekenntnis erwiesen. Möglicherweise hat man sich über die Konzepte für Online-Dating noch gar keine Gedanken gemacht, sondern setzt mal „auf Verdacht“ Informationen in die Welt, um andere zu erschrecken. Denn wenngleich FACEBOOK angeblich 200 Millionen Singles als Mitglieder hat, so ist doch die Frage, ob es Sinn hat, einen Markt anzugehen, der kaum noch Potenzial hat. Ausgewiesene Fachleute weisen darauf hin, dass es drei Szenarien geben könnte:


1. Neutral: Ein bisschen Beifang, sonst nichts.

Diese Meinung geht davon aus, dass FACEBOOK schon versucht hat, andere Branchen leer zu fischen – und dies ziemlich erfolglos. Es wird also ein bisschen Aufregung geben, und man traut FACEBOOK etwas „Beifang“ zu – mehr aber nicht..

2. Negativ: FACEBOOK Dating wird der „De-facto-Standard“

Als ziemlich schlimm nicht nur für Wettbewerber, sondern auch für die Kunden könnte sich erweisen, wenn FACEBOOK-Dating zum De Facto Standard würde. Dadurch würden Partnersuchende in der freien Wahl der Anbieter deutlich eingeschränkt – und dies würde auch Einfluss auf die Partnersuche generell haben.

3. Positiv: Der Kuchen wird größer

Wie schon in der Vergangenheit geschehen, könnte der Kuchen größer werden, wenn neue Anbieter an den Markt gehen. Diese Option erscheint vielen als wahrscheinlicher als die beiden anderen Möglichkeiten.

Wir alle können nur abwarten, was FACEBOOK tatsächlich tun wird. Falls dort überhaupt schon jemand nachgedacht hat, was angesichts der aktuellen Äußerungen als zweifelhaft gelten muss.

Wenn FACEBOOK ins Dating-Geschäft einsteigt

Im Online-Dating Geschäft geht es – egal wie und egal wo – auf Biegen oder Brechen nur noch darum, schnell seine Schäfchen ins Trockene zu bringen – das heißt, ordentlich abzusahnen, solange es noch möglich ist.

Das war auch schon so, bevor Herr Zuckerberg ankündigte, demnächst ins Geschäft mit dem Online-Dating einzusteigen. Die Branche war schon eine ganze Weile nervös, sie ist jetzt extrem nervös und sie wird auch in Zukunft nervös bleiben.

Doch etwas ist auch klar: Online-Dating in der bisherigen Form hat seinen Höhepunkt längst überschritten. Der Erfolg von TINDER war (und ist) nicht alleine auf das Bedürfnis nach Liebe und Sex zurückzuführen, sondern auch darauf, dass Partnersuche als Spiel ausgeführt werden kann: „Mal gucken, wie attraktiv ich bin.“

Was FACEBOOK beim Online-Dating eigentlich will (oder leisten kann) ist noch längst nicht klar. Bisher gibt es kein neues Geschäftsmodell für Online-Dating und keine neuen Verfahren, um Menschen zusammenzubringen. Das Einzige, was lockt, ist das Geld, das sich aus Partnersuchenden heraussaugen lässt.

Lesen Sie, was das Manager-Magazin zum gesamten Thema weiß. Im Wirtschaftsteil dieser Welt ist „Online-Dating“ inzwischen besser aufgehoben als irgendwo sonst. Denn es geht längst nicht mehr um den erfolgreichsten Weg der Partnersuche. Es geht nur noch um den Gewinn – oder um den Verlust.