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Die Unterschiede – BDSM, Fetische und Abweichungen

Ehe eine Liebkosung als ein Fetisch: die Liebe zum nackten Fuß
Um mitzureden, braucht man mehr als diese kurze Information. Aber sie kann helfen, wenigsten zu wissen, wovon die Rede ist. Denn was dem Sexualwissenschaftler, dem Autor und einigen Therapeuten klar ist, muss noch lange nicht für alle klar sein. Und damit es nicht zu ausführlich wird, machen wir’s einfach kurz:

Abweichungen (Kink)

Abweichungen können alle Praktiken sein, bei denen das „Ding nicht ins Ding“ kommt, im Englischen heute oft als „PiV“ abgekürzt und auch als „Blümchensex“ wohlbekannt. Die Abweichungen können legal oder illegal sein, sanft-sinnlich oder schmerzhaft, lustvoll oder krankhaft. Was legal ist, steht im Gesetzbuch, was verpönt ist, wissen die Moralapostel, und ob etwas krankhaft ist, wissen Selbsthilfeorganisationen, Psychotherapeuten und Psychiater – allerdings erst nach ausführlichen Gesprächen. Denn auf diesem Gebiet ist des einen Eule des anderen Nachtigall. Wenn man sich selber nachhaltig schadet oder die Leidenschaft in Sucht umgeschlagen ist, sollte man sich an Fachleute wenden. Das Gleiche gilt, wenn ander esich dadurch bedrängt oder belästigt fühlen.

Fetische

Man unterscheidet Fetische in „echte“ und „sogenannte“. Echte Fetische sind alle Gegenstände, die nicht mehr an der Frau (seltener am Mann) hängen, also beispielsweise „getragene Höschen“, aber durchaus auch Schmuck oder andere Gegenstände, die einst die Haut der Geliebten berührten. Sogenannte Fetische sind Brüste oder Füße (und viele andere Körperteile), die bevorzugt oder verehrt werden. Ob es sich dabei im Lüste oder um Abweichungen (Paraphilie) handelt, und ob diese gefährlich sind oder nicht, ist umstritten. Wie auf allen Gebieten sind suchtartige Auswüchse gefahrvoll.

BDSM

BDSM ist ein Konglomerat von sexuelle und außersexuellen Praktiken, nicht mehr. Nahezu alle bestehen darin, auf Körper und Psyche eines Partners durch Bewegungshemmungen, Entzug von Sinneswahrnehmungen, Schläge oder psychologische Methoden (Unterwerfung, Gehirnwäsche) Einfluss zu nehmen. Zumeist dienen diese Methoden der Luststeigerung - aber auch, um physische oder psychische Sensationen zu erzeugen und Menschen ihre körperlichen und emotionalen Grenzen aufzuzeigen. Aufgrund des unterschiedlichen Charakters solcher Manipulationen ist BDSM nicht dafür geeignet, pauschal betrachtet, gelobt oder verurteilt zu werden. Vielmehr steckt in jeder der genannten Ideen ein Lust- und ein Gefahrenpotenzial. Beliebte Praktiken (von Frauen wie von Männern) sind unter anderem: Erziehungsspiele, Rollenspiele um die Vorherrschaft (insbesondere FemdDom (1)), Rollentausch (insbesondere Pegging), schmerzhafte Schläge und Fesselungen. Solange solche Rollenspiele kontrolliert ablaufen, ist kaum etwas dazu zu sagen. Probleme gibt es, falls Abhängigkeiten daraus entstehen.

(1) Dominieren eines Mannes durch eine Frau.

Schicke Lüste aus der Sicht der Edelmenschen

Hauptsache lustvolle Leidenschaft ... auch wenn sie ungewöhnlich ist
Im Rahmen der lästigen und beckmesserischen Diskussion um „Sexualerziehung“ ist das Hauptthema stets der Kampf dagegen, der Homosexualität (männlich wie auch weiblich) ein Forum zu geben. Doch wenn die Diskussion wirklich hart und hinterhältig geführt wird, dann folgt oftmals das Argument: „Ja, und wollen Sie vielleicht sogar noch, dass die Sadomasos in der Schule behandlelt werden?“

Lust ist nicht schlecht, sondern menschlich

Wobei ich beim Thema wäre: Was ist denn eigentlich so schrecklich an der Lust als solche? Gut – Lüste können Süchte erzeugen, du man muss als junger Mensch lernen, dass Genuss nicht in Sucht umschlägt. Aber das gilt für Spiele, Tabak, Alkohol und andere stoffliche Rauschmittel ebenso. Und „Sadomaso“ (und leider auch BDSM, SM oder D/S, lustvolle Fetische und dergleichen mehr) sind Begriffe, die in der Öffentlichkeit fast nur mit Abscheu genannt werden. Dabei ist alle dies menschlich und in einer weisen normal, in der die Lust eben normal ist. Wir fressen die Kartoffeln ja auch nicht aus Blechnäpfen, sondern richten sie fein an mit Soßen und Gemüsen, nicht wahr?

In der Welt der Edelmenschen aber wird „BDSM“ als Totschlagargument verwendet, so etwa in der Logik: „Ja, wenn wir schon all dies schwule Zeug in die Schule bringen, dann brechen alle Dämme“.

Nein, sie brechen nicht. Denn im Gegensatz zu Homosexuellen, deren Lebensformen gelegentlich nach außen sichtbar sind, ist das Verlangen für die Liebhaber(innen) sinnlicher, aber ungewöhnlicher Lüste aller Art ein privates Vergnügen. Und es findet überwiegend in „ganz gewöhnlichen“ Beziehungen statt, die nach außen nicht im geringsten nach ungewöhnlicher Wollust riechen. Nun wird jedem bewusst sein, dass ein Teil dieser Lüste auch von professionellen Dienstleisterinnen bedient wird, aber das dürfte bei den Männern, die erregenden Vanille-Sex suchen, recht ähnlich sein.

Was also treibt diese angeglichen „Edelmenschen“ an, die dem Nachbarn die Freude an der Lust nicht gönnen wollen? Es scheint, als wäre es die Lust daran, jeden Menschen bloßzustellen und abzuwerten, der anders liebt als ein Mann, der auf einer Frau liegt und sie vögelt. Oder eine Frau, die unter einem Mann liegt und sich vögeln lässt.

Und spätestens jetzt sollten wir uns fragen, warum wird diese Leute ernst nehmen. Was haben sie uns eigentlich zu sagen? Dass Eva auch „unten gelegen“ hat und dennoch aus dem Paradies vertrieben wurde?

Lesen Sie bitte über BDSM und Outing auch diesen Artikel.