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Frauen als Wilderer: Sind verheiratete Männer begehrter?

wer zieht wen ins lotterbett?


Einer der bekanntesten Sätze aus dem Repertoire der weiblichen Straßenweisheiten ist der Satz „Männer sind wie Toiletten: Entweder sie sind beschissen oder sie sind nicht frei“.

Trotz der Übertreibung fühlen sich viele Frauen in diesem Urteil durch den Alltag bestätigt: Diejenigen, die ihnen wohl gefallen würden, sind vergeben, und diejenigen, die frei sind – nun ja – das wären eben die Kompromisskandidaten.

Sind "freie" Männer wirklich "beschissen"?

Wie jede Straßenweisheit, so hat auch diese ihre wahren und unwahren Seiten. Tatsache ist, dass besonders attraktive Männer, die zudem noch bindungswillig und kinderlieb sind, von den infrage kommenden Frauen rechtzeitig weggefangen werden. Der frühe Vogel fängt auch hier den Wurm, und wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben – um bei den Volksweisheiten zu bleiben. Falsch ist, dass der Rest „beschissen“ ist – die guten Eigenschaften wurden nur nicht so schnell entdeckt, und manche Männer entwickeln die interessanten sozialen Eigenschaften auch erst später. Wer allerdings gegen 40 ist, ein beruflich wie privat unstetes Leben geführt hat und zudem möglicherweise noch einem schwer zu erfüllenden sexuellen Wunsch (Fetischismus, SM, alternatives Zusammenleben) verfallen ist, der gilt unter Frauen nun tatsächlich als verrotztes Subjekt.

Weibliche Strickmuster für Beziehungen mit gebundenen Männern

Das Strickmuster der Frauen bei verheirateten Männern sind denkbar einfach:

- Weiß sie, dass der Mann verheiratet ist, so ist es ihr ein Vergnügen, den Mann hin und wieder „auszuleihen“ – das gibt „ihr“ das Gefühl, Sieger im Kampf ums Männchen zu sein, ohne sich binden zu müssen.

- Weiß sie nicht, dass er verheiratet ist, schätzt aber die Eigenschaften verheirateter Männer, dann wird sie angeblich immer wieder „diesen Schuften“ verfallen und hernach öffentlich lamentieren, dass alle Männer Schweine sind.

Täter und Opfer? Alles eine Frage der Sichtweise

Wer in diesem Zusammenhang Täter und Opfer ist, ist lediglich von der Sichtweise anhängig. Männer, die von Frauen angeschmachtet werden, sagen selten „Nein“, nur weil sie verheiratet sind, und viele Männer sagen bereits: „Mit dem Ehering am Finger habe ich besser Chancen bei den Frauen als ohne.“ (Falls ihr doch „ohne“ gehen wollt: Ersetzt den Ehering durch einen Schmuckring, denn Frauen erkennen sonst den Abdruck des Eherings).

Ei, wie lustig ist die Forschung

Besonders lustig ist, die Ergebnisse von Forschungsarbeiten zu sehen, weil sie zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Forscher sind ja aufs Simulieren angewiesen, das heißt, sie schicken keine Studentinnen in die Betten verheirateter Männer, sondern arbeiten mit Trockenübungen nach dem Motto: „Wenn ich der Studentin sage, dass ein Mann auf einem Foto verheiratet ist, wird sie ihn dann attraktiver finden?“ Das ist (überspitz ausgedrückt) ungefähr so, als wenn man diskutiert, wann Wasser gefriert, ohne tatsächliches Wasser und ein Thermometer zu haben. In der Tat wurden in den letzten 10 Jahren zahllose Studien dazu veröffentlicht, von den einige zu dem Schluss kamen, dass Frauen interessierter an „gebunden“ Männern wären, als an „freien“. Zitat:

Single Frauen waren interessierter am Wildern eines verheirateten Mannes als einem ledigen Mann nachzujagen. Interessanterweise deutet dies darauf hin, dass Frauen gerne Männer nachjagen, die für sie weniger verfügbar sind.


Diese Studie wird oft zitiert, wenn Artikel unter dem Titel „vergebene Männer sind attraktiver“ oder „Der Ehering eignet sich zum Flachlegen“ erscheinen. Sie wurde von Jessica Parker und Melissa Burkley von der Oklahoma State University am 22. Januar 2009 erstellt und seither von naiven Journalisten überall als “aktuelle wissenschaftliche Studie“ verkauft. Wer es wissen will: Sie wurde mit dem üblichen Forschungsmaterial, also Studentinnen und Studenten, erstellt und blasiert auf den Ergebnissen an 184 Probanden.

Das scheue Rehlein auf der Lichtung und der böse Jägersmann

Wer jagt nun also wen? Die Frage ist schwer zu beantworten. Das Wort „wildern“ trifft am ehesten auf Frauen zu, die genügend skrupellos sind, sich bei der besten Freundin den Mann als Liebhaber auszuleihen. So weit es das „jagen“ betrifft, behaupten Frauen ja gerne, die Flinte nicht einmal in die Hand zu nehmen, sondern nur als Rehlein auf der Lichtung zu grasen, bis ein Jäger vorbeikommt und „komm mit, Süße“ sagt.

Welche Rolle: "Jägerin", "Wilderin" oder "Freiwild"?

Von solchen Klischees sollte man sich allerdings freimachen. Bei der Partnersuche gibt es weder typische Jägerinnen noch typisches Freiwild – jede Frau nimmt die Rolle an, die sie am besten spielen kann oder auf die sie programmiert wurde.

Man mag über Rollen denken, wie man will: Hauptsache, man kann sie spielen. Die Einzigen, die dies nicht können, sind diejenigen Frauen, die immer wieder behaupten, sie würden „auf verheiratete Männer hereinfallen“ – entweder es ist für sie besonders lustvoll, hereinzufallen, dann sollten sie aufhören, theatralisch zu lamentieren, oder sie sollten sich dringend einmal einer Therapie unterziehen.