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Kritiker über den Film „Shades of Grey“: Kitschbrühe für Mittelstands-Mamis

Was ein Buch alles bewirken kann ...


Klar, an wen sich der Film "Shades of Grey" wendet: Mittelstands-Mamis, die so denken wie Anastasia Steele : „Ich hab immer zu wenig sexuelle Ekstasen gewagt, gewagt, weil ich zu brav war.“ Und jetzt? Wenn sie nicht mit dem Vibrator unter der Bettdecke hantiere, wenn sie vom schicken Verführer träumen, dann gehen sie eben ins Kino.

Die Geschichte entspringt, wie bekannt, einem im Buchhandel verkauften, stark aufgeblähten Groschenroman: „Kitschplörre“, nennt es der Kritiker der FAZ. Der Inhalt entspricht dem anderer Machwerke ähnlicher Art: Ein jungfräuliches Aschenbrödel lässt sich von einem Sugar-Daddy verführen. Also eigentlich eine Beziehung „zum gegenseitigen Nutzen“, sozusagen eine Geliebte per Dauerauftrag. Nur, dass der Sugar-Daddy ein Faible dafür hat, die Reaktionen seines Zuckerstücks zu beobachten, wenn er ihr genüsslich den Arsch verhaut – und noch eine andere Stelle, die bei Damen erheblich schmerzt.

Dem Schauspieler, der den Herrn Grey spielt, wird von einer Seite (WELT) Maskulinität und Potenz attestiert, während ein anderer Kritiker (LVZ) in ihm eher das Ebenbild einen schnöselhaften Sparkassenangestellten sieht, der für ein Mundwasser wirbt. Nur der Spiegel geht noch weiter: Er sieht Mr. Jamie Dornan als spielende Leerhülse, die sich „am liebsten Wegbeamen“ würde.

Besser kommt das schon Dakota Johnson als Anastasia Steele weg. Sie schafft laut „SPIEGEL“, die Figur „richtig nahbar“ zu machen. Sie soll auch die weitaus Schönste, die weitaus nackteste und die weitaus begabteste im Film sein.

Übrigens: Das Ganze dauert zwei Stunden. Nehmen wir man an, das halten die Zuschauerinnen durch, ohne zwischendurch pinkeln zu müssen, dann fragt sich doch: Was machen sie eigentlich hinterher? Und mit diesem sonderbaren Gedanken lasse ich Sie jetzt allein.

Bild: Ausschnitt aus einer Grafik von Herric.