Wo war ich in den letzten 14 Tagen? Nur die Vögel haben zugesehen, wie ich in wenigen Wochen meine neue Idee „Nehmen oder Geben“ verwirklicht habe.
Das gesamte Werk dreht sich um die Frage, ob es sinnvoller und befriedigender ist, etwas zu geben, als ständig etwas nehmen zu wollen. Dabei ist nicht der Arbeitsplatz gefragt und nicht der Karriereerfolg. Denn das neue Projekt beschäftig sich mit dem „ganz gewöhnlichen“ Alltag. Dazu gehören alle Beziehungsformen, vom Kennenlernen über Freundschaften, Liebesverhältnisse und Ehen.
Das Konzept beruht auf völlig neuen Überlegungen – auch zur Partnersuche. Besonders einfach ist es für alle, die einen reichen Vorrat an Gefühlen haben, die sie schenken können – ich nenne sie „Geber“. Aber auch für die „Nehmer“ wird es leichter, denn sie behindern sich auf dem Markt der Beziehungen oft selbst. Das muss wirklich nicht sein.
Das Projekt verträgt noch ein bisschen „Schliff“, damit es wirklich glänzt – und wer daran mitwirken will, ist herzlich eingeladen.
Warum du manchmal besser auf dich selbst hörst … und warum ich gelegentlich über Partnersuche schweige
Ich bin derzeit mit einem neuen Projekt beschäftigt, das sich mit dem Geben und Nehmen im Alltag beschäftigt. Dazu gehört zwar auch jede Form von „Beziehung“, aber eben nicht ausschließlich die Partnersuche, die inzwischen unter dem Begriff „Dating“ läuft.
Wer den Zustand der Partnersuche beurteilen will, sollte die Presse lesen. Entweder, sie redet dabei von „Generation Z“ oder sie übernimmt Beiträge von Autoren und Institutionen, die das „Pro und Contra“ des Online-Datings abbilden.
Ein Teil der Presse fällt dabei auf die Betreiber von Online-Dating-Seiten herein, ein anderer Teil verweist auf die von Gesundheitsorganisationen befeuerte Diskussion um das angebliche „Dating Blackout“.
Alle diese Themen sind völlig unbrauchbar, um die Wahrheit über Partnersuche und Partnerwahl herauszufinden. Dabei ist es gleichgültig, wie viel angebliche „Wissenschaft“ in den Artikeln zu finden ist oder was jüngst „enthüllt“ wurde.
Vergiss die Sprechblasen der Presse und Netzwerke - hör auf dich selbst
Wer an den großen Sprechblasen Freude hat, die ich täglich in der Presse vorfinde, der mag das tun. Aber im Grunde wäre nötig, sich selbst darüber klar zu werden, was jeder von uns aus Selbstsucht versäumt, wenn er (oder sie) keine Beziehung eingeht. Oder mal flapsig: Die Emotionskonten werden nicht gefüllt, wenn du „zu stolz“ bist, eine Beziehung einzugehen.
Gibt es wirklich eine "Dating-Krise"?
Die angebliche Dating-Krise ist ein Phänomen des Zeitgeistes – mehr nicht. Wer sich selbst realistisch sieht und den Austausch eigener Gefühle mit anderen versucht, hat in jedem Fall mehr Erfolg bei der Partnersuche. Und wenn du eine solche Person bist, dann wirst du kaum auf den Beschuss mit Meinungen hereinfallen, die über „soziale Netzwerke“ verbreitet werden.
Die Liebeszeitung wird ihr Kernthema, die Partnersuche, in Zukunft völlig neu ausrichten. Wer sich davor fürchtet, Neuland zu betreten, dem sagen wir: Keine Angst, alles wird einfacher. Im Grunde ist nur nötig, sich mit drei Begriffen zu beschäftigen:
1. Geber
2. Nehmer
3. Markt
Zuerst erkläre ich euch in kurzen Sätzen, was diese Wörter bedeuten.
Nehmer
Eine Nehmer-Person versucht, mit sehr wenig Einsatz sehr viel aus einer möglichen Beziehung herauszuholen.
Geber
Ist die Person ein Geber, so bietet sie zuerst persönliche Werte an, die für eine Beziehung nützlich sein könnten.
Partnermarkt
Geber und Nehmer treffen sich auf dem Partnermarkt, sei es unter Dorflinde, in einer Bar oder an virtuellen Orten im Internet. Jede Zeit und jede Gesellschaftsordnung hat eigene Vorstellungen davon, wie man einander kennenlernt.
Was ergibt sich daraus?
Und was passiert dann? Geber und Nehmer tauschen sich aus. Sie „verhandeln“ darüber, ob das, was sie geben oder nehmen können, ihren Wünschen entspricht. Beim Versuch, Beziehungen anzuknüpfen, wechseln sie manchmal die ursprünglichen Rollen.
Warum Liebe nicht „märchenhaft“ ist
Die Liebe ist eine besonders starke Kraft, deren Wirkung eindeutig und unzweifelhaft biochemisch ausgelöst wird. Unser gut entwickeltes Gehirn kann diese Auslöser unterdrücken, passieren lassen oder umwerten. Eine dieser Umwertungen heißt „romantische Liebe“, also eine Liebe, die mit einer „rosaroten Brille“ gesehen wird. Sie ist die Wurzel, vieler Märchen und moderner Liebesromane. Gelegentlich wird die Liebe so umgewertet, dass sie in das Konzept von Religion, Weltanschauung, Gesellschaftsform oder Zeitgeist passt. Ein Beispiel wäre die „Vernunftehe“.
Wie wir als Liebeszeitung damit umgehen
Es gibt viele Ansichten über die Liebe – sowohl zur Vernunftehe, die heute wieder in Mode gekommen ist, wie auch zur „romantischen Liebesheirat“. Die Realität zeigt uns allerdings, dass Paare sowohl ihren Trieben folgen wie auch der Vernunft. Das bedeutet letztlich, dass beide Komponenten in die Beziehung eingehen.
Für unsere Redaktion heißt dies: Wir bleiben flexibel gegenüber der Meinung von Personen zum Thema „Liebe“. Aber wir wehren uns gegen die Vereinnahmung des Begriffs „Liebe“ durch Sektierer, Theologen, Philosophen und Psychologen.
Auf den Punkt gebracht
Wir haben genügend Wissenschaften, die uns die Liebe mit biologischen Fakten erklären, und diese führen wieder direkt zu ökonomischen Überlegungen. Und soweit die Partnersuche betroffen ist, steht eine Frage im Vordergrund:
Wer tauscht was, wo und wann mit wem, um eine Beziehung zu erreichen?
Niemand trägt seinen Wert zu Markte - und dennoch hast du einen Wert am MarktDieser Tage habe ich mich gefragt, was uns daran hindert, über den Wert einer Person zu sprechen.
Und bevor du explodierst: Ich bezweifle niemals deinen sozialen oder ethischen Wert. Ich hoffe aber, dass du ihn selbst kennst.
Um uns ein Bild zu machen - fangen wir mal klein an:
1. Welche Werte sind für dich an dir wichtig oder bedeutsam?
2. Nehmen wir an, du weißt es. Wenn ja: Welche Werte, die du an dir festgestellt hast, sind für andere etwas wert?
3. Fall du dies auch beantworten konntest: Welche dieser Werte könnten deine zukünftige Partnerin / deinen zukünftigen Partner interessieren?
Wenn du bis hierher weitergelesen hast, bist du schon einen Schritt nach vorn gekommen.
Die Werte haben unterschiedliche Preise
Nicht alle Werte sind rar oder teuer. Versuchen wir mal eine Einschätzung:
Emotionale Werte, wie beispielsweise Zuneigung oder Hinwendung, sind unbezahlbar. Wenn du sie vermitteln kannst, dann hast du etwas Wertvolles und vielleicht dauerhaft Wirksames im Angebot.
Soziale Werte, etwa die Hilfsbereitschaft und die Sorge um eine andere Person, sind ebenfalls nicht käuflich. Sie nützen dir ebenfalls, wenn jemand genau diese Wünsche hat.
Wenn du Glücksgefühle schenken kannst, egal wie das geschieht, hast du einen „Köcher voller Liebespfeile.“
Sinnliche Werte, also sich beispielsweise lustvolle Geborgenheit, gibt nicht jeder Mensch – und sie können sehr begehrt sein.
Erotische Fähigkeiten? Sex an sich wird überschätzt. Wenn du aber außerordentliche Fähigkeiten hast, und/oder verführerische sinnlich-erotische Szenarien aufbauen kannst, hast du einen Trumpf in der Hand.
Sonderfall Sex - sehr gefragt, trotzdem schlecht honoriert
Sexuelle Vorzüge – tatsächlich sind sexuelle Erlebnisse bei Männern zwar sehr gefragt - sie werden aber schlecht honoriert. Wenn du nichts anderes tust, als die „für ihn hinzulegen“, dann tust du etwas, das viele andere auch können.
Was Männer oftmals denken - die unschöne Seite
Ich erkläre dir nun, wie sich die Sache mit dem Sex aus der Perspektive vieler Männer darstellt:
Wenn er nur Sex will, interessiert ihn weder, wie „schön“ du bist noch wie „gut“ du bist. Er nimmt den Sex mit, wenn er ihn bekommen kann. Vielleicht kommt er noch ein zweites Mal, weil es so „easy“ mit dir war. Männer wissend durchaus, dass „guter Sex“ umso schwerer zu erreichen ist, je mehr er in eine Szene eingebettet wird, die wirklich ekstatische Gefühle oder wenigstens Glücksgefühle hervorbringt.
Wenn Männer dafür bezahlen, wissen sie, dass der Preis umso höher ist, je mehr eine Illusion „mitgeliefert“ wird.
Du hast in der Hand, deinen Wert zu zeigen
Wenn du bis hierher gelesen hast: Du hast es in der Hand, deinem neuen Freund ein Lebensgefühl zu vermitteln, das keine Illusion ist und das ihn dennoch wirklich begeistert. Allerdings müssen wir nun zurück zum Kern der Sache: Alles, was du gerne tust und ihm (oder auch ihr) gefällt, ist sinnvoll für die Beziehung, die du aufbauen willst. Das ist sozusagen das Ideal.
Und das wären die Tipps:
- Versuche zuerst alles, was dir gefällt und was dem/der anderen auch gefallen könnte.
- Erprobe dann, etwas zu tun, was dich eher herausfordert, aber dem/der anderen außerordentlich gut gefällt.
- Wenn das funktioniert, fordere die andere Person heraus, etwas zu tun, was dir besonders gut gefällt.
Hübsch, nicht wahr? Nach und nach wirst du dein Gegenüber damit faszinieren. Vielleicht entdeckst du Eigenschaften an dir, die für dich neu sind. Oder du entdeckst etwas an deinem Gegenüber, was für ihn neu ist.
Kommen wir noch mal zum Anfang zurück?
Dann kannst vielleicht jetzt sagen, was du für eine andere Person wert bist.