Skip to content
 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Standards – Wünsche, Vorstellungen, Erwartungen und Ansprüche

Der Begriff „Standards“ wird auf Deutsch oft mit „Ansprüche“ übersetzt, wenn es um die Erwartungen oder Vorstellungen von Frauen geht, die einen Mann suchen.

Nun wird in vielen Ländern darüber diskutiert, ob die Wünsche der Frauen „angemessen“ sind – aber ihr seht schon – sobald ich ein anderes Wort verwende, läuft im Gehirn ein anderer Film ab.

Im Grunde genommen ist alles ganz einfach:

1. Menschen haben immer Wünsche.
2. Daraus leiten sie Vorstellungen ab.
3. Eine „Erwartung“ entsteht daraus, dass sich jemand vorstellt, seine Annahmen oder Hoffnungen würden erfüllt.
4. Ein Anspruch ist die Vorstellung, dass jemand ein Recht darauf hat, dass seine Erwartungen erfüllt werden.


Außer im Bereich der Partnersuche und Partnerwahl treten solche Phänomene bei der Herkunft einer Person, ihrem Lebensstandard oder ihrer Berufswahl auf.

Wen wundert es, dass dabei generell Probleme auftauchen? Die Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen sind nahezu immer höher als das, was wir am Ende bekommen, und das Zauberwort heißt „Zufriedenheit“. Die meisten Menschen leben damit, letztlich mit ihrem Leben „einverstanden“ zu sein.

Vorschläge nach den Kampfregeln der Geschlechter?

Sobald jemand solche ein Problem emotionalisiert oder ideologisiert, ist es aus mit dem Verstand. Dann gelten beispielsweise die alten Kampfregeln der Geschlechter, die sich sinnlose Diskussionen liefern. Wer soll sich ändern? Sollen Frauen ihre „Standards“ herunterfahren? Solle Männer an die Wünsche der Frauen „anpassen“? Diejenigen, die so argumentieren, vergessen, dass es Zahlen und Fakten gibt, Naturgesetze und Marktgesetze und viele andere Umstände, die mit Überfluss einerseits und Mangel anderseits zu tun haben.

Hoffnungen schüren - eine Lösung?

Ich zitiere euch einen kurzen Abschnitt aus einem Artikel, der sich an Frauen richtet und vehement darauf abzielt, auf einen Fall die Ansprüche aufzugeben (1):

Die Frauen mit Ansprüchen werden heiraten. Sie bleiben solange Single, bis sie jemanden finden, der ihre Erwartungen erfüllt. Sie gehen zwischenzeitlich keine lockeren Verbindungen ein, sondern warten, bis sie ihren Traummann gefunden haben. Immer, wenn wir versuchten, unsere Standards zu senken, trafen wir Männer mit niedriger emotionaler, sozialer oder geistiger Energie (2), mit denen wir unsere Zeit verschwendeten.

Ratschläge jenseits der Realität
Wenn wir auch nur ansatzweise versuchen würden, solche Meinungen mit anderen Realitäten des Lebens zu vergleichen, dann würden wir alle versuchen, in der „obersten Liga“ mitzuspielen. Das gelingt natürlich einem verschwindend geringen Promillesatz der Menschen, für den Rest aber ist es sinnlos oder gar fatal. Das Beispiel zeigt auch, wie wenig sich „psychologische“ Artikel dazu eignen, Probleme sinnvoll zu lösen.

Und insofern sollten wir uns bitte davor hüten, Meinungen solcher Art aufzugreifen oder gar umsetzen zu wollen, und das gilt nun wirklich sowohl für Frauen wie für Männer.

(1) Der Beitrag aus "Medium" von Melissa Alvarez ist nicht frei zugänglich. Daher können wir auch nicht auf ihn verlinken.
(2) Der Begriff "vibrational" hat im Deutschen kein wirkliches Äquivalent, also mussten wir ihn in seine möglichen Bedeutungsteile zerlegen. im Original: "low vibrational men"

Männer und Deckhengste, Null und Eins

Was Männer sind? Nun, manchmal sind sie für Frauen Material, mal eine Notwendigkeit – aber in Allgemeinen stehen Männer in der Hitliste der Wünsche immer noch über dem offenen Sportcabriolet – oder auch über dem neusten Luxusvibrator. Es scheint, als sei Liebe das Schlüsselwort, und ich hoffe sehr, dass dieses Wort noch vielen modernen Frauen bekannt ist.

Wenn wir Männer etwas falsch machen, dann machen wir eben etwas falsch. Denn egal, was wir sind, wie wir sind und was wir tun, wir können es „den Frauen“ sowieso nicht "recht machen". Wollen wir ja auch nicht. Wir wollen es bestenfalls einer Frau Recht machen, und dieser auch nur, solange sie uns genügend Freiheit dabei lässt.

Ich las gerade eine wirklich interessante Betrachtung von der Bloggerin Vicky Amesti, über Männer, die für sich selbst spricht. Hübsch und recht klug geschrieben, wie ich meine.

Nur in einem Punkt möchte ich doch mal mein mittleres Befremden anmelden, und deswegen hier ein kurzes Zitat:

Männer sind, als Spezies betrachtet, die Wesen der Extreme: Null oder Eins. Schwarz oder Weiß. Homo oder Hetero. An oder aus. Macho oder Softie.


Oh je, Frau Amesti – entweder Sie haben noch sehr wenige Männer kennengelernt, oder die Falschen … oder spüre ich da so etwas wie „eigentlich habe ich nie einen Mann gründlich genug kennengelernt, um die feinen Differenzen beobachten zu können?“