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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Wer bist Du? Frau, Partnerin oder Mensch?

Königin ist auch eine miese Rolle
Ich höre oft, was „frau“ nicht sein will: eine Sklavin, ein Püppchen oder die Erfüllungsgehilfin „seiner“ sexuellen Begierden.

Doch was will „eine Frau“ sein? Wenn du dies liest und dir die Haare raufst, hast du recht: Jede Frau will etwas anderes sein. Und sie will nicht ausschließlich als „Frau“ gesehen werden, sondern vor allem als Mensch.

Wie ist das nun? Was an Frauen ist „Frau“, was „Mensch“, was „Freundin“ und was „Geliebte“? Wie reagiert sie auf „Wegweisungen“ und wie auf „Vergötterung“?

Eine Frau, die stets vergöttert wurde, schreibt (1):

(In seinen Augen“) … konnte ich … nichts falsch machen. Wann immer ich mit einem Problem zu ihm kam, etwas sagen, über das ich über meine Erziehung nachdachte, würde er mich einlullen mit: "Was auch immer es ist, du wirst es schon richtig machen. In seinen Augen war ich über jeden Zweifel erhaben.

Nun ist „eine Frau zu vergöttern“ eher ein Rollenspiel, das nicht dauerhaft sein kann: Frauen sind keine Göttinnen, sondern Menschen, und das Spiel mit der „Gottkönigin“ funktioniert beiderseitig nur für kurze Zeit.

Und was ist mit den Männern los? Lieben sie Frauen, wie sie sind, lieben sie die Rollen, die Frauen gerne annehmen? Oder schaffen sie sich in ihrer Fantasie eine Frau, die perfekt die Rollen spielt, die sie in ihren Hirnen entwickeln?

Die Antwort ist delikat. Denn es ist wahrhaftig nicht ungewöhnlich für einen Mann, in eine Frau „alles“ hineinzulegen, was ihm guttut. Andererseits weiß jeder Mann, dass dies nicht der Realität entspricht. Was der Mann aber nicht weiß, ist welche Rolle eine „frische“ Partnerin gerne spielt – und er muss es zwangsläufig erst einmal herausfinden.

In dem Artikel, aus dem ich zitierte, heißt es zuletzt (1):

Ich bitte darum, nicht mehr wie eine Frau behandelt zu werden. Bitte behandle mich von nun an nur noch wie eine Person.

Das Problem dabei: Jemanden als „Person“ zu behandeln oder ausschließlich als Person zu sehen, erzeugt kein Verlangen nach Intimität, sondern führt dazu, Distanz zu wahren. Männer müssen manchmal lernen, Frauen ausschließlich als Person, zu betrachten – und das ist eine Erkenntnis, die wir alle in den letzten 50 Jahren gewonnen haben.

In Wahrheit sieht keine Frau und kein Mann eine andere Person ausschließlich als „Neutrum“. Das liegt größtenteils daran, dass jeder an jeden gewisse Wunsch hat – und auch Vorstellungen, wie er/sie behandelt werden will. Normalerweise wird nicht darüber geredet – aber je intimer man miteinander umgeht, umso mehr entsteht Gesprächsbedarf.

(1) Zitiert nach Angela Meredith, Autorin. Bild: © 2022 by liebesverlag.de