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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Advent für Singles und Nicht-Christen

Einsame Hoffnung auf Licht
Nach der Zeit der Dunkelheit, die uns im November trifft, kommt die Zeit des Lichts, die für Christen mit dem „Advent“ verbunden ist und für die „Heiden“ immerhin mit der Wintersonnenwende (21. Dezember). Jene ist der wesentliche Bestandteil der nordischen Mythologie und des Naturglaubens, aber auch durchaus der Beweis dafür, dass Naturgesetze gültig sind.

Hoffnung auf die Wiederkehr des Lichts

Wenn der Advent das Warten auf den Weihnachtstag und sich dieser Tag auf die Geburt eines Religionsstifters bezieht, habe ich nichts mehr zu sagen. Ihr kennt sie wahrscheinlich, die Krippen mit ihren Menschen- und Tierfiguren, Königen und Engel, und was sonst noch dazugehört. Im christlichen Glauben mischten sich von Anfang an alttestamentarische Vorstellungen mit der Wiederkehr des Lichts.

Bleiben wir also beim Licht.

Es dringt in unser Gemüt ein und wir sagen es auf. Wir warten in der Nacht sehnsüchtig auf den Tag, in der Schwermut und Not auf die Helligkeit in unserem Dasein.

Partnersuche auch in Zeiten von „2 G“?

Was die Partnersuche angeht, wird die kommende Zeit von neuen Infektionswellen getrübt. Ein paar großmäulige Spinner reden zwar noch von „2G“ als „gesund und genussorientiert“, aber in Wahrheit sind sie Realitätsleugner. Wer immer sich heute verabredet, sollte darauf Wert legen, jemanden zu treffen, der geimpft ist. Gewiss kann man sich auch als Geimpfte(r) infizieren - ich rede hier aber nicht von Parallel- und Seriendatern, die es heute in Gruppen versuchen, morgen zu zweit und übermorgen in der Öffentlichkeit. Wer sorgfältig wählt, ist immer im Vorteil, auch dann, wenn seine Erfolgsquote lediglich bei einem Treffer auf fünf Ablehnungen liegt.

Verdrängung ist Betrug an sich selbst

Einige Singles haben sich auf Verdrängung eingerichtet und sagen: „Ich bin glücklich, ich brauche keinen Partner“. Ich darf euch verraten, dass ihr dies mit aufsteigendem Alter immer häufiger einreden müsst, dass es aber deshalb nicht wahrer wird. Selbst die besten Kumpels und die treuesten Freundinnen verschwinden eines Tages, um ein besseres Glück zu finden.

Was also kannst du jetzt tun?

Zwei Dinge: Erstens impfen lassen, falls noch nicht geschehen. Zweitens „Inventur“ machen. Wenn du deine geistigen, sozialen und emotionalen Möglichkeiten kennst, kommst du leichter an die Frau oder den Mann. Und da frage ich dich: Wann erstellst und sortierst du die Listen für deine „innere Orientierung“? Oder: Was ist so toll an dir in emotionaler, sozialer oder geistiger Hinsicht? Kannst du das mal „auf die Reihe bringen“?

Wenn du es tust, kannst du auf den Frühling hoffen. Nicht erst beim „Osterspaziergang“ im April brechen die Gefühle auf - die ersten Sonnenstrahlen im März reichen schon. Und bis dahin hast du wirklich viel Zeit, dein Gefieder zu putzen, deine Gefühle, Wünsche und Vorstellungen zu ordnen und dich innerlich zu erhellen.

Bild: Liebesverlag-Archiv, Anonym, ohne Jahresangabe

Unheilige Weihnachten

Nein, Weihnachten ist heute noch nicht. Aber Winteranfang und Wintersonnenwende war gerade ebene. Singles bekomme jetzt Tiefaugen, überprüfen ihre Alkoholvorräte, sehen ins Fernsehprogramm und denken „ich scheiß auf all den sentimentalen Quatsch“.

Die Weihnachtsmärkte verabschieden feierlich ihre Weißbärtigen, die letzten Weihnachtsferien wurden überstanden, sogar die meisten Jul-Frühstücke. Letztere sind wegen ihrer Länge, ihrer Vielfalt, ihres Alkoholkonsums und mancher anschließender Seitensprünge beliebt und gefürchtet.

Die Zwölf Weihnachtstage – und Weihnachtsnächte - kommen noch. Sie sind zugleich der Übergang von christlichen Weihnachten zu den heidnischen Weihnachten. Das wiederkehrende Licht wir mit Radau, viel Licht, bösen Streichen, Ritualen und manchmal mit ausschweifendem Sex gefeiert.

Es ist irgendwie wie jedes Jahr: Weihnachten rührt das Fernsehen die Menschen mit Familienkitsch an, und die Gedanken der etwas Nachdenklicheren unter uns gehen „in Großvaters Haus“:

Wihnachenobend
denn goht wie no boben,
denn pingelt de Klocken,
denn danzt de Poppen,
denn piept de Müs‘
in Grooßvadder sien Hüs‘.


Was letztlich heißt: Sie erinnern sich an das, was Weihnachten einmal für sie war – und nicht nur Weihnachten. Denn wenn die Puppen tanzen, man sich also an das Gute erinnert, und die Mäuse piepen, was wenig Gutes verheißt, dann hat man so ungefähr das, was die Erinnerung an die Vergangenheit, durch Großvaters Haus“ bezeichnet, ausmacht.

Ja, ich weiß, WEIHNACHTEN ist für die meisten von euch das, was Wikipedia verkündet:

Weihnachten, auch Weihnacht, Christfest oder Heiliger Christ genannt, ist das Fest der Geburt Jesu Christi.


Das Christfest mag ja das Christfest sein, aber Weihnachten ist für mich wie für viele andere Menschen des Nordens ist es die Rückkehr des Lichts, so wie es die Germanen und die Römer sahen. Es hat aus meiner Sicht überhaupt nichts mit Religion zu tun, sondern mit einem Naturereignis. Selbst Wikipedia muss zugeben, dass erst der Papst Julius das Fest des Sol durch ein Christenfest ersetzen ließ. Und, Wikipedia: die Natur war immer zuerst da – ihren Verlauf haben Menschen schon beobachtet, bevor sie die seltsame Kunde aus dem vorderen Orient hörten.

Ob es nun für euch die Glocken sind, die derzeit ja angeblich niemals „süßer Klingen“ als derzeit, ob es die Puppen sind, die zwischen den Jahren tanzen, oder die Mäuse, die euer Versagen noch einmal frei nagen – ich wünsche euch frohe Festtage, was immer ihr feiert.

(Zitat oben von Rudolph Kinau, niederdeutscher Schriftsteller)