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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Der Zeitgeist, die Akademikerin und die Männer

Ungewöhnliches Paar - jedenfalls heute und in westlichen Bundesländern
Was passiert, wenn sich die Anzahl der Hochschulabsolventinnen innerhalb einer Generation verdoppelt? Im Grunde genommen wissen wir das nicht wirklich. Wir nehmen es einfach hin.

Was wir aber sicher wissen, ist dies: Wenn auf 15 Prozent weibliche Akademiker 22 Prozent männliche kommen, dann ist die Welt „im Prinzip“ in Ordnung. Denn dann können sich alle Frauen, die „auf Augenhöhe“ heiraten wollen, noch bei den Männern „bedienen“, während auch noch ein Rest für diejenigen übrig bleibt, die auf der Sozialleiter durch Heirat emporklettern wollen. Die Generation, die es betrifft, ist heute etwa 65 bis 69 Jahre alt. (1)

Zu viele Akademikerinnen auf dem Partnermarkt

Schauen wir 30 Jahre später nach, dann kommen auf 30 Prozent weibliche Akademiker nur noch 27 Prozent Männer mit Hochschulabschluss, was zunächst bedeutet: Nicht jede Frau wird „auf Augenhöhe“ und im Inland heiraten können. Es heißt aber auch, dass der Markt für diejenigen jungen Frauen enger wurde, die Ambitionen hatten, „Hinauf zu heiraten“.

So weit die Zahlen - aber in der Realität sieht die Bilanz noch viel bitterer aus, denn sobald es mehr Frauen als Männer gibt, die nach dem Bildungsniveau des späteren Ehemannes schielen, wird der Konkurrenzkampf größer. Das heißt, Akademikerinnen müssen länger suchen um

1. Einen älteren oder gleichaltrigen Partner ...
2. Mit entsprechender (nachweisbar erworbener) Bildung ...
3. Aus gleicher oder vorzugsweise besserer sozialer Schicht ...
4. Mit einem adäquaten Einkommen ...
5. Im Inland ... zu finden.

Akademikerinnen mit größeren Chancen

Eine etwas andere Situation besteht darüber hinaus für Frauen, die zwar eine akademische Ausbildung haben, die aber nicht in Berufen arbeiten, die als „akademisch“ gelten. Sie können mit einiger Sicherheit einen Partner in ihrem Arbeitsumfeld finden, ob Akademiker oder nicht, der vor allem eine Partnerin auf gleichem sozialem Niveau sucht. Das gilt beispielsweise für viel Absolventinnen der Betriebswirtschaftslehre.

Männer: Akademiker mit besten Chancen, aber …

Bei den jungen Männern sehen wir das entgegengesetzte Phänomen. Den jungen Akademikern ist es zumeist nicht so wichtig, welchen Ausbildungsstand ihre Partnerinnen haben - Hauptsache, sie sind „sozial verträglich“ und leidlich attraktiv. Also finden fast alle, die erfolgreich berufstätig werden, auch eine Partnerin.

Schlechte Zeiten für Männer mit Problemen

Anders sieht es bei den Männern aus, die sich vom Bildungstrend abgelöst haben. Für sie stehen deutlich weniger Frauen bereit. Zumal, wenn zur unzureichenden Berufsausbildung auch noch ein dürftiger Verdienst kommt. Oder wenn Probleme anderer Art (Verschwendung, Alkoholismus) hinzukommen und insbesondere, wenn keine Aussicht auf eine gesicherte Zukunft besteht.

Opfer des Zeitgeistes: grundlos abgelehnte Männer

Die Unsicherheit besteht für Männer im „Mittelfeld“, die ständig von Frauen abgelehnt werden, die „höher hinaus“ wollen und dies auch deutlich zeigen. Ihnen nützt weder ein leidlich gutes Einkommen noch soziale Kompetenz. Allerdings gibt es in diesem „Mittelfeld“ Frauen, denen es vor allem um Ehe und Familie geht und weniger um Prestige.

Die Lage ist … nun ja, ernst

Die Lage am Partnermarkt ist - ohne jeden Zweifel angespannt. Sie ist aber nicht aussichtslos, solange jemand realistische Ziele verfolgt. Auf Dauer sehen die meisten Menschen ein, dass weder eine akademische Ausbildung noch ein Spitzeneinkommen glücklich macht - ja nicht einmal ein schöner Körper. Für alle, die noch jung sind und jetzt „nachwachsen“: Die „Anspruchsträger(innen)“ entspringen dem Zeitgeist, und der ist instabil. Irgendwann braucht euch ein Mensch mit mehreren akademischen Titeln einen Installateur oder eine Installateurin. Und dann zeigt sich eben, wer wirklich Achtung verdient.

(1) deStatis von 2018

Kein Heiratsmaterial

Nicht wirklich eine Verabredung zum Zweck der Eheschließung ...
Es gibt sie, die „edlen“ Kennenlern-Seiten. Und es ist nicht sicher, dass dich dort erwartet, was ich hier beschreibe. Aber es geschieht eben dann und wann.

Welche Sorte Männer mögen es sein, die man auf Beziehungs-Seiten kennenlernt?

Wenn du Glück hast, weiß er sich anzuziehen – nicht overdressed für eine Verabredung, aber eben auch nicht so, „wie er aus dem Büro kommt“. Gehe davon aus, dass er vor höchstens zwölf Stunden geduscht hat, frische und saubere Unterwäsche trägt und weiß, wie man sich bei Tisch benimmt.

Ja, er ist sympathisch, klar. Und er lenkt das Gespräch auf das „Essenzielle“ im Leben. Bald wird er dich fragen, „welche Pläne“ du hast. Und falls es ganz schlimm kommt, wird er etwas über eine baldige Heirat und deine Kinderwünsche in Erfahrung bringen wollen.

Wenn DU Wünsche nach Sex äußerst gehen seine Alarmglocken an

Bei einer der nächsten Verabredungen wirst du ihn vielleicht diskret darauf hinweisen, dass du Lust hättest, etwas intimer mit ihm zu werden. Ihn wird voraussichtlich befremden, dass der Vorschlag von dir kommt und nicht von ihm. Falls du jetzt noch konkrete Vorschläge für den Sex hast, den du von ihm möchtest, wird er wesentlich stiller werden.

Er wird dich nicht gleich rauswerfen, falls das Treffen bei ihm stattfindet, aber wird dir sehr schnell klar machen, dass du für ihn kein „Heiratsmaterial“ bist. Was er denkt, ist noch etwas anderes: Frauen wie du sind eigentlich Schlampen, und Schlampen heiratet ein „Gentleman“ nicht.

Vielleicht wird er noch mit dir vögeln – vielleicht nicht einmal das. Aber jedenfalls wird er sich nicht noch einmal mit dir verabreden.

Was du da machen kannst? Gar nichts. Männer, die unbedingt bald heiraten wollen (und auch Frauen, versteht sich) tragen Scheuklappen beim Kennenlernen. Sie suchen keine Personen, die Ecken und Kanten, Lüste und Abneigungen haben. Sie suchen jemandem zum Heiraten, bei dem alles passt.

Wie sagt uns noch ein angejahrter Buchtitel?

„Frauen und Männer passen nicht zusammen – auch nicht in der Mitte.“

In der Realität passt nie „alles“. Nicht alle Wünsche für das brave Zusammenleben und nicht alle Wünsche für die wilden Lüste.

Bild: Henry Gerbault, Ende 19.JH.

Der Single-Mann in den 30ern – wie tickt er eigentlich?

Sicher nicht die beste Zukunftsperspektive
Die Klischees über Männer werden nicht nur von Feministinnen verbreitet – auch nahezu alle Frauenzeitschriften helfen dabei, Stereotypen aufrechtzuerhalten. Und auch die überkommenen Vorurteile halten sich: Sie spielen mit Emotionen, bleiben unverbindlich, sind hartnäckige Junggesellen, und sie wollen Frauen sowieso nur ausnutzen. Überwiegend, um sie zu vögeln und dann zu vergessen. „Toxische Männlichkeit“ nennt man das wohl. Die Frage ist allerdings, wer sie erzeugt, verbreitet und verallgemeinert.

Die weibliche Lösung - warum ihr kein Mann folgen will

Die Lösung kommt angeblich von Frauen. Nur ist es keine. „Mehr fühlen, authentischer sein, mehr kommunizieren“ heißt das Mantra, und es ist eine Mischung aus Verweiblichung und Psychologisierung. Männer, die es versuchen, merken zumeist schnell, dass ihnen diese Mischung keine Vorteile erbringt – und niemand ändert sich, um Nachteile zu bekommen.

Verkriechen und brav sein oder aggressiv suchen?

Richtig ist allerdings, dass viele Männer sich verkriechen und gar nicht mehr über Gefühle sprechen wollen, wenn sie ständig abgelehnt werden. Zudem sehen sie, dass andere Männer, die heftiger „rangehen“, wesentlich mehr „Erfolge“ haben, mögen diese auch kurzfristig und durch Wollust geprägt sein. „Sex ist besser als gar nichts“ werden die meisten Männer sagen.

Eignen sich Männerfreundschaften, um sich besser zurechtzufinden?

Echte Freunde in mittleren Jahren? Das ist sehr schwierig. Sich aussprechen? Mit wem? Ich las gerade, dass es als unschön gilt, sich einem anderen Menschen schnell und hemmungslos zu offenbaren. Das aber wäre nötig – doch mit wem? Eignen sich die verbliebene Freude, die man aus anderen Gründen behalten hat, wirklich dafür? Mir kommt ein alter Satz aus einem Schlage in den Kopf: „Erzähle mir nicht von deinem Kummer, ich habe selber welchen.“

Einsamer Wolf sein oder vor Frauen "Männchen machen"?

Was eignet sich in diesem Fall wirklich? Die Rolle des einsamen Wolfs? Die des Speichelleckers auf den Treppenstufen der städtischen Schönheiten? Im Zweifel werden die Männer den Wolf bevorzugen. Abschotten, unberechenbar sein, ab und an mal auf die Pirsch gehen und jemanden mit heimschleppen. Gerade lief die deutsche Fernsehserie „Professor T“ aus. Das Motto: „Du kannst so schräg sein, wie du willst, eine Frau findet sich immer.“

Die Frauen sind schuld - die Umkehrung des Klischees

Manche Männer machen die Umstände dafür verantwortlich, Single zu bleiben. Das ist sozusagen die Umkehr eines Frauenklischees: Frauen wollen ja, dass „wir Männer“ uns ändern, weil sie selbst mit den vorhandenen Männern nicht zurechtkommen. Die Umkehrung: „Die Frauen müssen sich ändern, damit ich wieder eine Partnerin finde“.

Es ist kompliziert ...

Kurz: Männer sind verunsichert. Traditionelle Rollen passen angeblich nicht, aber Verführer haben dennoch ihre Erfolge. Moderne Rollen kommen nicht an, es sei denn, eine Frau will absolut heiraten. Und weil vor dem Heiraten eigentlich noch eine ganze Reihe anderer Dinge stehen, muss die ganze Chose vorher irgendwie „gedeichselt“ werden. Und so etwas geht nur, wenn beide wild und begierig aufeinander sind und sich dabei dennoch ernsthaft kennenlernen wollen.

Die populäre Lüge: es ist toll, Single zu sein

Ach so – ja, ich vergaß. Viele Frauen und Männer werden dir sagen, „es sei cool, Single zu sein, da könnten sie machen, was sie wollten – und sich bei Bedarf jemanden suchen. Na ja, falls dieser Bedarf auftritt. Sie verschwiegen, dass sie nicht nur dies quält. Denn eigentlich suchen sie nicht nach schnellen Affären, belanglosen Vögeleien und was dem gleichkommt. Eigentlich suchen sie nach jemandem, der sie lieb hat. Wirklich lieb. Nur dies zuzugeben, fällt offenbar allen extrem schwer.

Ich habe mich von einem Artikel in msn inspirieren lassen. Der Artikel wurde mehrfach von anderen Medien übernommen. Die Inhalte dieses Artikels in der "Liebeszeitung" und der darin enthaltenen Aussagen weichen allerdings erheblich vom dort veröffentlichten Artikel ab.

Die Ehe

Möglicherweise auch ein Grund: das Hochzeitskleid
Eine ungeheure Anzahl von Menschen glaubt, etwas zur Ehe sagen zu müssen. Beispielsweise davon, dass die Ehe eine sehr ernste Sache sein. Oder darüber, wer wohl zum wem passen möge. Schließlich gibt es noch die Eheberater, heute meist als Paartherapeuten bezeichnet, die nahezu ausschließlich Paare kennen, die sich in Krisen befinden. Ganz zu schweigen von Katholiken und anderen ideologisch motivierten Gruppen, die in der Ehe eine Art „Überhöhung“ des Zusammenlebens erkennen wollen.

Die Ehe lässt sich aber auch nach den Gründen beschreiben, aus denen sie eingegangen wird:

1. Moralischer oder religiöser Zwang.
2. Legale Entfaltung der Sexualität.
3. Wirtschaftliche Notwendigkeit.
4. Rechtssicherheit.
5. Zusammengehörigkeitsbestätigung.
6. Familie und Kinderaufzucht. (1)


Die 1950er Jahre - die Notwendigkeit der Ehe

Noch in den 1950er Jahren war religiöser und moralischer Zwang der größte Antrieb, um zu heiraten. Die meisten Paare kümmerten sich damals nicht um die wirtschaftliche Notwendigkeit, eher schon darum, dass es unmöglich war, als unverheiratetes Paar eine Wohnung zu bekommen. Theoretisch war Sex nur verheirateten Paaren „erlaubt“, und mancherorts wachte die Gesellschaft mit Argusaugen darüber, dass dieser Grundsatz auch eingehalten wurde. Langfristig war der wirtschaftliche Zwang aber durchaus zu spüren, weil sich Frauen in den am häufigsten gewählten Berufen nicht verselbstständigen konnten, also beispielsweise nicht zugleich für ihren Unterhalt sorgen, eine schöne Wohnung beziehen und ein Auto fahren. Hingegen war die Bestätigung, zusammenzugehören, ein wichtiger Punkt, denn viele junge Leute wollten sich damals vor allem vor allem vom Elternhaus lösen. Rechtssicherheit wurde vor allem von Frauen gesucht – und die Ehe bot ein relativ sicheres Fundament dafür. Nahezu alle Frauen hatten den Wunsch, früher oder später die eigene Berufstätigkeit aufzugeben und sich ganz der Familie zu widmen.

Und wie ist es heute? Die Gründe für die Ehe bröckeln weg

Nur noch wenige Gesellschaftsschichten und gesellschaftliche Gruppen über einen moralischen oder religiösen Zwang auf ihre Mitglieder aus, zu heiraten, und ebenso wenig ist ein wirtschaftlicher Zwang erkennbar. Viele Frauen und Männer verzichten bewusst auf die Rechtssicherheit der Ehe, andere wieder suchen sie, zum Beispiel gleichgeschlechtliche Paare. Die Bestätigung, zusammenzugehören, ist nach wie vor wichtig. Indessen tritt der Wunsch, einmal eine Familie zu gründen, spät auf, oft viel zu spät. Da sich relativ viele Paare in den „mittleren Jahren“ wieder trennen, ist es üblich geworden, mit mehr als 40 Jahren noch einmal das späte Glück zu suchen. Dann herrschen ganz andere Kriterien: Man sucht den verlässlichen Partner, um nun wirklich miteinander alt zu werden.

Das Fazit

Ich will es salopp sagen: Es gibt kaum noch nachvollziehbare Gründe, Ehen einzugehen, es sei denn, aus Gründen der Rechtssicherheit, um die Zusammengehörigkeit gegenüber der Gesellschaft zu demonstrieren oder um eine Familie zu gründen. Neuerdings suchen viele Menschen in mittleren Jahren vor allem eine neue, stabile Beziehung für das Alter, denn es ist im Alter wesentlich einfacher, das Leben als Paar zu meistern als allein durchs Leben zu gehen.

(1) Es gab (und gibt) noch weitaus mehr Gründe für eine Ehe. Sie werden in einem späteren Artikel behandelt.

Die teure, anstrengende Hochzeitsfeier – es gibt Alternativen

Kein bleibender Eindruck - Blumen streuen

Ausladende Hochzeitsfeiern erfordern in der Regel große Anstrengungen von Brautpaar, das letztlich von früh bis spät gefordert ist. Ob bürgerliche Konventionen, örtliche Gebräuche, verwandtschaftliche Anforderungen, kirchliche Rituale oder schlechte Vorbilder: Das Brautpaar wird zum Show-Objekt. Kluge Paare sollten sich überlegen, ob sie sich dieser Tortur tatsächlich aussetzen wollen oder ob sie sich Freiräume nehmen, in denen sie sich ein wenig vom Stress der Hochzeitsfeier ausruhen können.

Stress abbauen : Sechs Tipps, um nicht aus den Brautschuhen zu kippen

Die folgenden Maßnahmen helfen jedem Brautpaar, das nicht „kirchlich“ heiratet:

1. Bei jeder Feier, die über ein gemeinsames Mittagessen mit Eltern oder Freunden hinausgeht: Das Paar sollte die Organisation in fremde Hände legen (1), aber mitbestimmen, was geschieht.
2. Manchmal ist es günstig, die Trauung nicht am gleichen Tag wie die Feier einzuplanen. Das stößt zwar manche Verwandte vor den Kopf, ist aber organisatorisch sinnvoller.
3. Die Braut trägt ein Kleid, das sie aus der Masse heraushebt, aber nicht unbedingt ein Brautkleid. „Typische“ weiße, ausladende Brautkleider sind in jeder Lebenslage schwer zu handhaben und zudem eine völlig sinnlose Geldausgabe.
4. Das „offizielle“ Fotografieren wird auf eine feste Zeit begrenzt. Der Rahmen sollte eng berechnet sein – eine Stunde reicht völlig.
5. Sollten örtliche Zeremonien eingeplant sein, so werden diese gebündelt und auf den frühestmöglichen Zeitpunkt verlegt.
6. Für das Paar wird ein Rückzugsplan festgelegt. Üblicherweise ist die letzte Rede, die an das Paar appelliert, auch der früheste Termin, an dem Anwesenheitspflicht für das Brautpaar besteht. Danach kann ein stiller oder offizieller „Abgang“ geplant werden.

Das zuvor Gesagte gilt übrigens auch für Paare, die kirchlich heiraten wollen: Die kirchliche Trauung muss keinesfalls am Tag der standesamtlichen Trauung stattfinden – so vermeidet man Stress.

Lassen Sie sich nicht von Hochzeitsplanern (2) beeinflussen, die sagen, sie müssten „die Zeit zwischen Trauung und Feier“ noch zum Bespaßen der Gäste nutzen. In dieser Zeit sollte sich das Brautpaar besser ausruhen.

Große Hochzeitsfeiern sind nutzlos

Bitte überlegen Sie sich immer, ob Sie tatsächlich einen Nutzen vor einer „großen Hochzeitsfeier“ haben. Wenn es der Braut gefällt, aufgehübscht in einer offenen Pferdekutsche zu fahren, so ist dies ein einmaliges Vergnügen, das man sich wirklich nur einmal leistet. Hingegen ist es absurd, sich wie ein Affenpärchen im Käfig bis zu 14 Stunden von einigen Dutzend Gästen begaffen zu lassen, zu denen man kaum eine Beziehung hat. Es gibt zahllose Alternativen zur „großen Hochzeitsfeier“, die beliebig gestaltet werden können:

1. Ohne abendliches Fest.
Das Brautpaar lädt im Anschluss an die Trauung einige wenige, besonders vertraute Menschen in ein Restaurant zum Mittagessen ein. Der Abend bleibt dem jungen Paar überlassen – zum Beispiel in der Hochzeitssuite eines romantischen Hotels.

2. Mit einer Party statt eines Hochzeitsfest
Nach der Trauung folgt hier der Fototermin. Statt einer Hochzeitsfeier wird eine Hochzeitsparty gefeiert. Sie hat den großen Vorteil, dass sich das Brautpaar keinen Konventionen beugen muss und die Kosten (insbesondere für Getränke!) erheblich fallen. Eventuell kann man mittags mit den Eltern essen gehen, wie im ersten Vorschlag.

3. Im begrenzten festlichen Rahmen
Bei einer festlichen Trauung sollte man einen kurzen Sektempfang für alle Gäste der Trauung geben. Der frühe Nachmittag (12 bis 16 Uhr) sollte weitgehend frei gehalten werden. Erst am späten Nachmittag kommt man wieder zusammen, um die Hochzeitstorte anzuschneiden und andere eventuell ortsüblichen Zeremonien durchzuführen. Darauf folgen die Reden an das Brautpaar, die von den Brauteltern (meist vom Brautvater) gehalten werden. Hatte man Trauzeugen, so sollen sich diese ebenfalls auf eine Rede vorbereiten. Keine private Rede an ein Brautpaar sollte länger als fünf bis sieben Minuten dauern, es sei denn, sie würden einen professionellen Redner engagieren. Falls Sie der britischen Tradition eines „Best Men“ (Assistent des Bräutigams) folgen, hat dieser jedoch alle Freiheiten, auch die Redezeit zu überziehen. Alle Programmpunkte sollten in die erste Hälfte des Abends (18 – 22 Uhr) verlegt werden, die zweite Hälfte sollte für persönliche Gespräche, Tanz und „Gelage“ reserviert werden.

Den Rückzug einplanen

Oft wird vergessen, dass Hochzeitsfeiern zu Ehren des Paares zelebriert werden, das heiratet – und nicht etwa, um die Verwandtschaft zu bespaßen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Frage, wann und wie sich das Paar zurückziehen darf. Dafür gibt es verschiedene mögliche Zeitpunkte, aber auch das zeitunabhängige „Verflüchtigen“, beispielsweise:

1. Verflüchtigen. Das Paar wartet bis zur letzen Rede, die nach dem Protokoll „ihnen zu ehren“ gehalten wird, und zieht sich hernach „auf Französisch“ zurück.
2. Stiller Rückzug nach einem Protokoll. Sind alle Reden gehalten, so kann ein festgelegter Zeitpunkt gewählt werden, an dem sich das Paar zurückzieht, etwa „nach dem Anschneiden der Hochzeitstorte (wenn sie als Dessert angeschnitten wird)“, oder „nach dem Brauttanz“.
3. Offizieller Rückzug. Üblicherweise hält der Bräutigam eine kurze Rede, dankt dabei den Gästen für ihr Kommen und zieht sich dann mit seiner frischgebackenen Ehefrau zurück.

Eines wäre noch zu erwähnen: Eine gute Organisation ist bei allen Hochzeiten unerlässlich – sie erspart Stress, Frust und unnötige Längen. Am besten für alle ist, wenn Sie bei großen Feiern ein Programm auslegen, an dem sich die Gäste orientieren können.

(1) mit "Fremden Händen" sind hier nicht die meist überteuerten Hochzeitsausrichter gemeint, sondern eine Person, die die Organisation in des Tages in Händen hält.
(2) Mit angeblich "professionellen" Hochzeitsplanern wird Ihre Hochzeit selten feierlicher, aber garantiert teurer.