Skip to content
 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Konservative Moral im Internet durch KI?

Zu viel gefragt ist so gut wie zu viel gesündigt ...
Wenn du eine Frau zwischen 18 und 28 bist und dich fragst, welche sexuellen Erfahrungen du mitbringen solltest, wenn du eine feste Beziehung oder Ehe suchst, dann lies diesen Artikel. Falls du dir die Augen reibst: Lies den letzten Satz zuerst.

Die KI ist im Prinzip nicht darauf eingerichtet, Fragen nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Doch das interessiert weder die KI-Betreiber noch die Fragenden – und schon gar nicht die Suchmaschinen, die uns die KI sowohl verdeckt wie auch offen um die Ohren hauen.

Nimm mal an, du bist so etwas wie eine Jungfrau und eine von diesen „ein bisschen über Zwanzigjährigent“. Du hast zwar schon mal mit einem Mann „herumgemacht“, aber du bis weiterhin eine Jungfrau von Alpha (wie anal) bis zu Omega (wie oral). Klar weiß du, wie ganz gewöhnlicher Sex geht – und du hast dich auch nicht gescheut, mal auszuprobieren, wie es sich anfühlen würde.

Doch mal Hand aufs Herz: Würdest du deine Freundin fragen, was du alles „können“ solltest, bevor du dein erstes wirklich intimes Date hast?

Ja? Glückwunsch. Hättest du längst tun sollen. Und wenn die Antwort „Nein“ ist?

Dann fragst du die KI, und die sagte dir ungefähr so etwas:

„Erfahrung ist nicht die entscheidende Voraussetzung, um eine dauerhafte Beziehung einzugehen. Vielmehr sind es deine Wünsche und Grenzen, die eine Rolle spielen, bevor du deinen ersten „richtigen“ Geschlechtsverkehr hast. Überhaupt ist das weibliche Wesen ja darauf eingerichtet, dass es zuerst emotionale Nähe sucht, um dann erst mit intimen Handlungen zu beginnen. Solche Erfahrungen gewinnst du ohnehin, wenn du eine Ehe eingehst, und sie werden dann auch langfristig von Bedeutung sein.“

Du fragst dich vielleicht jetzt, aus welchem Jahrhundert dieser Rat stammt. Da verrate ich dir gerne: Angefragt wurde er am 1. Januar 2026.

Hast du Lust, selbstb etwas zu schreiben? Willst du Stellung beziehen oder etwas mitteilen? Was hindert dich, es JETZT zu tun?

Ist die Femosphäre eine feministische Bewegung?

Nicht nur in betont reißerischen Medien, auch in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ konnte ich in den letzten Wochen etwas über die „Femosphäre“ lesen. Die sich selbst als radikal-feministische Bewegung sieht. Also schreibt die ZEIT:

Im Internet formiert sich eine neue feministische Bewegung.


Bekanntlich habe ich so meine Schwierigkeiten, wenn „sich“ im Internet etwas formiert. Normalerweise gehen solche Nachrichten von extrem selbstsüchtigen jungen Frauen aus, die ihre Popularität in Form von „Likes“ steigern wollen – auch aus kommerziellen Gründen.

Die Idee des Feminismus zeigt sich normalerweise in dem Wunsch nach Gleichheit, den man auch „Cheffinnen-Feminismus“ (girlboss-femnism) genannt hat. Es war sozusagen ein Aufruf, alles zu erreichen, was auch Männer erreichen können.

Der beste goldene Fisch aus dem Männer-Fischteich

Nun aber hat sich etwas ganz anderes entwickelt: Die Idee, mit dem Schlagwort „Feminismus“ eine konservative Idee zu vermarkten, nämlich den absolut besten Mann aus dem Fischteich zu angeln.

Eine Forscherin schrieb dazu:

Man könnte das fast als antifeministischen Feminismus bezeichnen.

Das bedeute, so die Forscherin weiter, sich an einer historischen Linie von Frauen befänden, die ihren Platz im Patriarchat durch berechnendes Verhalten zu finden versuchten. Die meisten sollen demnach der Mittelschicht entstammen und vor allem aus weißhäutigen Frauen bestehen. Sie würden sich dabei in gewisser Weise an das Patriarchat anpassen und zugleich andere Frauen niedermachen.

Es geht in Wahrheit um "Dating" - und möglichst reich zu heiraten

Tatsächlich geht es um das „Dating“ – und in diesem Fall darum, untere erheblichem Einsatz und unermüdlich nach einem möglichst reichen Mann zu fahnden. So gesehen, wären sie die Nachfolgerinnen jener Frauen, die in den USA auch als „Goldgräberinnen“ bezeichnet werden. Wer diesen Status erreicht, kann in manchen Fällen in Luxus leben und im Alltag eine traditionelle Frauenrolle spielen. Man spricht deshalb auch von einem „Tradwife“.

Behauptet wird, dass diese Bewegung aus einer Mischung von rechtsradikalen Frauen, traditionell-religiösen Frauen und tatsächlichen feministischen Ideologinnen besteht.

Fragt man sich hingegen „wem nützt diese Bewegung?“, so wird man entdecken, dass dahinter eine Gruppe von Frauen steht, die mithilfe sozialer Netzwerke zu Ruhm kommen will. Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass dabei auch kommerzielle Interessen eine Rolle spielen.

Couple Goals – Illusionen aus dem Internet

Nein, ich wusste nicht, was Couple Goals sind. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich Menschen in sozialen Medien verdächtige, die Realitäten ganz bewusst zu verfälschen und ich ihre Begriffe deshalb konsequent ausgrenze.

Ein Magazin hat (wahrscheinlich ohne nachzudenken) dies dazu geschrieben (1):

Der Begriff stammt ursprünglich aus den Sozialen Medien, ist aber mittlerweile im alltäglichen Sprachgebrauch angekommen.

Was letztlich heißt, dass die „Sozialen Medien“ mittlerweile bestimmen dürfen, was Realitäten sind und was nicht.

"Cuople Goals" sind Ziele, die sich Paare setzen

Was die Wortkombination eigentlich bedeutet? Im Grunde gar nichts. Es handelt sich um Ziele, die sich ein Paar setzt – also etwas ganz Normales. Also beispielsweise heiraten, Jahrestage feiern, eine gemeinsame Wohnung beziehen, Luxus-Herausforderungen bestehen, das erste Kind erwarten und vieles mehr. Natürlich kann man jedes dieser Ziele verherrlichen und daraus eine Social-Media-Show machen. Dann wird CoupleGoals zum „Hashtag“. Inzwischen gibt es Anleitungen, wie man die Luftballons im Internet steigen lässt.

Wie aus Zielen von Paaren eine Show der Illusionen wird

Denn mehr als „Luftballons“ sind diese Shows nicht. Ein Psychologe (2) sagte jüngst dazu:

Die Menschen legen diese hohen Standards unbewusst an ihr echtes Leben an und vergessen dabei, dass viele Dinge auf Social Media Fake sind.

Im Grunde werden Couple Goals von Paaren bezogen, die aus ihrem Leben bereits eine Schau gemacht haben: ewig lächelnd, ewig aktiv, selbstverständlich erfolgreich und ein allzeit aktives Sexleben. Früher nannte man so etwas ein Traumpaar, heute oft ein „Powercouple“.

Couple Goals in den Medien: Spiele mit Glamour und aufgeblasenen Gefühlen

Was sind also „Couple Goals”? Es sind gemeinsame Teilziele eines Paares (heute oft auch „Meilensteine“ genannt). Diese werden dann mit künstlichem Glamour und aufgesetzten Emotionen öffentlichkeitswirksam verherrlicht.

Man kann auch sagen: Es ist die Selbstbespiegelung eines Paares, das sich Illusionen aufbaut.

Ich hoffe, dass niemand von euch darauf hereinfällt.

Zitate, Meinungen, Informationen:
Mydays (1) enthält auch eine Anleitung zur "Selbstverherrlichung" für Paare.
Watson (2) zum Begriff und der Gefahr, die davon ausgeht.
Ohne Erwähnung - Urban Dictionary.

Das Bombardement mit Potenzmitteln aus Russland

Ach, wie süß ... russische SPAM-Werbung - klicken zwecklos
Spam ist enorm lästig. Das wissen alle, die ab und an im Internet bei Firmen mit fragwürdigen oder nicht vorhandenen Schleusentoren bestellt haben. Bei recht vielen Firmen gehen die Daten so leicht ein wie sie herausgeholt werden können. Das ist nicht sehr klug von den meist kleinen Versendern und Dienstleistern, aber leider kommt es oft vor.

Und weil ja angeblich jeder Mann einen ganzen Badezimmerschrank voller Potenzmittel braucht, aber nicht den Mumm hat, dafür mit dem Medizinmann zu sprechen, boomt der Graumarkt.

Ach ja, das wissen Sie. Was Sie vielleicht noch nicht wissen, ist, wie die Leute die SPAM-Schranke überwinden: Indem sie keine Texte, sondern Grafiken verschicken. Kommt leider immer häufiger vor.

Übrigens: Wieso "su" und nicht "ru"?

Das lesen Sie hier.

Wie lange dauert die Partnersuche?


Die Überschrift habe ich ein wenig verkürzt, und ich reiche euch hier nach, was ich eigentlich behandeln will: Wenn ihr euch heute entschließt, eure Partnerin oder euren Partner zu suchen, wie lange dauert es dann, bis ihr ihn findet?

Die Frage wurde jüngst bei einer Umfrage gestellt und auch beantwortet: 19 Monate soll es angeblich durchschnittlich dauern, bis man die Suche nach dem Lebensgefährten erfolgreich beendet hat – vorausgesetzt, man hat zu Anfang überhaupt den Entschluss gefasst und beschlossen, auch im Internet zu suchen.
Der Wortlaut in der Pressemitteilung zur Studie ist wie folgt:

Auf durchschnittlich 19 Monate schätzen die Befragten den Zeitbedarf für eine Partnersuche im Internet. Jeder dritte Single gibt sieben bis zwölf Monate an, mehr als 40% schätzen den Zeitbedarf auf mehr als ein Jahr. Innerhalb von sechs Monaten einen Partner zu finden, glauben nur 20% der Singles mit Erfahrungen bei Online-Partnervermittlungen.“


Die Studie bezieht sich zwar ausdrücklich auf die Internet-Parnersuche, kann aber durchaus auch als repräsentativ für andere Suchende angesehen werden, weil sie in einem speziellen Alterssegment durchgeführt wurde, dazu nochmals ein Zitat:

"Für die repräsentative Grundlagenstudie hatte partner.de zusammen mit tns infratest 1.609 partnersuchende Singles zwischen 35 und 60 Jahren in Deutschland befragt. Im Fokus der Studie stehen die Themen Online-Partnersuche, Bezahlmodelle von Online-Partnervermittlungen und Erwartungen von Singles bei der Partnersuche. Die Online-Erhebung fand im Zeitraum 5.2. – 8.2.2010 statt".


Partnersuche über 35

Der Personenkreis ist besonders typisch für die heutige Online-Partnersuche – jenseits der 35 bietet sich kaum noch Gelegenheit für die Pirsch in der „freien Wildbahn“. Außerdem: Online suchen heißt nicht, ausschließlich online zu suchen. Manchmal ergibt sich durch die Partnersuche im Internet auch eine neue Blickrichtung auf die ansonsten kaum wahrgenommene Realität. Mit anderen Worten: Die Kollegin, von der man annahm, dass sie niemals mehr einen Partner suchen würde oder an deren Attraktivität man bisher zweifelte, gerät nun doch in den Fokus möglicher Partnerinnen.

Wie lange aber dauert es nun wirklich, bis man im Internet die Liebe findet, bei der man mindestens einmal längere Zeit bleibt?

Fachleute geben dazu etwas andere Auskünfte als das bunte Volk der Internetbenutzer. „Jeder hat andere Vorstellungen davon, wie er sucht und was er von der Suche erwartet“ sagte uns ein bekannter deutscher Dating-Experte. Er hielt eine Zeitspanne von 19 Monaten allerdings für zu lange: Innerhalb sechs Monaten, so sagte er der Liebeszeitung, sollte ein Partner über das Internet zu finden sein.

Partnersuche - aktiv oder passiv?

Die meisten Experten weisen in diesem Zusammenhang auf die Unterschiede zwischen der „aktiven Suche“ und dem „Passiven gefunden werden wollen“ hin. Als „aktive Suche“ bezeichnet man dabei die regelmäßige Kontrolle von Neuzugängen bei den Partnerbörsen und den Vorschlägen der Online-Partnervermittler, das „Sieben“ und das anschließende Anschreiben. Die passive Suche beschränkt sich in der Regel auf das gelegentliche Anklicken von Partnern, die vielleicht infrage kommen würden – ansonsten wartet man ab.

Alle – Experten wie Wissenschaftler – sind sich inzwischen einig, dass der typische Internetbenutzer bei der Partnersuche in gewisser Wiese verblendet ist: „Man stellt an den Partner hohe Anforderungen, hält diesen aber selber nicht stand“, sagte der von der Liebeszeitung befragte Dating-Experte.

Wie lange dauert es also bis man seien Liebe findet? 19 Monate? 19 Wochen oder vielleicht nur 19 Tage? Unser Experte lächelte – im seien durchaus Fälle bekannt, bei denen das erste oder zweite Date zum Erfolg führen würde, aber auch solche, bei denen auch beim fünfzigsten Date noch keine Funken flogen.

Hinweis zur Partnersuche von einem klugen Mann

Der sehr weise Dr. Christian Ankowitsch hat die Sache mit der Dauer der Partnersuche und den Ansprüchen, die man dabei hat, einmal auf einen kurzen Nenner gebracht: Du kannst bei der Suche nach einem Partner unter mehreren Optionen wählen. Eine davon ist die, kompromisslos auf deinen Ansprüchen zu beharren – dann musst du eben lange suchen, und ob er am Ende wirklich der richtige ist, steht immer noch in den Sternen. Nun, und wenn du schneller zum Ziel kommen willst? Dann solltest du die Dr.-Ankowitsch-Option 2 wählen: Schraube deine Wünsche auf eine handliche Größe zurück. Ja, was empfiehlt nun die Liebeszeitung? Vor allem dies: mit realistischen Vorstellungen an die Partnersuche zu gehen, und nach spätestens einem haben Jahr oder zwei Dutzend Dates einmal kritisch Bilanz zu ziehen. Wer das nicht nötig hat, kommt gar nicht erst dahin: Er hat bis dahin einen passenden Partner gefunden.

Oder – was meint eigentlich ihr?

Foto © 2009 by gerlos