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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Introversion als Vorteil bei der Partnersuche

Introvertiert? Das ist doch ganz vorzüglich!
Dating ist wirklich eine Herausforderung für eine introvertierte Person, zumal, wenn du eine starke Persönlichkeit bist.

Drei Probleme - und mögliche Lösungen

Problem: Wenn du introvertiert bist, kommt dein Gegenüber meist recht bald auf die Idee, die Initiative zu übernehmen - schlimmstenfalls spielt er oder sie dann die dominante Rolle. Wenn du das nicht willst, kannst du deine bisherige Dating-Strategie nicht aufrechterhalten.

Lösung: Übernimm die Initiative, indem du kluge Fragen stellst. An denen hat dein Gegenüber etwas zu beißen. So lenkst du das Gespräch, ohne dass es auffällt.

Small Talk schnell überwinden

Problem: Das schlimmste beim Dating, aber auch sonst beim Kennenlernen, ist für Introvertierte das „höfliche Getue“. Nahezu alle Introvertierten hassen „Small Talk“ und die „üblichen Nettigkeiten“ - und tun es dennoch. Das Problem dabei: Der Introvertierte muss etwas tun, was seiner Natur widerspricht. Niemand tut das gerne, und auch das Gegenüber wird nicht glücklich dabei.

Lösung: Die „Nettigkeiten“ so schnell wie möglich verlassen - und ran ans „Eingemachte“ . Sollte dein Gegenüber damit nicht einverstanden sein, kürze das Date ab. Du hast nichts zu verlieren, denn mit diesem Menschen kommst du nie auf einen grünen Zweig.

Zögern bringt nichts

Problem: Du zögerst zu lange, weil du gewohnt bist, alles gründlich zu überlegen.

Lösung: Wenn du erotische Energien hast (das ist für Introvertierte eigentlich selbstverständlich) oder gar besondere Fähigkeiten: Binde sie/ihn möglichst rasch und gründlich in dein Leben ein. Es nützt dir und dem anderen. Wahrscheinlich (ich hoffe dies für dich) kannst du nicht nur ein Gespräch auf sanfte Art führen, sondern hast auch sonst die Möglichkeit, deinen Partner mit „stiller Führung“ zu beeinflussen. Denn eigentlich zeichnet erfolgreiche introvertierte Menschen aus, dass sie so gut wie keine mentale, emotionale oder soziale Energie verschwenden, um zu führen.

Warum du als Introvertierte(r) ein Glückspilz bist

Überrascht dich das? Wahrscheinlich schon.

Denn das Internet beinhaltet ausgesprochen viele Artikel, in denen es darum geht, wie „Introvertierte“ zu führen, zu motiviere oder sonst wie zu beeinflussen sind. Über Führung durch Introvertierte finden ihr ganz wenig.

Etwas will ich euch heute mit auf den Weg geben: Introvertierte führen durch Fragen, Zuhören und Beobachten. Das sind selbstverständlich auch sehr wertvolle Eigenschaften in Beziehungen. Und noch etwas ist ausgesprochen wichtig: Introvertierte pflegen wenige, meist sehr exklusive Beziehungen. Im Idealfall nur eine, in der sich Lust und Begierde mit Liebe und Zweisamkeit paaren.

Was hindert dich noch, die Partnersuche einmal so anzugehen?

Triff einen introvertierten Mann – trotz mancher Zweifel

Wo mag er mit seinen Gedanken wirklich sein?
Zuerst die schlechte Nachricht: Es gibt einige Frauen, die einen introvertierten Mann trafen, aber sich nicht darüber klar waren, wie sie mit ihm umgehen konnten. Zu meinem Leidwesen schreiben sie ab und an Artikel, die dann beispielsweise so enden:

Du wirst nie wirklich wissen, (warum er dich verlässt). Wenn du einen solchen Mann triffst, verliebe dich nicht. Du wirst von einem intelligenten, introvertierten Mann niedergemacht, am Boden zerstört und psychisch vernichtet.


Die gute Nachricht: Das muss nicht sein. Jeder Mann, ob introvertiert, extravertiert oder „irgendetwas in der Mitte“, hat Gefühlsregungen. Doch Männer haben auch Gründe, nicht alle Gefühle offenzulegen, insbesondere, weil sie immer wieder glauben, Kokurrenten zu sein und deshalb ihre Schwächen zu verbergen. Die hat jeder Mann, glaub mir.

Frauen sehen ganz allgemein im Mann, was sie sehen wollen. Auch die Autorin des Zitats handelte so. Sie sah seine brillante Intelligenz, lobte seine Liebe und seinen Sex – und wusste eigentlich gar nichts von ihm. Das kann jeder Frau passieren, aber es ist recht typisch für Frauen, die mit der Psyche introvertierter Männer nichts anfangen können.

Ein introvertierter Mann ist nicht gewohnt, sich zu rechtfertigen. Wenn die Beziehung in ihm abkühlt, will er nicht darüber sprechen. Er hofft darauf, dass die Frau es selbst bemerkt - schließlich gelten Frauen als „feinfühliger“ für Beziehungsprobleme. Und er fürchtet die Begründung für eine Trennung – oftmals schon allein deshalb, weil er selbst keinen objektiven Grund nennen könnte.

Seine Welt - und deine Welt als Zuflucht

Die einzige Möglichkeit, ihn zu verstehen, besteht darin, ihn in seiner Welt leben zu lassen und ihm deine Welt als Zuflucht anzubieten. Er braucht einen Anker im „Hier und Jetzt“. Und er wird dort solange ankern, wie er sich sicher ist, dass er dorthin ohne Furcht und Zweifel zurückkehren kann.

Die meisten ausgesprochen klugen, introvertierten Männer denken überwiegend logisch. Sie haben oftmals Berufe, in denen sie Probleme lösen, und sie haben die Fähigkeit, auch potenzielle Probleme anzugehen.

Auf der anderen Seite sehen sie aber Problemlosigkeit als Basis der Beziehung, in der sie leben. Die meisten Frauen sind davon abgenervt, wenn sie ein „Problem besprechen“ wollen und der Introvertierte Lösungsansätze bietet. Er kann gar nicht anders. „Über ein Problem zu sprechen“ ohne ein Ziel vor Augen zu haben ist für ihn vertane Zeit. Mehr dazu schrieb ich auf "sehpferd".

Anders kommunizieren - und Metakommunikation einsetzen

Wenn du mit einem Introvertierten sprechen willst, musst du Metakommunikation beherrschen. Du musst ihm sagen, warum du etwas mit ihm besprechen willst, und dass du jetzt keine Lösungen erwartest, sondern einfach mal darüber reden willst. Dann geht er in den „Zuhör-Modus“, denkt sich etwas zu dem, was du sagst, und antwortet erst, wenn er alles verstanden hat. Ein Introvertierter geht nicht davon aus, dass seine eigenen Gefühle verstanden werden, aber er bemüht sich ebenso, Gefühle anderer zu verstehen, sobald sie in Worte umgesetzt werden. Er ist also nicht „gefühlsarm“, sondern weigert sich nur, „unscharfe Gefühle“ zu akzeptieren.

So kannst du ihn erfahren und genießen

Das heißt: Du kannst wissen, was er denkt und fühlt und warum er dich will – und nur dich. Und wenn ihm etwas Freude macht – sei es Lust, Essen oder ein geistiges Vergnügen – dann versuche, es mit ihm zu teilen, genieße es selbst und sorge für seinen Genuss. Und wenn das alles so ist, dann läuft er dir auch nicht weg. Und „psychisch vernichtet“ wirst du nur, wenn du zuvor zu viel Illusionen hattest.

Anmerkung: Artikel der verlinkten Art werden oftmals von Frauen geschrieben. Dann sind die Männer immer die "Bösen". Sind Frauen eigentlich nie introvertiert? Und wurde niemals jemand von einer Frau verlassen, die Physikerin oder Mathematikerin war?
Bild: Buchillustration, um 1935, möglicherweise von Charles Laborde, Autor, Journalist, Maler und Grafiker, Teilansicht