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HIV und Apps – Journalisten-Unfug um der Sensation willen

Apps zu Aids? Presse-Bullshit
Was haben Apps mit Aids zu tun? Die Presseleute wissen genau, was sie tun müssen: Eltern aufheizen, damit sie sorgenvoll auf ihre Kids gucken. Denn es liest sich sensationell, vor der Ausbreitung von Tripper, Syphilis und ganz aktuell auch HIV durch "Dating-Apps" zu warnen.

Das kriegen die Kids nämlich alles, denn „Dating-Apps befördern HIV-Epidemie unter Jugendlichen.“ Also gleich eine ganze Epidemie?

Der Weg führt stets über die britische Boulevardpresse

Die verwirrenden Informationen gehen immer gleiche Wege: Da wird irgendetwas veröffentlicht, oft sogar etwas Wertvolles- und dann landet es zunächst bei der britischen Presse, die sich als Megafon für jeden Schund eignet. Wenn die Originale lupenrein sauber sein sollten, wird schnell noch einer der Autoren/Autorinnen befragt, ob sie nicht ein bisschen mehr sagen könnten, und falls die Lippen nicht dicht bleiben, kommen dann Vermutungen dazu. Und am Ende landet es auf den Schreibtischen deutscher Online-Redakteure, wo dann die Überschriften solange angespitzt werden, bis sie mit dem Inhalt kaum noch übereinstimmen.

Mitmenschen, heute ist Welt AIDS Tag. Und der wird nicht zelebriert, damit sich ein paar Pressefritzen den schnellen Lorbeer einer Sensation ausruhen können.

Nein, im Westen ist im Moment keine neue Epidemie zu befürchten. Und ebenfalls nein, es gibt keinen beweis für die Zusammenhänge zwischen Apps und HIV.

Und überhaupt: Sexuell übertragbare Krankheiten werden nicht von Apps übertragen, sondern fast ausschließlich von Männern, die keine Kondome verwenden.

Weitere Informationen (mit darin enthaltenen Links zu den Originalinformationen):

Liebe Pur
Und ... natürlich ... in der Liebeszeitung - wo sonst?

Schweden: inzwischen prüde und altbacken-bürgerlich?



Schweden gilt als Paradies für zwanglosen Sex – aber auch als Hort von bürgerlichen Vorstellungen, die anderwärts längst der Vergangenheit angehören. Das schwedische Janusgesicht zeugt sich unter anderem darin, das Huren geschützt, Freier aber kriminalisiert werden. Das angeblich dahinterstehende Konzept, die Frauen zu schützen ist Teil dieses schizoiden Gedankenguts: In Wahrheit vergleichen konservative bürgerliche Schweden einen Besuch bei einer Hure mit dem Besuch einer verschissenen Latrine.

Inzwischen ist man offenbar so weit, dass auch die sex-positive Darstellung im Fernsehen attackiert wird. Ein Video-Clip, der lustige, nackte und bekleidete Cartoon-Penisse und ebensolche Vaginen zeigte, wird heftig attackiert – von schwedischen Eltern.

Allerdings gibt es auch ausgesprochen positive Stimmen aus Schweden zum Film. Nach der allgemeinen Auffassung soll der im schwedischen Fernsehen gezeigte Film dazu dienen, das Gespräch zwischen Kindern und Eltern über Sexualität zu erleichtern. Das wäre auch ein Gewinn für Deutschland – und wie es scheint, ist Schweden insgesamt eben doch nicht durch und durch prüde geworden.