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Erneut Jungfrau durch Cremes?

Dein Mann hätte dich gerne etwas „enger“? Dein neuer Lover soll glauben, du hättet noch nicht viel Erfahrung? Da gibt’s doch angeblich Abhilfe. Cremetube aufschrauben, Vagina hübsch einsülzen, und dann – 24 Stunden lang nochmals Jungfrau sein.

Geht das? Wir haben nachgesehen und uns sind kalte Schauer in die Gedärme gefahren. Zwar scheint es zu stimmen, dass sich Prostituierte und Lebedamen in früheren Zeiten mit Alaun verengt haben, aber diese Prozedur ist nicht gerade empfehlenswert, wie wir nachlesen konnten.

Besser: Beckenbodentraining. Es war etwas anrüchig, weil es zumeist bei beginnender Inkontinenz empfohlen wird – doch der Beckenboden enthält zahllose Muskeln, die auch beim Sex bedeutsam sind. Außerdem ist’s billiger und macht auch mehr Freude.

Wie erklärt man bei der Partnersuche, noch Jungfrau zu sein?

So jung - keine Erklärung nötig
Noch Jungfrau, aber schon erwachsen? Wenn du zwischen 18 und 25 bist, brauchst du es nicht zu erklären. Es reicht, wenn du sagst, dass du ein bisschen ängstlich bist, weil es das letzte Mal nicht schön war. Du kannst auch sagen, dass du in den letzten Jahren kaum Sex hattest, will du beruflich so beschäftigt warst. Und überhaupt: Eigentlich brauchst du nie was zu erklären, wenn du eine Frau bist. Entweder der Typ merkt, dass du „etwas unerfahren“ bist, oder er merkt es nicht. Bei Jungs ist es ein bisschen anders: Wenn sie es noch nicht gemacht haben, brauchen sie eine Frau, die ihnen hilft, und das macht sie nervös. Weitere fromme Lügen? Aber selbstverständlich! Religion, Karriere, Leistungssport (du solltest von all dem natürlich ein wenig genossen haben) können als Vorwand dienen, wenig Erfahrung im Bett zu haben. Besonders schmeichelhaft ist, einem Mann (und nur einem Mann!) zu sagen, dass du so lange auf den „Richtigen“ gewartet hast, um dich mal „völlig“ hinzugeben.

Also Tipp von mir: Du hast wenig Erfahrung. Das kann durchaus ein Bonus sei, jedenfalls bei manchen Männern. Sag nicht, dass du gar keine Erfahrung hast – das verunsichert die Männer. Auch wichtig: Erklär den Männern kurz, knapp und einladend, dass du noch nicht viel Erfahrungen hast.

Jungs haben es schwerer

Bei Jungs ist die Sache nicht so einfach: Wir erwarten, dass ihr Erfahrungen habt. Wir fragen nicht danach, woher. Die meisten von uns wir sind auch keine Sextherapeutinnen für verklemmte Männerseelen sein. Also holt euch die Erfahrung und schweigt darüber, woher ihr sie habt. Auch ihr könnt euch auf Religion, Karriere und alles andere herausreden, wie ihr wollt. Sagt: „och, es ist jetzt lange her, dass ich eine Freundin hatte.“ Kling süß, sogar dann, wenn es die Freundin nicht glaubt. Noch ein Tipp für die Jungs? Oh ja – ein spitzenmäßiger sogar: Jungs, bittet die Frau, dass sie euch „reitet“, denn dann müsst ihr nicht beweisen, dass ihr wisst, was der Hengst tut. Und wenn ihr Mal soweit seid – na, dann gibt’s sicherlich auch einen Weg, noch weiter zu lernen.

Frau und Jungfrau - über 30?

Mit jedem Jahr über 30 wird es etwas schwerer, die Jungfräulichkeit zu erklären. Selbst Expertinnen fühlen sich da überfordert. Mein persönlicher Rat: Such dir dafür einen Lover, keine feste Beziehung. Die „regulären Dates“ gehst du erst ein, wenn du ein bisschen Erfahrung hast. Damit kannst du über 30 besser punkten als mit einer verängstigten Jungfräulichkeit.

Mehr Tipps für Jungs (englisch)

Was kostet eigentliche eine Jungfrau?

Sanfte, keusche Jungfrauen - immer noch begehrt?


Ja, was kostet es denn nun, eine Jungfrau zu kapern? Dem grauen Mr. Grey war es offenbar gleichgültig, wie hoch der Preis war – er verführte die Jungfrau Anastasia Steele mit dem Geruch des Geldes, nicht mit einem genau definierten Betrag. Doch immer wieder machen Gerüchte die Runde, es seien Jungfrauen verkauft oder versteigert worden. Also: Was kostet denn nun eine Jungfrau, sei sie als Ehefrau „gedacht“ oder als Einmal-Gespielin?

Die jungfräuliche Ehefrau - bezahlt in Fronarbeit

Sehen wir doch mal in die Bibel – da hätten wir also der biblische Jacob. Der schuftete sieben Jahre für eine der Töchter des Laban in Fronarbeit. Sieben Jahre mal 300 Arbeitstage mal 10 Stunden Arbeit (äußerst sparsam gerechnet) Jungfrau multipliziert mit dem heute üblichen Lohn von gegen 10 Euro - dann kostete eine Jungfrau zum Heiraten damals also vergleichsweise gegen 200.000 Euro. Vorausgesetzt, dass Kost und Logis frei waren. Erwähnenswert wäre noch, dass Laban den Jacob angeschmiert hatte – um seine wirklich Wunschfrau zu haben, musste er noch einmal aufdoppeln.

Abfindung für die Jungfrau an den Vater - vergleichsweise billig

Will man wissen, was eine Jungfrau „kostete“, so wird man im Alten Testament ebenfalls fündig. Also: Wie viel ist die „Abfindung“ für die Entjungferung dort wert? Sehr wenig, denn die nötigen 50 Silber-Schekel entsprechen lediglich einem Kilo Silber (5 Schekel sind ca. 100 Gramm). Nehmen wir an, Silber würde derzeit etwa einen Euro pro Gramm kosten, so wären dies also 1.000 Euro. Eine „Entjungferung“ war also vergleichsweise billig – sie kostet nicht den Kopf, sondern nur 50 Schekel Silber, an anderer Stelle 100 Schekel Silber, und mal muss derjenige, der die Jungfrau „geschändet“ hat, sie heiraten und mal geht es auch ohne.

Historisch kann man davon ausgehen, dass in den Kulturen, die im „Alten Testament“ erwähnt werden, alle Töchter, die vom Vater verhökert wurden, allesamt Jungfrauen waren. Die „Entschädigung in Geld“ wurde verlangt, weil eine Nicht-Jungfrau so gut wie nicht mehr „an dem Mann“ gebracht werden konnte. Ich zitiere hier mal:

Ein entjungfertes Mädchen war vor allem ein wirtschaftliches Problem, denn sie konnte kaum noch verheiratet werden. Dafür stand ihrer Familie (1) finanzielle Entschädigung zu.


Warum die „Entschädigung“, die an den Vater gezahlt werden musste (also nicht an die Tochter), so ungeheuer gering ausfiel, konnte mir niemand erklären. Können Sie's?

Milchmädchenrechnungen bei Jungfrauen-Kosten?

Nun können Sie natürlich behaupten, das sei eine Milchmädchenrechnung. Denn erstens war Arbeit zu Moses Zeiten viel billiger, zweitens lassen sich Edelmetallpreise schlecht einschätzen, und drittens gab es auch damals schon eine Inflation, doch kann man aus anderen Quellen entnehmen, dass ein Schekel auch damals recht wenig wert war.

England: Jungfrauen im 19. Jahrhundert ab fünf Pfund Sterling

Jungfrauen waren vor 1890 im viktorianischen England äußerst begehrt – vor allem als „Frischfleisch“ in Bordellen, wo man sie als „unverfälschte Artikel“ bezeichnete. In der Regel waren diese Frauen noch äußerst jung: zwischen 14 und 18 Jahre (2). Ein Journalist (3), der damals recherchierte, sprach von einem mittlerweile gefallenen Preis von fünf Pfund Sterling, jedoch schienen die „Tarife“ äußert unterschiedlich zu sein, je nach Herkunft und Schönheit der jungen Frauen. Die damaligen Kupplerinnen legten für jede der jungen Frauen ein „Jungfrauenattest“ vor, das von einem Arzt ausgestellt wurde. Erwähnenswert ist dabei, dass all diese „Verträge“ mit ausdrücklicher Einwilligung der jungen Frauen geschlossen wurden.

Bei 30 britischen Pfund ergäbe sich eine heutige Kaufkraft, gemessen am Einzelhandelsindex, von ca. 2.600 Pfund Sterling (GBP), und gemessen am Durchschnittseinkommen von ca. 12.500 Pfund Sterling (GBP), bei fünf Pfund immer noch ca. 420 GBP beziehungsweise 2000 GBP. Obgleich dies nach „wenig“ klingt, was er doch recht viel Geld für die damalige Zeit. Selbst im Flagellationsbordell der Theresa Berkeley, dem teuersten Londons, gab es das Vergnügen, mit nacktem Hintern verprügelt zu werden, bereits ab einem Pfund Sterling.

Jungfrauenmärkte heute - nur eine Zeitungsente?

Erstaunlich sind Pressemeldungen, nach denen sich in der heutigen Zeit gerade volljährig gewordene Frauen als „Jungfrauen“ vermarkten wollen, jedoch wird vermutet, dass es bei diesen „Geschäften“ nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Teilweise soll es sich um reine PR-Aktionen handeln, um die Auflage von Zeitungen zu steigern oder Projekte bekannt zu machen.

Eine der ersten Frauen, die in neuerer Zeit durch eine öffentlich publizierte Entjungferung von sich reden machte, war die 18-jährige Studentin Rosie Reid aus London, die ihre Jungfräulichkeit nach Zeitungsberichten einem verheirateten Ingenieur opferte. Angeblich bot der 44-Jährige dafür einen Betrag von GBP 8400. Ob diese Geschichte aus der Skandalzeitschrift „News of The World“ wirklich den Tatsachen entsprach, ist bis heute ungeklärt.

Im letzten Jahr wurde angeblich eine japanische Jungfrau für 600.000 Euro ersteigert, die letzte deutsche „Jungfrauenversteigerung“ brachte nach Angaben der BILD-Zeitung rund 9.000 Euro ein.

Dies alles ist umso erstaunlicher, als der „Kurswert“ der Jungfrauen stetig fällt – kaum ein Mann wünscht sich noch ernsthaft, eine Jungfrau zu heiraten. Und auch die Sensation des „ersten Mals“, unter Männern als „Erstbesteigung“ bekannt, scheint an Attraktion erheblich zu verlieren. Immerhin brachte die Entjungferung von Ms. Steele wenigstens Geld in die Kassen der Autorin E. L. James und des Verlags „The Writers Coffeee Shop“ gespült.

(1) "Ihrem Vater" wäre korrekt gewesen, so weit ich orientiert bin, die "Familie" hatte keinen Anteil daran.
(2) Die damaligen Gesetze erlaubten nach Dufour, dass ein Mädchen ab 13 mit ihrer Einwilligung "verführt" werden durfte, aber sie durfte dann nicht außerhalb des Hauses der Eltern verführt werden. Dies war erst ab 16 Jahren möglich.
(3) William Thomas Stead, Redakteur der Londoner Pall Mall Gazette, “The Maiden Tribute of Modern Babylon”., zitiert nach Dufour.

Es ist nicht leicht, die Jungfernschaft zu verlieren …

Jungfrau um 1900: Bitte, sei vorsichtig ... du weißt schon ...


Seht ihr, so kann es gehen: Vor ein paar Jahrzehnten stöhnten die jungen Mädchen, es wäre ja nun wirklich nicht leicht, Jungfrau zu bleiben. Ja, und heute? Da motzen sie herum, weil es gar nicht so leicht es, die Jungfernschaft zu verlieren.

Wirklich? Na ja, Hauptsache, es gibt etwas zu schreiben, nicht? Da soll irgendwo eine Seifenoper laufen, in der es darum geht, im College (Hochschule, höhere Schule) die Jungfräulichkeit zu verlieren. Die Frage ist: tut sie’s oder tut sie’s nicht?

Oh, oh. Ich lese immer mehr Geschichten von Mädchen zwischen 18 und 28 und Jungs bis 35, die „es“ noch nicht hinter sich gebracht haben. Die Mädels wollen ihre Jungfräulichkeit natürlich an einen Mann verlieren und nicht an ihren Vibrator, die Jungs vorzugsweise an eine Frau und nicht … na lassen wir das, soll ja auch vorkommen.

Na, und warum ich das schreibe? Na, weil es einen neuen Artikel darüber gab: wie man seine Jungfräulichkeit noch vor den Weihnachtsferien (oder vor dem Ende des Semesters) verliert. Irgendwo hat da zwar schon die Zensur eingegriffen, denn einige Beiträge sind nicht mehr zu finden, aber wenn die „Mädchen“ die Sache umschrieben haben, geht es wohl immer noch.

Ja, und jetzt zurück zu den Jungs, die mit 25 immer noch nicht erlebt haben, wie’s geht. Fragt man die, wie das kommt, dann sagen die nämlich nicht: „Ich habe Angst vor Mädels“, oder „mich haben die Mädchen immer stehen lassen.“ Nö, die sagen was Edles wie: „Ich möchte meine Jungfernschaft gerne in einer schönen Beziehung mit einer anständigen Frau verlieren.“

Hey, ihr Kerle da draußen. Das erinnert mich doch fatal an die zarten Freundinnen, die zu viel Märchen gelesen haben und immer noch glauben, dass sie von einem Prinzen im Schloss entjungfert würden. Ich sag euch mal: Hört auf zu träumen, und bringt es hinter euch. Mit einer Frau versteht sich. „Nein, aber ich will meine Jungfernschaft nicht an ‚so eine‘ verlieren“ sagen die Jungs dann. Tja, Jungs – wenn schon keine „Schlampe“ mit euch ins Bett will, wieso glaubt ihr dann, dass eine anständige Frau mit euch ins Bett geht?

Idee via: TheDatereport