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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Der Herr Theologieprofessor und die Homosexualität

Dies ist ein freies Land - und man kann alles meinen. Auch als Theologieprofessor.

Und dann kann man sicher auch Folgendes in die Welt setzen:

Homosexualität ein Symptom für den gefallenen Zustand der Welt, der die Entfremdung des Menschen von Gott beschreibt.
Nun werden nicht-religiös orientierte Menschen einwenden: Der „gefallene Zustand der Welt?“ Wie fallen denn Zustände? Und warum entfremdet sich jemand von Gott, weil er homosexuell ist? Und ist er damit ein Symptom?

Ich fasse mich an den Kopf. Der Mann ist Professor, nicht irgendein Dorfgeistlicher.

Fluide Sexualität ist kein Wechsel der Orientierung

Doch damit nicht genug. Der Herr Professor ist belesen, und er hat deshalb auch schon mal etwas von „fluider Sexualität“ gehört. Und aus diesem Wissen heraus wird dann diese Aussage konstruiert:

Von der Veränderbarkeit sexueller Orientierung gehe ich mit der Wissenschaft aus, und zwar in alle Richtungen, also auch zum Beispiel von heterosexuell zu homosexuell, weil Sexualität etwas Fluides ist.

Da geht der Professor also „mit der Wissenschaft“ von etwas aus, was „die“ Wissenschaft so gar nicht hergibt. Eine fließende sexuelle Orientierung ist nichts als eine Ausrichtung, der ein Mensch zeitweilig anhängt. Das heißt, jemand der „fluid“ sexuelle orientiert ist, neigt manchmal zum gleichen Geschlecht, dann wieder zum anderen Geschlecht, ohne den Wunsch nach Ausschließlichkeit zu haben, wie dies bei „typischen Heterosexuellen“ oder „typischen Homosexuellen“ der Fall ist. Hinzu kommt, dass fluide Sexualität eine reine Willensentscheidung ist: Ist jemand für den oder die „fluid“ orientierte Person attraktiv, und lässt sich diese Person darauf ein, wird sinnliche Intimität gepflegt.

Die "Fluide Persönlichkeit"

Die Wahrheit ist wirklich ganz einfach: Eine sexuell fluide Person ist einfach „sexuell“ und orientiert sich an der Attraktivität, die andere für sie haben. Sie kann zeitweilig mit einer Frau, dann wieder mit einem Mann und letztendlich auch wieder gar nicht das Bedürfnis haben, mit jemandem intim zu werden.


Zitatenquelle: Pro-Medien Magazin nach einem Bericht des epd.

Das christliche Elternhaus und die sexuelle Abweichungen

Humoristische Betrachtung - der Teufel beherrscht über die Lüste
Noch heute glauben manche religiösen Fanatiker, der Teufel persönlich habe jene befallen, die ihre Sexualität auch in den zahlreichen (legalen) Abweichungen ausleben wollen. Züchtigungen als solche waren und sind für viele Katholiken und Evangelikale durchaus hinnehmbar. Sobald dabei aber eine sexuelle Lust entsteht, muss wohl Luzifer persönlich beteiligt sein.

Auch wenn keine Schläge appliziert werden, haben solche Familien ein Rezept, das unweigerlich zu Konflikten führt. Sie legen einfach eine Konzeption vor, nachdem einige Handlungen „sündig“ sind. Wer die Sünden dennoch plant oder begeht, versündigt sich und muss mit seiner Schuld leben. „Schuld bleibt Schuld“ heißt es bei vielen Evangelikalen – Katholiken haben da einen anderen Weg: sie „dürfen“ ihre Sünden beichten. Im Grunde ist auch dies entwürdigend, wenngleich manche Katholiken behaupten, es verschaffe ihnen Erleichterung.

Eine Frau, die ein streng religiöses Elternhaus durchlebt hat, schreibt (stark gekürzt):

Ich habe mich wegen einiger Gedanken und Taten schuldig gefühlt, weil sie im Elternhaus als „sündig“ eingestuft wurden, oder nicht dem entsprachen, was „was Gott von mir erwarte.“ Ich bin nicht der Meinung, dass die Bibel oder eine Interpretation derselben die eigenartigen Triebe stoppen kann, und wahrscheinlich werden es die Menschen dennoch versuchen. Es kann eine schwierige emotionale Last sein, wenn jemand sagt, dass sexuelle Triebe sündig sind, vor allem, wenn man in einer Umgebung aufwächst, aus der man nicht ausbrechen kann.

Das Zitat (1) gibt auch Aufschluss darüber, warum manche Menschen erst im Erwachsenenalter beginnen, zu ihren (meist absolut harmlosen) erotischen, sexuellen oder anderen sinnlichen Bedürfnissen zu stehen.

Psychologisch gesehen schwanken die Ansichten darüber, wann und wie die Lüste entstehen, die über das hinausgehen, was Adam und Eva taten. Manche behaupten, sei seien eine Folge früher Kindheitserlebnisse, andere behaupten, sie würden aufgrund von Erlebnissen während der Pubertät. Woher aber die plötzliche Lust an Rollenspielen mit der „Disziplin“ im reifen Erwachsenenalter rührt, ist weitgehend ungeklärt und nach wie vor Gegenstand von Spekulationen.

(1) Das Zitat wurde an die Sprache angepasst, die in diesem Blog verwendet wird und es ist daher nicht nachverfolgbar.
Illustration nach einem Werk von Jules-Georges Anquetil, 1925

Die Sünde, die Buße, die Fleischeslust und die Hiebe

Der Kirche nicht unbekannt: erotische Flagellation
In dem Treibhause der römisch-katholischen Kirche wachsen Prügel von allen Sorten.
(covin)


Neben anderen Bußen wie das Auferlegen des Fastens, des Deklamierens von Gebeten oder Psalmen wurde dem Büßer noch „eine bestimmte Anzahl von Hieben“ auferlegt - so sagte es uns Otto von Corvin (1) in „Die Geißler“, und …

Geißelhiebe wurden gleichsam die Scheidemünze der Buße, besonders für die, welche der römischen Kirche keine anderen Münzen zahlen konnten.

Doch was bewirkte diese Form der Buße?

Die Kirchenmänner jener Zeit waren nicht dumm, sondern zumeist sehr belesen und mit dem „Menschlichen“ vertrauter als man heute glaubt. So sagte der Abbé Charles Boileau (2):

Wenn die Lendenmuskeln mit Ruten- oder Peitschenhieben genossen werden, (werden) ... die Lebensgeister mit Heftigkeit gegen das os pubis (Schambein) zurückgestoßen werden und unkeusche Bewegungen erregen. Diese Eindrücke gehen sogleich in das Gehirn über, malen hier lebhafte Bilder verbotener Freuden, bezaubern durch ihre trügerischen Reize den Verstand, und die Keuschheit liegt in den letzten Zügen.

Man muss nicht viel mehr wissen, um sich zu verinnerlichen, wie eng Lust und Strafe zusammengehen, und wie sich die Vorstellung der Wollust mit jenen der Hiebe vermischen. Die alten Sünden, die Buße, die Schläge und neue Sünde „wider die Keuschheit“ lagen nach Meinung des Kirchenmannes eng beieinander.

Die Lust durch Schläge heute

Wie nahe liegen heute Buße, Unterwerfung, Geißelung, Hiebe und Wollust?

Wem würde sich der heutige Mensch noch unterwerfen, ohne einen unmittelbaren Anlass zu haben? Warum sollte er Buße tun, wenn ihn seine Fehler nicht drücken? Und wer würde sich, wenn er denn bei Verstand wäre, freiwillig peitschen lassen?

Die Antwort ist nicht leicht zu finden. Tatsache ist: Eine gewisse Anzahl von Menschen tut es bereits, andere träumen davon. Meist sind es Männer mit großer Verantwortung, die sich an eine sozial deutlich schlechte angesehene Gruppe von Frauen werden. Männer mit Selbstzweifeln „auf hohem Niveau“ (2), die Grund zur Buße im herkömmlichen Sinne hätten.

Das ist die eine Seite: Buße üben, indem sich der Mensch erniedrigen und strafen lässt. Und die andere?

Heute wie gestern - der gegenseitige Einfluss von Lust und Schmerz

Der Abbé beschreibt recht deutlich und ungewöhnlich modern, was geschieht, wenn der Körper einmal mit gezielten Schlägen konfrontiert wird. Die Erregung mit Hautrötungen und verstärkter Durchblutung wird vom Gehirn zunächst als Sinnesreiz wahrgenommen und erst dann umgesetzt in „Schmerz“ und/oder „Lust“. Wird die Lust einmal „freigesetzt“ dann versucht das Gehirn, die Reize zu verstärken, um den Menschen zum Geschlechtsakt zu befähigen. Und je nachdem, wie sich diese Rückkoppelung auswirkt, schreitet das Gehirn der Vollendung entgehen - sei es gedanklich oder gar körperlich.

Unsicherheiten - warum mal Schmerz, mal Lust?

Man glaubt, heute zu wissen, dass Schmerz, Religiosität und Sexualität im Gehirn eng beieinanderliegen. Dennoch weiß man nicht, unter welchen Voraussetzungen sich der Mensch zur Hingabe an den Schmerz entschließt oder sich der Lust hingibt, die von den Schlägen ausgeht.

Nachdem Menschen heute erst im Erwachsenenalter und völlig freiwillig mit Schlägen konfrontiert werden, können wir annehmen, dass ein altes Prinzip äußerst wirksam ist: der Kreisprozess. Denn ob die „Schmerzgeilheit“ zuerst im Kopf entsteht oder zuerst in den Lenden, ist ganz und gar unwichtig, sobald wir feststellen, dass sie sich gegenseitig beeinflussen und „hochschaukeln“ können.

Oder einfacher: Die Lust an Schlägen kann vom Gehirn ausgelöst werden oder von der Rötung der Pobacken. Am Ende aber gibt es keine Gefühle, die nicht vom Gehirn beeinflusst werden. Es gibt also keinen Anfang und kein Ende, keine Ursache und keine Wirkung. Alles, was wir so nennen, trifft sich wieder im Gehirn, der einzigen Instanz für unsere Gefühlswelt.

(1) Zitatenquelle Covin.
(2) Hofprediger am Hof Ludwigs XIV * 1648 in Beauvais; † 28. Mai 1704 in Paris)
Hinweis: Otto Julius Bernhard von Corvin-Wiersbitzki war ein Autor des 19. Jahrhunderts.




Weihnachten – was ist denn das?

Die Weihnachten sind eigentlich die Weihnachtsnächte, die sich durch die Tage von 25. Dezember bis zum 6. Januar präsentieren. Man spricht allgemein von zwölf Weihnachtsnächten, die besonders in englischsprachigen Ländern zelebriert werden.

Ob leider oder lobenswerterweise – das Christentum hat das Weihnachtsfest mittlerweile fest in seinen Krallen. Dabei wird seitens der Kirchenvertreter und ihrer devoten Schreiber stets behauptet, das gesamte Fest habe weder römische noch germanische Vorgänger.

Der Wahrheitsgehalt solcher Behauptung ist dürftig, weil die Geburt Christi für die römische Kirche auffällig nahe auf das Fest des Sonnengottes am 25. Dezember verlegt wurde. Die Germanen feierten fast zur gleichen Zeit die Wintersonnenwende oder das Jufest – welch ein Zufall, nicht wahr? Dabei habe ich nichts dagegen, wenn Christen ihr Fest am 25. Dezember feiern. Sie soleln nur damit aufhören, das heidnische Weihnachten zu entwerten.

Dennoch schreibt Wikipedia seit Jahren unerschrocken stets dies:

Der Ursprung aus einem germanischen oder skandinavischen Julfest ist unhaltbar.


Frage: Was soll die Mönche, also die Schriftkundigen, gehindert haben, die Geschichtsschreibung im „christlichen“ Sinne zu verfälschen? Sie hatten die Macht der Sprache und die Möglichkeit der Dokumentation. Es wäre völlig absurd, wenn sie es nicht versucht hätten.

Ältere Lexika waren da nicht so frömmelnd. So heißt es in Mayers Lexikon von 1885:

Julfest (Joelfest), die vornehmste und beliebteste Festzeit der alten Nordgermanen, das dem Sonnengott Fro oder Freyr gewidmete Fest der Wintersonnenwende, gleichsam das Geburtsfest der Sonne, deren Sinnbild das Rad (altnord. hiol oder jol) war. Es begann in der Nacht der Wintersonnenwende und dauerte bis zum jetzigen Dreikönigsabend. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden … die Namen verschiedener zu dieser Zeit üblicher Gebräuche und Gerichte … an das alte heidnische Fest.


Wer glaubt, dies sei eine Ausnahme, wird durch den Brockhaus von 1894 eines Besseren belehrt:

Die symbolische Beziehung des 25. Dez. als des Tages der Wintersonnenwende auf das der Menschheit in Christus angebrochene geistige Licht lag sehr nahe, da fast alle alten Völker die Wintersonnenwende als den Beginn des erneuten Lebens der Natur zu feiern pflegten. Die Germanen feierten in dieser Zeit ihr Julfest … und glaubten in ihr ein persönliches Umziehen und Eingreifen der Geister und der großen Götter zu verspüren, die sich auch in allerlei Gestalten den Menschen zeigten. Viel von dem Glauben und Brauche des german. und wohl auch des röm. Heidentums ist in die christl. Weihnachtssitte übergegangen und hat sich erhalten.


Nun kann man ja zwischen 1885 und 2015 schlauer geworden sein – aber vor allem gibt es seither die Möglichkeit, die Massen per Wikipedia und deren Abschreiber nachhaltiger mit der eigenen kirchlichen Ideologie zu beeinflussen.

Die Besetzung von Weihnachten durch das ´Christentum - eine Schande

Ich denke, es ist eine Schande, das Weihnachtsfest, also das Fest der „geweihten Nächte“ soweit mit Christentum dichtzupflastern, dass dessen Ursprünge in der nordischen (und auch norddeutschen) Kultur völlig ausradiert werden. Dabei geht es mir überhaupt nicht um Religion und schon gar nicht um Germanentum, denn die römische Kultur (Sol) basiert im Wesentlichen auf den gleichen Grundlagen wie die Kultur der Wintersonnenwende. Es ist die Hoffnung auf die Sonne, die bitte wieder länger scheinen soll, und die Erwartung, dass das Licht die Welt wieder erstrahlen lässt. In einer solchen Welt hätte auch der christliche Religionsstifter seinen Platz, der das Licht des erneuerten Glaubens in die Welt brachte.

Aber so, wie uns die Kirchenvertreter die Sache präsentieren wollen, hat Weihnachten weder Sinn, noch Verstand, noch weckt es originäre nordische Emotionen wie die Freude am Licht und an der Hoffnung auf das Wiedererwachen der blühenden Natur.

Immerhin gibt es noch einige wenige Gegenstimmen, die sich gegen die totale Verchristlichung von Weihnachten wehren. Dies ist eine davon.

Jugend, Sex und Religion – wer folgt wem?

junge paare wollen ihren eigenen weg finden


Eine Studie über Jugend, Sex und Religion soll gegenwärtig erhellen, inwieweit die Religion Einfluss auf die Sexualität hat und wie die Sexualität wiederum das religiöse Empfinden beeinflusst. Dabei werden gerne Teilwahrheiten aus der Studie veröffentlicht – nämlich derjenige Teil, indem festgestellt wird, wie der Glaube die Sexualität beeinflusst. Der zweite Teil, in dem aufgezeigt wird, wie die Sexualität nun auch wieder den Glauben beeinflussen kann, wird meist ausgespart. Ebenso wird die Kritik der Jugendlichen an den verkrusteten religiösen Institutionen nur gekürzt wiedergegeben. Hier die ganze Wahrheit aus der Stellungnahme des Forschungsleiters:

Trotz unterschiedlicher kultureller und religiöser Hintergründe gehen viele der heute 18- bis 25-Jährigen ihre eigenen Wege. Dabei greifen sie auf unterschiedliche Quellen zurück wie religiösen Glauben, Jugendkultur, Medien sowie auf ihren Freundeskreise. Sie schaffen sich damit sexuelle Normen, die von ihrem religiösen Glauben beeinflusst werden. In gleicher Weise beeinflusst ihre Sexualität auch wieder ihre Sichtweise ihres religiösen Glaubens.


Dies bedeutet freilich, dass sie sich auf gar keinen Fall an der Amtskirche orientieren, denn einen eigenen Weg zu gehen, heißt ja nicht, der kirchlichen Obrigkeit in Form von Priesterhierarchien zu folgen. Im Gegenteil – die religiösen Führer werden ausgesprochen kritisch gesehen:

Eine Mehrheit der Jugendlichen glaubt, dass religiöse Führer kaum Ahnung von Sexualität hätten – besonders aber von Jugendsexualität. Andere empfinden die etablierten religiösen Institutionen als ein soziales Kontrollsystem, das sexuelle Verhaltensweisen über Gebühr reguliere, ohne auf die Bedürfnisse der jungen Leute Rücksicht zu nehmen.


(Zitate von Dr. Andrew Kam-Tuck Yip, Übersetzungen von Gebhard Roese)

Quelle: News Medical Net, wie im Link angegeben, sowie Universität von Nottingham.


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