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Dürfen Damen leicht bekleidet Fahrrad fahren?

Es ist Sommer. Überlegst du dir gerade, ob du im Minirock Fahrrad fahren solltest, ob du ein Sommerkleid trägst oder doch lieber Jeans?

Das Fahrrard-Korsett in der Werbung

Die Damen des 19. Jahrhunderts hatten da ganze andere Probleme. In der Zeit, in die euch jetzt zurückversetze, konnten sich nur vornehme bürgerliche Damen Fahrräder leisten – und zunächst waren sie weder chic noch sicher.

Und auf dem Fahrrad ...
Das änderte sich allerdings nahezu schlagartig, als „Rovers Safety Bicycle“ 1886 auf den Markt gebracht wurde. Es war eines der ersten Fahrräder, die nicht nur mit einem ansprechenden Design daherkamen, sonder auch mit dem Versprechen der Sicherheit: Es besaß zwei gleich große Räder, eine Luftbereifung, wurde über eine Kette angetrieben und es war deutlich leichter als bisherige Fahrräder. Dazu hatte es eine Mittelstange, die so abgebogen war, dass eine Frau nahezu „bequem“ aufsteigen konnte. Man kann es heute noch im „British Motor Museum“ besichtigen – und sein Entwurf würde auch noch einem heutigen Designer zu ehren gereichen.

Was trägt man zum Ausfahren mit dem Fahrrad?

Allerdings gab es da noch ein Problem: Wann immer Frauen der Gesellschaft ausgingen – und eben auch, wenn sie ausfuhren – galt ein Korsett als absolut notwendig. Und so kam es, dass damals Radfahrer-Korsetts angeboten wurden, die nicht so stark einschnürten wie die gewöhnlichen Korsetts, die man zur Abendgarderobe trug. Solche Radfahrerkorsetts waren im Ursprung für leichte gymnastische Übungen und Tennisspiele gedacht, und die Firma Ferris galt als Marktführer jener Zeit.

Leicht geschürzt und streng geschnürt
Im Sommerkleid




Doch offenbar gab es sehr unterschiedliche Fahrrad-Liebhaberinnen. Als der Fahrradproduzent George Richard den Jugendstilkünstler Eugène Grasset 1897 beauftragte, ein Plakat zu entwerfen, trug die Radfahrerin bereits ein leichtes Sommerkleid. Für die Marke Humber Cycles allerdings wurde im Jahr 1900 noch ein Plakat veröffentlicht, auf dem eine Dame in extrem enger Schnürung zu sehen ist.



Männer rätseln über die Motivation

Im Korsett
Männer rätselten zu Anfang darüber, warum die Frauen überhaupt „ausfahren“ wollten. Spekuliert wurde, dass sie sich dabei Freiheiten herausnehmen würden. Als die Frauen dann auf das Korsett pfiffen und in leichter, lockerer Kleidung ausfuhren, wurden sie bezichtigt, ihre Körper zur Schau stellen zu wollen. Immerhin konnten die Damen beim Fahrradfahren die Beine nicht ganz so eng zusammenhalten, wie es sonst in der guten Gesellschaft Sitte war. Auch die Ärzte waren schnell bei der Hand mit der Behauptung, Fahrradfahren erzeuge allerlei Infektionen und es würde zudem die Masturbation begünstigen. Tatsächlich wurde das Fahrradfahren für viele Frauen der damaligen Zeit zu einer befreienden Freizeitbeschäftigung.

Der Abschied vom Korsett

Fast parallel mit der Verbreitung des Fahrrads legten mehr und mehr Frauen ihre Korsetts ab. Bis etwa 1910 wurden noch Korsetts getragen – danach wurde dieses Kleidungsstück aus dem bürgerlichen Kleiderschrank verbannt. Erst mit dem Aufkommen des Retro-Looks kamen Korsetts vereinzelt wieder in Mode, vor allem im semi-professionellen Erotikbereich.

Heute fährt jede Frau in dem Outfit Fahrrad, das ihr als angemessen erscheint, und kaum jemand kann sich noch vorstellen, dass man sich zum Ausfahren per Fahrrad in besonderer Weise anziehen musste.

Bildquellen: Plakate und Anzeigen um 1900.

Fleischbeschau – wie nackt gehe ich zur Party?

fleischbeschau

Wie ausgezogen darf eine Frau sein, damit sie noch angezogen wirkt? Was bewirkt mehr, die hervorgewölbte nackte Brust oder die dezente Andeutung der Brüste unter einer Bluse? Darf der Bauch frei sein, und wie weit dürfen Hüfthosen den Schritt zeigen? Welche Rocklänge ist angebracht, und sollten die Beine enthaart sein, wenn man sie schon zeigt?

Nun werden natürlich viele Menschen fragen: wann, wie und wo? Das ist sicher richtig. Die Liebeszeitung hat sich vor allem mit zwei Situationen beschäftigt: Beim wilden und verwegenen Ausgehen, also zum Beispiel auf eine Party, in die Disco oder wo sonst getanzt und geflirtet wird einerseits und beim Date andererseits.

Beginnen wir mal beim Ausgehen: Männer beurteilen Frauen nicht nach dem Aussehen allein – das Gegenteil glauben nur sogenannte Wissenschaftler. Der Grund für ihre Fehlannahme liegt darin, dass sie zumeist nur Fotos von Frauen zeigen, aber keine Feldversuche durchführen. Auch die neuesten Erlebnisse, die bei sogenannten Speed-Datings „in vivo“ erzielt wurden, und die ebenfalls beweisen sollen, dass Männer auf die schöne Larve fliegen, ist viel zu kurz gedacht: Speed-Datings sind Sondersituation, die nicht dem Alltag entsprechen.

Was also zählt bei Männern wirklich?

Zunächst muss man sich darüber klar werden, dass es für jeden Mann drei mögliche Distanzen gibt: Beim Abscannen möglicher interessanter Frauen setzte er zunächst auf Merkmale, die sich bereits aus großer Entfernung erkennen lassen: die Haltung, die Frisur und Haarfarbe, die Beweglichkeit in Gestik und Mimik und der Kleidungsstil. Männer bemerken dabei unterschwellig auch, wie viel Haut die Frauen freilegen: Dies war ein Forschungsgegenstand der Universität Leeds. Bevor ich darauf eingehe, aber noch ein Hinweis: Bei einer Entfernung von unter drei Metern sieht der Mann wesentlich mehr – dies dürfte auch die beste Flirtentfernung sein. Ist man sich so nahe gekommen, so zählt vor allem die Mimik und der Oberkörper, aber nicht mehr so sehr die Brüste, die beim eigentlichen Flirt, bei dem der Augenkontakt das entscheidende Merkmal ist, kaum noch eine Rolle spielen. Die dritte Entfernung ist diejenige unter drei Metern, bei der nicht nur das Minenspiel, sondern auch Irritationen zu sehen sind. Ab dieser Entfernung muss man also das Rollenspiel aufgeben, denn die Augen sind bei den weitaus meisten Menschen wirklich „der Spiegel der Seele“ und sehr verräterisch.

Die Forscher aus Leeds, um auf sie zurückzukommen, haben eine ausführliche Fleischbeschau durchgeführt: Vier junge Frauen besuchten mehr oder weniger ausgezogen oder angezogen einen Nachtklub, während das Verhalten der Männer heimlich beobachtet wurde. Das einzige Kriterium: wie oft die Frauen zum Tanz aufgefordert wurden.

Die ideale Nacktheit fürs Ausgehen: 40 Prozent

Das Ergebnis hat niemanden wirklich verblüfft: Etwa 60 Prozent des Körpers, Gesicht, Hände und Füße ausgeschlossen, sollten von Textilien bedeckt sein – 40 Pozent sichtbare Haut ist also ideal. Wird mehr ausgezogen, denken sich die Männer möglicherweise: „Sie ist zu offenherzig oder zu provokativ und vielleicht auch allzu bereit, mit jedem Mann ins Bett zu hüpfen. Bereits fifty-fifty von Haut und Kleidung erzeugt diesen Verdacht sexueller Leichtfertigkeit. Wer sich allerdings zu sehr verhüllt, hat deutlich weniger Chancen: Bei 70 Prozent Kleidung (also 30 Prozent nackter Haut) bissen nur noch die Hälfte der Männer an, vergleichen mit den 40-prozentigen Hautoffenbarerinnen.

Wie aber ist beim Date?

Nun, den Unterschied erklären wir euch morgen – in der Liebeszeitung, unter unserer Rubrik: Dating und Partnersuche. Bis dahin: Wollt ihr nicht einmal ein bisschen über das Thema diskutieren?

Fotonachweis: © by gribanow 2009