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Die Besten der Besten Vibratoren – gibt es sie?

Einfacher Vibrator - der Motor und der Exzenter, der die Vibration bewirkt
Dieser Tage veröffentlichte eine der Bloggerinnen, die wir hier (noch) regelmäßig lesen, einen Artikel über die besten „Sex Toys. Nun war der Artikel (ihr erratet es sicherlich) gesponsert, aber die Frage nach dem „Besten der Besten“ wird natürlich immer wieder gestellt, weil Spitzenqualitäten nicht für ein paar Euro zu haben sind. Sagen wir es deutlich: was „Solides“ fürs „unsolide“ Verhalten kostet zwischen 70 und 200 Euro.

Die „Besten Sex-Spielzeuge“ haben mit dem „Heiligen Römischen Weltreich“ (1) eines gemeinsam: Sie sind weder „die Besten“, noch geht es um Sex, und schon gar nicht um Spielzeuge.

Das Technik-Zeug – vom Drehen zum Rütteln

Normalerweise ist der Name „Sex Toys“ ein Zusammenfassung von Dildos und Massagegeräten, die nahezu ausschließlich von Exzenter-Motoren angetrieben werden und dabei eine „rüttelnde“ Bewegung erzeugen. Da normalerweise starke Motoren nötig sind, um diese Bewegungen zu ermöglichen, verbrauchen sie auch relativ viel Strom. Das brachte manche Hersteller auf die Idee, sie für 110/240-Volt auszulegen. Ähnlich wie bei anderen Massagegräten, liegt die Elektrik völlig abgeschirmt im Gehäuse, nur die Vibration wird nach außen geleitet. Andere Konstruktionen nutzen Batterien oder Akkumulatoren zum Antrieb der Gleichspannungs-Motore. Diese rotiert nur – sie können nichts anderes. In den meisten Geräten arbeiten Mini-Antriebe, die mit etwa 2000 – 10.000 UpM (Umdrehungen pro Minute) rotieren.

Eine Top-Marke setzt beispielsweise einen Motor mit 6.400 UpM ein. Das musst du durch 60 teilen, um die maximale Rüttelfrequenz zu errechnen, ergibt also ungefähr 100 Hertz. Auf dem Motor sitzt dann die „Unwucht“ die dafür sorgt, dass die Rotation in Vibration verwandelt wird. Diese wird anschließend entweder direkt oder über eine Welle an den Kopf des Vibrators übertragen.Wie das bei einem hochwertigen Vibrator oder Massagegerät funktioniert, kannst du hier an einem zerlegten Gerät sehen. Diese Frequenz ist hörbar, und deshalb „summen“ Vibratoren tieffrequent, sie „brummen“ also. Durch sogenannte „Obertöne“ „klingen“ sie aber oft heller. Zum Vergleich: Der „Kammerton“ in der Musik hat eine Frequenz von 440 Hertz.

Köpfchen, Köpfchen …

Dieser „Kopf“ kann theoretische jedwede Form haben – von einer Kugel über eine eichelähnliche Spitze bis hin zu einem schnabelartigen, kleinflächigen Punkt. Einige Vibratoren sind dafür gedacht, von der Vagina ausgehend auf die inneren Organe (und auch die Klitoris) abzustrahlen. Stärkere Reize gehen in der Regel von kugel- schnabel- oder punktförmigen Köpfen aus, die speziell die Schamlippen und/oder die Klitoris reizen. Die „Auflagevibratoren“ massieren den Unterleib eher flächig und gelten deshalb als sanft. Übrigens spielt auch das Material der Außenhaut eines Vibrators eine wesentliche Rolle für deine Gesundheit. Darüber ist allerdings schon viel geschrieben worden, sodass wir hier darauf verzichten.

(1) Das Reich war nicht "heilig" sondern weltlich, nicht römisch, sonder deutsch, und auf keinen Fall ein Weltreich. Ähnlich ist es übrigens mit den "Heiligen Drei Königen".

Nächste Folge: Was passiert eigentlich in dir und auf dir, wenn du unterschiedliche Vibratoren einsetzt?

Der Ursprung der Welt – von der Vagina, der Klitoris und mehr

Die Welt hat ihren Ursprung – nun ja, wenn jetzt unsere Welt gemeint ist, dann hatte sie ihren Ursprung in einer Vagina. Grob gesprochen.

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Die Autorin Liv Strömquist zeichnet die Kulturgeschichte der Vulva nach – in Comics. Dabei führt sie uns Ärzte und Psychotherapeuten vor, die alle sehr geschwätzig und zumeist unqualifiziert über Vulva, Vagina und Klitoris schwadroniert haben – und lässt auch den Biologieunterricht unserer Zeit nicht aus.

Ob das Buch ein bisschen zu feministisch ist? Mag sein. Aber die Darstellung eignet sich jedenfalls, um Vor- und Fehlurteile abzubauen. Und das ist auch der eigentliche Sinn. Eine Leseprobe finden Sie hier.

Und wie benutzt du deinen Vibrator?

Das Gefühl des Reitens - da wurden die Damen offensichtlich schwach ...
Das Wichtigste will ich dir zuerst sagen: Sei absolut schamlos und lass alles zu, was in dein Hirn will. Je verbotener deine Fantasie, desto heftiger wird die Lust in dich fahren. Du darfst wirklich jede Fantasie zulassen, egal, ob sie „korrekt“ ist oder nicht. Manchmal geht es besser mit dem Prinzen, der dir auf Knien Rosen überreicht, mal besser mit dem wilden Kerl, der dich mit Rosenstängeln peitscht.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst und deinen ersten (konservativen) Vibrator erstanden hast - probier ihn erst einmal auf der Hand, am Mund und an den Brüsten aus. Du lernst dabei, wie kräftig er ist oder welche Programme dir am besten gefallen.

Sieben Tipps, wie du intensivere Orgasmen mit dem Vibrator bekommst

Wenn du dann den Vibrator „weiter unten“ ansetzt:

1. Etwas Massage-Öl oder ein wenig Gleitmittel ist nicht schlecht. Du willst die Vibration, nicht die Reibung.
2. Dein erstes Ziel ist die Vulva – versuch den Vibrator an den Schamlippen.
3. Beginne immer mit sanfter Vibration (untere Stufe oder ganz leicht beim stufenlosen Regler).
4. Nicht sofort die Klitoris anstupsen, sonder erst, wenn du den Vibrator in der Umgebung schon mal angetestet hast.
5. Nicht alle Vibratoren eignen sich zum Einführen –wen du das willst, Beginen mit einem echt dünnen, glatten Vibrator. Du kannst später „geäderte“ oder soclhe mit „großer Eichel“ kaufen.
6. Atme ruhig, entspannen dich und benutze deine Beckenbodenmuskulatur, um die Schwingungen des Vibrators zu genießen.
7. Vergiss nicht, deine Fantasie einzusetzen, und gib dich diesen Gedanken ganz hin.

Vor allem aber: Lass dir Zeit, denn die Entdeckung der Lust braucht Zeit. Koste den Genuss aus, der von der Vibration ausgeht, und erwarte nicht sofort zu viel. Dein Einsatz wird belohnt: die Lust wird immer intensiver, und du fühlst dich insgesamt beschwingter.

Zum Bild Wir fanden heraus: Das Pferd konnte - gar nichts. Es wurde durch die Körperbewegung der Dame in "Schwingungen" versetzt. Von Galopp konnte da nicht die Rede sein.

Liebe Woche: Populisten, Übergriffe und eine Klitoris

Die "Liebe Woche" ist diesmal so gar nicht lieb ausgefallen. Ja, und ich habe mich geärgert. Über Hamsterbeschlüsse und andere Regierungskapriolen. Allerdings habe ich mich auch gefreut ... am Mut, endlich einmal in Schulen über die Klitoris zu sprechen. Falls Sie sich über die Themen wundern - alles Sommerloch.

Die Regierung, Gina-Lisa und die Hamster

Die Bundesministerin für Familienzeugs hat große Sprüche getan, weil sie nun endlich „Nein heißt Nein“ ins Gesetzbuch gebracht hat. Ich denke, jeder leitende Angestellte wäre zum Chef bestellt worden und hätte begründen müssen, warum er sich mit Randthemen beschäftigt, statt sich seiner Hauptaufgabe zu widmen. Was Gina-Lisa damit zu tun hat? Eigentlich gar nichts, oder doch? Wahrscheinlich muss man Ministerin sein, um Zusammenhänge zu entdecken. Oder Boulevardjournalist. Und jawohl - hamstert Whisky, Champagner, Dosentrüffel, Kaviar und was es sonst noch Schönes gibt (Kondome und Kerzen nicht vergessen, falls der Strom ausfällt) – und 10 Flaschen Wasser pro Nase. Nein … es gibt keine Krise, außer sie wäre gerade irgendwo in Arbeit.. Aber ja, man ist Minister … und eigentlich ist das Parlament schuld an allem, und … sagen Sie mal, sehen sie noch „Tagesschau“ oder „Heute“? Und Sie fühlen sich immer noch gesund? Ja, sicher ... es gibt noch weitaus schlimmere Nachrichtensender...


Das Risiko vor Übergriffen – und der Schutz davor

Übergriffe, ob nun ganz unvermittelt, auf Partys oder bei Dates sind kein schönes Thema. Aber trotzdem muss da mal jemand ran und Tacheles reden. Und das Herumtröten mit „Nein heißt Nein“ bringt uns auch nicht weiter. Vielleicht können die reichen Berufsfeministinnen ja mal eine Kampagne für die darbende Plakatwerbungs-Branche starten. Die wäre zwar auch für den A…, aber man könnte mal wieder zeigen, wie toll frau ist. Was wirklich nützt? Echtes Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein, Gleichheit und anale Lust

Die Sache mit dem Selbstbewusstsein macht auch vor dem Hintereingang nicht halt. Ob Frauen sollen oder nicht, darf eigentlich nicht von den Wünschen der Männer abhängen – und wenn schon, das sollte frau sie durchaus mal ähnlich behandeln. Mhh, ist Ihnen das peinlich? Ja? Warum eigentlich?

Das Leben vor … wovor eigentlich?

Wie war eigentlich das „Leben vor Tinder?“ allein die Frage zeigt schon, wie man sich das Leben so vorstellt. Mal so gesagt: Dating Apps werden irgendwann als „uncool“ angesehen. Das gilt heute schon für „Online-Parteragenturen“, soweit es die Jugend betrifft. Aber: Kennenlernen ist weiterhin gefragt. Für Lustvergnügen, Partnerschaften und Ehen – wahrscheinlich in der Reihefolge. Und was war zwischen achtzehnhundertund … und den 1990ern? Zeitungsanzeigen.

Die Klitoris als Modell

Klar, junge Frauen sollte vielleicht wissen, wie Penisse aussehen – oder aussehen könnten oder so. Ich weiß nur nicht, ob zur Anregung oder zur Abschreckung. Und Männer? Nein, sie müssen nicht wissen, wie Vulven oder Vaginen aussehen, schon gar nicht, wenn … ach lassen wir das. Sexualkunde ist, wenn man hinterher noch Humor hat. Immerhin sollen Schüler in Frankreich jetzt wenigstens mal eine Klitoris als Modell sehen. Ich fürchte, bei einem großen Teil der Männer wird es wohl dabei bleiben, sie als Modell zu sehen.

Von der Klitoris zum Forscher-Geschwätz

Unsinn aus der Forschung ist ja nicht gerade neu: Weibliche Orgasmen sind nicht nötig, und Pornografie verstärkt den Wunsch nach Scheidung. Oh, Leute … studiert, dann könnt ihr Blödsinn am Band labern, ohne Widerspruch ertragen zu müssen.

Warum ich Fatima Xberg mag? Weil sie ein tolles Blog führt – und auch etwas Süßes bei Tumblr zeigt.

Dreidimensionale Klitoris aus dem Drei-D-Drucker

Das Modell zeigt die (wenigen) von außen sichtbaren Teile und das "innere" der Klitoris

Wozu eine dreidimensionale Klitoris? Damit man sehen kann, wie dieses hochempfindliche weibliche Organ wirklich aussieht. Nun, sie sieht zwar nicht bei allen Frauen gleich aus, aber das Modell zeigt das Schema. Der aufrecht stehende Teil im Bild ist die empfindliche Spitze, die große Ähnlichkeit mit der Eichel des Mannes hat, und die deshalb auch Glans clitoridis heißt, äußerlich dann in Hellrot die Schwellkörper mit den Kitzelschenkeln, daneben dann die Vorhofschwellkörper (dunkelrot).

Das Modell soll dem Sexualkundeunterricht in französischen Schulen dienen. Tatsächlich geht es im Schulunterricht ja selten um die Klitoris – möglicherweise, weil sich Lehrerinnen und Lehrer nicht trauen, auf die Freude hinzuweisen, die die Klitoris schenken kann.

Wozu ich nur sagen kann: „Aufklärung“ im Biologie-Unterricht ist eine Art der Verdinglichung der Sexualität, das heißt, sie wird weitgehend ohne ethische Aspekte, aber auch ohne die Lust behandelt, die aus der Sexualität erwächst. Doch während die Moralisten ständig ethische Bezüge einfordern, kommt niemand auf die Idee, darauf hinzuweisen, wie der Lustgewinn entsteht.

Klar – auch die schematische Darstellung der Klitoris kann da wenig Neues bewirken. Aber sie kann zu einem Gespräch darüber führen, wozu dieses weibliche Organ dient – nämlich zum sexuellen Lustgewinn. Und das allein ist ein Fortschritt.

Bild © 2016 Marie Docher, Pressemitteilung, Design von Odile Fillod.