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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Moral und Advent

Gelegentlich werde ich gefragt, was ich für „moralisch“ halte. Ich wandle dies gerne in die Frage um, was ich für vertretbar halte - ganz einfach, weil ich skeptisch bin, wenn Menschen die Moral vor sich hertragen wie eine Fackel.

Diese Frage stellt sich ein Redakteur im Übrigen jeden Tag – nicht nur bei diesem kleinen, feinen und zurückhaltenden Magazin.

Die meisten Zeitschriften (auch Frauenzeitschriften) gehen heute schon wesentlich weiter, zumal, was „heftige“ Ausdrücke und detaillierte Szenen betrifft. Indessen möchte ich, dass hier auch Menschen lesen können, die etwas zwar persönlich ablehnen, aber dennoch wissen wollen, was es ist.

Und die Moral? Jetzt kommt sie von überall. Ich lass gerne die Engel zu, die mich dieser Tage virtuell umschwärmen und leider auch viel zu oft singen. Ich akzeptiere, dass ich hie und da Krippendarstellungen sehe, und ich freue mich über „die Drei“, mögen sie nun Magier, Sterndeuter, Weise oder Könige gewesen. Sie waren schon immer meine Lieblingsgestalten, weil sie uneigennützig schenkten.

Das neue Licht ist völlig unabhängig von Krippe, Ochs und Esel, Hirten und Engeln. Es ist entweder in uns oder es existiert gar nicht.

Wenn du hier etwas liest, was besonders moralisch für dich klingt – dann frag dich, warum. Das Gleiche gilt, wenn du etwas besonders unmoralisch findest.

Ich schenke das ganze Jahr uneigennützig Worte. Ich hoffe, dass sie dann und wann Erfolge nach sich ziehen.

Das Licht am 13. Dezember

Lucia in Shweden
Egal, was auch kommen mag, am 13. Dezember feiern die Schweden, die schwedischen Minderheit in Finnland sowie viele Norweger und Dänen das Luciafest.

Ob es etwas mit der Heiligen Lucia zu tun hat oder ob es sich lediglich um eine Variante des „Christkinds“ handelt - wer will das schon genau wissen? Jedenfalls ist es ein ausgesprochenes Lichterfest, denn die Lucia trägt eine Krone, die mit Kerzen bestückt ist. Und dem offiziellen „Christkind“ in Deutschland durchaus ähnlich, muss eine Lucia in Schweden ein großes Pensum an sozialen Taten absolvieren. Ob es dies Jahr auch dazu kommt, oder ob die Lucia mit Maske auftreten muss, konnte ich nicht erfahren.

Das Christkind im Elsass - recht ähnlich

Die Frau mit der Lichterkrone ist sehr wahrscheinlich nicht skandinavischen Ursprungs, obgleich die Schweden nicht davon abzubringen sind. Wie man sieht, ähnelt sie dem Elsässer Christkind in jeder Hinsicht, das mit einem wilden Gesellen, dem Hans Trapp, durch die Lande zog.

Gleich, wie es ist: Ihr Licht wird in manchen traurigen Winkel des Daseins scheinen müssen - in diesem Jahr besonders hell.

Bild: Lucia unbekannt, 20. JH, Hans Trapp gegen 1860, vermutlich aus einer Zeitschrift.

Kein Trübsinn für Niemanden

Lasst Licht in eure Köpfe
Solange ich denken kann, wird uns im November Trübsinn verordnet. Nun also kommt ein „Lockdown lite“ dazu.

Ihr könnt das Leben schon jetzt wieder aufhellen - kümmert euch gar nicht um die November-Feiertage, die nicht wirklich „feierlich“ sind. Ihr habt sie nicht in den Kalender gestellt, und ihr müsst euch auch nicht fragen, ob sie euch etwas angehen.

Gedanken und Gefühle lassen sich nicht regulieren. Und jeder kann etwas dazu beitragen, dass wenigsten sein Leben etwas heller wird. Ihr müsst nicht auf „Weihnachten“ warten. Jetzt ist es Zeit, Lichter anzuzünden, das Leben zu erhellen und sinnlichen Gedanken nachzugehen.