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Wie kommt frau eigentlich an einen guten Mann?

Was unterscheidet die Partnersuche 1920 von 2020?
Die Ratschläge und Vorstellungen von einem guten Mann haben sich in den letzten 100 Jahren erheblich gewandelt. Doch was hat sich wirklich verändert? Wie sagen die Wahrheit über ewige Wahrheiten, Zeitgeist, ethische Grundlagen, bürgerliche Normen und ökonomische Gesetze.

Die Optik – wie du auf Männer wirkst

Klassisch schön sein?
In den 1920er Jahren wurde erstmals die Parole ausgegeben: „Sei nicht spröde“ (unnahbar) und „zeige dich“. Heute würden wir sagen, dass Aussehen und innere Haltung zählen, und wir erweitern dies nun ganz schnell und sagen: Das Aussehen und das Verhalten, das Männer zuerst wahrnehmen, ist entscheidend.

Deine Bühne – wie du auftrittst

1920 sagte man, du müsstest dich „stramm halten“, also „Haltung beweisen“. Heute würde man ein „selbstbewusstes Auftreten“ fordern – das ist wesentlich präziser. Der Auftritt muss keinesfalls perfekt sein – aber er sollte deine Grundhaltung widerspiegeln.

Exkurs: Sich "rarmachen"?

Wenn du unterschiedliche Bücher aus verschiedensten Epochen liest, wirst du Sätze finden wie „willst du was gelten, mach dich selten“. Angeblich wollen dies sogar „Wissenschaftler herausgefunden haben“. Die Wahrheit: „Rarmachen“ an sich ist totaler Blödsinn. Lerne, ökonomisch zu denken, dann machst du solche Fehler nicht. Das erkläre ich gerne:

Wenn du „Klasse aussiehst“, sehr viele soziale und emotionale Eigenschaften hast, die sehr gefragt sind, eine erstklassige Geliebte bist und eine hervorragende Bildung genossen hast, dann kannst du „dich bedeckt“ halten.

In allen anderen Fällen heißt der Rat: Zeige dich, biete deine besten Eigenschaften an, schau, wer sie gebrauchen kann, und wende dich an diejenigen, die mit diesem „Mix“ an Eigenschaften wirklich etwas anfangen können. Das brauchst du zur zeitgemäßen Partnersuche.

Eine positive Erscheinung haben

Erscheinung einer Dame um 1904
Mit „Erscheinung“ bezeichnet man die Summe der Eigenschaften, die sofort ins Auge stechen, also den berühmtem „ersten Eindruck“. Ob 1920 oder 2020: Die Erscheinung zählt immer. Wer mehr „scheinen als sein“ will, kann versuchen, den Schein anstelle des Seins zu setzen – das zahlt sich aber nicht aus. Oftmals ist es empfehlenswerter, mehr zu sein, als zu scheinen, was allgemein als „Understatement“ bezeichnet wird. Der Grund ist simpel: Der Mann kann später etwas an dir entdecken, was ihn begeistert. Heutzutage kommt noch dazu: Bildung an sich ist toll, und Selbstbewusstsein auch. Aber zwei Doktortitel schrecken manche Männer ab. „Positiv“ zu erscheinen bedeutet vor allem, den Ärger nicht „vor sich herzutragen“ oder die Zukunft in grauen Farben zu sehen. Beziehung reichen immer in die Zukunft hinein – und Pessimismus punktet nie.

Liebevoll sein können

Wird sie auch liebevoll sein?

Frauen galten zumindest im 19. und 20. Jahrhundert als „liebevoll“. Wozu auch gehörte, betont selbstlos zu lieben und den Partner liebevoll zu berühren – einfach aus dem Bedürfnis heraus, Nähe zu empfangen und zu schenken. Das alles mag ein bisschen „altbacken“ klingen, aber Küsse, zärtliche Berührungen und Umarmungen im richtigen Moment sind immer hilfreich. Da der Partner recht gut merkt, wann du „selbstlos“ liebst, hat es keinen Sinn, dabei zu tricksen oder „Zuneigung zu heucheln“.

Körperliche Liebe schenken

Körperliche Liebe - 1920 ein rares Gut
Diese Kapitel finden wir in den Büchern von 1920 nicht. Damals galt die körperliche Liebe vor der Ehe als verpönt, ja, sie war ein Verstoß gegen die guten Sitten und stieß hart an die Grenzen des „Abstiegs“. Immer noch galt 1920, dass Frauen kaum sexuelle Bedürfnisse hatten und ihnen deshalb auch kein Rat gegeben werden musste, wie sie ihre Lüste „ethisch korrekt“ befriedigen konnten. Heute geht es um zweierlei: den Anspruch, sexuell befriedigt zu werden und die Erwartung der Männer, Forderung, erotische Fähigkeiten zu besitzen. Wie sieht s nun aus bei den Männern? Was wollen sie hauptsächlich?

Nein, nicht „Das eine“, sondern den Genuss sowohl „des einen“ als noch vieler anderer Köstlichkeiten. Möglichst sollte es sich dabei um eine Frau handeln, die über viele unterschiedliche erotische Talente verfügt. Du wirst bald entdecken, dass du nicht alles abdecken kannst oder willst, was da an Wünschen auf dich zukommt.

Tatsächlich kommt es bei kaum einer Fähigkeit darauf an, dass jemand „alles perfekt beherrscht“. Viel wichtiger ist, mit dem wenigen, dass du wirklich gut kannst, möglichst viel erreichst. Das gilt für alle Fähigkeiten – auch für die sinnlichen.

Exkurs: erotische Kunstfertigkeit

Sich für die Liebe schmücken
Die Erotik ist eines jener Gebiete der Zweisamkeit, auf dem nicht „das Wahre“ oder „das Edle“ zählt, sondern die Kunst der schönen Illusionen. 1920 ging ein Mann zu einer Hure, wenn er exquisite erotische Lüste suchte, und er wusste, dass er eine Illusion bekommt. Die Ehefrau war oftmals auf die „reine Liebe“ abonniert – und auf die Nachkommenschaft. Im Gegensatz dazu 2020 erzeugen Paare einander gerne Illusionen, die ihre Lüste anreizen. Inzwischen nutzen viele Frauen auch ihre schauspielerischen Talente, um ihre Partner erotisch zu provozieren. Das ist relativ unabhängig vom Zeitgeist, der dies manchmal fördert und ein anderes Mal verbietet.

Ein Leben miteinander führen

Die Hausfrau: weniger gefragt
Der wesentliche Teil einer Ehe ist nicht die wahre Liebe oder der verheißungsvolle Sex, sondern der Alltag in einer Zweisamkeit. Hier finden wie einen entscheidenden Unterschied zwischen 1920 und 2020. Denn hausfrauliche Fähigkeiten und Tugenden sind nicht mehr entscheidend. Viel wichtiger ist, dass du den gewählten Beruf gerne ausübst und dich in den wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Dingen auskennst. Selbstbewusstsein wird immer wichtiger, und nach wie vor ist praktisches, erdverbundenes Handeln sehr gefragt. Übergriffe Dritter in die Ehe sind ebenso nach wie vor verpönt, gleich, ob es sich um die sprichwörtliche Schwiegermutter oder einen heimlichen Liebhaber handelt.

Wenn du deine Dinge „Im Griff hast“ und dazu noch einen Teil der gemeinsamen Dinge verwaltest, hast du Vorteile. Wenn du dich in Kunst und Kultur auskennst, sammelst du in jedem Fall Punkte. Wichtig ist ein eigenes Meinungsbild ebenso wie eigene Interessen. Das hilft dir, nicht nur „mitzuschwimmen“, sondern Akzente zu setzen. Dein Partner wird sich freuen, wenn du dich nicht übermäßig von außen beeinflussen lässt, sondern überwiegend authentisch handelst.

Kurz: Der Alltag nimmt am meisten Zeit ein in einer Beziehung, und je besser du ihn gestalten kannst, umso eher bist du gut gerüstet für ein Leben zu zweit.

Ich hoffe, du hast einen Nutzen von diesem Artikel, der 1920 mit 2020 vergleicht und dabei nicht zu sehr in die Tiefe geht.

Bilder: Titel (Anzeige) Original-Anzeige für das Buch, das ich zu Vergleichen verwendet habe. Künstler plus Modell und Schmuckhändler plus sich schmückende Frau © 2020 by Liebesverlag.de Gemälde, nicht näher bezeichnet, offenbar ein Mann mit seiner heimlichen Geliebten. Daten sind verlorengegangen. Ebenso für das sitzende, noch zögerliche Liebespaar, ca.1910. Dame um 1904 - aus einer Modebeilage jener Zeit. Das Bild zeigt eine Dame im Tea-Gown, ein Kleidungsstück, das nicht in der Öffentlichkeit getragen wurde. Dame mit Brotröster ca. 1912.