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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Der fünf Zoll Mini-Rock

Die Proportionen beim Mikro-Rock - wie viel verdeckt er?
Einst dichtete Ringelnatz über den Kammerjäger Emanuel Pips. Jener, so schrieb er, sei äußert bescheiden gewesen, trug er doch einen Anzug aus acht Zentimeter Rips.

An jenen Herrn Pips dachte ich, als ich diese Frage las:

„Würde man mich in einem Minirock von fünf Zoll Länge in einem Nachtklub (als Gast) akzeptieren?“

Na gut - also acht Zentimeter Rips sind noch weniger als fünf Zoll, aber auch besagte fünf Zoll sind wenig. Wenn du es nicht so mit dem Zoll hast: Es sind ungefähr 13 Zentimeter. Und nun stell dir mal vor, du hättest genau diese dreizehn Zentimeter, um dich von der Hüfte bis zum Schritt zu bedecken. Wie du es auch drehst und wendest, da fehlen gut sieben Zentimeter oder ungefähr drei Zoll, um das Nötigste zu verdecken.

Wie kurz darf der Rock eigentlich sein?

Wer sich in der Modewelt auskennt, wird gleich einen Einwand haben: Ein Rock kann in der Taille oder auf der Hüfte getragen werden. Mikro-Röcke werden normalerweise ausschließlich auf der Hüfte getragen. Der letzte Halt ist sozusagen der Beckenknochen. Aber auch wenn das so ist: Unter 20 Zentimeter Rocklänge liegen Po oder Schritt gelegentlich frei.

Alles Absicht, um auf sich aufmerksam zu machen?

„Das kann durchaus Absicht sein“ sagt mir eine Frau, die sich auskennt. In der Erotik-Branche heißt so etwas Party-Kleidung. Dabei wird hingenommen, dass zumindest der Po mit seinen beiden Halbmonden vorwitzig hervorsticht, während die Frontseite doch noch alles „halbwegs“ verdeckt.

Eine Minirock-Trägerin sagt sehr nüchtern, was „Sache“ ist: Wenn du frivol sein willst, trägst du zum dunklen Minirock einen auffälligen farbigen Slip – wenn nicht, wählst du die gleiche Farbe oder du trägst Leggings.

Gibt es so etwas überhaupt - Röcke von 13 Zentimeter Länge?

Bevor ihr mich fragt: „Gibt es überhaupt so kurze Mikro-Röcke?“

Ja – theoretisch. Doch wie in fast allen Suchmaschinen heute üblich, bekommst du keine exakten Ergebnisse. Auf die Anfrage „5 Inch Micro Skirt“ bekommst du ziemlich alles angeboten, was kürzer als 25 Zentimeter ist – also ungefähr kürzer als zehn Zoll.

Welche Länge ist noch "anständig"?

Mit all diesen Informationen ausgestattet, habe ich das angeblich allwissende Internet nach seinem Expertentum befragt. Die Antworten lagen zwischen „mindestens zehn bis zwölf Zoll“ (etwa 25 bis 30 cm) – wenn du viel Mut hast. Oder die bereits erwähnten mindestens drei Zoll unter dem tiefsten Punkt vom Slip.

Und wie viel Oberschenkel darf die Frau zeigen?

Lustig war, dass man mir in Deutschland sagte: „Das misst man nicht von oben, sondern von unten.“

Und nun? Wie viel tut einer jungen Frau gut, was ist noch „anständig“, was „frivol“?

Die Informationen, die du bekommst, wirken wie aus den Fingern gesogen.

Einmal heißt es, wenn du von der Oberseite des Knies misst, soll der Rock „mindestens zehn Zentimeter oberhalb des Knies“ enden. Andere Autoren lassen eine größere Bandbreite zu: Dann darf der Minirock auch mal „zwischen acht und 15 Zentimeter oberhalb des Knies enden.“ Eine Antwort, die ich zuvor gab, ist ähnlich.

Büro, Party und Date - was ist mit dem kurzen Rock?

Klar, nun wird bestimmt jemand sagen: „Kommt ganz darauf an, ob du damit ins Büro gehen willst oder zu einer Party.“ Und klar – es kommt auch noch drauf an, ob du dich darin wohlfühlst. Undwas du überhaupt mit den Mikroröcken, Miniröcken oder all den anderen erotisch wirkenden Kleidungsstücke erreichen willst.

Bei einem Date solltest du lieber drauf verzichten. Und um die Frage endgültig zu beantworten: Nur fünf Zoll zwischen Hüfte und Schritt zu bedecken, empfiehlt sich auf keinen Fall.

Der Minirock soll wieder rocken

Unser Lieblingsmodell im Retro-Minirock
Gilt der alte Spruch noch: Wenn die Röcke länger werden, wird die Gesellschaft konservativer? Im Moment, so scheint es, ist das Gegenteil der Fall. Die Röcke werden wieder kürzer, und sogar der oftmals totgesagte „Minirock“ kommt zurück.

Was mag der Grund für die Rückkehr des Minirocks sein?

Zunächst einmal ist es sicher eine Marketingstrategie der Modebranche. Die Kleiderschränke müssen mal wieder gefüllt werden, möglichst mit teuren Designerklamotten. Und so ein Minirock, (Modemarke, Material und stilistisch erschreckend fragwürdig) kann gegenwärtig bis zu 1000 Euro kosten.

Wenn die Mode „ein Spiegel der Gesellschaft ist“, wie die Zeitschrift „Elle“ behauptet, dann bedeutet die „kurze“ Mode Freiheit, Freizügigkeit und Zwanglosigkeit. Der Mini-Rock war ja einstmals eine Antwort auf Körperpanzer, Pettycoats und andere „Unterröcke“.

Ein Rock als Befreiungsschlag

Der Minirock - darin sind sich viele einig - war damals ein Befreiungsschlag gegen die strikte Kleiderordnung und auch gegen die Bevormundung der Jugend. In Deutschland setzte Ludwig Erhard gerade die miefige und jugendfeindliche Politik von „Old Conny“ fort - da kam der Minirock gerade zur rechten Zeit, auch wenn die „Befreiung“ eher symbolischer Art war.

Heute: Neokonservative und andere Spießer auf dem Vormarsch?

Und heute? Seit Kurzem versuchen einzelne Gruppen, eine neue, moralinsaure „Spießergesellschaft“ aufzubauen. „Erotisch“ wird zum Schimpfwort, die linksorientierte Soziologie baut gar die Sprache in einen sozialkorrekten Kauderwelsche um - von den Rechtsextremisten ganz zu schweigen.

Eigentlich doch nur ein Rock?

Die jungen Frauen, um deren Ansehen es vorgeblich geht, denken allerdings gar nicht daran, den Aufwieglerinnen an den Universitäten zu folgen. Sie wollen vor allem die Freiheit, das zu tun und zu lassen, was sie wollen. Und dazu gehört eben auch, jede beliebige Kleidung zu tragen und sich darin auch zu zeigen.

Ob der Minirock nun wirklich ein Zeichen der Freiheit ist? Wohl kaum - aber er ist ein Symbol. Und obgleich dieses Symbol nicht jede Frau gut kleidet, wird es getragen - mal selbstbewusst, mal provokativ, und mal mit einem leichten Erröten.

Männer - Anmache durch den Minirock?

Die Männer ... nun, Männer lieben Frauen in Röcken oder Kleidern - keine Frage. Aber eine Frau wirkt nicht „sexy“ durch den Minirock, sondern durch die Art, in der sie ihn trägt und kombiniert. Und damit der Rock wirklich gut wirkt, empfiehlt es sich, „oben herum“ etwas großzügiger mit der bedeckten Fläche umzugehen. Je kürzer also der Rock, umso bedeckter sollte der Oberkörper sein, und wer im Business tätig ist, sollte auch die Arme bedeckt halten. Das würde der „Drei-Fünftel-Regel“ nahekommen, nach der Frauen am besten „angezogen“ wirken, wenn ihr Körper zu wenigstens drei Fünftel mit Kleidung bedeckt ist.

Nachdem ich jemanden gefragt habe, wie kurz der Minirock sein sollte, um noch „angezogen“ zu wirken, bekam ich ebenfalls eine brauchbare Antwort: Wenn die am Körper locker ausgestreckte Hand am Saum endet, dann hat er die richtige Länge. In der Regel seien dies „etwa 12 Zentimeter über dem Knie.“

Mit so viel Wissen ausgestattet: Entweder Minirock neu kaufen oder mal gucken, ob noch jemand einen im Schrank hat. Und Nähmaschinenbesitzerinnen sind immer im Vorteil.

Einige Informationen habe ich aus der ELLE, und mehr erfuhren wir aus den Erzählungen von Zeitzeuginnen. Die Zeit zurückgedreht hat Gebhard für uns.