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Mit Anstand schreiben ...

Mit Anstand bringen wir die Nikolaus-Woche zu Ende. Bis Freitag verschwinden Nikolaus und seine Kasper wieder von der Bildfläche, und alles, was mit ihnen zusammenhing.

Dann wollen wir wieder die süße Frivolität zu Wort kommen lassen, die auf der Zunge zergeht … sei es in Worten, Liedern, Schokoladengenüssen, Speisen, Getränken oder Körperflüssigkeiten.

Ach ja, und Weihnachten … mal sehen, was es da noch an Geschenkideen gibt … sie müssen nicht unbedingt für den Genuss der Lust auf der Zunge sein …

Falls ihr Ideen habt ... bitte her damit ...

Die unglaubliche Geschichte von Jasmin, Nikolaus und Ruprecht

Wo züchtigt man die Bösen, wenn es keine Pferdeställe mehr gibt?

Prolog

Sunnerklus, de gode Mann, kloppt an alle Dören an, lüttje Kinner gifft he wat, grode Kinner steckt he in ́ Sack..

Der geneigte Leser, mehr aber noch die geneigte Leserin, mag sich wundern, warum das alte Duo aus dem braven Nikolaus und seinem schlagfreudigen Knecht Ruprecht nur noch selten öffentlich auftritt. Die Ursache liegt darin, dass in den 1970er Jahren eine Maid namens Jasmin C. den Nikolaus veranlassen wollte, sie in den Sack zu stecken. Zugebunden bis obenhin sollte jener Sack sein, und wenn er wieder geöffnet wurde, sollte Ruprecht dastehen, um ihr mit einer frisch geschnittenen Birkenrute die Unarten auszutreiben. Es steht unzweifelhaft fest, dass die Maid Jasmin ein gewisses Vergnügen von ihrer Züchtigung erwartete. Aber ach … na, wenn Sie wissen wollen, was damals in einer mittelgroßen Stadt im Weserbergland geschah, dann müssen Sie schon weiterlesen. Wir haben uns die unglaubliche Story von Jasmin C. selber erzählen lassen, und wir zweifeln nicht daran, dass sie uns die lautere Wahrheit erzählte.

Unsere Geschichte beginnt, als Nikolaus und Ruprecht entdeckten, dass es in der Wohnung von Jasmin K, ledig, 26, keine kleinen Kinder zu bescheren gibt. Da Jasmin dennoch auf der Liste stand, dämmerte es Nikolaus, dass sie eine fast vergessene Tradition fortführen sollten: Das einbinden von großen, naseweis gewordenen Maiden in Jutesäcke, um sie später ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Nikolaus versucht sich zu erinnern

Nikolaus sah erst Jasmin an, dann seinen Knecht: „Wir haben schon lange kein Mädchen mehr in den Sack gesteckt“, sagte er nachdenklich. „Bist du sicher, dass du noch weißt, wie es geht?“ Sein Knecht blickte verächtlich zurück: „Wenn einer von uns Alzheimer bekommt oder die Krätze oder die Schweinepest, dann bist du es, Nicki, mein Läuschen. Doch insgeheim dachte er dass er nun an den letzten verbliebenen Sack, den sie seit Jahren mitschleppten. Er war, soweit konnte sich Ruprecht noch erinnern, für einige naseweise „große Mädchen“ bestimmt, die man in den Sack zu stecken hatte, wenn sie dem Nikolaus eine Nase drehten oder ihm gar die hübschen Brüste entgegenstreckten. Schließlich war der Mann die Reinkarnation eines Heiligen, da hatten die Mädchen zu erschauern und die Köpfchen zu senken. Hatte er nicht damals (nun ja, das ist lange her) drei Jungfrauen davor bewahrt, in ein Bordell verkauft zu werden? Nein, nein, niemand muss dem Nikolaus dafür die Füße küssen, aber etwas Respekt konnte man doch erwarten, oder etwa nicht?

Passt die zierliche Jasmin in Ruprechts Jutesack?

Wie war das also mit dem Sack? Ruprecht, der bekanntlich aus anderem Holz geschnitzt war als der sanfte, bedächtige Nikolaus, nahm mit den Augen Maß, taxierte die Körperlänge, die Hüfte, die Oberweite und das Gewicht der Jasmin und sagte schließlich: „Könnte passen.“

„Meinst du wirklich?“, sagte Jasmin, die den Röntgenblick des lechzenden Knechts wohl bemerkt hatte, „ich bin 26, Herr Ruprecht, und ziemlich zierlich, wie Sie wohl sehen. Dazu 175 Zentimeter in der Länge und nicht sehr voluminöse in der Breite, doch bin ich etwas breiter in den Hüften und an den Brüsten … und 69 Kilo leicht, wenn Sie das noch wissen müssen für Ihre Berechnungen …“

Nun wissen die Nikolausisten unter Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass der tappige Ruprecht weder lesen noch schreiben konnte, und dass er mit „Zentimetern“ oder „Kilogramm“ so viel anfangen konnte wie der Frosch mit dem Fahrrad. Aber er tat so, als schreibe er dies alles fleißig auf.

Nikolaus räusperte sich. „By the way, Ruprecht, altes Trampeltier“, mischte er sich ein, „wohin bringen wir die Metz überhaupt und … was machen wir dort mit ihr?“ „Tango tanzen“, sagte Ruprecht - es war das Erste, was ihm so einfiel, doch dann verbesserte er sich: „Soweit ich mich erinnere, haben wir sie früher immer in den Stall gebracht, und sie dort mit der Rute traktiert … wegen der moralischen Aufrüstung.“

Nikololaus grummelte etwas in den Bart, bevor er sagte: „Die haben hier überhaupt keine Ställe mehr, sondern Garagen. Und außerdem habe ich mein Strafbuch vergessen … und hast du etwa eine Rute?“

Jasmin, die bisher amüsiert zugehört hatte, ergriff nun das Wort: „Aber ihr Herren könntet doch einfach eine Missetat erfinden, und eure Hände sind doch stark genug, um mich zu züchtigen?“

Das war zu viel für Nikolaus, dem offenbar erst jetzt klar wurde, was Jasmin von ihnen beiden erwartete, und er polterte: „Wir erfinden keine Missetaten, wir sühnen sie - und es kommt nicht infrage, dass dieser hässliche Schrat einen nackten Weiberhintern schlägt.“ Mit dem „Schrat“ meinte er unzweifelhaft Ruprecht, der die Beschimpfung seines Kompagnons stoisch ertrug.

Doch Jasmin ließ nicht locker: „Hört mal, ihr Scheißkerle, das ganze Jahr, warte ich auf euch, damit ihr mir die Leviten lest … und nun kommt ihr mit gar nichts hier an außer mit einem alten Sack?“

Wer sich vorher auszieht, passt besser in den Sack - oder auch nicht

Dabei sah Jasmin insbesondere den Nikolaus intensiv an, der offensichtlich gerade damit kämpfte, ob er dem Ruprecht die einzige Trophäe gönnen sollte, die er auf der weiten Reise einheimsen konnte. Schließlich nahm er einen großen Schluck Rum und sagte beiläufig: „Na, wenn die Deern das unbedingt will und du auch Bock auf Einsacken hast, dann nehmen wir sie eben mit.“

Nun begann Jasmin zu strahlen, und sagte keck in Richtung Ruprecht: „Soll ich mich ausziehen, bevor du mich in den Sack steckst?“, und während sie die noch sagte, öffnete sie den Verschluss ihres Rocks und ließ ihn achtlos herunter. „Mehr?“

Trotz seines Alters war Ruprecht immer noch in der Lage, zu erröten, wenn sich eine Frau auszog. Und nachdem er abwechselnd Jasmin, den Nikolaus und den Sack beäugte, fand er schließlich: „Am besten, du ziehst dich bis auf die Unterwäsche aus – dann kann in den Sack besser über dich stülpen.“

Schnell zog Jasmin die wenigen Kleidungsstücke aus, die man allgemein als Oberbekleidung ansieht, trat dann vor Ruprecht und sagte mit sinnlichem Lächeln:: „Gefalle ich dir du Lustgreis?“ Ruprecht blieb die Luft weg, einerseits wegen der frivolen Dessous, anderseits wegen des Wortes „Lustgreis“, und nun trat auch noch Nikolaus dazu und sagte streng: „Du kannst nicht so nackt bleiben, meine Kleine, wirklich nicht. Du siehst ja aus, als hättest du genau an dem Ort gearbeitet, vor dem ich die jungen Frauen bewahren wollte.“ Dabei deutete er auf die schwarzen Strapse und die Nylons, die daran befestigt waren: „Das ist ein No-Go, wirklich. Damit verstoßen wir gegen die nikolausige Ethik, mein Fräulein … und überhaupt. So kommen wir nicht mal bis zur Straße, geschweige denn zum Eselkarren.“

Jasmin prustete vor Lachen. „Die Strapse hab‘ ich nur für euch angezogen, damit ihr mir auch glaubt wie verdorben ich bin – und ihr mir hübsch den Hintern verstriemt – und sie bleiben solange dran, bis dieser Ruprecht die Rute herausholt. Dann sehen wir mal weiter, Herr Nikolaus.“

Nikolaus stülpt den Sack über Jasmin

„Gib mal den Sack“. Nikolaus nahm ihn einfach dem Ruprecht ab, stülpte ihn der verdutzten Jasmin über den Kopf und zog ihn über die Brüste und die Hüfte nach unten. Oh je … der Sack hätte vielleicht einer jungen Magd zu Zeiten Friedrichs des Großen aufnehmen können, aber keine Frau aus dem 20. Jahrhundert – jedenfalls reichte ihr der Sack mal gerade bis über die Oberschenkel. Das hatte natürlich auch Ruprecht gesehen, der gleich zeterte: „So ist das auch nicht gedacht. Sie muss mit den Füßen zuerst in den Sack, dann wird er über den Kopf gezogen und dann zugeschnürt.“

Über so viel Blödheit musste nun sogar Nikolaus den Kopf schütteln. „Hey, Ruppy … wenn er so herum nicht passt, dann passt er andersherum auch nicht“, harschte er seinen Knecht an, der nun nachzudenken schien. Schließlich kam er zu dem Ergebnis, dass ein Sack, der über den Kopf gezogen nur bis zu den Oberschenkeln reichte, auch anders herum nicht den ganzen Körper einhüllen würde, und dass in diesem Fall sogar der Kopf oben herausgucken würde, und das sagte er dann, etwas geknickt auch seinem Chef.

Die Vorschriften sprechen gegen den Transport der Maid im Sack

Nikolaus sah in die aktuellen Vorschriften für den Transport von Maiden auf Eselkarren, die er einst mit dem König von Preußen ausgehandelt hatte, und fand nichts über den Transport. Was eigentlich logisch war, da die Maiden damals in Ställen oder auf Dachböden gezüchtigt wurden. Die Straßenverkehrsordnung der Neuzeit sagt auch nichts aus, und ob ein roter Lappen, an Kopf oder Fuß der Maid befestigt, ausreichen würde, um den Anforderungen der Obrigkeit zu genügen?

„Scheißvorschriften“, sagte Nikolaus schließlich. Und, an seinen Knecht gewandt, „wo willst du sie eigentlich hinbringen? Und falls dir wenigstens das noch einfällt: Wo hast du eigentlich deine Rute? “

Ruprecht kippte seine Kiepe um, doch außer abgelaufenen Parkscheinen und ein paar Heftchen, deren Aussehen und Inhalt wir hier schamhaft verschweigen, kam nichts zum Vorschein: „Hab ich vergessen“, sagte er schließlich. „Haben wir auch seit mindestens zwölf Jahren nicht mehr gebraucht.“

„Dann brauchen wir sie auch mit mitzunehmen“, sagte Nikolaus sichtlich erleichtert, dem die ganze Prozedur längst auf den Sack ging. „Die bedürftige Maid soll sich wieder ankleiden, und du bringst mal dein krankes Hirn in Ordnung, Ruppy!“

Nikolaus und Ruprecht als frustrierte Quasselköpfe - und eine enttäuschte Maid

Als sich nun erwies, dass der Sack weder in der einen noch der anderen Richtung den schönen Körper der Jasmin ganz zu verhüllen vermochte, und nachdem das Problem des Transports ebenso unlösbar erschien, wie die Beschaffung geeigneter Ruten, saßen eine Frau und zwei alte Männer ratlos auf dem Fußboden. Sie betrachten einander mit Blicken unterschiedlicher Art und dachten sich ihren Teil. „Ihr seid vielleicht zwei Weihnachtsmänner“, sagte Jasmin schließlich, „keine Ahnung, was ihr machen wollt, kein richtiges Werkzeug, und zudem seid ihr notorische Säufer, Dummbacken und Quasselköppe.“

Indessen ist Betroffenheit, wie jedermann weiß, nicht der Stärke der Menschen, die Gutes tun. Und so protestierte Nikolaus zuerst prahlte mit seinen guten Taten und dem vielen Gold, dass er früher mal in die Fenster der Maiden geworfen hatte, und griff schließlich seinen Knecht an: „Erst seit ich mit dem da herumzottel, geht alles schief.“Der will das Böse aus dem Leib herausschlagen, und in Wirklichkeit …“ Nikolaus musste einen weiteren tiefen Schluck Rum nehmen, bevor er das Wort aussprach: „… ist der Knecht nicht als eine alte Pottsau, der auf die Brüste der Maiden schielt ….“

Frust bei Jasmin, ein weinender Nikolaus und eine Trennung

Inzwischen hatte auch Jasmin die Nase gestrichen voll von den beiden Pennern, bemerkte aber noch keck: „Wenn dein Knecht die Sache mit dem Einsacken und der Rute im Griff hätte, wär’s ja schön geworden – aber mal ehrlich: Ihr seid beide Versager.“

Daraufhin weinte der Nikolaus bitterlich, trank den Rest des Rums aus der Flasche in einem Zug aus und sagte schließlich voller Zorn: „Ich werde diesen dreckigen Lustgreis einfach herauswerfen und nur noch Gutes tun.“

Der Nikolaus setzte diesen Vorsatz auch sogleich um, verließ das Haus und setzte sich in die „Bar zum Kakadu“, wo er die anwesenden Damen mit den Resten des Konfekts beglückte, die er aus den Falten seines Süßigkeiten-Sacks hervorgrubelte. Er erinnerte sich, dass er einst noch Goldstücke in die Fenster warf und schämte sich plötzlich, dass er heute nur noch Konfekt verteilte, der die Damen sicherlich nicht retten würde. „Such is life“, dachte er bei sich und entschuldigte sich innerlich damit, dass auch dem Nikolaus heutzutage nicht mehr alles möglich ist, zumal mit dem vielen Rum, der ihn mittlerweile müde gemacht hatte. Den Ruprecht, der ihm zuerst nachgelaufen war, sich dann aber im Pflaster verstolperte, sah man noch eine Weile in der Nähe des Flusses, wo er unanständige Lieder schmetterte, deren unflätiger Inhalt auch am andern Ufer noch zu hören gewesen sein soll.

Und was wurde aus der holden Maid, die darauf gehofft hatte, wenigstens einmal im Leben die Freuden einer echten Rute, geschlagen von einem wahrhaftigen Ruprecht, zu empfinden?

Man sah sie in den nächsten Tagen oft im Birkenwald, wo sie fleißig Zweige schnitt, denn diese Geschichte hat eine späte Moral: Gute Werke verlangen vor allem gute Werkzeuge. Und eine Hand, die sie zu führen weiß, würde sich schon finden. Es gibt ja auch noch den Weihnachtsmann, der ein paar Wochen später seine Runde macht.

Epilog

Seit diesem Ereignis trennen sich die Wege von Nikolaus und Ruprecht, und in den meisten Gegenden sieht man den bärtigen Rotmantelkauz nur noch solo – ohne Ruprecht, ohne Esel und ohne die Flasche hochprozentigen Rums. Ruprecht soll jetzt irgendwo unter den Brücken schlafen – sagen die einen. Die andern sagen, eine schöne Maid hätte ihn gezähmt und würde ihn dann und wann noch ausleihen. Und wieder andere behaupten, er sie nach Österreich ausgewandert, um die dortige Krampus-Szene aufzumischen. Als falsch erwies sich hingegen die Behauptung, der Ruprecht würde jetzt als „Teufel im Käfig seiner Begierde“ von Jasmin auf dem Jahrmarkt gezeigt werden.

Jedenfalls muss auch der Sunnerklus alias Nikolaus anderwärts einen neuen Mann fürs Grobe angeheuert haben. In Holland nennt man den Begleiter den Schwarzen Peter, und bei den Alpenscheinis den Krampus. Wie das Verhältnis der Herren zueinander ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Manchmal ist es besser, nichts Genaues zu wissen.

Woche der Betrachtungen über die Rute

Diese Woche ist die Woche von Nico und Nicola, von Ruprecht und Pelzmärtel, und nicht zuletzt vom schlimmsten Krawallmacher des Nikolaustags, dem Krampus. Von Letzterem sind vor allem die Damen zugleich entzückt und verwirrt – denn er allein lässt sich nun so überhaupt nicht einordnen unter all den wilden Gesellen, die Nikoläuse so anschleppen.

Ein Naturprodukt aus frischen Birkenzweigen

Eigentlich handelt es sich bei der Rute um einige von Blättern befreite, sorgfältig gebündelte Zweige der Birke, die entweder frisch geschnitten oder sorgfältig gewässert werden mussten, um stets die gewünschte Wirkung zu entfalten.

Die Rute als Instrument der Körperstrafe

Diese Wirkung wird unterschiedlich beschrieben. Einmal galten Rutenstrafen als äußert schmerzhaft oder gar unerträglich. Die Spuren bleiben – so wird gesagt – tagelang sichtbar. Und gelegentlich wurde so lange auf die Delinquenten eingeschlagen, bis die Ruten zerbrachen oder Blut aus den geschlagenen Wunden austrat. Dies war zumeist dann der Fall, wenn die Ruten im vollen Ernst oder gar voller Wut auf die nackten Gesäße von Dienstboten oder gar Sträflingen geschlagen wurden.

Die Rute als Mittel, um die Sinne zu wecken und Intimität zu erzeugen

Die sinnliche Rute hingegen wird von der schönen, heimlich verehrten Gouvernante geführt, und sie dient einmal dazu, die Lust im Genitalbereich zu verstärken, was nicht auf den Schmerz, sondern auf die stärkere Durchblutung zurückzuführen ist. Sodann konnte sie durchaus Schmerzen verursachen, doch dieser liebevoll ertragene Schmerz führte nicht selten zu Ritualen der Lust. Dabei diente die Rute vor allem dazu, die Schamgrenzen aufzuheben. Auch in diesen Fällen schlug man vorzugsweise auf das unbekleidete Gesäß, doch wurden die Schläge, wenn sie leicht und stetig gegeben wurden, eher als sinnlicher, prasselnder Wasserfall erlebt wurden, zumal, wenn sie häufiger angewendet wurden. Und sie hatten eben auf viele Menschen diese faszinierende Doppelwirkung von Lust und Schmerz, die wenige bewusst genossen, aber viele durchlebten, die darüber schwiegen.

War von vornherein klar, dass die Schläge der Lust dienen sollten, entfiel auch die Furcht vor Schmerz und Tränen, selbst dann, wenn sie dann doch eintraten.

Schamvolles Schweigen in der Literatur

All dies ist in der Literatur kaum zu finden. Das Einzige, was wir immer wieder lesen können, ist die brutale körperliche Bestrafung durch eine enorm hohe Anzahl von Rutenschlägen als Strafe. Oder die Perversion mancher Londoner Gentlemen, sich in „Flagellationsbordellen“ den Hintern blutig schlagen zu lassen und sich daran aufzugeilen.

Die Drecksarbeit machte nicht der Nikolaus

Der gute Nikolaus – dies sei zu seinen Ehren gesagt – vergriff sich selbst nicht an der Rute, sondern überließ die Drecksarbeit seinen Knechten, den dunklen Gestalten der Raunächte. So entstand dann die Legende vom schenkenden und strafenden Nikolaus.

Zwei liebe Wochen: Schlampen, Ruten, Weihnachten und Miss Y.

Ho, Ho es wird Weihnachten. Na und? Ändert sich dadurch was? Bei mir nicht, bei euch nicht und beim Weihnachtsmann auch nicht.

Die Frage, wie ihr die Schlampe in euch erwecken und wegzaubern könnt, je nachdem, wer kommt, bleibt jedenfalls. Heiß oder dezent? Schlampe oder liebevolle Umsorgerin? Na ja. Lest mal. Und wenn ihr absolut auf Schlampe umsteigen wollt: hier die Tipps von Miss Y.

Na, und wenn ihr nun meint, das wäre ja alles so irreführend – dann werdet euch mal klar, dass Liebe, Sex und Lust niemals eindeutig sind – kapiert? Wenn nicht, könnt ihr das nachlesen.

Und hey! Die Ware Mann wird knapp! Natürlich nicht wirklich. Pressescheiß, wie üblich.

Klar, du hättest auch mal die Nikola geben können die böse Schwester vom Nikolaus. Die gibt bösen Männern ganz entzückend die Rute, was diese selbstverständlich völlig begeistert. Meint Gramse, der alte Sack.

Wer Geschichten über die Lust an der Rute schreiben will, sollte mal die Recherche von Ubi lesen – Rutenstrafen vor Publikum – Fiktion und Wahrheit.

Für alle Miss-Y.-Fans haben wir noch zwei „Gutsle“: einmal, was du für ihn Weihnachten tun solltest, wenn du einen Mann zu Hause hast. Und einmal, was du ihm sexuell bieten musst, um ihn zu behalten.

Dem Chef geht Weihnachten seit Jahren auf den Keks – und diesmal schreibt er, warum. Einen Weihnachtsbaum hat er trotzdem, soweit ich weiß.

Was kann ich euch wünschen? God Jul. Oder fröhliche Weihnachten – und jede Menge Freude beim Geschenkeauspacken.

Der romantische Nikolausabend, die Rute und Gramse

Da guckt der echte Nikolaus skeptisch ...
Der romantische Nikolausabend, die Rute und Gramse. Eine weitere Geschichte über Buschbaby, Liane und dem Pinotage saufenden, abgewrackten Ex-Redakteur Gramse. Und das beste: Sie sind alle erflunkert.

Gestern Abend sitze ich also mal wieder in Lianes Bar, da kommt Buschbaby herein, mit einem kleinen Sack voller Süßigkeiten, schenkt mir eine Schokoladenfigur mit Rute, und bevor ich fragen kann, sagt sie: „Zum Nikolaus, Jojo, zum Nikolaus!“

Ziemlich komisch. Letzte Woche erst hatte mir meine Friseuse so was in die Hand gedrückt. „Damit du immer an uns denkst“, hatte sie mit ihrem strahlenden Christkind-Lächeln gesagt. Wäre nicht nötig gewesen, denn keine Friseurin hat so hübsche Titten wie sie - na jedenfalls das, was sie davon zeigt und einem zu fühlen gibt, wenn sie an den Haaren herumschnippelt. Seht mal, das ist der Grund, warum ich zu ihr gehe. „Kundenbindung“ nennt man so etwas, und außerdem kostet das einen Fünfeuroschein Trinkgeld extra.

Sag ich also zu Buschbaby: „Na, machste jetzt in Kundenbindung?“ Da grinst Buschbaby und sagt: „Du bist doch eher ein Typ für die Rute, oder?“ Oh, oh, ich erröte mal wieder über alle vier Backen und werde ganz kleinlaut: „Kann ich mir nicht leisten, Äffchen, wirklich nicht.“ Aber dann denke ich: Ich kenn Buschbaby jetzt seit 10 Jahren, und eigentlich ist sie doch eher eine Frau, die auf zärtlich-naive Studentin macht – was bei alten Säcken (ja, wie mir) ja bekanntlich das Herz weichbuttert und die Brieftasche öffnet. Und also frage ich mal: „Seit wann machst du eigentlich Domina?“

Na ja, ihr kennt ja Buschbaby, oder nicht? Jedenfalls guckt die erst mal ganz empört und sagt: „Jo Jo, ein für alle Mal, ich bin keine Domina, sondern schenke den Kerlen das Glück, einmal wieder bestraft zu werden für all das Böse, was sie angerichtet haben. Wann ist das romantischer als an Nikolaus?“

Tja, wann sind süße Schläge auf ein helles, weiches Brötchen eigentlich romantischer als am Nikolaustag? Zumal, wenn der Nikolaus Buschbaby heißt …

Buschbaby wurde übrigens bald abgeholt. Liane gab ihr noch einen großen, kräftigen Jutesack, den sie hinter der Bar deponiert hatte. Hab mal aus dem Fenster gelinst: große Limousine, Mann mit Nadelstreifen und Handkuss. Und ich? Ich habe erst mal ein Glas Pinotage ausgetrunken und mich dann an den kleinen Tisch rechts von der Bar gesetzt, und meine Geschichte geschrieben – so wahr ich Gramse heiße.