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Singles, Online-Dating und Corona-Profiteure

Ich bin ganz sicher: Heute sitzen einige rotzfreche Texter im Auftrag ziemlich unverschämter Auftraggeber aus dem Online-Dating-Bereich vor dem Bildschirm, um euch die „Vorteile der Corona-Krise“ nahezubringen.

Ich weiß das, weil ich schon die ersten Elaborate gelesen habe. (Nein, ich habe sie nicht geschrieben).

Die Behauptungen sind so dümmlich wie fadenscheinig, zum Beispiel diese:

Kennenlernen wird qualitativer.

Wir erfahren dabei, dass Menschen sich durchaus zurück ins Briefzeitalter begeben können, nur dass die „Postkutsche nicht mehr den Antwortbrief bringt“. Und insgesamt sie diese so wird uns bedeutet, sie dann „qualitativ hochwertiger“. Na immerhin nicht mehr „qualitativer“ - mir fällt ein Gesteinsbrocken vom Herzen.

Doch schon in einem der nächsten Sätze türmen sich die Steine wieder auf: Ich lese von „tiefen Begegnungen dank Abstand halten“ und damit sind keine Tauchausflüge gemeint.

Den Viren dankbar sein?

Und wofür können wir den Viren nun dankbar sein?

Ich erfahre, dass „in Sachen Partnersuche“ die „Gesellschaft nun verlangsamt“ würde. Und nun kommt das Wort „endlich“ ... denn nun können „endlich wieder ausführliche Begegnungen“ stattfinden.

Aha, die Gesellschaft wird verlangsamt, endlich ... und ich frage mich, was das mit Single-Börsen oder Online-Dating zu tun hat. Denn gerade jetzt finden eben keinen „ausführlichen Begegnungen“ statt, sondern zögerliche Kontaktversuche, die letztlich unverbindlich sind.

Oh nee ... die Krise als Retter der Kennenlern-Kultur? Geht’s noch? Ich glaub, mich knutscht ein Elch ... so sagte man doch zur Postkutschenzeit. Oder war das später?

Ob ich zu dem Artikel verlinke? Auf keinen Fall.

Kann Apple die Dating-App-Seuche eindämmen?

Reden wir mal von einer „etwas anderen“ Pandemie - der Verbreitung absolut sinnloser Dating-Apps. Ich wundere ich ja immer, warum es nach wie vor Menschen gibt, die ihr Geld in die Entwicklung in äußerst fragwürdige „Apps“ stecken. Es gibt nicht nur genug davon, es gibt viel zu viele und ein großer Teil davon ist fragwürdig.

Dating-Apps nur noch mit "Mehrwert"

Nun hat Apple angekündigt, in Zukunft keine Furz- und Rülpsapps mehr zuzulassen (gab es die?), aber auch keine Wahrsage-, Dating- und Kamasutra-Apps. Vor allem, weil es zu viele davon gibt, und zweitens, weil sie qualitativ größtenteils minderwertig sind.

Es gibt jedoch Ausnahmen. Demnach wird Apple nach seinen AGB für Entwickler diese Apps weiterhin zulassen, wenn sie ein „einzigartiges und qualitativ hochwertiges Erlebnis“ darstellen.

„Dating“ ist vielfach in Verruf geraten. Einmal dadurch, dass sich zu viele Firmen damit beschäftigen, die ausschließlich aus Profitinteressen handeln und ihre „Kunden“, die ohnehin als „Unser“ abqualifiziert werden, nicht wirklich ernst nehmen. Dann aber auch dadurch, dass Sexdating und Prostitution Nahtstellen haben, die vielfach gerügt worden sind. Und schließlich dadurch, dass niemand nachweisen muss, wirklich genügend echte Partnersuchende in seiner Datei zu haben, um seriöse Geschäfte zu machen.

Online-Dating - kann der Begriff wieder "zurück zur Seriosität" finden?

Sollte es wirklich gelingen, „Online-Dating“ wieder zu einem seriösen Begriff zu machen? Ich zweifle daran. „Dating“ wird mehr und mehr zu einem Geschäft mit Sehnsüchten, die mindestens teilweise unerfüllbar sind. Und sogenannte „anspruchsvolle“ Suchende tragend dazu sogar im etwas seriöseren Teil des Online-Datings bei.

Deutsch auch in Netzwelt.

Das holde Fräulein zum Anklicken

Minnesänger - Lug und Trug als "Romantik" verbrämt
Warum ist Online-Dating so „unromantisch“, ja, sogar „superunromantisch“?

Ich lese:

Schließlich hatten ja auch weder die Minnesänger noch die Dichter der Romantik WLAN und konnten sich überlegen, ob sie lieber dieses holde Fräulein anklicken sollten oder jenes. Oder doch lieber dieses.

Nein, hatten sie nicht. Schon allein deshalb, weil sowohl die Minnesänger wie auch die Dichter der Romantik eher in verklärten Illusionen in unseren Köpfen hängen geblieben sind als in dem, was damals Realität war.

Die Romantik auf Neuzeitlich ist auch nicht ehrlicher

Ich lese weiter:

Wir möchten überwältigt werden, der Blitz soll in unser Gefühlszentrum einschlagen.

Wir? Unser?

Nun ja. Dies ist ein freies Land, und jede Meinung ist so gut wie die nächste. Und auch ja, Online-Dating kann einem Bewerbungsgespräch entsprechen. Es kann dem „Shopping“ ähneln. Aber das alles heißt noch lange nicht, dass es so sein muss.

Die Freiheit hat ihren Preis

Denn das heutige Dating ist ein Ausdruck von Freiheit, den weder die Minnesänger noch die Besungenen der Romantik-Dichter noch Großeltern oder Urgroßeltern hatten. Und diese Freiheit liegt darin, so lange zu suchen, wie jemand will, so viele Partner zu erproben, wie jemand mag, und sich schließlich ganz unromantische zu entscheiden, bei wem man bleiben will.

Romantik? Ja, warum nicht? Dazu allerdings müsstet ihr entspannt zum Date gehen, sie es online oder offline vereinbart, sei es ein Zufall oder eine Einladung.

Fachleute? Suche und finde die Gründe bei DIR!

Vielleicht glauben manche Frauen und Männer (und leider auch Fachleute) wirklich, alles läge daran, ob du „Online-Dating“ machst oder Offline-Dating“. Aber daran liegt es auf keinen Fall. Es liegt an deiner Einstellung zu dir selbst und zu anderen Menschen - und an nichts anderem.

Die Quelle der Zitate ist die Brigitte.

Eine persönliche Nachricht an meine Leser zur Partnersuche

Der Herausgeber
Ich habe hier längere Zeit keine Beiträge zum Dating mehr geschrieben, weil ich mit anderen Tätigkeiten beschäftigt war. Zugleich habe ich das Konzept für die Frage „wie finde ich einen Partner“ etwas verändert. Unter anderem habe ich aus meiner langjährigen Erfahrung mehrere Wege zusammengestellt, wie ihre euren Partner (oder eure Partnerin) finden könnt.

Um nicht missverstanden zu werden: Alles, was ich zuvor schrieb, ist weiterhin gültig. Allerdings haben sich die Möglichkeiten und Bedingungen der Partnersuche in den letzten Jahren verändert. Teilweise suchen die jungen Leute ihre Partner so, wie man es vor 50 Jahren tat: halb zufällig, halb gezielt - und zwar wo immer man ihnen begegnete. Andererseits suchen viele ihre Partner heute über Apps, und das gleicht eher einem Spiel. Schließlich gibt es weiterhin Online-Dating traditioneller Art, für die sich der Markenname „PARSHIP“ durchgesetzt hat. Immerhin spricht man neuerdings von „parshippen“ - wenngleich das Wort nicht im „DUDEN“ erscheint. Hingegen ist „tindern“ (Per App „Tinder“ einen Partner zu suchen) inzwischen ein Wort, das du im Duden findest. Auch die Partnervermittler und die Privat-Zeitungsanzeigen sind nicht ganz verschwunden, doch trifft man dort eher „gesetztere“ Menschen an.

Daraus ergibt sich folgendes Bild unterschiedlicher Möglichkeiten:

Nah oder Fern

- Die traditionelle „Nahsuche“, also das Suchen in unmittelbarer Nähe, existiert weiterhin - vom Sandkasten über die Schule und den Bekanntenkreis der Verwandten bis hin zu Studium und Arbeitsumgebung.

- Die „Fernsuche“ ist nicht wirklich neu, war aber früher nur dem Adel und reisenden Kaufleuten oder Handwerkern vorbehalten. Heute umfasst die „Suche in der Ferne“ sowohl Nachbarstädte wie auch ferne Gemeinden oder Bundesländer - und sie geht sogar über die Landesgrenzen und Kontinente hinaus.

Gezielt oder „Schrotschussmethode“?

- Wenn sich jemand wirklich entschließt, einen Partner(eine Partnerin) zu finden, ist die gezielte Suche das Mittel der Wahl. „Gezielt“ zu suchen heißt nicht, eine Menge Kriterien zu haben und zu schauen, dass alle zutreffen. Vielmehr legst du zwei oder drei Hauptkriterien fest, die du unbedingt von deinem Partner erwartest, und nach denen wählst du aus. Du kannst Nebenkriterien festlegen, aber ich empfehle es dir nicht. Sieh dir die Menschen an, die den Hauptkriterien entsprechen, und entscheide dann, ob du die übrigen Merkmale der Person schätzt.

- Die Schrotschussmethode - auch Dynamitfischen genannt - ist dann angebracht, wenn du viel Zeit hast oder unsicher bist, wen du wirklich treffen willst. Bei dieser Methode schreibst du einfach alle Frauen (Männer) an, die dir „irgendwie“ gefallen, triffst dich mit ihnen, falls sie mit dir in Kontakt treten und siehst sie dir dann an, ob sie dir gefallen.

Die Folgen für dein Leben

Wie immer und überall gibt es täglich Veränderungen in unserem Leben, und manchmal gibt es auch Trends, denen wir folgen. Aber es gibt eben auch natürliche Phänomene, die wir nicht wirklich „Im Griff“ haben, und Vorstellungen, die sehr langlebig sind, ohne dass sie wirklich einen Sinn haben.

Wieder mal DNA-Dating

Ach nee … da hat doch mal wieder jemand eine Geschäftsidee gehabt.

Und ich zitiere mal:

Die Geschäftsidee besteht darin, mithilfe von DNA-Vergleichen sicherzustellen, dass Menschen, die dieselben genetischen Mutationen für Krankheiten wie die Tay-Sachs-Krankheit oder Mukoviszidose besitzen, sich nie begegnen, verlieben und Kinder haben.

Dazu müsste man nun beurteilen, wie groß das Risiko überhaupt ist, dass entsprechend vorgeprägte Menschen einander begegnen. Zudem müsste man den potenziellen Erfolg der Dating-App bemessen können. Und drittes ist die Erkennung unbekannter Erbkrankheiten eigentlich ein Problem der Medizin.

Alte Idee, neu verpackt

Das alles lässt vermuten, dass die Idee so doll nicht ist. Denn beim Online-Dating kommt es drauf an, aus einer Vielzahl von Partnern in einer relativen Nähe auswählen zu können. Die Möglichkeit, auf unbekannte genetische Risiken zu treffen, ist dabei ausgesprochen gering.

Also verkauft der Erfinder einen Zusatznutzen, den nur wenige Menschen benötigen. Laut Presseberichten soll er sozusagen als „Mehrwertdienst“ an Partneragenturen angehängt werden. Es geht also darum, etwas zu verkaufen: DNA-Tests. Erneutes Zitat:

Dem Harvard-Professor zufolge könnten sie in den Abonnementpreis für Dating-Diensten einfließen, der etwa 50 Dollar pro Monat betragen kann. Der Harvard-Professor hat das Startup nach eigenen Angaben zusammen mit anderen Investoren, die er nicht nennen wollte, mitfinanziert.


Die Diskussion über die neue App ist unter den üblichen Verdächtigen heiß entbrannt – entbehrt aber jeder Grundlage. Es ist eine dieser aufgeblasenen Diskussionen, die im Grund ohne jeden Anlass von selbst ernannten Aktivisten und Ideologen in die Welt gesetzt wird.

Und zudem: DNA-Tests zur Kompatibilität sind wirklich nichts Neues – daran haben sich schon zahlreiche „Erfinder“ versucht.

Wenn euch der Test aus gesundheitlichen Gründen interessiert, gibt es eine gute Möglichkeit, sicher zu sein: Zum Arzt deines Vertrauens zu gehen, bevor du heiratest oder dir Kinder wünscht.

Zitate: Heise
Heise beruft sich auf Popularmechanics
Und das alles ist nicht neu: Das Erste