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Partnersuche: Gefunden werden wollen

Jüngst wurde ich gebeten, eine Frage zum Online-Dating zu beantworten. Es war nicht DIE FRAGE, aber ich habe dennoch DIE ANTWORT nachgeschoben:

Suchen ist seliger als gefunden werden wollen.


Irgendwie habe ich von den Meinungen anderer gelernt, dass auch „Jungs“ (Männer jeden Alters, wer sonst) sich vorstellen, „irgendwie gefunden“ zu werden. Was dazu führen kann, mit jedem beliebigen Schrott geködert zu werden. Von „schicke erst mal Mäuse rüber“ bis „wir hätten da noch so einen Klub, in man man sich treffen kann.“

Frauen saßen lange Zeit auf den gleichen Bahnhöfen. Sie erwarteten, dass ein ICE sie auf einem Provinzbahnhof abholen würde. Ihr wisst sicher, dass sie in der Provinz (hoffentlich) nicht halten. Stattdessen haben findige Jungs (ja, wieder jeglichen Alters) sie in ihre Kuschelabteile gelockt und am Ende der Reise wieder rausgeschmissen.

Und all das ist so gewesen, weil sie bitteschön „gefunden“ werden wollten.

Also - bitte merken: Suchen heißt nicht, auf Provinzbahnhöfen zu warten, bis ein ICE hält.

Frauen und Online-Dating: Du brauchst aussagefähige Fotos!

Du brauchst aussagefähige Fotos für seriöses Dating, Casual Dating oder intime Begegnungen?
Es wird dich überraschen, dass sie ähnlichen Grundbedingungen folgen.

Rat für die Fotos beim Online-Dating gibt dir jeder, weil Rat billig ist. Wir haben uns ganz woanders erkundigt: dort, wo Stil und erotische Erscheinung eine größere Rolle spielen als bei einem simplen Selfie oder einer Amateur-Aufnahme mit dem Handy. Um es klar zu sagen: Wir haben uns im hochpreisigen Bereich von „Begleiterinnen“ umgesehen.

Und alles fängt an … mit dir und der Wahl des Fotografen. Denn du brauchst einen guten Porträtfotografen, der mehr kann als eine Kamera auf dich halten.

Ich drücke es mal einfach aus:

1. Du musst sagen können, wie und auf wen du wirken willst.
2. Der Fotograf muss diein Anliegen kennen und darauf vorbereitet sein. Es ist ein Unterschied, ob du einige sinnliche Begegnungen suchst oder ob du auf eine Ehe zusteuerst.
3. Du brauchst einen Friseur/eine Friseurin, eine Kosmetikerin und mehrere Bekleidungsstücke, die typisch für dich und deine Absichten sind.
4. In dem Sonderfall, dass du „Casual Dates“ suchst, brauchst du möglicherweise auch verschiedene Dessous. Tipp: Solche Bilder von sich zu haben, schadet nie.
5. Sei offen zum Fotografen. Er (sie) wird ein Gespräch mit dir suchen, wie du aussehen und wirken willst – tut er (sie) es nicht, ist er (sie) kein professioneller Fotograf.

Obwohl Kleidung sehr wichtig ist, stimmte der Satz „Kleider machen Leute“ beim Foto nicht. Das Wichtigste ist deine Haltung, die am besten wirkt, wenn du offen und selbstbewusst daherkommst.

Lebenspartner oder etwas anderes?

Vor allem Frauen leben im Konflikt, ob sie sich als solide darstellen wollen oder als sinnlich-attraktiv. Wenn das mit einem einzigen Foto gelingen soll, wird es schwierig – dann brauchst du mehrere Fotos, die beide Seiten von dir zeigen.

Je exklusiver der Mann sein soll, den du suchst, umso mehr gehören Fotos in einem individuellen, aber durchaus auch formalen Outfit mit sinnlichem Anklang dazu. Egal, ob du seine Ehefrau werden willst oder seine Begleiterin: Ihr werdet in der Öffentlichkeit auftreten müssen.

Gemischte Gefühle – eindeutige Gefühle

Sicher ist: Männer suchen eine selbstbewusste, sinnliche und möglichst schöne Frau – vor allem, wenn du unter 35 bist. Auch wenn du das Attribut „sportlich“ im Sinne hast, bedeutet dies nicht, dass du dich im Wald mit Jogging-Anzug fotografieren lassen solltest. Es gibt angeblich Studien, die aussagen, „spontane“ Fotos würden am besten beim Dating wirken. In Wahrheit wirken professionelle Aufnahmen aber wesentlich besser, in denen deine Spontanität dargestellt wird.

Jedes Foto, auf dem du weder „aalglatt“ noch belanglos aussiehst, hinterlässt beim Betrachter mehrere, manchmal auch durchaus unterschiedliche Eindrücke. Das musst du in Kauf nehmen – zwar kann der Fotograf dir helfen, so auszusehen, wie du gerne wirken würdest – du wirst aber dennoch auf unterschiedliche Männer auch etwas abweichend wirken. Das ist also normal. Unnormal sehen Menschen meist aus, wenn sie auf einem Stuhl sitzend „abfotografiert“ wurden. Das gilt für Aufnahmen in Freizeitkleidung, Formalkleidung und Dessous gleichermaßen. Zu eindeutig auf „brav und bieder“ zu machen erzeugt ebenso einseitige Gefühle wie sich zu sehr mit sinnlichen Attributen zu schmücken.

Also: Wähl dein Fotostudio und deine Fotografin/deinen Fotografen mit bedacht.

Was sollen eigentlich Expertenmeinungen zur Partnersuche bewirken?

Die Welt ist voller Negativberichte über Dates. Dieser Tage las ich mehrfach einen Beitrag des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. Das versucht, unter dem Deckmantel der Objektivität und mithilfe eines Paartherapeuten so mehrdeutig wie möglich zu antworten. Ich gestehe: Wüsste ich nichts von der modernen Partnersuche, so würde ich von diesem Artikel abschrecken lassen.

Zitat (Frage an den Therapeuten und Antwort) :

Wie stehst du zu Online Dating? Ich habe mich oft etwas rausgewunden aus den Fragen. Weil ich fast nur Negatives höre über Online Dating.


„Ich höre nur Negatives“ als Argument? Sicher, der Herr Therapeut benutzt einen Nachsatz, um alles zu relativieren:

Dies kann natürlich auch daran liegen, dass erfolgreiche Online-Dater nicht unbedingt bei mir landen.

Schön und gut – aber was ist die Botschaft? Weißes Rauschen? Redundanzen?

Alles Wissen nur vom Hörensagen?

Was der Therapeut „weiß“, ist nichts wirklich Besonderes: Frauen sind begehrt, ihre Briefkästchen sind voll von Angeboten. Da stimmt, aber nicht für jede Altersgruppe. Aber selbst, falls die richtig sein sollte: Ist es deshalb ein Argument gegen Online-Dating? Irgendeine dusselige Verhaltensregel bestimmt, dass sich Frauen suchen und umschwärmen lassen müssen, und diesem Unsinn folgen viel zu viele Frauen da draußen. Besser wäre, selbst aktiv zu suchen.

Zum Zweiten sagt er dies: „Altersunterschiede sind groß“. Nein, das sind sie nicht … aber die Wünsche und Hoffnungen sind unterschiedlich. Vor allem, wenn man die Jagdmentalität der Männer als Maßstab nimmt: Der ältere Mann sucht was Schnuckeliges zum Vorzeigen und was Bewegliches fürs Bett – und was er dabei an Land zieht, muss nicht unbedingt für eine Langzeitbeziehung taugen. Ebenso flüchten manche „jüngere Männer“ in das Königreich der Erfahrungen, dass sie am ehesten bei etwas älteren Frauen finden.

Und sonst? Die Redundanzen nehmen kein Ende. Wir lesen, dass Dating-Situationen „etwas Künstliches“ hätten, und man „mehr Menschen treffen müsse, als einem lieb ist.

Wer am Ende des Artikels klüger geworden ist? Ich weiß es nicht.

Ich selbst wäre verwirrt, wenn ich dem Artikel Glauben schenken müsste und keine eigenen Erfahrungen oder sonst einen Einblick in die Partner-Märkte zu haben.

Scheuklappen schaden dir bei der Partnersuche

Es gibt viele Gründe, warum Partnersuche so schwer ist. Eine von ihnen ist die „Scheuklappen-Theorie“.

Bekanntlich legt man Pferden Scheuklappen an, damit sie nicht vom Geschehen recht oder links vom Weg irritiert werden. Das gilt auch für viele Partnersuchende. Wenn sie „Scheuklappen“ tragen, , dann laufen sie „stracks“ auf ihr Ziel los. Das heißt, sie treffen Verabredungen („Dates“) ausschließlich zu dem Zweck, den (nach ihrer Auffassung) „wirklich passenden Lebenspartner“ kennenzulernen. Die Chancen dafür liegen – je nach Anforderungen und Vorauswahl – zwischen 1:5 und 1:25. (1)

Das heißt letztlich auch: sie sehen weder die andere Person noch deren Interessen, sondern lediglich ihre eigene Person und ihre eigenen Interessen, die sie „erfüllt“ haben möchten.

Online-Dating als "Scheuklappen-Verstärker" - und wie man dies umgeht

Insbesondere im Online-Dating sind die Menschen unglaublich fixiert auf etwas „ganz Bestimmtes“. Dafür sorgt auch die Werbung der Anbieter, denn sie behaupten ja, mit „wissenschaftlichen“ Methoden Übereinstimmungen feststellen zu können.

Einige Kunden dieser Anbieter glauben an solche Prinzipien, andere wenden sich bewusst davon ab und nehmen nie die „Hauptvorschlagspersonen“, sondern eher solche aus der zweiten Reihe.

Die Person ist nicht die Summe der abgefragten Merkmale

Ich nehme an, dass jene, die niemals die „großen Lose“ nehmen, psychisch aufgeklärter und logisch gebildeter sind. Sie wünschen sich gar nicht so viel „Pseudo-Übereinstimmung“, sondern suchen Menschen, die „als Person“ für sie interessant sind. Denn ob die „Tests“ wirklich Persönlichkeitsmerkmale abbilden, die für Beziehungen wichtig sind, ist äußerst umstritten. In der Praxis sind es eher Humor und Toleranz, physische Anziehungskraft und die Fähigkeit, zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen.

Vermutlich sind die Kunden von Online-Partervermittlern wesentlich pragmatischer als es die Damen und Herren Programmentwickler dort vermuten. Nach meiner Meinung setzen sie her auf das Auswahlverfahren der Partybesucher(innen): Bekanntermaßen hat es wenig Sinn, sich auf die Schönsten oder Reichsten zu stürzen. Wer klug ist, sucht sich eher einen Partybesucher, den er als Person interessant oder körperlich anziehend findet.

Weder Scheuklappen noch mit jedem ausgehen

Das Spektrum zwischen „Scheuklappensuche“ und „unqualifizierter Suche“ ist breit. Wie so oft liegen die größten Chancen in der Mitte: weder zu eingeschränkt zu suchen noch den Horizont zu weit zu öffnen.

Dazu musst du allerdings selbst einen Teppich ausbreiten, welche Eigenschaften du an einem anderen Menschen unbedingt benötigst, welche ganz hübsch wären und auf welche du verzichten kannst.

Und wenn du nicht unter „Hochdruck“ suchst, kannst du es auch einfach mal mit einer Person versuchen, die zu Anfang nicht völlig in dein Raster passt.

(1) Nach der Anzahl der Dates, die nötig waren, um einen Partner zu finden.

Frauen, mir kommen die Tränen!

„Frauen müssen beim Online-Dating emotional mehr riskieren“, titelt WAZ-Redakteurin Caroline Rosales. In ihrem Artikel wird das Wort „emotional“ dann oft mit „finanziell“ ergänzt, und die Emotionen werden mit „mehr Risiko“ und „mehr leisten“ ergänzt.

Belegt werden solche kühnen Behauptungen durch eine gewisse Moira Weigel, die – wie kann es anders sein – ein Buch geschrieben hat.

Ach, du liebes Lieschen, und woran bemisst sich der Aufwand?

Schönheitspflege von heute und Psyche-Spielchen von damals

Wir finden zunächst, dass der Aufwand finanziell enorm ist: Schönheitspflege, Frisur und Sport werden erwähnt. Und die Emotionen? Oh ja, wir lesen, dass es früher einmal (in den USA, versteht sich) „ungeschriebene Regeln“ gab, wie sich ein Mädchen emotional zu verhalten habe, nämlich in „nicht leicht zu haben“ zu machen.

Mit Männern schlafen, um der Clique zu gefallen?

Und nun? Zur Abwechslung wir dann mal die Psychologin Sandra Konrad zitiert, die (natürlich) ebenfalls ein Buch geschrieben hat. Und die soll sinngemäß erklärt haben, dass „sich sogar junge Frauen schon in der Pflicht (fühlen), Sex zu haben, um in der Clique mitreden zu können.“

Mein Gott, Agathe, die Puppe kotzt! Die emotionale Leistung liegt also darin, gegen die eigene Überzeugung mit dem Mann gleich beim ersten Date „Sex zu haben“, um in ihrer Clique damit prahlen zu können? Mir kommen die Tränen ...

Hört auf euch selbst, und vergesst die Berater

Ich glaube, wie sollten dreierlei vergessen: redaktionelle Artikel über Online-Dating in der Tagespresse, die Auffassungen der Psycho-Branche und das, was wir sonst an Ratgeberliteratur kaufen können.

Und stattdessen?

Verlasst euch auf euch selbst, eure eigenen Gefühle und Bedürfnisse – und tut um Himmels willen all das, was ihr wirklich tun wollt. Beim „Dating“, in der Liebe und überall sonst.

Ich las dazu die WAZ.
Anmerkung: Die WAZ verhindert auf ihrer Webseite, dass ihr diesen Artikel lesen könnt, ohne Abonnent zu sein. Obgleich dies inzwischen viele deutsche Verleger tun, halte ich es dennoch für eine Unsitte, die den freien Zugang zu Nachrichten und Informationen behindert.