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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Warum ist es so schwierig, die Persönlichkeit festzustellen?

Die Persönlichkeit - aufgeschminkt, herbeigeredet oder real?
Die Persönlichkeit soll bei der Partnersuche ja angeblich eine große Rolle spielen. Und nachdem Psychologie und Kommerz dabei Hand-in-Hand gehen, gibt es sozusagen eine Renaissance dessen, was man einstmals „Charakterzüge“ nannte.

Doch während früher ein „guter“ Charakter ausreichte, muss es nun eine „passende Persönlichkeitsstruktur“ sein.

Fragen sich, ob das überhaupt zutrifft.

Wie stellen wir eigentlich die Persönlichkeitsmerkmale fest?

Wir kommen der Antwort nahe, wenn wir uns fragen, woher der Alltagsmensch oder der Forscher seien Informationen bezieht. Und dabei stellen wir etwas höchst Einfaches fest:

Alle Eigenschaften werden aus Informationen abgeleitet, die wir dem Verhalten entnehmen. Ob Wissenschaftler (die dazu Fragebogen benutzen) oder unsere Mitmenschen – sie alle beobachten unser Verhalten und ziehen Schlüsse draus. Das liegt einfach daran, dass wir dem andern nicht „in den Kopf hineingucken“ können. Stattdessen kommunizieren wir wissentlich und unwissentlich ständig mit andren, um herauszufinden, welche Eigenschaften sie haben und ob wir die „gebrauchen“ können.

Wie Paare feststellen, ob sie miteinander leben können

Neue Paare wissen zumeist, dass das Verhalten des jeweils anderen in mindestens drei Situationen kennenlernen sollte:

1. Während des gewöhnlichen Alltags.
2. Bei großen Erfolgen oder Hochstimmungen.
3. Bei erlebten Misserfolgen oder Missstimmungen.


Kann die Person mit den Eigenschaften des anderen unter allen drei Voraussetzungen leben, so kann ein Paar aus beiden werden. Wenn nicht, werde Überlegungen laut, ob wirklich alles auf Dauer ins Lot kommt.

Bei der Partnersuche mögen ähnliche Interessen, ähnliche soziale Verhältnisse und ein ähnlicher Ausblick auf die Zukunft wichtig sein – das ist unbestritten.

Doch was auch immer unsere „Traits“, also unsere „Wesenszüge“ sind – wir sind nicht die Summe der „Persönlichkeitsmerkmale“, sondern Personen. Und als solche atmen wir die gleiche Luft, reiben unsere Haut häufig aneinander und streiten manchmal miteinander um den richtigen Weg. Was letztlich heißt:

Ein Paar sind zwar zwei Einzelpersonen mit Eigenschaften, aber wir haben auch Eigenschaften, die wir erst als Paar miteinander entwickeln.

Das peinliche Geheimnis: gegenseitiges Masturbieren

Das Ziel sind meist heftigere Orgasmen
Wenn Paare sich gegenseitig masturbieren, glauben viele, bei ihnen „stimme etwas nicht“. Doch wir wissen sehr genau, dass viele Menschen darüber fantasieren, von ihren Partnerinnen und Partner, aber auch von völlig fremden masturbiert zu werden.

Was passiert eigentlich, wenn wir unsere Partner(innen) masturbieren?

Aus einer kanadischen Studie - die Lust an Masturbation wäre groß

Nun, indem wir ihnen etwas vom Sinnlichsten schenken, was eine Hand geben kann, liefern wir uns zugleich dieser Hand aus. Und es empfiehlt sich zumindest, dabei nicht nur zu erfühlen, was passiert, sondern auch dabei hinzusehen.

Und warum schreckt uns dieser intime Gedanke dennoch? Eine mögliche Antwort fanden wir in einem Artikel, der sich mit der intimen Seite gegenseitiger oder jedenfalls wechselweiser Masturbation beschäftigt:

Wenn wir jemanden masturbieren oder mit jemandem masturbieren, teilen wir auf sehr realistische Weise einen der intimsten Teile unseres Lebens mit ihm.


Warum ist gegenseitige Masturbation so intim?

Dabei kommt es nicht auf die Praktiken selbst an – Oralverkehr ist in der Tat wesentlich intimer. Aber das Geheimnis zu lüften, es selbst zu tun und den anderen daran teilhaben zu lassen, kratzt an unserem Schamgefühl. Der andere (oder die andere) hat die Freiheit, uns dabei zu beobachten – und er oder sie wird erstaunliche emotionale und körperliche Reaktionen sehen: Schreie, das Aufbäumen des Körpers – und bei Männern zweifellos den Samenerguss.

Ob wir es wirklich tun sollten? Manche Paare praktizieren tatsächlich „beobachtende“ oder „mitwirkende“ Masturbation. Vor allem, seit die Mehrheit der Frauen entsprechende Geräte besitzt, die mechanisch zur Steigerung der Lust beitragen. Das zumindest weckt die Neugierde die wundersamen Stäbe, die bei „ihr“ so heftige Reaktionen hervorrufen, auch einmal gemeinsam zu erproben.

Neu ist das alles nicht. Schon 1978 hieß es im „Sex Atlas“:

Beim zärtlichen Ertasten der erogenen Zonen des Partners werden beide immer wieder auf die empfindlichsten zurückkommen - die Geschlechtsorgane. So kommt es auf ganz natürliche Weise zum manuellen Geschlechtsverkehr. Dabei werden sie einem von beiden die Initiative überlassen oder beide gemeinsam handeln. In diesem Fall kann man auch von gegenseitiger Masturbation sprechen.

Spricht etwas dagegen?


Was dagegen spricht? Nun, es gibt noch weitaus sinnlichere Methoden, um zu Orgasmen oder Ejakulationen zu kommen. Doch sieht man dabei recht wenig von seiner Partnerin oder seinem Partner.

Falls jemand nach „gewöhnlichem Geschlechtsverkehr“ fragt: Er nützt den Männern viel mehr als den Frauen – denn meist reicht die Hubbewegung zwar für seinem Erguss, aber nicht zu ihrer Befriedigung.

Zitate: (oben) von Joe Duncan in "Medium".
(unten) Sexatalas.
Grafiken und Comics: © 2021 by Liebesverlag.de
Zahlenherkunft: Department of Psychology, Université du Québec à Trois-Rivières.

Die Beziehung - oder warum es nicht damit klappt und wie doch

Eine Beziehung zu jemandem zu haben, ist ein komplexes Räderwerk - so hätte man wohl zu Blütezeiten mechanischer Wunderwerke gesagt. Jedenfalls bedeutet es, sich mal mehr zu synchronisieren, und mal weniger. Einmal wirst du die ganze Kraft brauchen, um selbst etwas zu schaffen, dann wieder wirst du zusätzlich die Kraft, Ausdauer, Gefühlswelt oder den Ideenreichtum deines Partners benötigen. Und natürlich ist da noch mehr - Sinnlichkeit, Intimität, Frivolität. Und das ist nur der oberflächliche Teil der Partnerschaft. Ohne Probleme, ohne Sorgen um den Arbeitsplatz, ohne den Wechsel des Aufenthaltsorts, ohne Kinder, Eltern und Schwiegereltern. Ohne Verlockungen und Seitenblicke.

Die Beziehung ist also nicht frei von Risiken und Unwägbarkeiten.

Wir könnten nun sagen: „Je perfekter ein Paar von Anfang an harmoniert, umso fester wird die Beziehung.“

Das ist die Hoffnung, der viele anhängen. Doch es könnte auch eine Illusion sein.

Das Gemeinsame - kein Geschenk des Himmels

Denn „das Gemeinsame“ wird uns nicht geschenkt. Bei den üblichen Verlegenheitsfragen nach dem Musikgeschmack oder dem Lieblingsbuch wird unterstellt, dass es „gemeinsame Interessen“ gibt. Das gemeinsame Fühlen und Handeln entsteht aber nur dadurch, dass man es „auch tatsächlich macht“.
Ein noch typischeres Beispiel ist die Intimität: Sie kennt keine Theorie, und sie entsteht auch nicht schon dadurch, dass man einmal miteinander schläft. S, wie das gemeinsame Kulturverständnis nicht dadurch entsteht, einmal in ein Konzert zu gehen.

Kurz: Das Gemeinsame entsteht dadurch, dass man es tut.

Sprechen über Banales udn Fernes - ohne Bezug zur Realität

Ich beobachte, dass Heteropaare viel von ihrer Oberfläche erzählen. Dann gehen sie in eine ferne Zukunft, also in individuellen Traumwelten. Stimmt meine Traumwelt mit der des/der anderen überein? Wird er/sie mich heiraten? Will er/sie Kinder, wann und wie viele?

Dagegen wäre nicht einmal etwas einzuwenden, wenn beide dabei nicht von ihren Traumwelten redeten, sondern bei den Realwelten blieben, also dem, was ihnen jetzt oder in ein paar Monaten möglich ist. Das wäre der Bereich, über den sich reden ließe - aber genau der wird ausgeblendet.

Auf diese Weise geben Paare der Beziehung von vorn herein nur eine geringe Chance. Das Wichtige für die Beziehung wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Es wird nicht im „Irgendwo“ sondern in der Realität stattfinden. Meist (vor allem beim Online-Dating auf Entfernung) werden tief greifende Entscheidungen notwendig sein: Wohnort, Arbeitsplatz, Finanzen, mögliche Absprachen über den Tagesablauf und vieles mehr.

Wer das nicht begreift, sollte gar nicht erst ein Date einplanen. Dem Rest von euch wünsche ich Mut und Zuversicht.

Anpassen ist einfacher als Verändern

Ein Artikel zu "Wechselbäder" - als Ergänzung gedacht, denn von Lust und Liebe wirst du hier wenig lesen.

Warum passen sich Menschen an, und warum gelten sie dann als unterwürfig? Wenn du diese Frage einem Menschen stellst, der kaum jemals ein Buch über Psychologie gelesen hat, aber sehr lebensklug ist, wird er dir die Wahrheit sagen: Weil es einfacher ist, sich anzupassen.

Attribute wie brav sein, nett sein, liebevoll sein, höflich und zurückhaltend zu sein … wer hätte sie nicht schon gehört. Noch vor 50 Jahren wurden sie als ganz selbstverständlich für die Partnerschaft vorausgesetzt.

Die stille Macht durch Anpassung

Die meisten von uns lernen recht früh, dass es einfacher ist, sich „irgendwie durchzulavieren“, also seine Wünsche und Bedürfnisse gut zu kaschieren. Wer sich äußerlich anpasst, fällt nicht auf. Wer hingegen darauf pocht, sein Leben in einer anderen Art zu führen, wie es die große Masse vorlebt, der muss kämpfen. Diese Kämpfe erzeugen Konflikte, und Konflikte müssen ausgehalten werden. Das kostet ständig Kraft, und nicht jeder will sie ständig aufbringen.

Nun ist es allerdings so, dass „Anpassung“ nicht identisch mit Machtlosigkeit ist. Bestimmte Wünsche bleiben, und was sich mit Macht- und Positionskämpfen nicht erreichen lässt, kann eventuell eingetauscht, erschlichen oder erkauft werden. Manche Eigenschaft, die uns zunächst als devot erscheint, etwa jemanden „nett zu bitten“, statt etwas einzufordern, kann Erfolg haben. Warum eigentlich nicht? Bitten, Beharrlichkeit, konsequentes Handeln, solange es keine Barrieren gibt, warum eigentlich nicht? Viele vermeintlich „Stille Wasser“ bauen „inoffizielle Kommunikationsnetzwerke“ auf, die ihnen nützen, finden Fürsprecher und Gönner – alles ganz normal. Mancher findet Lücken in festgefahrenen Systemen, in die er (oder sie) leicht hineinschlüpfen kann.

Schließlich – und erst das ist die wirklich negative Seite – gibt es noch Launen oder Intrigen, die sich trefflich zur Manipulation eignen.

Partnerschaftliche Anpassung – Not oder Tugend?

Seit Beginn der 1970er Jahre ist in Mode gekommen, sich selbst zu verwirklichen, das heißt, sich nicht mehr von anderen ziehen (oder gar schubsen) zu lassen, um ein Leben miteinander zu führen. Das hat zunächst zu einer Befreiung geführt, weil Paare nicht mehr so abhängig voneinander waren und sich mehr Freiräume gönnten. Dann aber, gegen 1990 bis heute, begannen viele Menschen, „Ansprüche“ an eine Partnerschaft zu stellen, die nur noch schwer oder eben gar nicht mehr erfüllbar waren. Man kann dies in einem Satz sagen: „Ich will eine Partnerschaft, aber nichts dafür aufgeben, was ich habe und zu sein glaube.“

Damit wird unweigerlich die Frage nach der Dominanz gestellt – und die Anpassung beiseitegeschoben. Wollens ich beide Teile in gleicher Weise und auf den gleichen Gebieten „selbstverwirklichen“, dann gibt es Ärger. Verzichtet einer von beiden, dann fühlt er sich auf Dauer beengt.

Ein bisschen Normalität

Allerdings gilt dies nicht immer, nicht überall und nicht für alle Paare. Wer sich gerne einem anderen anschließt, wer einem anderen folgen mag oder wer sehr verliebt ist, wird sich eher anpassen als jemand, dem die Liebe eigentlich als zweitrangig erscheint.

Die Lösung für starke Persönlichkeiten

Die Lösung ist einfach und doch kompliziert: Zu wissen, wann man sich anpassen kann, wann man sich durchsetzen möchte und wann man sich eher „ganz fallen lassen“ will und das Selbstbewusstsein deshalb vorübergehend an die Garderobe hängt.

Toleranz, Rollenflexibilität und Kompromissbereitschaft sind dazu nötig – und sie wird vor allem von jenen gefordert, die starke Persönlichkeiten sind.

Die vermeintlich Schwachen? Sie herrschen im Verborgenen

Die vermeintlich „Schwachen“? Sie tun das, was ihre Vorfahren schon getan haben: „Lieb und nett“ zu sein, um im Hintergrund eben doch ihre Bedürfnisse durchzusetzen. Es ist eben wesentlich einfacher, sich anzupassen.

Paare, Viren und Experten

Scheidung oder Kindersegen? Panikmache oder Angstverhinderung? Irgendwie scheinen Coronaviren verheerende Auswirkung auf die Presse zu haben.

Dieser Tage schnappte ich ein paar Presseberichte auf, in denen deutlich wurde, dass jemand sein Süppchen auf der Corona-Pandemie kochen wollte. Einer der Artikel befasste sich mit der Baroness Shackelton, und er wurde heute in der „Daily Mail“ veröffentlicht.


Das Coronavirus wird die Zahl der Scheidungen im Vereinigten Königreich erhöhen, nachdem selbstisolierende Paare gezwungen sind, monatelang in einer Quarantäne zu verbringen, warnt die führende Familienanwältin Baroness Shackleton.

Oder vielleicht ein Kindersegen?

Andere erwarten nach der gemeinsamen Quarantäne eher einen reichen Kindersegen. Wer tatsächlich so etwas lesen will: Es ist durch und durch „wissenschaftlich“ begründet, dass es so sein könnte.

Von "frischen Paaren", und Fernbeziehungen spricht kein Mensch

Merkwürdig, dass niemand über die Paare spricht, die sich erst kürzlich kennengelernt haben. Vor allem solche, die nicht verheiratet sind und nicht zusammenleben, weil sie Fernbeziehungen führen - teils über die Grenzen hinaus.

Ein Mensch,vereinzelt ... kein Kontakt, kein Problem?

Na schön - Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates - Beziehungen nicht. Überhaupt: der Staat oder „die Staaten“. Sie machend derzeit in Isolation voreinander. Man hört, dies sei das „einzige Mittel“, die Pandemie im Grenzen zu halten. Und ja, wenn jeder Mensch oder wenigstens jedes Paar sich nur in der Wohnung aufhalten würde ... ja, dann. Kein Mensch - kein Problem. Warten wir mal, bis das jemand als „Alternativlos“ bezeichnet.

Tipp: Nichts lesen, was Angst verursachen könnte

Bei der BBC las ich etwas sehr Vernünftiges: Vor allem sollten wir und nicht von den Meldungen beeinflussen lassen die „auf Panik frisiert“ sind. Und nicht jeder, der sich „Experte“ nennt, ist auch einer.

So weit die Lage am Mittwoch.