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Partnersuche: Schau auf die Möglichkeiten - nicht auf die Vorstellungen

Eines der Hauptprobleme bei der Partnersuche ist ohne Zweifel, auf eine Mischung von gegenwärtigen Bedürfnissen, Vorstellungen, Hoffnungen und Wünschen zu setzen.

So verständlich dies auch sein mag: Eine wirklich intensive Beziehung ist auf viele Jahre, möglicherweise Jahrzehnte oder auch ein ganzes Leben angelegt.

Das heißt: Die sogenannten „Prioritäten“ können sich ändern. Fall du also deine „Kriterienkataloge“ am Anderen abarbeitest, bekommst du vielleicht denjenigen, den du im Moment am dringendsten benötigst. Aber nicht denjenigen, mit dem du die besten Zukunftsaussichten hast.

Was kannst du stattdessen tun?

Du könntest nach einer Person suchen, die ein gutes Fundament für eine stabile Beziehung verspricht und zusätzlich Lust hat, sich mit dir zu verändern und neue, gemeinsame Ziele zu entdecken. Oder mit anderen Worten: Suche nach Potenzialen statt nach Eigenschaften.

Und die Liebe? Am Besten, du lässt sie zu, wenn du dir sicher bist. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie beim ersten Date unter dem Tisch hervorschaut.

Welche Art Mann suchen die Frauen?

Der "richtige" Mann? Oder eher ein Klischee?
Frauen sind nach Überzeugung vieler Redakteurinnen widersprüchlich, wenn es um die Partnerwahl geht. Die Unsicherheit, ob sie nun den „Macho“ oder den „potenziellen Vater ihrer Kinder“ treffen sollten, zieht sich durch die Aussagen von Frauen wie die Buchstaben in der Nudelsuppe. Vereinfacht wird dazu oft gesagt: Wenn Lust und Abenteuer eine Mischung eingehen, wird es der „Macho“. Falls es Sicherheit und Familie und Kinderwunsch sein sollte, eher der „Bodenständige“.

Das Beuteschema der Frau und die "Genqualität"

Wie auch den Männern, so sagt man Frauen ein „Beuteschema“ nach. Das passende Schema für den Macho ist schnell gefunden – das soll sogar in „Studien“ festgestellt worden sein, hier mal grob zusammengefasst:

Die körperliche Attraktivität von Frauen für Männer (wird) typischerweise als Hinweise auf die Genqualität und die gesunde Testosteronproduktion verstanden, einschließlich Körpergröße, dem Verhältnis der Schulter zur Hüfte sowie dem der Schultern zur Taille ….

Fragt ihr jetzt: „Alles physisch? Warum eigentlich „physisch“?

Alles Physisch, alles "starker Kämpfer"?

Dann wäre die Antwort: „Weil dies angeblich schon die Steinzeitmenschen so sahen.“ Seit einigen Jahren ist dies eine verbreitete Ansicht unter Wissenschaftlern. Möglicherweise sehen es die Gorillas genauso. Die Frage wäre aber: Stimmt das überhaupt? Schon in der Altsteinzeit, so dürfen wir vermuten, begannen unsere „Weibchen“ sich Männer zu suchen, die besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten hatten. Schließlich mussten diese „neuen“ Fertigkeiten ja vererbt werden. Und mindestens seit der „Neolithischen Revolution“ sammelten einzelne Männer „Besitz“ an, der als Kriterium sicher auch ins Gewicht fiel.

Die Frage der Männer: Was will diese Frau eigentlich?

Männer, die ein Date eingehen, haben kaum eine Vorstellung davon, was die Frau will, die ihnen gegenübersitzt. Doch wir können etwas als sicher annehmen: Frauen wollen Männer, die ihre Möglichkeiten „kennen und erkennen lassen“. Es mag zwar stimmen, dass sie oberflächlich dem Testosteron und seiner Verführung verfallen. Aber zumindest die klügeren unter ihnen wissen: Das taugt nur für den ONS, nicht für die Dauer. Denn seit der Steinzeit haben Männer bestimmte Eigenschaften entwickelt, die wichtiger sind als ein starker Arm und die Konzentration auf Samenergüsse. Und genau deswegen achten sie auf das „Gesamtpaket“. Das, was sie nur von DIR bekommen, Mann.

Die Furcht vor den Männer-Shopperinnen

In den letzten Jahren sind viele Männer etwas verstört worden, weil Frauen suchen und suchen und suchen … bis sie ins Leere laufen. Sie glauben, dass Partnersuche „shopping" ist, und dass ihnen „nur das Beste“ zusteht. Das ist kontraproduktiv und absolut dumm, aber leider eine Tatsache. Für Männer heißt es, denjenigen Frauen die Hand zu reichen, die weniger „anspruchsvoll“ sind – aber durchaus bestimmte Eigenschaften zu schätzen wissen. Es sind Eigenschaften, die gerade DU hast.

Was Frauen langfristig wirklich suchen - Zukunftssicherheit

Frauen suchen in Wahrheit keine Männer, die in ihr Beuteschema passen, sondern solche, mit denen sie die Zukunft gestalten können. Ein solides Einkommen, ein kleiner Besitz und die Idee, die Treue zu halten, sind da wichtiger als „Gedöns“. Und statt eines breiten Brustkorbs und eines „ausfüllenden“ Penis können ein flexibles Gehirn und ein gesundes Selbstbewusstsein durchaus Frauenwünsche erfüllen.

Welche Art Frau suchen eigentlich die Männer?

Angeblich fahren alle auf blondierte, schlanke Frauen ab ...
„Auf welche Frau fährst du ab?„Welchen Typ Frau suchst du?“ Das sind zwei typische Fragen, die Männern gestellt werden. Kaum jemand fragt: „Was willst du mit der Frau tun, die du suchst?“

Zum Beispiel „heiraten“? „Bald eine Familie gründen?“

Oder „neue sexuelle Erfahrungen machen?“ Oder gar – „endlich einmal Geschlechtsverkehr zu haben?“

Das angebliche Beuteschema der Männer

Bleiben wir mal bei den Männern, die ein „Beuteschema“ haben. „Blond und schlank“ ist so eines. Da fragen wir uns doch: Alles physisch? Warum eigentlich „physisch“? Ich hatte einmal einen Kollegen, der wollte unbedingt eine Frau mit Intim-Piercings. Im letzten Jahr hörte ich immer wieder von Männern, die Frauen „mit Zeichnungen drauf“ wollten – möglichst mit Intim-Tattoos. Klassisch schön mit kleinen Brüsten? Oder etwas füllig mit prallen Brüsten?

Auswahl nach Katalog und Wert der Forschung

Mal ehrlich … das ist alles zu haben, heute sogar per „Katalog“. Doch stimmt das alles? Suchen Männer die Frauen nach bestimmten Attributen – körperlichen, geistigen oder emotionalen? Forscher wollen dies zwar herausgefunden haben, aber an jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, werden neue Vermutungen über die Partnerwahl verbreitet. Nach einige Monaten redet kein Mensch mehr darüber. (1)

Schon die Trennung zwischen „Aussehen, Erscheinung und Verhalten“ kann uns Aufschluss geben, welche Art Frau die Männer wirklich suchen.

Frauen wisse nicht wirklich, wonach Männer suchen

Die meisten Frauen, die zu einem Date gehen, haben eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon, was Männer wollen. Ob für die Beziehung oder für ein paar Nächte: Männer wollen Frauen, die ihre Möglichkeiten „kennen und erkennen lassen“. Sie suchen etwas Einzigartiges in dir, etwas, dass ihnen Glück, Lust und Lebendigkeit verheißt. Oder vielleicht auch etwas anderes – aber jedenfalls etwas, das sie nur bei dir bekommen.

Probier dich aus - du bist einzigartig

Also: Zeig dem Mann das, was du an dir kennst und schau, ob er es mag. Gib ihm, was du an dir kennst und erkenne, ob er es gerne annimmt. Je einzigartiger du dabei Körper, Geist, Emotionen und positive Persönlichkeitseigenschaften vereinst, umso mehr wird er dich wollen. Ohne, dass du sein Typ bist oder er deiner.

(1) Wenn ihr es absolut lesen wollt - die "Sieben Kriterien des Beuteschemas" sind in nahezu in jeder Frauenzeitschrift zu finden.
Lest auch, wie die Sache aussieht, wenn Frauen Männer (aus)suchen

Partnersuche: warum der „Zufall“ nicht zufällig passiert

Was ist ein Zufall? Ein Ereignis, was niemals vorhersehbar war? Ein Umstand, der äußerst unwahrscheinlich ist? Ein unverhofftes Glück? Seien Sie bitte nicht so naiv. Versuchen Sie es einmal damit:

Der Zufall ist in unserer Denkweise ein Ereignis, das von uns selbst nicht vorausgesehen werden kann.


Lesen Sie den Satz bitte genau. Geschieht mir etwas, das ich für einen Zufall halte, so heißt dies lediglich, dass ich es jetzt und hier nicht erwarten konnte. Na und? Was hatten Sie denn, bitte schön, jetzt und hier erwartet? Im Grunde ist alles, was außerhalb von Planungen und Routinen passiert, ein Zufall.

Der Zufall und die Partnersuche

Bei der Partnersuche ist ganz augenfällig: je mehr Menschen Sie kennenlernen, umso mehr Zufälle gibt es. Und je mehr Menschen in ihr Leben treten, die ihnen zufällig sympathisch sind, um so größer ist die Chance, sich aus lauter Zufall ineinander zu verlieben.

Wenn Sie nach diesem Prinzip leben, dann wäre es ein großer Zufall, niemals einem Menschen zu begegnen, in den Sie sich verlieben können. Wenn Sie sich allerdings „abkapseln“, aber dennoch jemand in ihr Leben tritt, dann denken Sie, es war ein großer Zufall, diesen Menschen zu treffen.

Zufälle sind also abhängig von der Sichtweise. Das wichtigste Geheimnis verrate ich Ihnen zum Schluss: Je offener Sie für Zufälle sind, umso mehr treten sie ein. Wenn Sie ein „Date“ eingehen, an das sie keine Erwartungen haben, sondern Verlauf und Ende absolut offen lassen, dann können Sie zufällig einem Menschen für Tisch, Bett oder Traualtar begegnen. Wenn Sie aber erwarten, mit Ihrer Verabredung demnächst im Bett, am Tisch oder vor dem Traualtar zu sein, dann hat so etwas wie „Zufall“ keine Chance mehr.

Erst wissen, wer man ist – dann Partner suchen

Einstmals reichte es, die Schönheit zu überprüfen - heute wird mehr verlangt
Die Partnersuche scheitert im Allgemeinen nicht an den Anderen und nicht am Zeitgeist, sondern an der Person, die sucht. Eine Autorin versucht in der "Frankfurter Rundschau", sechs Gründe festzumachen, die ich hier stark gekürzt wiedergebe.

1. Es liegt an ihr – aber eigentlich nicht.
Im Folgenden verrät uns die Autorin, dass es kaum an ihr liegen kann, und sie führt Argumente dafür an. Keines reflektiert die partnerrelevanten Eigenschaften.
2. Sie ist zu normal.
Sie behauptet, keinen Partner zu finden, weil sie „Mittelmaß“ ist.
3. Sie ist zu gebildet.
Sie sagt, das bekommt sie nicht wieder „weg“. Angeblich schrieb ihr einmal ein Nicht-Akademiker (!) sie sie „überqualifiziert“.
4. Sie ist angeblich „liebesmüde“.
Sie ist es nicht – es steht im Gegensatz zu der Erläuterung, die sie dazu abgibt. (Haken und Macken bei Männern finden, Sex macht ihr Freude).
5. Es liegt an den Männern.
Der ausführlichste Teil – beim Lesen bekommt man den Eindruck, dass sie sich wirklich nur darüber Gedanken gemacht hat.
6. Es liegt ebenfalls an den Männern, diesmal an den Deutschen.
Deutsche sind eben so deutsch. Niemand hindert deutsche Frauen, anderwärts zu suchen.

Ich stelle Ihnen diese Schilderung – ausführlicher in der FR nachzulesen – deswegen in meinen Beitrag ein, weil sie symptomatisch ist.

Unter den sechs Gründen, die aufgeführt werden, ist nur einer, der die Sicht der eigenen Person betrifft, die Selbsteinschätzung. Doch statt sie nun nachzubessern, was sicherlich viel Selbstreflektion bedeutet, wird ein oberflächlicher Marktwert errechnet: Körper ist Klasse, Geist funktioniert gut, Kommunikationsfähigkeit ist ausgeprägt, Sexwunsch ist vorhanden.

Kein Selbstbild - kein Profil: schlecht für die Partnersuche

Wer es bis jetzt noch nicht bemerkt hat: All diese Eigenschaften ergeben kein Selbstbild, und erst recht kein Profil. Man möchte fragen: Na klar ist das eine von mehreren Tausend partnersuchenden Akademikerinnen über 40 – aber was zeichnet diese Frau eigentlich wirklich aus? Wer ist sie, und was will sie? Sicher, das sit nicht mein Problem. Aber es wird sofort zum Problem der Männer, die sie trifft, udnd amit wird es zu ihrem Problem.

Ich sehe meine Meinung bestätigt, die ich vielfach vertreten habe: Erst Hausaufgaben machen, dann Partnersuche starten. Das bedeutet: Sich selbst genauer kennenlernen, wissen, was man selbst ist und was dies für das andere Geschlecht bedeuten könnte. Dann die Eigenschaften aufpicken und die Persönlichkeit bildhaft darstellen. Notfalls das Hirn in die Mauser schicken, um dies alles zu erreichen.

Das Ende der Liebe - und was damit angerichtet werden kann

Eine Intellektuelle in heutiger Zeit hat natürlich „Das Ende der Liebe“ von Sven Hillenkamp gelesen. Der Beststeller-Autor glaubt, eine globale Erklärung für das Verschwinden „Der Liebe“ gefunden zu haben. Anders als ich, der „intellektuell sein“ für einen Zustand hält, sondern für eine Herausforderung, glaubt die Autorin dem Hillenkamp, indem sie schreibt:

Da steht alles drin. Dass mein Liebesunglück auch an der Unendlichkeit der möglichen Partner liegt. ( … ) Das Buch berührt und beruhigt mich, aber festigt auch ein trauriges Bewusstsein in mir, dass es aus dieser Situation keinen Ausweg gibt.


Es gibt keinen Ausweg, weil irgendjemand anno 2009 mal ein dreistes Buch über das „Ende der Liebe“ geschrieben hat? Selbst, wenn der „Zeitgeist“ zutreffen sollte, den dieser Herr Hillenkamp vertritt, könnte man dann nicht wenigstens versuchen, sich ihm entgegenzustemmen?

Ja, selbstverständlich. Ich rate meinen Lesern stets, bei Problemen niemals die Frage nach dem „Warum“ zu stellen, bevor nicht alle Fragen nach dem „Wie, Was und Wo“ vollständig beantwortet wurden. Denn wenn ich die Frage nachdem „Warum“ stelle, muss die traurige Zeit beliebiger Vermutungen vorbei sein – dann muss ich die Lösung angehen.