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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Bist du bereit?

Der Zweifel an der Suche ist so alt wie die Suche selbst
In diesem Artikel wende ich mich an die Suchenden. An alle Suchenden. Solche, die schon „seit Jahren single sind“ und jene, die durch die Pandemie über ein Jahr lang an der Partnersuche gehindert wurden.

„Bist du bereit?“, ist unser Motto für Juni. Und dahinter verbirgt sich ja auch die Frage: „Wozu bist du bereit?“

Bereit für Veränderungen - der Schlüssel zur Partnerschaft

Um die Sache etwas zu verkürzen, noch mal präziser gefragt:

„Wozu bis du jetzt bereit, wenn du eine feste Beziehung suchst?“

Falls du antwortest: „In jedem Fall erwarte ich dadurch eine Veränderung“, dann ist schon gewonnen. Für eine Veränderung bereit zu sein ist die wichtigste Voraussetzung für eine Partnerschaft. Würdest du dich bei einer Firma bewerben, wenn du nicht bereit wärst, einen neuen Arbeitsplatz zu finden? Vermutlich nicht.

Der Weg zur Zweisamkeit - mit nur zwei Fragen

Die beiden anderen Fragen, die sich nun allerdings ergeben, sind:

Bist du bereit, nun deinen Horizont erheblich zu erweitern?
Oder bist du gar bereit, auf etwas zu verzichten?

Wenn ich euch etwas verraten darf: Die Antworten auf diese Fragen weisen den Weg zur Zweisamkeit. Und sie sind zugleich der Nährboden des Erfolgs.

Die erste Frage, also die Erweiterung, wird von vielen Menschen auf Nachfragen mit „Nein“ beantwortet. Gleiche Stadt, gleiches Land, gleicher (örtlicher) Arbeitgeber, gleicher Freundeskreis, gleiche Interessen - das ist die Haupthürde für die Masse der Partnersuchenden.

Nun ist die zweite Frage zwar auch wichtig (ich habe oft darauf hingewiesen), aber der Gewinn ist oft zugleich der Verzicht. Also beispielsweise: Im Ausland ein interessanteres, erfüllteres Leben zu finden, ist ein Gewinn – daheim den gewohnten Freundes- und Kulturkreis zu verlieren, ein Verlust.

Warum du immer ein Risiko eingehst und das auch gut ist

Das alles lässt sich auf eine neue Frage reduzieren: Bist du überhaupt bereit, das Risiko der Partnersuche einzugehen? Risiken sind bekanntlich mit Chancen und Misserfolgen belegt. Was überwiegt, ist zwar nicht immer absehbar, und viele von euch werde schnell ungeduldig, wenn es mal nicht sofort „funkt“. Aber es ist kalkulierbar. Je kleiner das Risiko, umso geringer die Chancen auf Gewinn. Das ist absolut gesichert, denn „null Risiko“ bedeutet: „Keine Begegnungen“ Wie groß das Risiko sein darf, musst du schon selbst entscheiden – denn nur du kannst es tragen.

Und nun frage ich dich noch einmal: Bist du bereit?

Bild: Nach einer Zeichnung aus dem Jahr 1908. Die Künstlerin ist unbekannt, es könnte sich aber um Jeanette Smth handeln, die das Original entwarf. Diese Version ist eine Rekonstruktion des Originals.

Wer gewinnt die Partnerwahl theoretisch?

Ein Herz umhängen reicht kaum
Dieser Text enthält keine Bewertungen er soll nur erläutern, warum ihr möglicherweise "falsche" oder "gar keine" Kandidatinnen anlockt. Die Theorie gilt für Männer und Frauen, und sie ist nicht ausschließlich auf "Speeddating" beschränkt.

Am einfachsten lässt sich die Theorie anhand des Speeddatings erläutern, und zwar dort, wo keine zusätzlichen Maßgaben greifen, im Klartext: Wenn jeder beliebig viele Teilnehmer ankreuzen kann, und keine „Matches“ gebildet werden. Sobald Teilnehmer nur eine begrenzte Anzahl, der jeweils "anderen Seite" ankreuzen dürfen oder Übereinstimmung gewährleistet sein muss, wird die Sache komplizierter.

Annahme eins: Hans hat eine bestimmte Frau erwählt

Nehmen wir an, Hans will unbedingt die Nummer 7 seiner Gesprächspartner wiedersehen. Dann gibt es folgende Möglichkeiten:

1. Nummer sieben ist die einzige, die überhaupt von einem Teilnehmer erwählt wurde, und kontaktiert Hans sofort.
2. Nummer sieben hat zwar mehrere Kandidaten, sieht Hans aber als die Ideallösung an und kontaktiert nur ihn.
3. Nummer sieben wartet ab, weil zuerst Klaus und Fred auf ihrer Liste stehen. Sie stellt Hans hinten an.
4. Nummer sieben kontaktiert zuerst Hans, nimmt sich aber vor, später auch noch Klaus und Fred zu treffen.
5. Nummer sieben ist überhaupt nicht interessiert.

Annahme zwei: Hans will seien Chancen erweitern und wählt alle Frauen aus

Das zweite Szenario wäre: Hans denkt: Ich kreuze alle Frauen an, die ich getroffen habe, weil die Chance, ein Date zu bekommen, dadurch am größten ist.

Dann gibt es folgende Varianten:

1. Eine der Kandidatinnen wurde ausschließlich von Hans erwählt und kontaktiert ihn sofort.
2. Alle sind begeistert, von Hans erwählt worden zu sein, und kontaktieren ihn sofort.
3. Die anderen haben mehrere Kandidaten, die attraktiver sind als Hans. Hans wird an die letzte Stelle gesetzt.
4. Die anderen haben teilweise mehrere Kandidaten, die sie unterschiedlich bewerten. Eine allerdings glaubt, dass Hans die Ideallösung ist, und trifft ihn sofort.
5. Keine der Kandidatinnen ist an Hans interessiert.

Ihr könnt euch nun selber überlegen, ob ihr „Hans“ sein wollt. Es ist nur ein Gedankenspiel, mehr nicht.